ÖSTERREICH JOURNAL NR. 218 / 31. 08. 2026 Österreich, Europa und die Welt 20 zentrales Thema bei einem Gespräch von Na tionalratspräsident Walter Rosenkranz mit dem Vizepremierminister und Außenminister der Tschechischen Republik, Petr Macinka, im Parlament. Rosenkranz betonte eingangs die gute Nachbarschaft und die historische Verbundenheit zwischen den beiden Ländern. So zähle Österreich nach Deutschland zu den größten Investoren in der Tschechischen Republik. Er hob auch die Bedeutung des Austauschs zwischen den Nachbarn in der Großregion, wie im Rahmen des Austerlitz-Formats, hervor. Macinka, der im Grenzgebiet zu Österreich aufgewachsen ist, bedankte sich für den Empfang im Parlament. Rosenkranz begrüßte, daß die Tschechische Republik eine ähnliche Position zu Mi - gration habe wie Österreich. Ein automatischer Verteilungsschlüssel zur Aufteilung von MigrantInnen auf die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten könne nicht die Antwort sein, stimmte er mit Macinka überein. Österreich sei seit 2015 mit einer großen Migrationsbewegung konfrontiert. Es gelte daher, auf Lösungen wie das Grenzmanagement an den EU-Außengrenzen zu pochen, forderte Ro - senkranz. Macinka wies auf die Gefahren für die innere Sicherheit der Mitgliedsstaaten durch Migration hin. Der Nationalratspräsident hob auch das Engagement der Tschechischen Republik für ukrainische Vertriebene hervor. Die tschechischsprachige Komenský- Schule in Wien sei ein Vorzeigeprojekt zum Erhalt der Kultur und Sprache, sagte Rosenkranz. Er schätze die Chance als gut ein, daß das Modell der Schule auch auf die anderen autochthonen Minderheitensprachen ausgedehnt werden könnte. n Foto: Parlamentsdirektion/ Johannes Zinner Gedenkzeremonie bei der „Wall of Death“ (v.l.): Zweiter Nationalratspräsident Peter Haubner, Vorständin des Nationalfonds Judith Pfeffer, Generalkonsulin Regina Figl und Vorständin Nationalfonds des Hannah Lessing Haubner besucht die KZ-Gedenkstätte Auschwitz Der Zweite Präsident des Nationalrates und Vorsitzende des Nationalfonds der Republik Österreich, Peter Haubner, hat am 11. August gemeinsam mit den beiden Vorständinnen des Nationalfonds, Hannah Lessing und Judith Pfeffer, das Staatliche Mu - seum Auschwitz-Birkenau besucht. Im Mittelpunkt standen das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Holocaust sowie die historische Verantwortung Österreichs. Auschwitz sei ein Ort, an dem Geschichte nicht abstrakt bleibe und der sich zugleich dem Vergessen entgegenstelle, so Haubner. „Hinter den Zahlen stehen Menschen, Familien und Lebensgeschichten, die ausgelöscht wurden, als hätten sie nie existiert. Es ist un - sere moralische Verantwortung, den beispiellosen Zivilisationsbruch des Nationalsozialismus niemals zu relativieren, niemals zu verharmlosen und niemals zu vergessen“, betonte der Präsident. Österreichische Länderausstellung „Entfernung“ »Österreich Journal« - https://kiosk.oesterreichjournal.at Gemeinsam mit dem Vizedirektor der Ge - denkstätte, Andrzej Kacorzyk, besuchte Haubner das ehemalige Stammlager Ausch - witz I. Neben der Dauerausstellung und der israelischen Länderausstellung befindet sich hier auch die österreichische Länderausstellung. Der Nationalfonds der Republik Österreich ist mit dem laufenden Betrieb der Ausstellung „Entfernung - Österreich und Auschwitz“ in Block 17 betraut. Der Titel steht nicht nur für die geografische Distanz zwischen Österreich und Auschwitz, sondern vor allem für die Entfernung der nach Auschwitz deportierten Menschen - aus Österreich und aus dem Leben. Neben dem Schicksal der österreichischen Opfer in Auschwitz und dem Widerstand von österreichischen Häftlingen im Konzentrationslager wird vor allem auch die Beteiligung von Österreichern als Täter und Helfer an den dort begangenen Verbrechen erzählt. Kranzniederlegung an der Todeswand: Erinnerung verpflichtet Zwischen 1941 und 1943 wurden mehrere Tausend Menschen an der sogenannten To - deswand zwischen Block 10 und Block 11 er schossen. Haubner nahm dort an einer Ge - denkzeremonie teil und legte einen Kranz für die Opfer des Nationalsozialismus nieder. Zudem besuchte er den Gedenkort für die im ehemaligen „Zigeunerfamilienlager“ ermordeten Sinti und Roma in Auschwitz II - Birkenau. „Erinnerung ist nicht nur ein Blick in die Vergangenheit, sondern eine Verpflichtung für heute und morgen. Damit Erinnerung lebendig bleibt, muß sie immer wieder neue Wege finden, gerade auch junge Menschen erreichen und die Geschichte hinter den Zahlen sichtbar machen. Es ist unser aller Aufgabe, die Zukunft des Erinnerns zu gestalten und die Menschlichkeit in der Gegenwart zu verteidigen“, so Hauber. n https://www.nationalfonds.org/
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 218 / 31. 08. 2026 Österreich, Europa und die Welt Aus dem Bundeskanzleramt 21 Arbeitsbesuch des Bundeskanzlers in Bden Vereinigten Arabischen Emiraten undeskanzler Christian Stocker reiste von 6. bis 9. Mai zu einem Arbeitsbesuch in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Im Mittelpunkt standen die weitere Vertiefung der bilateralen Beziehungen, die wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie die Erneuerung der strategischen Partnerschaft zwischen Österreich und den VAE. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten und des Kriegs im Iran komme der engen Abstimmung mit Staaten der Golfregion eine besondere Bedeutung zu, so der Kanzler im Vorfeld der Reise. Strategische Partnerschaft in Zukunftsbereichen ausbauen „Gerade in einer Zeit tiefgreifender geopolitischer Verschiebungen und wirtschaftlicher Unsicherheit ist es wichtiger denn je, verlässliche Partnerschaften zu stärken und erfolgreiche Kooperationen zu vertiefen. Diese Reise ist daher ein klares Bekenntnis zu einer aktiven Außen- und Wirtschaftspolitik: Wir wollen neue Chancen eröffnen und unsere Zusammenarbeit in Zukunftsfeldern wie Sicherheit, Energie, Technologie oder Handel gezielt ausbauen“, so Stocker. Im Zentrum des Besuchs standen Gespräche mit hochrangigen politischen Entscheidungsträgern sowie der Ausbau der Zu sam - menarbeit in zentralen Zukunftsfeldern wie Sicherheit, Energie, Forschung, Künstliche Intelligenz, Industrie und Handel. Der Bun - deskanzler hatte dabei unter anderem den Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emi rate, S. H. Scheich Mohammed bin Foto: BKA/Christopher Dunker Foto: Abdulla Al Bedwawi / UAE Presidential Court Bundeskanzler Christian Stocker traf S. H. Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan, den Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emi rate, in dessen Palast… … und Sultan Ahmed Al Jaber Al Nahyan, den Minister für Industrie und Fortschrittstechnologie der Vereinigten Arabischen Emirate, zu Arbeitsgesprächen. Foto: BKA/Christopher Dunker Der Bundeskanzler bei seinem Besuch der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) »Österreich Journal« - https://kiosk.oesterreichjournal.at
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