ÖSTERREICH JOURNAL NR. 218 / 31. 08. 2026 Österreich, Europa und die Welt 18 Austausch mit der Leiterin der usbekischen Präsidialverwaltung Nationalratspräsident Walter Rosenkranz empfing am 1. Juni die Leiterin der us - bekischen Präsidialverwaltung, Saida Mirziyoyeva, im Parlament. In einem gemeinsamen Gespräch tauschten sie sich über die bi - lateralen Beziehungen und die Zusammenarbeit sowie den Austausch der beiden Länder in den Bereichen Bildung, Forschung und Kultur aus. Der Nationalratspräsident und seine Ge - sprächspartnerin stimmten überein, daß die Zusammenarbeit zwischen Österreich und Us - bekistan weiter vertieft und ausgebaut werden sollte. Mirziyoyeva berichtete, daß rund 300 junge UsbekInnen in Österreich studieren würden. Ebenso gebe es bereits Austausch mit Institutionen wie der Montanuniversität Leoben. Der Nationalratspräsident wies Mirziyoyeva außerdem auf die hohe Expertise Österreichs im Bereich der Denkmalpflege hin. Ebenso betonte er die Bedeutung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Auch auf diplomatischer Ebene werde der Austausch laufend weiter vertieft, wie et - wa zuletzt bei den Besuchen von Regierungsmitgliedern und ParlamentarierInnen in dem zentralasiatischen Staat, sagte der Na - tionalratspräsident. Rosenkranz zeigte sich auch beeindruckt über die Geschichte des Landes sowie den regionalen Austausch und die Zusammenarbeit Usbekistans mit den anderen zentralasiatischen Staaten der Re - gion im Rahmen des C6-Formats. n Austausch mit Saudi-Arabiens Außenminister Nationalratspräsident Walter Rosenkranz empfing am 17. Juni den Außenminister des Königreichs Saudi-Arabien, Prinz Faisal bin Farhan Al Saud. In einem gemeinsamen Gespräch tauschten sich die beiden vor allem über die bilateralen Beziehungen und über die Lage im Nahen Osten aus. Der Nationalratspräsident und sein Gesprächspartner stimmten überein, daß die guten Be - ziehungen zwischen Österreich und Saudi- Arabien weiter vertieft und ausgebaut werden sollten. Die Freundschaft der beiden Staa ten habe eine lange Tradition, so Rosenkranz. Österreich schätze die Stabilität Saudi-Arabiens sehr, die das Königreich seit Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten habe. Die Freundschaft der beiden Länder zeige sich etwa auch in der Zusammenarbeit der IMC Hochschule in Krems mit einer Universität in Riad. An diesem Programm würden Foto: Parlamentsdirektion/ Bernadette Sattler-Remling Foto: Parlamentsdirektion/ Bernadette Sattler-Remling Die Leiterin der usbekischen Präsidialverwaltung, Saida Mirziyoyevak, nach dem bilateralen Gespräch mit Nationalratspräsident Walter Rosenkranz derzeit in Krems vier Austauschstudenten aus Saudi-Arabien teilnehmen, hob der Nationalratspräsident hervor. Zum Thema Iran und USA sprach sich der saudi-arabische Außenminister für den diplomatischen Weg für diesen Konflikt aus. Je mehr Unterstützung es für die aktuellen Verhandlungen gebe, umso besser, meinte er. Rosenkranz betonte, daß gerade auch in dieser Situation die Stabilität Saudi-Arabiens wichtig sei. Aus Sicht des Außenministers Saudi-Arabiens sei wiederum Österreich im - mer auch ein „Peacemaker“ gewesen. Er zeig - te sich erfreut, daß Österreich für den Sitz im UN-Sicherheitsrat gewählt wurde. Zum Krieg in der Ukraine hielt der Nationalratspräsident fest, daß es sehr zu begrüßen sei, daß sich Saudi-Arabien als Friedensvermittler eingeschalten habe. »Österreich Journal« - https://kiosk.oesterreichjournal.at Themen des Gesprächs waren unter anderem auch die Straße von Hormus sowie die Energieversorgung. Saudi-Arabien produziere mit viel Sonne relativ günstige erneuerbare Energie, so der Außenminister Saudi- Arabiens. Rosenkranz sieht in Saudi-Arabien einen Vorreiter im Bereich erneuerbare Energie, wie er sagte. Das Königreich habe früh erkannt, daß man speziell mit Solarenergie und den entsprechenden Transportmöglichkeiten weiterhin in der Energieversorgung ein globaler Player sein könne. Rosenkranz wies in diesem Zusammenhang auch auf die Forschung in Österreich in diesem Be reich hin. Zudem würden österreichische Unternehmen Pionierleistungen er - bringen, et wa bei der Gewinnung von Trinkwasser aus dem Meer oder auch bei den Bahnstrecken. n Außenminister Prinz Faisal bin Farhan Al Saud wird von Nationalratspräsident Walter Rosenkranz durch die Säulenhalle des Hohen Hauses am Ring geleitet.
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 218 / 31. 08. 2026 Österreich, Europa und die Welt 19 Austausch mit Ägyptens Außenminister Abdelatty Nationalratspräsident Walter Rosenkranz empfing den ägyptischen Außenminister Badr Abdelatty am 15. Juli. Im Gespräch tauschten sich die beiden vor allem über die bilateralen Beziehungen, etwa auch im Be - reich Ausbildung, über illegale Migration und die Lage im Nahen Osten aus. Ägypten sei auch historisch betrachtet immer ein sehr verläßlicher Partner gewesen, hob Rosenkranz hervor. Diese Verläßlichkeit wirke sich bis heute auf die Beziehungen der beiden Länder aus. Von vier Krisenherden der Welt seien drei in unmittelbarer Nachbarschaft Ägyptens, so der Nationalratspräsident. In die sem Zusammenhang seien die Bestrebungen Ägyptens anzuerkennen, immer eine ver - mittelnde Rolle einzunehmen. Er denke da - bei etwa an die Ermöglichung der Transporte humanitärer Hilfsmittel bei der Öffnung von Grenzen, so Rosenkranz. Abdelatty berichtete von zehn Millionen Flüchtlingen in Ägypten und betonte, daß diese in seinem Land ebenso wie ÄgypterInnen leben würden. Sie würden ebensolche Versorgung und Bildung bekommen. Im Hinblick auf bestehende Kooperationen mit der EU sprach er sich für mehr Unterstützung Europas beim Thema der illegalen Migration aus. Zum Thema Auffangzentren meinte Abdelatty, daß sein Land keine Lager oder „Ghettos“ akzeptieren würde. Aus österreichischer Sicht werde sehr geschätzt, daß Ägypten zum Schutz Europas etwa seine Grenze zum Mittelmeer als verläßlicher Partner „dicht“ gemacht hätte, so Rosenkranz. Auch Österreich kenne das Problem, eine „Destination“ für Flüchtlinge zu sein. Unsichere Zeiten in den Konfliktregionen seien leider immer auch ein Nährboden für Kriminalität, organisierte Schlepperei und Extremismus, so der Nationalratspräsident. Beim Thema Extremismus sei aus seiner Sicht besonders wichtig, diesem den Nährboden zu entziehen. So gelte es etwa, bei der Jugend daran zu arbeiten, daß es keinen fruchtbaren Boden für extremistische Ideen mehr gebe. Abdelatty hob hervor, daß in Ägypten stark an Deradikalisierung gearbeitet werde und es viele entsprechende Programme gebe. Der ägyptische Außenminister regte etwa auch an, daß die Muslimbruderschaft auf die Terrorliste gesetzt werde. Jugend und Ausbildung als Thema Was junge Menschen betrifft, thematisierte der ägyptische Außenminister auch, daß Ägypten mehr Fokus auf Kooperationen Foto: Parlamentsdirektion/ Bernadette Sattler-Remling Foto: Parlamentsdirektion/ Bernadette Sattler-Remling Nationalratspräsident Walter Rosenkranz empfing Ägyptens Außenminister Badr Abdelatty in der Ausbildung legen wolle. In Österreich gebe es dazu einige Spezialgebiete, so Ro - senkranz. Etwa der Tourismus sei in beiden Ländern ein Faktor. Ein weiteres Spezialgebiet Österreichs sei das hervorragende be - rufsbildende höhere Schulwesen, wo es speziell in technischen Berufen eine breite Palette an unterschiedlichen Spezialisierungen gebe. Das Thema Ausbildung von jungen Menschen sei ihm ein Anliegen, so der Nationalratspräsident. Neben der berufli - chen Expertise gebe es in Österreich auch die Demokratiebildungsangebote des Parlaments, zu denen es bereits zahlreiche Ko - operationen mit anderen Staaten gebe. Jugendliche ohne Chance würden leicht in die Hände von extremistischen Predigern fallen, meinte Abdelatty. Daher gelte es, sich auf Ausbildungsmöglichkeiten für junge »Österreich Journal« - https://kiosk.oesterreichjournal.at Menschen zu konzentrieren, stimmte er mit Rosenkranz überein. Gerade Ausbildungen im technischen Bereich könnten aus seiner Sicht eine Win-win-Situation für Österreich und Ägypten darstellen. Es gebe in Zu - sammenarbeit etwa mit Deutschland bereits ein Zentrum für Arbeitschancen und Arbeitsvermittlung in Kairo, so der ägyptische Außenminister. Außerdem gebe es für die deutsche Sprache in Ägypten Ausbildungsmöglichkeiten. Daher stelle sie aus seiner Sicht kein Hindernis dar, in deutschsprachigen Ländern eine Ausbildung zu machen oder berufliche Erfahrung zu sammeln. n Rosenkranz empfing tschechischen Außenminister Petr Macinka Das Thema Migration war neben den bilateralen Beziehungen am 16. Juli Nationalratspräsident Walter Rosenkranz empfing Tschechiens Außenminister Petr Macinka.
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Foto: Univ.-Prof. Johann Günther F
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