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Ausgabe 202

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Magazin mit Berichten von der Politik bis zur Kultur: ab 2022 vier Mal jährlich mit bis zu 165 Seiten Österreich.

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 202 / 21. 03. 2022 Österreich, Europa und die Welt Konferenz zur Zukunft Europas Burgenland: Hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion auf Friedensburg Schlaining 50 Foto: Landesmedienservice Burgenland v.l.: Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Jugend- und Bildungslandesrätin Daniela Winkler, der Vertreter der Europäischen Kommission in Wien, Martin Selmayr, der Erste Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Othmar Karas, und Landtagspräsidentin Verena Dunst Im Rahmen der Zukunftskonferenz, einer öffentlichen Debatte in allen EU-Mitgliedsstaaten über die zukünftige Gestaltung und Ausrichtung der Europäischen Union, führte das Land Burgenland gemeinsam mit der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, dem Europäischen Ausschuß der Regionen, Europe Direct und dem BürgerInnenforum Österreich am 25. Februar eine Podiumsdiskussion mit JugendvertreterInnen aus allen Bezirken des Burgenlandes sowie Studierenden der Fachhochschule Bur - genland durch. Am Podium fanden sich Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, der Er ste Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Othmar Karas, der Vertreter der Euro päischen Kommission in Wien, Martin Selmayr, sowie Landtagspräsidentin Verena Dunst und Jugend- und Bildungslandesrätin Daniela Winkler ein. Die Moderation erfolgte durch die Journalistin und Europaexpertin Margaretha Kopeinig. Als symbolträchtiger Ort wurde dafür die Friedensburg Schlaining ausgewählt. Mittels der Zukunftskonferenz haben sich das Europäische Parlament, der Rat und die Europäische Kommission dazu verpflichtet, die EuropäerInnen anzuhören und den daraus abgeleiteten Empfehlungen zu folgen. Die Konferenz bildet ein neues öffentliches Fo - rum für eine inklusive und transparente Bürgerdebatte – dies stellt ein Novum dar. Sie basiert darauf, daß europaweit Menschen Ideen austauschen und debattieren, um so die gemeinsame Zukunft mitzugestalten. Hierzu fließen ihre Beiträge in die Plenarversammlungen der Konferenz ein. Thematisch dominiert wurde die Diskussion aus gegebenem Anlaß von der aktuellen Eskalation des Konfliktes um die Ukraine. „Es erfüllt mich mit großer Sorge, daß wir nach vielen Jahren des Friedens in Europa wieder mit kriegerischen Ereignissen von dieser Dimension betroffen sind. Mein Mitempfinden gilt in dieser dramatischen Krise der Bevölkerung in der Ukraine. Das oberste Ziel muß jetzt sein, daß die Waffen wieder schweigen und man an Verhandlungstisch zu - rückkehrt. Da ist auch die Europäische »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at Union massiv gefordert. Es ist schockierend zu sehen, wie jetzt auch die Zivilbevölkerung unter dieser militärischen Aggression leidet. Österreich und speziell das Burgenland zeichnet eine große Tradition der Hilfsbereitschaft in aus, die wir auch jetzt aufrecht halten müssen. Außerdem zeigt sich an dieser Krise auch, wie abhängig wir derzeit von den Öl- und Gaslieferungen aus einzelnen Ländern sind. Umso wichtiger ist, daß Österreich über die erneuerbaren Ressourcen energieautark wird. Das Burgenland ist hier auf dem richtigen Weg. Wir werden unsere Anstrengungen zum Ausstieg aus Öl und Gas bis 2030 jetzt noch weiter verstärken“, er - klärte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Starken Handlungsbedarf sehe er auf eu - ropäischer Seite auch in Bezug auf die Sozialunion – trotz der vielen positiven Dinge, die gelungen sind. „Zum Beispiel mit den Förderungen um sozial schwächere Länder heranzuführen“, so Doskozil. Vizepräsident Othmar Karas zufolge gebe es die Europäische Union deshalb, „weil sich Frauen und Männer nach den Erfahrungen

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 202 / 21. 03. 2022 Österreich, Europa und die Welt 51 des Zweiten Weltkrieges zusammengetan ha - ben, weil sie gesagt haben: ‚Wir wollen miteinander reden und nicht aufeinander schiessen.‘ Diese aktuelle Auseinandersetzung zeigt, daß diese Diskussion, daß Werte wie Demokratie, Freiheit, Respekt für alle Menschen noch nicht überall angekommen sind. Die Europäische Union ist die Antwort auf den Nationalismus, auf Krieg und den Haß. Das Friedensprojekt Europäische Union heißt miteinander zu reden, aufeinander zu - zugehen und Kompromisse zu schließen, und nicht als einzige Option die Waffen sprechen zu lassen. Die Europäische Union ist die Antwort auf die Geschichte, auf den Haß. Aber: Die EU muß effizient sein. Wir müssen die EU weiterentwickeln, diese gemeinsame Idee ist nie fertig. Wir müssen sie stärken. Wir sind noch nicht stark genug als Gemeinschaft in der Sicherheitspolitik.“ „Wir lassen uns von Putin nicht die EU kaputt machen. Das ist keine Ukraine-Krise, sondern eine Rußland-Krise. Rußland ist der Aggressor. Man kann heute nicht die Grenzen so ziehen, wie es einem gefällt und den Frieden in Europa zerstören. Dem müssen wir ent - schieden entgegentreten. Putin hat Angst, daß in seiner unmittelbaren Nachbarschaft ein demokratisches Land entsteht, das Vorbildcharakter haben könnte und sein au toritäres System ins Wanken bringt. Die EU ist auf den Konflikt vorbereitet und muß keine Angst haben. Russland ist von Europa zehnmal mehr abhängig als es Europa von Ruß - land ist“, so EU-Botschafter Martin Selmayr. Landtagspräsidentin Verena Dunst sieht die demokratiepolitische Schulung als ihre wichtigste Aufgabe: „Wir brauchen gut ausgebildete junge Menschen die sich nichts vormachen lassen. Man kann nur europäisch denken, wenn man sich europäisch bildet.“ Dunst ist als einzige Regionalpolitikerin Ös - terreichs in die Plenarversammlungen der Zu kunftskonferenz nominiert. In eine ähnliche Kerbe schlägt Jugendlandesrätin Daniela Winkler: „Wir müssen den jungen Menschen vermitteln, wie wichtig die EU ist, wie wichtig Demokratie und damit Frieden sind. Frieden ist nicht selbstverständlich, sondern muß gebildet werden.“ Europa gemeinsam gestalten Das Land Burgenland und der Burgenländische Landtag haben mit „Europa gemeinsam gestalten“ eine Leitlinie für Aktivitäten auf europäischer Ebene und in Zusammenarbeit mit den europäischen Institutionen ge - schaffen. Unter anderem mit dem Format „Ju gend im Landtag“ gibt es hierzulande Foto: Landesmedienservice Burgenland Foto: Kultur Burgenland / Christian Postl Landeshauptmann Hans Peter Doskozil Bürgerbeteiligungsinitiativen, die eine aktive Mitarbeit am vereinten Europa forcieren. Friedensburg Schlaining: Frieden, Kultur und Geschichte Die Friedensburg Schlaining ist ein Ort, der die Geschichte, Kultur und Identität des Burgenlandes erlebbar macht und sich dem Frieden als zentralem Thema verschrieben hat. Die Friedensburg ist Standort des „Ös- terreichischen Studienzentrums für Frieden und Konfliktlösung“ und hat sich als internationales Kompetenzzentrum für Friedens- Forschung, -Bildung und -Praxis etabliert. Sie ist ein historischer und authentischer Schauplatz des Friedens, an dem Strategien der gewaltfreien Konfliktlösung erarbeitet und vermittelt werden. Die Friedensburg Schlaining im Bezirk Oberwart »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at Die Friedensburg Schlaining wurde 1271 erstmals urkundlich als „castrum Zloynuk“ erwähnt und war zu dieser Zeit im Besitz der Güssinger Grafen. Erst nach und nach wandelte sich der Name ab, bevor sie 1786 offiziell unter ihrem heutigen Namen bekannt wurde. Nach mehrfachen Besitzwechseln fiel die Friedensburg Schlaining schließlich 1471 als Geschenk an Franz Batthyány, dessen Nachfolger über 370 Jahre lang die Eigentümer blieben. Erst nach der Hinrichtung Ludwig Batthyánys 1849 fiel die Burg wieder neuen Besitzern zu, darunter die ungarische Kammer, der Eisenbahnpionier Franz Schmidt, Demeter Selesky und die ungarische Hermesbank sowie der ehemalige österreichische Bundesminister Udo Illig. Die Idee, eine Friedensburg zu schaffen, entstand in der bewegten Zeit des Kalten Krie ges. Dazu wurde im Jahr 1982 mit Un - terstützung von Bundeskanzler Bruno Kreisky ein Verein gegründet, mit dessen Hilfe die Idee eines Dialoges zwischen Ost und West gefördert werden sollte. Dieser Verein wurde unter anderem durch das „Friedens- Zentrum“ auf der Friedensburg Schlaining als Ort der Begegnung, des Gesprächs und Dialogs umgesetzt. Im Anschluß daran etablierte sich der Verein im Jahr 1983 zum Österreichischen Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung, kurz ÖSFK, welchem im Jahr 1987 vom UN-Generalsekretär Perez de Cuellar auch der offizielle Ti tel „Botschafter des Friedens“ verliehen wur de. n https://www.burgenland.at/ https://kultur-burgenland.at/ https://www.friedensburg.at/

Wir danken dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, dem Land Oberösterreich und PaN – Partner aller Nationen für die aktive Unterstützung unserer Arbeit für Österreich.