ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 08. 2025Wirtschaft und Technik130ker wahrgenommen werden. Zum anderenwerden die Leitzinssenkungen der EZB posi -tiv auf die Investitionsbereitschaft durchschlagen.„Wir erwarten, daß in der zweiten Jahreshälftedie Konjunktur durch eine weitere Be -lebung des Konsums und auch der Investitionenstärker in Schwung kommt. Allerdingswerden die Bäume nicht in den Himmelwachsen. Belastet durch die zollpolitischenMaßnahmen der USA wird die Export -wirtschaft die Wirtschaftsentwicklung dämp -fen. Wir gehen weiterhin von einem leichtenPlus von 0,1 Prozent im Gesamtjahr 2025 aus.Unter den günstigeren Rahmenbedingungenfür die Inlandsnachfrage ist für 2026 einWirtschaftswachstum von 1,1 Prozent möglich“,meint Pudschedl.Verschlechterung amArbeitsmarkt verliert an TempoAngesichts der schwachen Konjunktur hatsich die Lage am Arbeitsmarkt in den erstensieben Monaten 2025 im Vergleich zum Vorjahreingetrübt. Die Arbeitslosenquote stiegum 0,5 Prozentpunkte auf durchschnittlich7,4 Prozent. Dahinter steht ein Anstieg derAnzahl der Arbeitssuchenden um knapp23.000 Personen. Das Beschäftigungsplusvon 0,2 Prozent bzw. mehr als 7.500 Personenreichte nicht aus, um das weiter steigendeArbeitskräfteangebot auszugleichen. Diesaisonbereinigten Daten zeigen, daß sich seitdem Frühjahr das Tempo der Verschlechterungam Arbeitsmarkt verlangsamt. DieBeschäftigung steigt leicht und die Zunahmeder Anzahl der Arbeitssuchenden geht imMonatsvergleich zurück. Die saisonbereinigteArbeitslosenquote lag im Juli bei 7,5Prozent.„In den kommenden Monaten wird sichdank der etwas günstigeren Konjunktur dieLage am Arbeitsmarkt nur noch geringfügigverschlechtern. Wir erwarten im Jahresdurchschnitt2025 eine Arbeitslosenquotevon 7,5 Prozent und für 2026 eine Stabilisierungauf diesem Niveau, da sich mit derdann stärkeren Konjunktur und bedingtdurch den nachlassenden Anstieg des Ar -beitskräfteangebots im Verlauf des kommendenJahres eine Entspannung einstellen sollte“,meint Pudschedl.Inflation bleibt SorgenkindIm Gegensatz zur deutlich niedrigerenTeuerung im Euroraum ist die Inflation in Ös -terreich zur Jahresmitte weiter gestiegen.Nach durchschnittlich 3,1 Prozent in der er -sten Jahreshälfte kletterte die Teuerung imJuli auf 3,5 Prozent, eineinhalb Prozentpunk -te über dem Euroraum-Wert. Neben der hö -heren Preisdynamik im Dienstleistungssektor,getrieben unter anderem von der Freizeit-und Tourismuswirtschaft, sorgten einehöhere Nahrungsmittelpreisinflation und vorallem die Entwicklung der Energiepreisenach dem Auslaufen der Strompreisbremsefür den deutlichen Aufschlag gegenüber demEuroraum.„Wir gehen weiterhin von einer leichtenBeruhigung der Inflation in den kommendenMonaten aus, unterstützt durch eine Verlangsamungder Dienstleistungspreisdynamik undder Energiepreisinflation, gedämpft durchden niedrigen Ölpreis und den etwas stärkerenEuro. Mit 2,9 Prozent wird die durchschnittlicheTeuerung 2025 jedoch zumindestdas Vorjahresniveau erreichen. Erst für2026 kann von einem Rückgang der Inflationausgegangenen werden, allerdings nimmtdas Risiko zu, daß dieser weniger stark ausfallenkönnte als bisher angenommen“,meint Pudschedl. Die Ökonomen der Uni-Credit Bank Austria gehen derzeit noch voneiner Inflationsrate von 2,1 Prozent für 2026aus.Eher keine Leitzinssenkungim SeptemberNach der abwartenden Haltung im Juliwird die EZB in ihrer September-Sitzung dieAuswirkungen des US- Zollabkommens aufdie Konjunktur und die Inflation bewerten.„Nach unserer Meinung überwiegen durchdie protektionistische Handelspolitik derUSA die Abwärtsrisiken für die europäischeWirtschaft die Aufwärtsrisiken für die Inflation,was eine Senkung der Leitzinsen um 25Basispunkte durchaus rechtfertigen würde.Die Datenlage könnte für die Entscheidungsfindungim September jedoch noch nichtausreichen, sodaß die EZB-Ratsmitgliederüber die Notwendigkeit einer weiteren Lokkerungder Geldpolitik sehr gespalten seindürften. In den vergangenen Wochen ist eswahrscheinlicher geworden, daß die EZB imSeptember die Zinspause prolongieren wird“,meint Bruckbauer abschließend. Der Einlagenzinssatzwird damit voraussichtlich bisauf weiteres bei 2 Prozent eingefroren bleiben.nhttps://www.bankaustria.at»Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 08. 2025Wirtschaft und TechnikÖsterreichs Außenhandelbilanziert 2024 positiv131Erstmals seit 2007 – Handelsbilanzüberschuß von2,19 Mrd. Euro trotz Minus bei Importen und ExportenIm Jahr 2024 wurden laut endgültigen Er -gebnissen von Statistik Austria Waren imWert von 188,99 Mrd. Euro nach Österreichimportiert, um 6,8 % weniger als 2023. Imgleichen Zeitraum wurden Waren im Wertvon 191,18 Mrd. Euro exportiert, um 4,8 %weniger als im Jahr davor. Daraus resultiertein Handelsbilanzüberschuss von 2,19 Mrd.Euro, das erste positive Saldo seit 2007. 2023war ein Defizit von 2,02 Mrd. Euro verzeich -net worden.„Österreichs Exporte fielen im Jahr 2024um 4,8 % auf 191,18 Mrd. Euro und dieImporte um 6,8 % auf 188,99 Mrd. Euro.Dies ergab einen Handelsbilanzüberschuß,der eine 16jährige Phase negativer Handelsbilanzenbeendete und mit 2,19 Mrd. Eurofünfmal höher war als der zuletzt verzeichneteÜberschuss im Jahr 2007. Die höchstepositive Handelsbilanz von 8,51 Mrd. Eurokam dabei mit dem zweitwichtigsten Exportpartner,den Vereinigten Staaten, zustande.Am anderen Ende des Spektrums fand sichder Handel mit China, dem zweitwichtigstenImportpartner, mit einer negativen Handelsbilanzvon 10,16 Mrd. Euro“, so ThomasBurg, fachstatistischer Generaldirektor vonStatistik Austria.Den höchsten Handelsbilanzüberschussmit einem Partnerland hatte Österreich imJahr 2024 mit den Vereinigten Staaten(Bilanz: +8,51 Mrd. Euro). Erst mit einigemAbstand folgten das Vereinigte Königreich(Bilanz: +2,60 Mrd. Euro) und die Schweiz(Bilanz: +2,35 Mrd. Euro). Das größte Handelsbilanzdefizitwies der Handel mit China(Bilanz: -10,16 Mrd. Euro) auf, gefolgt vonDeutschland (Bilanz: -4,09 Mrd. Euro).Auf Produktebene wiesen die Gruppenbearbeitete Waren (Bilanz: +9,99 Mrd. Euro)und chemische Erzeugnisse (Bilanz: +6,52Mrd. Euro) das größte Aktivum auf. Mehrimportiert als exportiert wurde hingegen vorallem bei sonstigen Fertigwaren (Bilanz:-9,01 Mrd. Euro) sowie Brennstoffen undEnergie (Bilanz: -8,40 Mrd. Euro).Nur vier Monate (Mai, August, Novemberund Dezember) wiesen 2024 eine negativeHandelsbilanz auf. Das stärkste positiveErgebnis zeigte sich im Februar (Bilanz:+0,98 Mrd. Euro). Die stärksten Abnahmenim Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonatergaben sich im Monat März (Import:-18,5 %; Export: -17,6 %), während sich dasstärkste Importwachstum im Oktober(+3,3 %) und die stärkste Exportzunahme imJuli (+6,4 %) niederschlug (siehe Tabelle 1).Stärkste absolute Rückgängebei bedeutendster ProduktgruppeMaschinen und FahrzeugeMaschinen und Fahrzeuge waren miteinem Einfuhranteil von 34,7 % und einem»Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at
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Alles Fotos: ICG/Sebastian KocońÖ
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