ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 08. 2025Wirtschaft und TechnikKonjunkturbelebung läßt inÖsterreich weiter auf sich wartenDie neuerdings sehr hohen Zölle der USAgehen dort mit einer Abschwächungdes Wirtschaftswachstums und einer Be -schleunigung der Inflation einher. In Chinaherrscht hingegen Deflationsdruck durchÜberproduktion und die anhaltende Immobilienkrise.Im Euro-Raum ist die Konjunktur weitgehendstabil, in Österreich allerdings nachwie vor schwach. Zwar hat sich die Unternehmensstimmung leicht gebessert, je dochüberwiegt noch der Pessimismus. Zudemsorgt der kräftige Anstieg der Strompreisewie der für eine höhere Inflation. Der Ar -beitsmarkt ist von der Rezession geprägt.Den noch zeitigt die Anhebung des Frauenpensionsantrittsalterspositive Beschäftigungseffekte.„Eine Anhebung des Regelpensionsaltersscheint ein wirksames Mittel zu sein, um dieBeschäftigung zu erhöhen. Arbeitslosigkeits-und Verdrängungseffekte sind in Zeitendes Arbeitskräftemangels gering“, so derAutor des aktuellen WIFO-Konjunkturbe -rich tes Stefan Schiman-Vukan.Die USA und die EU verständigten sichEnde Juli auf ein neues Handelsabkommen.Während die USA den Basiszollsatz auf EU-Importe auf 15 % anheben werden, wird dieEU ihre Importzölle teils senken. Zugleichverpflichtet sie sich bis 2028 zu erheblichenEnergiekäufen und Investitio- nen in Übersee.Wie private Unternehmen dazu gebrachtwerden sollen und ob sich die Trump-Administrationmittelfristig an das Abkommengebunden fühlt, bleibt unklar.Wenngleich die durch Vorziehimporteausgelöste Dämpfung des BIP im II. Quartalwieder ausgeglichen wurde, schwächte sichdie Konjunktur der USA im 1. Halbjahr 2025insgesamt ab. Angesichts der Beschleunigungder Inflation infolge der Zölle wurdeder relativ hohe Leitzinssatz zuletzt nochnicht gesenkt.In China ist das Wirtschaftswachstumvon Exportüberschüssen und Überproduktiongeprägt. Der hohe Wettbewerbs- und In -novationsdruck in High-Tech-Branchen unddie anhaltende Im- mobilienkrise dämpfendie Preise.Die Konjunktur in Österreich ist nach wie vor schwach.© WIFOAlters- und geschlechtsspezifische ArbeitslosenquotenIn % der unselbständigen Erwerbspersonen, nationale DefinitionDie Arbeitslosenquote der ab 60jährigen Frauen hat sich durch die Anhebung desRegelpensionsalters an die allgemeine Frauenarbeitslosenquote angeglichen. Siebleibt damit deutlich unter jener der gleichaltrigen Männer und unterliegt kaumsaisonalen SchwankungenQuelle: Arbeitsmarktservice Österreich, Dachverband der SozialversicherungsträgerIm Euro-Raum verlief die Konjunktur im1. Halbjahr stabil, sofern man die Sondereffektein Irland außer Acht läßt. Die Arbeitslosigkeitblieb für europäische Verhältnisseniedrig und die Teuerung entsprach demZielwert der EZB. Für die Zentralbank liegtder Leitzinssatz nun auf neutralem Niveau,weshalb sie ihn zuletzt nicht weiter senkte.Österreichs Wirtschaft trat im Frühjahrauf der Stelle. Dynamisch expandierten nurdie öffentlichen und öffentlichkeitsnahenDienstleistungen, im produzierenden Be -reich setzte sich die Rezession fort. Wenngleichder WIFO-Konjunkturtest zuletzt eineleichte Stimmungsaufhellung anzeigte, überwiegtweiterhin die Skepsis. Eine ungünstigeKombination wirtschaftspolitischer Maßnahmenließ die Strompreise seit Jahresbeginnum ein Drittel steigen und sorgte –zusammen mit dem notorisch kräftigerenPreisauftrieb bei Dienstleistungen – erneutfür eine höhere Inflation als im Euro-Rauminsgesamt.Die schwache Konjunktur prägt auch denArbeitsmarkt: Die Arbeitslosigkeit ist imSteigen begriffen, während die Zahl der of -»Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at128fenen Stellen und der Personalstand in derPrivatwirtschaft sinken. In öffentlichen undöffentlichkeitsnahen Bereichen expandiertdie Beschäftigung hingegen. Ein positiverSondereffekt geht von der schrittweisen An -hebung des Regelpensionsalters der Frauenaus. Sie führt seit 2024 zu erheblichen Be -schäftigungszuwächsen bei den ab 60jährigen.Die Arbeitslosenquote in dieser Altersgruppehat sich bislang lediglich an denDurchschnittswert aller Frauen angeglichen,während eine Verdrängung jüngerer Kohortennicht zu erkennen ist. Diese insgesamtsehr positiven Effekte der aktuellen Pensionsreformsind wohl auch der allgemeinenArbeitskräfteknappheit geschuldet. nhttps://www.wifo.ac.at
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 08. 2025Wirtschaft und TechnikKonjunkturampelschaltete auf (hell-)grün129Der UniCredit Bank Austria Konjunkturindikators stieg im Juli auf minus1,5 Punkte, den besten Wert seit zweieinhalb Jahren – In allen Wirtschaftssektorenverbesserte sich die Stimmung, trotz unsicherem ExportumfeldDie Wirtschaftslage in Österreich wirdstabiler, die Anzeichen für eine Verbesserungder Konjunktur nehmen zu. „Der UniCredit Bank Austria Konjunkturindikatorstieg im Juli auf minus 1,5 Punkte underreichte damit den besten Wert seit zweieinhalbJahren“, sagt UniCredit Bank AustriaChefökonom Stefan Bruckbauer und ergänzt:„Mit Beginn der zweiten Jahreshälfte hatsich die Stimmung in der österreichischenWirtschaft aufgehellt. Eine etwas verbesserteAuftragslage und höhere Produktionsbzw.Umsatzerwartungen verstärkten dieChance auf eine zumindest leichte Aufwärtsentwicklungder Konjunktur in den kommen -den Monaten, gestützt auf Impulse durch dieInlandsnachfrage. Kräftige Wachstumssigna -le zeichnen sich jedoch angesichts der Unsicherheitenim Außenhandel noch nicht ab.“UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator ÖsterreichMit etwas besserer Stimmungin die zweite JahreshälfteDer relativ deutliche Anstieg des UniCreditBank Austria Konjunkturindikators imJuli war der verbesserten Lageeinschätzungin allen Wirtschaftssektoren zu verdanken.Den größten Anteil an der Verbesserung hat -te die Aufhellung der Stimmung im Dienstleistungssektor,die jedoch immer nochknapp unter dem langjährigen Durchschnittlag. Während die Finanz- und Immobilienbrancheaber auch die Lagerlogistik undTransportgewerbe sowie Reisebüros mehrRückenwind spürten, war die Entwicklungin der Beherbergung und Gastronomie vonschwächerer Nachfrage und Personalproblemenbelastet.Die Konjunkturdynamik im Dienstleistungssektorwurde durch die dritte Stimmungsaufhellungder heimischen Konsument:innenin Folge unterstützt. Auch in derBauwirtschaft beurteilten die Unternehmendie Konjunkturlage zu Beginn der zweitenJahreshälfte zwar weiterhin als herausfordernd,jedoch erneut etwas günstiger als imVormonat. Während sich im Hoch- und imTiefbau die Stabilisierungstendenz angesichtszumindest ausreichender Auftragsbeständefortsetzte, gerieten die Neben- undAusbaugewerbe jedoch etwas stärker unterDruck.Das Zollabkommen mit den USA hat dieVerunsicherung in der heimischen Industriezumindest gemildert und zu einer leichtenStimmungsverbesserung beigetragen. DieKonjunktursorgen aufgrund einer schwachenAuftragsdynamik in Kombination mitEinbußen bei der preislichen Wettbewerbsfä -higkeit durch die vergleichsweise hohenLohn- und Energiekosten beließen die Unt -ernehmenseinschätzungen jedoch weiterklar unter dem langjährigen Durchschnitt.Während Konsumgüterbranchen wie dieLebensmittelindustrie die Auftragslage im Ju -li positiver einschätzten, nahmen für vieleexportorientierte Bereiche, wie die KFZ-Her -stellung, den Maschinenbau und die Metallbranchendie Belastungen zu. Das internationaleExportumfeld für die Industrie verschlechtertesich leicht. Der mit den österreichischenHandelsanteilen gewichtete Indikatorfür die globale Industriestimmung sank imJuli geringfügig ab, gedämpft von der un -günstigeren Entwicklung in den CEE-Märkten,den asiatischen Exportdestinationensowie den USA.„Die Verbesserung der Stimmung imDienstleistungssektor, am Bau und in der hei -»Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.atmischen Industrie führte zu Beginn der zweitenJahreshälfte zu einer Aufhellung der Kon -junktureinschätzung in Österreich, trotzeiner Verschlechterung des Exportumfelds“,meint UniCredit Bank Austria Ökonom WalterPudschedl und ergänzt: „Allerdings wardie Stimmung im Juli in allen Sektoren derheimischen Wirtschaft weiter im pessimistischenBereich, zum Teil sogar erheblich un -ter dem langjährigen Durchschnitt. Zudemwar in der Industrie und am Bau in Österreichdie Stimmung schlechter als im Euroraum.Nur im Dienstleistungssektor war derPessimismus in Österreich sogar den drittenMonat in Folge weniger stark ausgeprägt alsim europäischen Durchschnitt.“Etwas Bewegung in der zweitenJahreshälfte, mehr Schwung erst2026 zu erwartenDas BIP unterschritt in der ersten Jahreshälfte2025 den Vergleichswert des Vorjahresum 0,2 Prozent. Der aktuelle UniCreditBank Austria Konjunkturindikator läßt fürdie kommenden Monate etwas Rückenwindfür die heimische Wirtschaft erwarten. Dafürwird in der zweiten Jahreshälfte die Inlandsnachfragesorgen, die sich schrittweise verstärkensollte. Zum einen dürfte die gestiegeneKaufkraft von den KonsumentInnen stär-
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Alles Fotos: ICG/Sebastian KocońÖ
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