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Ausgabe 201

Magazin mit Berichten von der Politik bis zur Kultur: ab 2022 vier Mal jährlich mit bis zu 165 Seiten Österreich.

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 201 / 20. 12. 2021 Österreich, Europa und die Welt Jordanien ist wichtiger Stabilitätsanker im Nahen Osten Bundespräsident Alexander Van der Bellen traf den König von Jordanien zum offiziellen Besuch in Österreich. 4 Foto: HBF / Peter Lechner Bundespräsident Alexander Van der Bellen empfing den König Abdullah von Jordanien mit militärischen Ehren im Inneren Burghof – in der Bildmitte begrüßt der König Außenminister Michael Linhart Auf Einladung von Bundespräsident Alexander Van der Bellen stattete König Abdullah von Jordanien 25. Oktober Österreich einen Offiziellen Besuch ab. „Unsere Länder teilen nicht nur viele gemeinsame Interessen und Standpunkte, sondern auch ein Selbstverständnis als Dialogplattform und Vermittler zwischen verschiedenen Kulturen und Ansichten. Mit seiner langjährigen ausgleichenden Politik ist Jordanien ein wichtiger Partner und Stabilitätsanker im Nahen Osten“, betonte Bundespräsident Van der Bellen nach dem Treffen. „Neben den ausgezeichneten bilateralen Beziehungen zwischen Österreich und Jordanien war es daher für mich auch eine gute Gelegenheit zum Austausch über regionale Fragen.“ „Schutzsuchenden gegenüber hat sich das Königreich stets sehr großzügig gezeigt. Das König Abdullah von Jordanien im Gespräch mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen Foto: HBF / Peter Lechner »Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 201 / 20. 12. 2021 Österreich, Europa und die Welt 5 Foto: HBF / Peter Lechner Bundespräsident Alexander Van der Bellen (r.) empfing den König Abdullah von Jordanien Land nimmt unter anderem eine wichtige Funktion bei der Unterbringung von syrischen Flüchtlingen in der Region ein und beherbergt unter anderem rund 700.000 syrische Flüchtlinge. Hierzu habe ich König Abdullah meine Hochachtung ausgesprochen“, unterstrich der Bundespräsident. Ähnlich wie in Österreich spielt auch in Jordanien der Tourismus eine wichtige wirtschaftliche Rolle. Durch die verstärkte Wie der aufnahme direkter Flugverbindungen Wien-Amman nach der Pandemie soll er in beiden Ländern wieder angekurbelt werden. „Ebenso gilt es in den Bereichen Kultur und Wissenschaft die – insbesondere in der Ar chäologie bereits seit Langem bestehende – enge bilaterale Zusammenarbeit weiter zu för dern. König Ab dullah fühlt sich Österreich besonders verbunden. Das hat er in un serem Gespräch mehrfach betont“, so der Bundespräsident. Im Fokus der Gespräche in der Hofburg stand neben bilateralen und regionalen Themen auch die Bekämpfung der Klimakrise. „Jordanien ist als Wüstenstaat von der Klimakrise besonders stark betroffen. Wasserknappheit ist ein großes Thema. Im Vorfeld der Teilnahme von König Abdullah an der UNO-Klimakonferenz COP26 in Glasgow nächste Woche haben wir auch über dieses so wichtige Thema gesprochen“, so Van der Bellen abschließend. Jordanien feiert dieses Jahr sein 100jähriges Bestehen. Bundespräsi dent Alexander Van der Bellen hat Jordanien 2018 einen offiziellen Besuch abgestattet, ein weiteres Treffen mit König Abdullah fand noch im selben Jahr in New York statt. n http://www.ojfg.at/ COP26 – Appell an die Staatengemeinschaft: Ambitionen erhöhen, Ausstieg aus fossilen Energien beschleunigen Auch wenn wichtige Fortschritte erzielt wurden, insgesamt reichen die Ergebnisse der UN-Klimakonferenz deutlich nicht aus, um die globale Erderhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen und die Klimakrise wirksam einzudämmen“, appellierte Bundespräsident Alexander Van der Bellen am 14. November anläßlich des Abschlusses der Verhandlungen bei der COP26 in Glasgow. Die Staatengemeinschaft muß ihre Ambitionen bis zur nächsten Klimakonferenz in Ägypten im Herbst 2022 deutlich erhöhen und den Ausstieg aus der Nutzung klimaschädlicher fossiler Energien beschleunigen.“ Klares Bekenntnis zum 1,5 Grad-Ziel „Wichtig ist das klare Bekenntnis zum 1,5 Grad-Ziel im Abschlussdokument der Konferenz. Als Fortschritte sind auch die neue Festlegung konkreter Klimaziele einzelner Staaten oder die Absichtserklärungen von Staatengruppen in den Bereichen Waldschutz, Begrenzung der Methan-Emissionen oder dem Ende des Verbrennungsmotors zu werten. Wirksam werden diese Ankündigungen aber nur, wenn sie auch umgesetzt werden“, so Van der Bellen. Wo mehr getan werden muß „Enttäuschend ist, daß ein Bekenntnis zum Ausstieg aus der Kohlenutzung in letzter Minute abgeschwächt wurde und finanzielle Zusagen an den globalen Süden nicht eingehalten wurden. Insgesamt reichen die bisher angekündigten und beschlossenen Maßnahmen bei weitem nicht aus, um die Klimakatastrophe wirksam einzudämmen. Auch im Bereich der Klimafinanzierung oder was die Einbindung von Nichtregierungsorganisationen und direkt von der Klimakrise betroffenen Gruppen in die Verhandlungen betrifft, wurde zu wenig erreicht bzw. getan. Das sind schlechte Nachrichten für uns alle. Für die Inselstaaten im Pazifik und im Indischen Ozean, die jetzt bereits gegen das Untergehen ankämpfen. Für unsere Gletscher, die in den nächsten Jahren weiter schmelzen werden. Für unsere Bauern und Forstwirte, die sich auf verschlechternde klimatische Bedingungen werden einstellen müssen. Für Millionen von Menschen in Afrika, die be - reits jetzt – wie aktuell gerade in Madagas - kar – an einer Hungersnot dramatischen Ausmaßes leiden, die direkt durch die Klima - krise bedingt wurde. Die bereits jetzt lokale »Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at Erhitzung im Ausmaß von bis zu 3 Grad Celsius spüren und die sich auf die Suche nach neuen Wasserquellen, nach neuem Weideland, nach einem Zuhause machen müssen. Die Anzahl der Klimaflüchtlinge wird weltweit weiter zunehmen, wenn wir nicht rasch gegensteuern“, sagte Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Zuversichtlich bleiben „Dennoch müssen wir zuversichtlich bleiben und alles daransetzen, den Umbau für eine klimaneutrale Gesellschaft voranzutreiben. Ich danke dem Organisationsteam der COP und Präsident Alok Sharma für ihren Einsatz, ich danke allen Delegationen und den Vertreterinnen und Vertretern der Klimabewegung – insbesondere der Jugend – und ganz besonders auch Frau Bundesministerien Leonore Gewessler und ihrem Verhandlungsteam, die für die EU die wichtige Frage der Marktmechanismen verhandelt haben. Wichtig ist, daß wir in Österreich beim Klimaschutz konsequent daran arbeiten, das ambitionierte Ziel der Klimaneutralität bis 2040 auch zu erreichen“, sagt Bundespräsident Van der Bellen. n

Wir danken dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, dem Land Oberösterreich und PaN – Partner aller Nationen für die aktive Unterstützung unserer Arbeit für Österreich.