ÖSTERREICH JOURNAL NR. 218 / 31. 08. 2026 Österreich, Europa und die Welt 32 nutzen bereits 68,26 Prozent KI. Auch bei der erstmals erhobenen KI-Nutzung durch BürgerInnen liegt Österreich mit 39,42 Prozent über dem EU-Durchschnitt von 32,66 Prozent. Foto: BKA/Valentin Brauneis Staatssekretär Alexander Pröll: Österreich punktet bei mobilen Verwaltungsservices, digitalen Kompetenzen, KI-Nutzung, 5G-Abdeckung, Quantentechnologie und E-Government. Österreich verbessert sich im DEU-Digitalranking deutlich er am 17, Juni veröffentlichte 4. Länderbericht zur Digitalen Dekade der Eu - ropäischen Union bestätigt Österreich deutliche Fortschritte bei der digitalen Transformation. Besonders stark schneidet Österreich bei digitalen Verwaltungsservices ab: Im eGovernment Benchmark 2026 erreicht Österreich mit 85,5 Punkten Platz 6 unter den EU-Mitgliedsstaaten und liegt damit klar über dem EU-Schnitt von 76,6 Punkten. Wei - tere Stärken zeigt der Bericht bei der mobilen Benutzerfreundlichkeit digitaler Services, den digitalen Grundkompetenzen, der Nutzung von Künstlicher Intelligenz durch Unternehmen, der nahezu flächendeckenden 5G-Abdeckung sowie bei der Quantentechnologie. „Wir nähern uns unserem Ziel, unter die Top 3 in der EU zu kommen. Der EU-Länderbericht zeigt klar: Österreichs digitale Transformation nimmt stetig an Tempo zu. Platz 6 im eGovernment Benchmark und Platz 1 bei der mobilen Benutzerfreundlichkeit digitaler Verwaltungsservices bestätigen den eingeschlagenen Weg. Unsere Anstrengungen rund um die ID Austria, digitale Kompetenzen und Public AI zeigen Wirkung. Das Motto lautet: digitale Verwaltung muß für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen einfacher, schneller und alltagstauglicher werden“, so Pröll. Platz 1 bei mobiler Benutzerfreundlichkeit digitaler Verwaltungsservices Österreich erreicht im europäischen Vergleich Platz 1 bei der Benutzerfreundlichkeit digitaler Verwaltungsleistungen auf Mobilgeräten - gemeinsam mit Luxemburg und Malta. Grundlage dafür ist ein starkes eID- Ökosystem. Die Weiterentwicklung und breitere Nutzung der ID Austria tragen wesentlich dazu bei, digitale Amtswege einfacher und mobil besser nutzbar zu machen. Digitale Kompetenzen deutlich über EU-Schnitt Auch bei den digitalen Grundkompetenzen verbessert sich Österreich weiter und steigt von Platz 8 auf Platz 7 im europäischen Vergleich. 69,8 Prozent der Bevölkerung verfügen über zumindest grundlegende digitale Fähigkeiten. Damit liegt Österreich klar über dem EU-Durchschnitt von 60,4 Prozent. Besonders bemerkenswert: Frauen liegen in Österreich mit 70,75 Prozent vor Männern mit 68,79 Prozent und damit entgegen dem EU-Trend. Auch in ländlichen Ge - bieten sowie bei älteren Menschen zwischen 55 und 74 Jahren liegt Österreich deutlich über dem europäischen Schnitt. KI-Nutzung in Unternehmen nahezu verdreifacht Eine besonders dynamische Entwicklung zeigt sich bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz durch Unternehmen. Zwischen 2023 und 2025 ist der Anteil der österreichischen Unternehmen, die KI einsetzen, von 10,79 Prozent auf 29,95 Prozent gestiegen - und hat sich damit nahezu verdreifacht. Ös - terreich liegt damit im DESI 2026 auf Platz 7 von 27 Mitgliedsstaaten. Der EU-Schnitt beträgt 19,95 Prozent. Bei Großunternehmen Nahezu flächendeckende 5G-Abdeckung Bei der 5G-Mobilfunkabdeckung erreicht Österreich 99,84 Prozent und liegt damit über dem EU-Durchschnitt von 96,79 Prozent. Auch in ländlichen Gebieten ist die Abdeckung mit 98,9 Prozent sehr hoch und deutlich über dem europäischen Vergleichswert von 88,8 Prozent. Österreich als europäischer Vorreiter bei Quantentechnologie Der Bericht hebt auch Österreichs starke Position in der Quantentechnologie hervor. Österreich gilt insbesondere rund um Wien und Innsbruck als europäischer Vorreiter in der Quantenforschung. Die Initiative Quantum Austria wird mit 107 Millionen Euro aus der Recovery and Resilience Facility finanziert und stärkt damit gezielt Forschung, Technologieentwicklung und Standortkompetenz. Österreich rückt im eGovernment Benchmark auf Platz 6 vor Im eGovernment Benchmark 2026 er - reicht Österreich 85,5 Punkte und verbessert sich auf Platz 6 unter den EU-Mitgliedsstaaten. Der EU-Schnitt liegt bei 76,6 Punkten. In mehr als der Hälfte der untersuchten Indikatoren konnte sich Österreich gegenüber dem Vorjahr verbessern. Bewertet werden un - ter anderem Benutzerfreundlichkeit, Transparenz, mobile Nutzung, grenzüberschreitende Verfügbarkeit und Unterstützungsangebote für BürgerInnen sowie Unternehmen. Nächste Schwerpunkte: Glasfaser, Cloud, Daten und KMU-Digitalisierung Neben den positiven Entwicklungen zeigt der Länderbericht auch klar auf, wo Österreich weiter aufholen muß. Dazu zählen insbesondere der Ausbau des Glasfasernetzes, die stärkere Nutzung von Cloud und Data Analytics durch Unternehmen sowie die weitere Vertiefung des Digitalisierungsgrades kleiner und mittlerer Unternehmen. „Der Bericht ist Rückenwind und Ar - beitsauftrag zugleich. Österreich ist in vielen Bereichen stark unterwegs, aber wir dürfen uns darauf nicht ausruhen. Gerade bei Glasfaser, Cloud, Datenmanagement und KMU- Digitalisierung müssen wir schneller werden“, schloß Alexander Pröll. n »Österreich Journal« - https://kiosk.oesterreichjournal.at
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 218 / 31. 08. 2026 Österreich, Europa und die Welt 33 Relaunch der ID Austria App Mit neuen Funktionen in der ID Austria App und der KI-Assistenz, dem Chatbot „ida“, wird der Zugang zur digitalen Verwaltung für BürgerInnen weiter vereinfacht. Die aktualisierte App unterstützt die mobile Nutzung von Vollmachten und ermöglicht damit erstmals eine Vertretungsfunktion direkt am Smartphone. Zudem ist die digitale Ausweisplattform „eAusweise“ direkt vom Startbildschirm erreichbar. Mit „ida“, die ab Sommer 2026 Fragen zu digitalen Verwaltungsservices in natürlicher Sprache beantwortet, startete zugleich die erste große BürgerInnen-KI-Anwendung der Public-AI- Initiative. „Digitale Verwaltung muß einfach, sicher und verständlich sein. Mit der KI-Assistenz ,ida‘ bekommt jeder Bürger ab Sommer 2026 seinen ersten digitalen Assistenten vom Staat zur Verfügung gestellt. Bürgerinnen und Bürger sollen dadurch Informationen schneller finden und Services leichter nutzen“, so Alexander Pröll am 18. Juni. Neue Funktionen in der ID Austria App Die aktualisierte ID Austria App unterstützt die mobile Nutzung von Vollmachten. NutzerInnen können sich damit erstmals mo - bil in Vertretung einer anderen Person bei digitalen Services anmelden. Das erleichtert Verwaltungswege etwa für Familien, Angehörige, Unternehmen und berufliche Vertretungen. Zudem ist die digitale Ausweisplattform „eAusweise“ direkt vom Startbildschirm der App erreichbar. Zentrale digitale Identitäts- und Ausweisfunktionen werden damit noch einfacher zugänglich. Parallel dazu arbeitet das Projektteam daran, die ID Austria barriereärmer zu ge - stalten. Dazu wird der Austausch mit Interessensvertretungen wie dem Österreichischen Behindertenrat, dem Blinden- und Sehbehindertenverband sowie dem Österreichischen Gehörlosenbund intensiviert. „Digitale Services müssen für alle Bürgerinnen und Bürger verständlich, zugänglich Screenshot Digital Austria und verläßlich sein. Deshalb entwickeln wir die ID Austria konsequent entlang der Be - dürfnisse der Menschen weiter“, erklärt Pröll „ida“: KI-Assistenz als erstes großes Bürgerinnen- und Bürger-Rollout der Public-AI-Initiative Seit Ende Juli 2026 steht mit „ida“ - der intelligenten digitalen Assistenz - ein KIbasierter Chatbot zur Verfügung. „ida“ be - antwortet unter anderem Fragen zu digitalen Services, zur ID Austria, zu Wohnsitzangelegenheiten und soll als erster Ansprechpartner im Gespräch zwischen Bürgerin beziehungsweise Bürger und Staat rund um die Uhr in natürlicher Sprache zur Verfügung stehen. „ida“ ist das erste große Rollout der Public-AI-Initiative für BürgerInnen. Die Initiative verfolgt das Ziel, Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll, sicher und nutzerorientiert in der öffentlichen Verwaltung einzusetzen. Mit „ida“ wird dieser Anspruch erstmals breit sichtbar und unmittelbar für die Menschen nutzbar. Die intelligente digitale Assistenz basiert auf der „Large Language Model as a Service“- Plattform des Bundesrechenzentrums, die für den Einsatz in der öffentlichen Verwaltung konzipiert wurde. „ida“ greift ausschließlich auf verifizierte Inhalte von oesterreich.gv.at und id-austria.gv.at zu und liefert damit verläßliche, aktuelle und qualitätsgesicherte Antworten. Sicher, souverän und datenschutzkonform „ida“ wurde nach den Grundsätzen der digitalen Souveränität, des Datenschutzes und der Sicherheit konzipiert. Die technische Infrastruktur wird vollständig in Österreich vom Bundesrechenzentrum betrieben. Es erfolgt keine Datenübertragung ins Ausland. Personenbezogene Daten werden nicht gespeichert; Anfragen werden in Echtzeit verarbeitet. Tracking und Profiling finden nicht statt. Ausblick: Nächster Schritt der KI-gestützten Verwaltung „ida“ ist als erster Schritt für weitere KIbasierte Services in der Verwaltung vorgesehen. In künftigen Ausbaustufen soll die Assistenz BürgerInnen nicht nur informieren, sondern - auf ausdrücklichen Wunsch und mit klarer Freigabe - auch bei digitalen Behördenwegen unterstützen. n nhttps://www.digitalaustria.gv.at/ Screenshot Digital Austria Screenshot Digital Austria »Österreich Journal« - https://kiosk.oesterreichjournal.at
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Foto: Univ.-Prof. Johann Günther F
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