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Ausgabe 211

Das unparteiische, unabhängige Magazin für ÖsterreicherInnen in aller Welt mit dem Schwerpunkt „Österreich, Europa und die Welt“ erscheint vier Mal im Jahr.

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 211 / 31. 07. 2024 Personalia Trauer um Hans Tuppy Der ehemalige Wissenschaftsminister und Präsident der Akademie der Wissenschaften ist im 100. Lebensjahr verstorben – Faßmann: »Tuppy lebte für die Wissenschaft« Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) trauert um Hans Tuppy. Der Biochemiker ist im 100. Lebensjahr verstorben. Tuppy war nicht nur ein ex - zellenter Wissenschaftler, er bekleidete die wichtigsten Positionen in der Wissenschaft und in der Wissenschaftspolitik. Er war Präsident des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF), Rektor der Universität Wien, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und Bundesminister für Wissenschaft und Forschung. Er wurde 1961 zum korrespondierenden Mitglied und 1967 zum wirklichen Mitglied der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der ÖAW gewählt. ÖAW-Präsident Heinz Faßmann sagt: „Hans Tuppy lebte für die Wissenschaft. Er hat die österreichische Forschungslandschaft in einzigartiger Weise geprägt. Niemand sonst bekleidete so viele unterschiedliche Äm ter in der Wissenschaftspolitik und im Wissenschaftsmanagement. Er war ein grosses Vorbild. Als Wissenschaftler war er ex - zellent, seine Forschung galt als nobelpreisverdächtig, er förderte junge WissenschaftlerInnen und er war eines der aktivsten und profiliertesten Mitglieder der ÖAW. Bis zu - letzt nahm er an Aktivitäten der Akademie teil und besuchte unsere Gesamtsitzungen. Die Nachricht von Tuppys Tod macht uns sehr betroffen.“ Pionier der Molekularbiologie Hans Tuppy hat in seiner Forschung an der Strukturbestimmung des Insulins mitgewirkt, die von Frederick Sanger (Cambridge) aufgeklärt werden konnte. Sanger erhielt dafür den Nobelpreis. Im Bereich der Molekularbiologie war Tuppy Pionier und Visionär. Bereits 1966 wurde er zu einem der beiden ersten Leiter des damals gegründeten ÖAW-Instituts für Molekularbiologie in Wien bestellt. In seine Amtszeit als Wissenschaftsminister fällt die Eröffnung des Instituts für Molekulare Pathologie (IMP), welches den Nucleus des Vienna Biocenter darstellte. Tuppy war maßgeblich an der Konzeption und Gründung des IMBA (Institut für Molekulare Biotechnologie) beteiligt, welches eng mit dem IMP kooperiert. Als Foto: ÖAW / Sepp Dreissinger Hans Tuppy Mitglied im Aufsichtsrat begleitete er die erfolgreiche Aufbauphase des IMBA. Erfolge als Akademiepräsident Als Akademiepräsident verbuchte Hans Tuppy noch in der Zeit des Kalten Kriegs die gleichzeitige Teilnahme des Grazer Instituts für Weltraumforschung der Akademie an Pro - jekten der ESA und NASA und am bisher größten Weltraumprojekt der damaligen UdSSR – dem Projekt VEGA – als besonderen Erfolg. Er unterstützte die Errichtung einer ÖAW-Forschungsstelle für Immun - endokrinologie in Innsbruck (1986), die später in das Institut für Biomedizinische Al - ternsforschung umgewandelt wurde und dem Tuppy als Kuratoriumsobmann ein Jahrzehnt lang vorstand. Hans Tuppy arbeitete bis ins hohe Alter, war täglich in seinem Büro am Biocenter an - »Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at 142 zutreffen und verfolgte die Forschung in seinem Bereich genau. Zuletzt leitete Tuppy jene Findungskommission, die die Wahl für die Nachfolge von Anton Zeilinger als ÖAW- Präsident vorbereitete und aus der Heinz Faßmann als neuer Präsident hervorging. Preise würdigen Tuppy Tuppys Leistungen in und für Wissenschaft und Forschung wurden unter anderem mit Ehrendoktoraten, hochrangigen Preisen wie dem Schrödinger-Preis 1973, der Aufnahme in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, in die Academia Europaea und in die Päpstliche Akademie der Wissenschaften sowie durch die Verleihung des Österreichischen Ehrenzeichens für Wissenschaft und Kunst gewürdigt. n https://www.oeaw.ac.at https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Tuppy

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 211 / 31. 07. 2024 Personalia Großer Österreichischer Staatspreis 2024 für Hermann Czech Der Architekt Hermann Czech erhält den Großen Österreichischen Staatspreis 2024 und damit die höchste künstlerische Auszeichnung der Republik. Das hat Kunstund Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer am 15. Juli bekanntgegeben. Der Preis ist mit 30.000 Euro dotiert und wird auf Empfehlung des Österreichischen Kunstsenats vergeben. „Hermann Czech wird völlig zurecht als einer der einflussreichsten Architekten und Ar chitekturtheoretiker des Landes gewürdigt und ist damit ein mehr als verdienter Träger des Großen Österreichischen Staatspreises“, so Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer. „Sein Werk besticht durch subtile Zurückhaltung und hat doch vor al - lem in der Bundeshauptstadt bleibende Spuren hinterlassen. Als Lehrer, Denker und Aus - stellungsgestalter hat Hermann Czech ganze Generationen von österreichischen Architektinnen und Architekten maßgeblich mitgeprägt. Ich folge der diesjährigen Empfehlung des Kunstsenats daher mit großer Freude und gratuliere Hermann Czech zur höchsten künstlerischen Auszeichnung der Republik.“ Der Kunstsenat begründete seine Wahl wie folgt: „Czech steht mit seinen Arbeiten in mittelbarer Nachfolge von Adolf Loos. In vergleichbarer Weise gelingt ihm die subtile Verbindung von historisch Vorhandenem mit dem, was zeitgemäß gebraucht wird. Früher als sein Umfeld fand er den Ton, den die Er - neuerung der europäischen Metropolen an - zuschlagen hat. Exemplarisch führt er in seinen Projekten vor, daß nicht die Form der vordergründige Träger einer Idee ist, sondern alle räumlichen Komponenten in einer gemeinsamen atmosphärischen Qualität aufzugehen haben. Seine sorgfältige Genauigkeit im Einbeziehen aller feststellbaren Einflüsse ist mit großem zeitlichen Aufwand ver - bunden, schafft es aber, Tendenzen und Rich - tungen zu durchtauchen und eine aktuelle Frische zu bewahren.“ Der Große Österreichische Staatspreis wird jährlich in einer nicht näher festgelegten Rotation auf den Gebieten Architektur, Musik, Bildende Kunst oder Literatur vergeben. Mit dem Preis wird entweder ein hervorragendes Lebenswerk gewürdigt oder es werden jüngere KünstlerInnen nominiert, Foto: BMKÖS / Gabriele Kaiser Architekt Hermann Czech erhält den Großen Österreichischen Staatspreis 2024 de ren bisheriges Werk außergewöhnlich ist, durchgehend das Potential zu Spitzenleistungen erkennen läßt und internationale Beachtung erfährt. Das Betreten von Neuland, das Experiment, der Mut zur Innovation und die Entschlossenheit, diesen Weg konsequent zu verfolgen, zeichnen die TrägerInnen des Grossen Österreichischen Staatspreises aus. Hermann Czech wird neben seiner Auszeichnung mit dem Großen Österreichischen »Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at 143 Staatspreis auch in den Kunstsenat aufgenommen. Das Gremium setzt sich aus bis zu dessen 21 TrägerInnen zusammen, die diese Tätigkeit ehrenamtlich und auf Lebenszeit ausüben. Das Präsidium des Kunstsenats wur - de für die Jahre 2024 bis 2027 ebenfalls neu gewählt. Präsident bleibt Josef Winkler, Vi - zepräsident bzw. Vizepräsidentin sind Heinz Karl Gruber und Renate Bertelmann. n https://www.bmkoes.gv.at/ https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Czech

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