ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 08. 2025Österreich, Europa und die Welt / PaNWien – Constanta124Über Univ.-Prof. Johann Günthers Reise mit dem Fahrrad zum Schwarzen MeerFoto: Univ.-Prof. Johann GüntherProf. Johann Günther erreichte Belgrad nach etwas mehr als 600 Kilometern – ausgehend von der Hinterbrühl bei Wien.Man erlebt mehr beim Radfahren. DieLandschaft zieht langsamer vorbeiund man registriert mehr. In Pausen trifft manMenschen und tauscht sich aus. Als Radfahrerist man ausschließlich auf kleinen Ne -benstraßen unterwegs und sieht so das jeweiligeLand aus einer anderen, urtümlicherenPerspektive.Jedes Jahr fährt Johann Günther eine längereFahrradtour. Heuer radelte er von Wiennach Constanta am Schwarzen Meer. DieRei se führte ihn durch Ungarn, Serbien, Bulgarienund Rumänien. Insgesamt waren es1800 Kilometer, die er in 14 Fahrtagen be -wältigte. Er fährt grundsätzlich allein, dennda kann er sich seine Zeit einteilen. Rasten,wo er will oder länger bleiben, wo es ihm ge -fällt. Beim Fahren hat er viel Zeit nachzudenken.Neue Ideen flammen im Kopf auf.Mit einem kleinen Diktiergerät werden siefestgehalten, um dann zu Hause aufgearbei-Foto: Univ.-Prof. Johann GüntherHalt bei der im wahrscheinlich im 14. Jahrhundert gegründeten Burg Globulac – eine bedeutendstenmittelalterlichen Festungen an der Donau.PaN – Partner aller Nationen – https://www.dachverband-pan.org/
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 215 / 28. 08. 2025Österreich, Europa und die Welt / PaN125tet zu werden. Es sind dies Anregungen zuManuskripten, Büchern oder Vorlesungen.Aber auch die Reise selbst wird laufend be -schrieben, denn sie soll bis Jahresende ineinem Buch dokumentiert werden.Die Strecke führte zuerst vom WohnortHinterbrühl nach Wien und dann entlang derDonau nach Bratislava und weiter nach Bu -dapest. Die Etappe von Budapest nach Belgradhatte wenig mit einem Donau-Radwegzu tun. Die Donau sieht man nach Budapesterst in Serbien wieder. Bei 42 Grad Hitzewurde vor dem Hotel in Novi Sad ein Weinlesefestabgehalten, das bis weit nach MitternachtMusik lieferte. Auch die Stadt Belgradwar unerträglich heiß und nach einer kurzenRast in einem Kaffeehaus ging es weiter, umin einem Jachthafen an der Donau ein kühleresQuartier zu beziehen.Die Donau wurde mehrmals gequert.Manchmal war es abenteuerlich. In Ram,100 Kilometer östlich von Belgrad, übernahmdas ein Kahn, der von einem Motorboot,das seitlich angehängt war, gezogenwur de. Das Trägerboot transportierte aberauch Au tos und das kleine Motorboot mußtesich sichtlich anstrengen, um gegen die Strömungdas andere Ufer zu erreichen. BeimQueren von Zimnicea in Rumänien nachSvishtov in Bulgarien war es ein Fährschiff,das auch große LKW transportierte. Daskleine Fahrrad verschwand fast zwischenden großen Autos. Ein türkischer LKW-Fahrererzählte, daß er schon 4 Tage unterwegssei und bis zu seinem Ziel in der Türkei nochweitere fünf Tage fahren müsse.Die Donau ist lange der Grenzfluß zwischenBulgarien und Rumänien. Obwohlbeide Länder eine ähnliche Vergangenheitha ben, war die Beziehung nicht immer diebeste und es dauerte lange, bis eine Donaubrückegebaut wurde. Aber auch die Fährensind wenig frequentiert. Zwar sind beide Län -der in der Europäischen Union, aber auf bulgarischerSeite wird man weiter nach demReisepaß gefragt.Anders sah das ein Serbe, der ein kleinesHotel in den Bergen betreibt. Er und seineFrau hatten in Wien gearbeitet und sich da -neben dieses Hotel gebaut. In Wien besitzensie noch eine Wohnung und fahren regelmässigzu ihrer zweiten Heimat nach Österreich.Er pries den Vorteil der EU, denn nach wenigenKilometern erreicht er die rumänischeGrenze und kann von da weg ohne Kontrollebis Wien fahren. Auch der kleine Grenzübergangzwischen Serbien und Rumänien seifür ihn kein Problem, weil er alle Grenzpolizistenkenne.tFoto: Touristisches Informationszentrum Svishtov Foto: Univ.-Prof. Johann Günther Foto: Univ.-Prof. Johann GüntherDie Etappe von Budapest nach Belgrad hatte wenig mit einem Donau-Radweg zu tun –wenngleich sie auch mit wunderschönen Strecken aufwartete.Univ.-Prof. Johann Günther beim Einkauf in einem bulgarischen SupermarktDer bulgarisch-orthodoxe Dom zur Heiligen Dreifaltigkeit aus dem 19. Jahrhundert in SvishtovPaN – Partner aller Nationen – https://www.dachverband-pan.org/
Ausg. Nr. 215 • 28. August 2025Da
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Alles Fotos: ICG/Sebastian KocońÖ
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