ÖSTERREICH JOURNAL NR. 218 / 31. 08. 2026 Österreich, Europa und die Welt 24 Foto: BKA/Andy Wenzel Bundeskanzler Christian Stocker (l.) emfing den Premierminister von Ungarn, Peter Magyar, mit militärischen Ehren zu einem Arbeitsbesuch. Handlungsfähigkeit angesichts wachsender geopolitischer Spannungen zählen. Im Zuge der Gespräche auf Zypern hielt die Europaministerin fest, daß Europa aufhören müsse, sich kleiner zu machen, als es ist: „Wir sind der größte Binnenmarkt der Welt und müssen lernen, wirtschaftlich und politisch selbstbewusst aufzutreten. Wer von den Mitgliedstaaten Budgetdisziplin verlangt, muß auch auf europäischer Ebene Maß halten.“ Europa brauche weniger Bürokratie, mehr Effizienz und Investitionen dort, wo Sicherheit, Stabilität und Perspektiven ge - schaffen werden, insbesondere bei der EU- Erweiterung. „Es darf auf dem Weg nach Brüssel keine Überholspur und keine unterschiedlichen Maßstäbe geben. Was für die Ukraine und Moldau gilt, muß selbstverständlich auch für den Westbalkan gelten“, erklärte Bauer. Man dürfe keine 2 Klassen von Beitrittskandidaten schaffen, sondern müsse Leistung belohnen. „Ein geeintes, offenes und selbstbewußtes Europa mit starken Partnerschaften über unsere Grenzen hinaus, ist heute wichtiger denn je“, bezog sich die Europaministerin in ihrem Statement auf hy - bride Bedrohungen und die zunehmende De - sinformation. n Foto: BKA/Andy Wenzel Bundeskanzler Stocker empfing Ungarns B Ministerpräsidenten Magyar undeskanzler Christian Stocker hat am 21. Mai den neuen Ministerpräsidenten Ungarns, Péter Magyar, im Bundeskanzler - amt in Wien zu einem offiziellen Besuch und Arbeitsgespräch empfangen. Bei einer ge - meinsamen Pressekonferenz erklärte Stocker: »Österreich Journal« - https://kiosk.oesterreichjournal.at „Die Beziehungen unserer Länder reichen weit zurück und ich bin optimistisch, daß wir zu einem konstruktiven und vertrauensvollen Miteinander zurückkehren können.“ Mit dem heutigen Tag solle ein „neues, gemeinsames Kapitel“ in der Zusammenarbeit aufgeschlagen werden, so Stocker, der Magyar „noch einmal persönlich zum fulminanten Premierminister Peter Magyar und Bundeskanzler Christian Stocker bei der gemeinsamen Pressekonferenz im Bundeskanzleramt am Ballhausplatz
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 218 / 31. 08. 2026 Österreich, Europa und die Welt 25 Wahlsieg“ gratulierte. Der offizielle Besuch des ungarischen Ministerpräsidenten in Ös - terreich ist erst dessen zweite Reise seit seinem Amtsantritt. „Die ungarische Bevölkerung hat mit überwältigender Mehrheit das Gegeneinander und die Politik von Abschottung und Blockade abgewählt und sich für eine klar proeuropäische, bürgerliche und weltoffene Zukunft entschieden. Das ist gut für Ungarn, gut für Österreich und gut für Europa“, so der Bundeskanzler. In der gemeinsamen Pressekonferenz hoben beide Regierungschefs die historisch engen Beziehungen zwischen Ungarn und Österreich hervor. „Besonders unter Nachbarn sind vertrauensvolle Beziehungen unerläßlich“, hielt Stocker fest. Dies zeige sich nicht zuletzt im wirtschaftlichen Bereich: Für Ungarn sei Österreich der viertwichtigste Handelspartner. Österreich sei zugleich zweitgrößter Investor in Ungarn. „Was unsere Unternehmen für ihren Erfolg aber vor allem brauchen sind Rechtsstaatlichkeit und verläßliche Rahmenbedingungen“, betonte der Bundeskanzler mit Verweis auf die Son - dersteuer, die österreichische Unternehmen diskriminiere. „Ich bin überzeugt, daß wir im beiderseitigen Interesse auch diese Herausforderungen lösen können. Denn gestärktes Vertrauen und bessere Planungssicherheit werden sich positiv auf die Investitionen der österreichischen Wirtschaft in Ungarn auswirken“, so Stocker. Er freue sich, daß nun der Dialog aufgenommen werde und noch am selben Tag ein Treffen der beiden Regierungschefs mit der Präsidentin der Wirtschaftskammer Österreich, Martha Schultz, sowie den Wirtschaftsministern beider Länder und österreichischen Unternehmensvertretern in Ungarn stattfinde. Herausforderungen gemeinsam angehen, regionale Kooperation vertiefen Foto: BKA/Andy Wenzel Foto: BKA/Andy Wenzel Die beiden Regierungschefs kündigten an, daß noch dieses Jahr im Herbst eine gemeinsame Regierungssitzung der beiden Länder stattfinden wird. Ein gemeinsamer Spaziergang im zwischen 1817 und 1820 angelegten Burggarten „Herausforderungen löst man am besten mit Partnern. Gemeinsam sind wir auch als Region stärker. Nationale Alleingänge mö - gen kurzfristig Schlagzeilen bringen, aber um nachhaltig zu gestalten, braucht es echte Partnerschaften und Kooperation. Der Ministerpräsident und ich sind uns einig, daß wir dafür auch unsere regionale Zusammenarbeit vertiefen wollen. Denn eines steht außer Frage: Wenn wir unsere Kräfte bündeln, ha - ben wir mehr Gewicht.“ Politisch, kulturell, wirtschaftlich und hi - storisch sei die gesamte Region eng verbunden. „Unsere Länder stehen vor ähnlichen Herausforderungen und wir verfolgen ähnliche Ziele. Dieses Potential müssen wir noch stärker nutzen und besser abgestimmt vorgehen. Unsere Nachbarn sind dabei unsere nächsten und logischsten Verbündeten, wenn wir unsere Interessen in einem starken Europa durchsetzen wollen", erläuterte Stocker. Europäische Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand sichern »Österreich Journal« - https://kiosk.oesterreichjournal.at Um die Stärke Europas zu wahren, müßten Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand abgesichert werden: „Nur ein innovatives und geeintes Europa kann seine Interessen in einer zunehmend instabilen Welt selbstbewußt vertreten. Wer Europas Handlungsfähigkeit sichern will, muß unsere Industrie unterstützen, Technologien fördern und den Binnenmarkt ausbauen, denn mehr denn je ist wirtschaftliche Stärke auch geopolitische Schlagkraft“, so der Bundeskanzler. Die europäische Wettbewerbsfähigkeit hänge auch „ganz entscheidend“ von einer sicheren, leistbaren und verläßlichen Energieversorgung ab, „die uns von niemandem abhängig macht“. Weiters sei es wichtig, daß Klimapolitik die Wettbewerbsfähigkeit nicht schwäche, sondern stärke. Der Kanzler forderte außerdem „mutigere Schritte gegen die
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Foto: Univ.-Prof. Johann Günther F
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