ÖSTERREICH JOURNAL NR. 211 / 31. 07. 2024 Chronik CASH. Der Wert des Bargeldes Neue Ausstellung im Technischen Museum Wien bis 31. März 2025 Geld ist ein zentrales Element unserer Gesellschaft – es ermöglicht den effizienten Tausch von Waren und Dienstleistun - gen, fördert den wirtschaftlichen Fortschritt und dient als Wertspeicher. Jedoch kann Geld auch zu Ungleichgewichten führen, die soziale Spannungen und Ungerechtigkeiten hervorrufen. Die neue Ausstellung „CASH. Der Wert des Bargeldes“ erkundet in Streiflichtern die Geschichte des Bargeldes und den technologischen Wandel, der den Zahlungsverkehr immer wieder umfassend verändert. 14 verschiedene Kapitel widmen sich der sinnlich faßbaren Repräsentation des Geldes und nähern sich durch das Tasten, das Riechen und die optische Wahrnehmung jener Materie an, die – nicht nur sprichwörtlich – die Welt regiert. Das Technische Museum Wien beleuchtet in Kooperation mit der Oesterreichischen Nationalbank das Thema von verschiedensten Seiten und kreist dabei auch immer um die Frage, welche Auswirkungen technische Transformationen für Mensch und Gesellschaft haben. Das Klimpern von Münzen ist uns ein ebenso vertrauter Klang wie jene Geräusche, die Zahlungsvorgänge begleiten, weswegen die Ausstellung mittels QR-Codes auch auf einer akustischen Ebene erkundet werden kann. Foto: Technisches Museum Wien Münzprüfer für ein elektrisches Piano, um 1910 128 Drucken, spielen, sammeln Am Anfang steht die Herstellung des Gel des, jener symbolträchtigen Scheine und Münzen, die auf wenig Raum viel erzählen können: Von Politik über Sprache und wichtige Kulturgüter – das Bargeld spricht eine ganz eigene, subtile Sprache. Diese und an - dere Aspekte lernen wir bereits in unserer Kindheit kennen, verschiedenste Brett- und Kartenspiele vermitteln uns von klein auf, Vertrauen in Geld zu entwickeln. Und auch wenn ökonomische und kapitalistische Ideen dabei mittransportiert werden, am Ende bleibt es doch nur ein Spiel. Wo sich Spiel und Ernst überschneiden, steigt das Interesse enorm, was die österreichische Fernsehshow „Money Maker“ 25 Jahre lang bewiesen hat. Der Unterhaltungsfaktor ist aber nicht nur bei Fernsehsendungen gegeben, sondern auch da, wo gespart, also Geld zusammengetragen, sortiert und gezählt wird. Ganz gleich, ob man mit Sparen reich werden kann oder Foto: Technisches Museum Wien Registrierkasse „National“, 1913 »Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 211 / 31. 07. 2024 Chronik 129 Foto: Technisches Museum Wien Tresor „Wertheim“, um 1878 nicht, die spielerische Komponente ist nicht wegzudenken. „CASH. Der Wert des Bargeldes“ erzählt auch vom scheinbaren Verschwinden des Geldes durch bargeldlosen Zahlungsverkehr, Schecks und Erlagscheinen, vom Aufkommen der Plastikkarte bis hin zur Digitalisierung des Geldwesens mit all ihren Vor- und Nachteilen. Fühlen, riechen, tasten Geld zu ertasten und dessen haptischen Qualitäten nachzugehen, widmet sich ein Ka - pitel der Ausstellung, das auch erschließt, daß nicht nur Menschen, sondern auch Münz - prüfer und Automaten analoge „Spürsinne“ haben. Spürsinne, wie sie auch Polizeihunde beim Erschnüffeln von Bargeld einsetzen. Aber auch Versuche, den Geruch des Geldes als Parfüm zu bewahren und sich damit zu schmücken, den Duft ganz nah am Körper zu tragen, läßt die Redewendung „Geld stinkt nicht“ in neuem Licht erscheinen. Verschwinden, verwahren und verwandeln Wie sehr der digitale Zahlungsverkehr von wenigen Unternehmen dominiert werden kann, beweist eine Maßnahme, die versucht, dem entgegenzuwirken: Um das Euro- Bargeld auch im digitalen Raum nutzen zu können, arbeitet die Europäische Zentralbank am digitalen Euro, der online wie offline verfügbar sein soll und voraussichtlich im Jahr 2028 eingeführt wird. Intensiv diskutiert werden dabei Fragen zur Datensicherheit, Privatsphäre, aber auch die Annahmepflicht. Doch bis dahin erstreckt sich eine bereits sehr lange Geschichte der Lagerung und des Transports von Geld, auf die Truhen, Kassetten und Tresore verweisen – bis hin zum Bankomaten, dem Hybridwesen zwischen Tresor und Geld-Ausgabegerät. In Wien wurde der erste Bankomat im Jahr 1980 aufgestellt, mittlerweile zählt Österreich mit rund 9.000 zu den am dichtesten mit Bankomaten versorgten Ländern Europas. Daß auch Geld eine bestimmte Lebensdauer hat und was danach damit passiert, zeigt uns schließlich die Entsorgung von Geldscheinen und „Verstaltung“ von Münzen: Dabei wird geschreddert, zerdrückt und verbogen und uns nochmals sinnlich die Ma terialität des Geldes vor Augen geführt. n https://www.technischesmuseum.at/ https://www.oenb.at/ Foto: Technisches Museum Wien Foto: Technisches Museum Wien Regimentskasse, 19. Jahrhundert Wandtelefon Münzfernsprecher TAG, 1913 »Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at
Ausg. Nr. 211 • 31. Juli 2024 Das
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