ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 08. 2025Österreich, Europa und die Welt / PaN126Die Fahrt in Bulgarien führte entlang vonriesigen Obstplantagen und Weizenfeldern.Auch Rumänien ist ein wichtiger Getreideproduzent,was durch viele große Silos entlangder Donau, von wo das Getreide in an -dere Länder verschifft werden kann, sichtbargemacht wird. Städte wie Svishtov, Rus -se, Silistra, Calafat, Smederevo, sind in Zentraleuropaweniger bekannt, aber durchausinteressant und Besuchens wert.Das Ziel der Reise war die Stadt Constantaam Schwarzen Meer. Constanta ist einesehr vielfältige Stadt. Beim ersten Stadtrundgangbesuchte er eine Moschee, einekatholische, eine griechisch-orthodoxe undeine rumänisch-orthodoxe Kirche. Als er derFrau beim Eingang zur Moschee von seinemmehrjährigen Aufenthalt im Sultanat Omanerzählte, lud sie ihn ein, die Moschee zu be -suchen. Letztlich bot sie ihm sogar an, dasMinarett zu besteigen, von wo sich zwischenden Lautsprechern des Muezzins ein wunderbarerBlick über die Stadt bot.Die katholische Kirche war geschlossen,aber man hörte Chorgesang und über dasPfarrhaus kam er in den Kirchenraum, woein Chor probte. Er wurde eingeladen an diesem„Konzert“ teilzunehmen. Als regelmässigerAthos Pilger kam er in der rumänischorthodoxenKirche mit einem Priester ins Ge -spräch. Der war sehr beeindruckt, daß Güntherschon im rumänisch-orthodoxen KlosterProdromos am Berg Athos war, daß er ihndem anwesenden Bischof vorstellte, von demer einen Reisesegen für die Heimfahrt be -kam.Die Gespräche mit anderen Menschenwaren ein wichtiger Teil der Reise. So traf eretwa in einem Hotel in Bulgarien auf eineGruppe Bregenzer, die mit einem Ruderbootvom Bodensee über den Rhein, den Rhein-Main-Donaukanal zum Schwarzen Meer un -terwegs waren. Jedes Jahr fahren sie in ihremFoto: Univ.-Prof. Johann Günther tFoto: Touristisches Informationszentrum SvishtovBlick von der mittelalterlichen Festung Kaleto auf den Donauhafen von SvishtovDie 1949 gegründete Staatsoper von RuseUrlaub ein Stück. Das Boot wird im Zwi -schenziel überwintert. Nächstes Jahr wollenauch sie das Schwarze Meer erreichen.Beim Einkauf in einem Supermarkt legteein dahinterstehender Mann Waren zu seinen.Günther dachte, der wolle sich vordrän-Foto: Univ.-Prof. Johann GüntherDas kleine Fahrrad von Univ.-Prof. Johann Günther verschwand fast zwischen den großen Autos auf dem Fährschiff.PaN – Partner aller Nationen – https://www.dachverband-pan.org/
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 08. 2025Österreich, Europa und die Welt / PaN127gen. Als es zum Zahlen kam, bestand der Ru -mäne darauf alles zu bezahlen. Er lud ihn einund vermerkte, daß er vor allem rumänischeProdukte dazugelegt habe.Gute Hotels zur Übernachtung sind ihmwichtig. So wies ihn in einem 4-Stern Hotelin einer kleinen bulgarischen Stadt der Re -zeptionist auf die Leistungen des Hauseshin: Frühstück, Schwimmbad, Sauna, Massageund die kostenlose Benützung des FitnessClubs. Günther bedankte sich und mein -te: „Nach 140 Kilometern Radfahrt braucheich keinen Fitnessraum.“Im Hintergrund agierte eine rumänischeFreundin wie ein virtueller Reiseführer. Sieist Professorin an der Universität Timisoara.Via Internet versorgte sie den Radfahrer laufendmit Restauranttipps und guten Nächtigungsmöglichkeiten.Die Radfahrt selbst ist weniger Abenteuerals die Heimfahrt. Im konkreten Fall nahmdie rumänische Eisenbahn keine Fahrrädermit. Die ungarische Bahn betrieb eine Zugverbindungnach Rumänien, aber nur bis zurStadt Brasov. Von Constanta nach Brasov wa -ren es über 400 Kilometer. Günther mieteteeinen Klein LKW, in dem sein Rad Platzfand, und fuhr nach Brasov, einer schönenmittelalterlichen Stadt. Am nächsten Taghatte er dann den besagten Zug nach Budapest.Er fuhr um 8 Uhr am Morgen ab underreichte Budapest um Mitternacht. In 16Stunden legte der Zug 803 Kilometer zurück.Eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 50Stundenkilometern! Wenn man dabei berück -sichtigt, daß die letzten 200 Kilometer ausgebautwaren und der Zug mit hoher Ge -schwindigkeit fuhr, so war er in den schlechtausgebauten Regionen oft nur mit 20 Stundenkilometernunterwegs. Der Zug mit seinenvier Waggons sollte laut Plan auch einenSpeisewagen haben. Der war ausgefallen undJohann Günther mußte mit einer Mineralwasserflascheund drei Scheiben Toastbroteinen Tag lang auskommen. Nach einer weiterenNächtigung in Budapest ging es dannam nächsten Tag nach Wien.Ein Sprichwort sagt: „Wenn man eineReise tut, dann kann man was erzählen.“ Beieinem Radfahrer muß da noch das Wort„viel“ eingefügt werden: „Wenn ein Radfahrereine Reise tut, dann hat er viel zu erzählen“.nLesen Sie hier unseren Beitrag „PaN-Botschafteram Fahrrad“ aus der Ausgabe 211.https://kiosk.oesterreichjournal.at/ausgabe-211/68765238/109Univ.-Prof. Johann Günther ist Vizepräsident der Öster -reichisch-Polnischen Gesellschaft im Dachverband allerösterreichisch-ausländischen Gesellschaften – PaNAlle Fotos: Univ.-Prof. Johann GüntherReisesegen für die Heimfahrt vom Bischof Teodosie Arhiepiscopul Tomisuluivon von ConstantaDas Nationalmuseum der Geschichte und der Archäologie in ConstantaDas Ziel ist erreicht – nach 1.800 (!) Kilometern Radreise ist Univ.-Prof. Johann Günther amSchwarzen Meer angekommen.PaN – Partner aller Nationen – https://www.dachverband-pan.org/
Ausg. Nr. 215 • 28. August 2025Da
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
Alles Fotos: ICG/Sebastian KocońÖ
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 0
Laden...
Laden...
Herzlich willkommen!
Hier können Sie in unserer Magazin-Auswahl bis zum Jahr 2017 blättern.
Die Links auf alle früheren Ausgaben finden Sie am Ende dieser Seite
"Österreich Journal" – das pdf-Magazin mit Schwerpunkt "Österreich,Europa und die Welt".
Es stehen insgesamt 24.144 Seiten zu Ihrer Verfügung.
Die Ausgabe 216 wird am 18. Dezember 2025 erscheinen.
Wir informieren Sie gerne, wenn eine neue Ausgabe erscheint – klicken Sie einfach
Ihre Mail-Adresse wird natürlich ausschließlich für diese Ankündigungen genutzt und niemals weitergegeben werden!