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Ausgabe 215

Das unparteiische, unabhängige Magazin für ÖsterreicherInnen in aller Welt mit dem Schwerpunkt „Österreich, Europa und die Welt“ erscheint mit 2025 drei Mal im Jahr.

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 08. 2025Österreich, Europa und die Welt46Foto: BKA/Christopher DunkerBundeskanzler Christian Stocker (l.) bei einem Arbeitsbesuch in Montenegro – im Bild mit Premierminister Milojko Spajicauf EU-Ebene den ambitioniertesten Haushaltsplanaller Zeiten in Höhe von fast 2.000Milliarden Euro diskutieren. Nationale Konsolidierungenmüssen sich auch auf EU-Ebene niederschlagen. Frei nach dem Motto:nicht mehr, sondern besser ausgeben“, soStocker. „Das heißt nicht weniger Europa.Das heißt, daß wir zielgerichteter mit jedemEuro umgehen sollen. Am Ende ist es dasSteuergeld unserer Bürger – ihnen stehen wirin der Verantwortung.“ Stocker kündigte an,in den Verhandlungen eng abgestimmt mitgleichgesinnten Partnern wie Deutschlandvorzugehen. „Wir sind als Nettozahler genau -so wie Deutschland weiterhin bereit, unserenBeitrag zu leisten, aber Solidarität und Fairnesssind keine Einbahnstraße.“Außerdem wurde auch die Verkehrssituationam Brenner thematisiert. Stocker warbum die Unterstützung Deutschlands für einerasche Inbetriebnahme des Brenner-Basistunnelsund wirksame Maßnahmen zur Verlagerungdes Güterverkehrs auf die Schiene:„Die Belastung für Bevölkerung und Um -welt in Tirol ist enorm. Hier müssen wirgrenzüberschreitend Verantwortung übernehmen.Um dieses Ziel zu erreichen, müssenDeutschland, Italien, Österreich und auchdie betroffenen Bundesländer und Regioneneng zusammenarbeiten.“ Eine Lösung ließesich nur auf politischem Wege finden, so Stokker.„Eine Klage macht den Brenner nichtbreiter, den Transit nicht weniger und bringtnicht einen LKW mehr von der Straße aufdie Schiene“, sagte der Bundeskanzler ab -schließend.nFoto: BKA/Christopher DunkerMit Montenegro auf dem Weg ineineIgemeinsame Zukunft in der EUm Rahmen seiner Westbalkan-Reise ab -solvierte Bundeskanzler Christian Stockerzunächst Termine in Montenegro. Dabei trafer am 12. August unter anderem mit StaatspräsidentJakov Milatović und MinisterpräsidentMilojko Spajić zusammen. In derPres sekonferenz skizzierte der österreichischeRegierungschef die Schwerpunkte derZusammenarbeit der beiden Staaten: „Es isterfreulich, daß wir nicht nur eine gemeinsameGeschichte teilen, sondern daß wir auchauf dem Weg zu einer gemeinsamen Zukunft»Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.atin der EU sind. Es ist ist aber mehr als derTourismus, der unsere Länder verbindet: Un -sere Beziehungen sind eng und freundschaftlich“,hielt Stocker fest.Fürsprecher für EU-Perspektivedes Westbalkans„Österreich ist einer der stärksten Fürsprecherfür eine glaubhafte EU-Perspektivefür die Staaten des Westbalkans und das wirdauch in Zukunft so bleiben. Montenegro istbei Fragen der EU-Integration Vorbild fürdie ganze Region. Es hat beachtliche Fortschritteerzielt und etwa im Bereich derBundeskanzler Christian Stocker und Premierminister Milojko Spajic bei der Unterzeichnungeines Abkommens zur verstärkten wirtschaftlichen Zusammenarbeit

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 08. 2025Österreich, Europa und die Welt47Rechtsstaatlichkeit wichtige Reformen aufdem Weg Richtung Vollbeitritt umgesetzt.Viele Kapitel wurden bereits provisorischgeschlossen, andere werden folgen“, betonteStocker. Zudem verfolge man aufmerksamdie intensiven Bemühungen Montenegros,die Beziehungen zu den Nachbarstaaten auszubauen.„Nicht zuletzt wäre die Lösungnoch offener Fragen ein Zeichen für diegesamte Region, dass Versöhnung und friedlicheKoexistenz möglich sind, wenn derpolitische Wille dazu vorhanden ist“, so derBundeskanzler.Stocker hob auch die hundertprozentigeAngleichung Montenegros an die GemeinsameAußen- und Sicherheitspolitik und an diePositionen und Werte der EU positiv hervor.„Obwohl es für die Wirtschaft des Landesmit großen Herausforderungen verbundenwar, trägt Montenegro seit Tag eins die EU-Sanktionen gegen Rußland mit. Es gilt, deneingeschlagenen Weg mit voller Kraft fortzusetzen– Sie können sich auf unsere volleUnterstützung verlassen.“Die beiden Regierungschefs haben einAb kommen zur verstärkten wirtschaftlichenZusammenarbeit unterzeichnet. Schon jetztist Österreich einer der Top-10-Investoren inMontenegro, 28 österreichische Firmen ha -ben hier ihre Niederlassungen, wobei manPo tential für weitere Verbesserung sehe.„Unser Ziel ist es, die Beteiligung österreichischerUnternehmen bei großen Infrastrukturprojektennoch weiter zu erhöhen.Auch in den Bereichen erneuerbare Energienund Bergbau wollen wir die Zusammenarbeitverstärken“, erläuterte der Bundeskanzler,der sich auch erfreut über die Zusam -menarbeit beim Kampf gegen die illegaleMigration zeigte. „Die Eindämmung der illegalenMigration und das Geschäftsmodellvon Schleusern und Menschenhändlernbleibt eine der großen europäischen Herausforderungenunserer Zeit. Dafür brauchenwir die Zusammenarbeit mit Partnerländernentlang der Migrationsrouten“, richtete derKanzler seinen Dank an seinen Amtskollegenfür die gute Kooperation in den BereichenGrenzmanagement, Rückkehr und Si -cherheit.Angesichts der derzeit tobenden Waldbrändein Montenegro bot Stocker österreichischeUnterstützung in Form von Feuerwehrleutenund Equipment an, für die sichsowohl Präsident Milatović als auch MinisterpräsidentSpajić sehr herzlich bedankten.Ein weiteres Arbeitsgespräch zwischenden beiden Regierungschefs wurde für No -vember in Wien in Aussicht gestellt. nFoto: BKA/Christopher DunkerFoto: BKA/Christopher DunkerBundeskanzler Christian Stocker wurde vom Präsidenten von Montenegro, Jakov Milatović,zu einem Gespräch in dessen Amtsräumen empfangen.Stocker in Serbien: »Die Länder desWestbalkansNgehören in die EU«ach seinem Aufenthalt in Montenegrobesuchte Bundeskanzler Christian Stokkeram 13. August Serbien. Bei einer ge -meinsamen Pressekonferenz mit dem serbischenPräsidenten Aleksandar Vučić betonteStocker die enge Beziehung zwischen beidenLändern: „Serbien und Österreich sindnicht nur durch ihre gemeinsame Geschichte,sondern auch durch starke menschlicheBande verbunden.“Zu gleich verwies er auf das solide wirtschaftlicheFundament: Österreich sei drittgrößterInvestor in Serbien, mehr als 800heimische Unternehmen si chern rund 25.000Arbeitsplätze.»Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.atNeben der Wirtschaft stand die EU-Er -weiterung am Westbalkan im Fokus der Ge -spräche.„Wir wollen die wirtschaftliche Partnerschaftweiter ausbauen“Der Kanzler kündigte die Unterzeichnungeines Abkommens über eine noch stärkerewirtschaftliche Zusammenarbeit an: „Davonsollen insbesondere die Bereiche Biomasseund Wasserkraft, Telekommunikation, Wasser-und Schmutzwasseraufbereitung, Infrastrukturund Transportlogistik profitieren.“Mit Blick auf die EXPO 2027, die erstmalsam Westbalkan stattfindet, bestätigte er dieösterreichische Teilnahme: Dies sei „einegroß artige Gelegenheit, Österreich als inno-

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