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Ausgabe 204

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Magazin mit Berichten von der Politik bis zur Kultur: ab 2022 vier Mal jährlich mit bis zu 170 Seiten Österreich.

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 204 / 19. 09. 2022 Österreich, Europa und die Welt 12 Haß gar nicht erst viral werden könne und Antisemitismus auf allen Ebenen zu be - kämpfen sei. Bewußt zu machen gelte es auch, daß Antisemitismus nicht von den Rän - dern, sondern aus der Mitte der Gesellschaft komme. Sobotka erwähnte auch den vom österreichischen Parlament ins Leben ge - rufenen Simon-Wiesenthal-Preis, um die Ge - sellschaft als Ganzes im Engagement gegen Antisemitismus zu unterstützen. Darüber hinaus gelte es noch Vieles zu tun, um die jüdische Kultur sichtbar zu machen. Schallenberg: Gedenkdienst ist Mosaikstein österreichischer Verantwortung In seiner Ansprache betonte Außenminister Alexander Schallenberg die Bedeutung des Gedenkdienstes für Österreich, um für die Verbrechen des Nationalsozialismus und die zentrale Rolle allzu vieler Österrei - cherInnen Verantwortung zu übernehmen. „Die Erinnerung an den Holocaust sowie der Kampf gegen den Antisemitismus haben auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene höchste Priorität für Österreich. Wir sind uns unserer historischen Verantwortung bewußt. Der Gedenkdienst ist einer der wichtigsten Wege, um diese Verantwortung auszudrücken.“ Neben der Bedeutung des Gedenkdienstes für die österreichische Erinnerungskultur unterstrich der Außenminister in seiner Rede auch dessen Rolle für die nachkommende Generation in Österreich. Die Gedenk - arbeit im Ausland würde es jungen Österrei - cherInnen ermöglichen, in ganz besonderer Weise die Imperative „Niemals vergessen“ und „Nie wieder“ zu begreifen. „Durch ihren Dienst an Holocaust-Erinnerungsorten weltweit lernen junge Österrei - cherinnen und Österreicher aus nächster, un - mittelbarer Anschauung über das unaussprechliche Menschheitsverbrechen der Shoa. Sie verkörpern zugleich als Vertreterinnen und Vertreter unseres Landes die zukunftsgerichtete Verantwortung für die dunklen Kapitel unserer Geschichte“, sagte Schallenberg. GedenkdienerInnen sind ein wichtiger Teil der Bemühungen Österreichs, geschehenes Unrecht so weit wie möglich gut zu machen. Darüber hinaus wurde im Jahr 2022 eine Gesetzesnovelle verabschiedet, die Holocaust-Überlebenden und deren Nachkommen unter bestimmten Voraussetzungen ei - nen Anspruch auf die österreichische Staatsbürgerschaft gewährt. Zudem ist Österreich ein aktives Mitglied der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA). Foto: Parlamentsdirektion / Johannes Zinner Foto: Parlamentsdirektion / Johannes Zinner Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka: „Der Gedenkdienst bzw. Auslandsdienst sei eine Visitenkarte Österreichs geworden, wie sie besser nicht sein könnte.“ Außenminister Alexander Schallenberg: „Durch ihren Dienst an Holocaust-Erinnerungsorten weltweit lernen junge Österreicherinnen und Österreicher aus nächster, unmittelbarer Anschauung über das unaussprechliche Menschheitsverbrechen der Schoa.“ Um die österreichischen Gedenkdiener- Innen im Ausland so gut wie möglich zu unterstützen, steht das Außenministerium über seine Botschaften in engem Kontakt mit ihnen. Dies gilt natürlich auch für jene, die ihren Auslandsdienst als Sozial- oder Frie - densdienst absolvieren. Lipstadt: Kampf gegen Antisemitismus ist Kampf für demokratische Werte Antisemitismus sei weltweit im Begriff zuzunehmen, so Deborah Lipstadt, U.S. Special Envoy for Monitoring and Combating Antisemitism. In ihrer Keynote via Video - botschaft wies sie unter anderem auf den weiter wachsenden Haß im Internet hin, der »Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at potentiell gefährliche Folgen für Individuen und die Gesellschaft habe. Umso wichtiger sei es, aus der Geschichte des Holocaust und dessen Gefahren die Lehren zu ziehen. Programme wie der Gedenkdienst, die den Op - fern der Schoah gedenken und die jüdische Kultur fördern, seien dabei von großer Be - deutung. Sei es Rassismus, Antisemitismus, Haß gegenüber MuslimInnen oder ImmigrantIn - nen, diese Phänomene würden ineinander übergehen und dasselbe Grundprinzip ha - ben, so Lipstadt. Es gelte, das zu erkennen, um Antisemitismus und andere Formen des Hasses bekämpfen zu können. Die Geschich - te habe gezeigt, daß eine Gesellschaft, die

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 204 / 19. 09. 2022 Österreich, Europa und die Welt 13 Antisemitismus toleriert oder gar ermög - licht, eine Gesellschaft ist, in der niemand mehr ungefährdet oder sicher ist. Um gegen Antisemitismus effizient und ganzheitlich vorzugehen, seien eine Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg, mit der Zivilgesellschaft und den betreffenden Interessensgruppen wichtig. Der Kampf gegen An tisemitismus sei ein Kampf für demo kra - tische Werte, für Gerechtigkeit und für das Wohlergehen aller Nationen, hielt Lipstadt fest. Cooper: Österreich hat seine Verantwortung anerkannt Rabbi Abraham Cooper (Prodekan Simon Wiesenthal Center, Los Angeles) würdigte in seiner Keynote die Bedeutung der GedenkdienerInnen als BotschafterInnen und be - zeichnete es als inspirierend zu sehen, daß sich in diesem Rahmen auch ein Band der Freundschaften bilde und junge Österrei - cherInnen an vorderster Front gegen Antise - mitismus vorgehen. Im Vergleich zu frühe - ren Jahren habe Österreich seine Rolle und Verantwortung im Zusammenhang mit der Schoah anerkannt, so Cooper. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an den unermüd li - chen Einsatz von Simon Wiesenthal, der zu - gleich bestrebt gewesen sei, die moralischen Grundbegriffe von Bestrafung und Gerech - tigkeit im Justizsystem wieder aufzubauen, die unter dem Nationalsozialismus fast vollständig abgebaut worden waren. Er gab die gegenwärtige fortschreitende technologische Entwicklung zu bedenken und zitierte sinn - gemäß Wiesenthal, was die Frage betreffe, ob es bei einem „Nie wieder“ bleibe: Wenn man organisierten Haß, eine Krise der Ge - sellschaft und den Zugang zur Technologie habe, sei alles möglich, habe er gewarnt. Dayan zu Gedenkdienst- Feier erstmals in Wien Der Vorstandsvorsitzende von Yad Va - shem, Dani Dayan, erinnerte daran, unter welch widrigsten Umständen jüdische Künstler:innen in Konzentrationslagern trotzdem weiter Werke geschaffen hatten. Ein Zitat eines Werks sage in etwa „Ich weiß, daß ich diese Hölle nicht überleben werde“ und zei - ge, welche Verantwortung auf den Schultern laste. Das schmerzhafte Bewußtsein der Verantwortung lasse aber nicht den Optimismus verlieren, die insbesondere der sogenannten „dritten Generation“ geschuldet sei. Auch in Österreich sehe er, daß die Verantwortung übernommen werde und die Antisemitismus- Sensibilisierung voranschreite. Daß junge Foto: Parlamentsdirektion / Johannes Zinner Foto: Parlamentsdirektion / Johannes Zinner Foto: Parlamentsdirektion / Johannes Zinner Deborah Lipstadt wies sie unter anderem auf den weiter wachsenden Haß im Internet hin, der potentiell gefährliche Folgen für Individuen und die Gesellschaft habe. Rabbi Abraham Cooper würdigte in seiner Keynote die Bedeutung der GedenkdienerInnen als BotschafterInnen. Aus der Sicht von Dani Dayan Es gebe aus seiner Sicht nicht die eine Lehre, die sich aus der Schoah ziehen lasse, unterschiedliche Lehren seien legitim. »Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at

Wir danken dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, dem Land Oberösterreich und PaN – Partner aller Nationen für die aktive Unterstützung unserer Arbeit für Österreich.

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