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Ausgabe 201

Magazin mit Berichten von der Politik bis zur Kultur: ab 2022 vier Mal jährlich mit bis zu 165 Seiten Österreich.

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 201 / 20. 12. 2021 Österreich, Europa und die Welt Zwischen Gedenken und Cybersicherheit 44 Innenminister Nehammer in Israel – Treffen von Regierungsvertretern – Austausch mit Cyber-Crime-Spezialisten – Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem Foto: BMI / Makowecz Gemeinsam (v.r.) mit der österreichischen Botschafterin in Israel, Hannah Liko, Claudia Prutscher von der IKG und der Direktorin des Mauthausen Memorial, Barbara Glück, besuchte Innenminister Karl Nehammer die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem Innenminister Karl Nehammer startete sei - ne zweitägige Israel-Reise am 10. November mit einem Treffen mit Außenminister Yair Lapid, Innenminister Avelet Shaked und dem Minister für Öffentliche Sicherheit, Omer Bar-Lev, in Jerusalem. Themen der Ar beitsgespräche waren der Kampf gegen Extremismus und Terrorismus, Grenzschutz sowie aktuelle Herausforderungen der illegalen Migration. „Israel ist ein Vorbild in vielen Bereichen, von der Cyber-Sicherheit bis zur Terrorismusbekämpfung. Auch von illegaler Migration war Israel betroffen und konnte durch einen robusten High-Tech- Grenzzaun illegale Grenzübertritte durch Migranten aus Afrika verhindern. Das zeigt einmal mehr wie wirkungsvoll es ist, seine Grenzen zu schützen – gerade in Zeiten wie diesen, in denen versucht wird, Polen und die EU mit Migranten zu erpressen“, betonte Nehammer. Daseinsvorsorge“, sagte Nehammer beim Besuch der Behörde in Be’er Sheva. „Die Pandemie hat uns eindrucksvoll vor Augen geführt was im Gesundheitsbereich al les vormals undenkbar war. Und die zu - nehmende Anzahl an Angriffen im Internet zeigt uns aber, daß wir uns auch für diese Krisenszenarien rüsten müssen, insbesondere um die kritische Infrastruktur im Cyberraum zu schützen, aber auch um die dramatisch ansteigenden Fallzahlen im Bereich von Cybercrime entsprechen zu können“, so Nehammer. Nach dem Vorbild Israels kann sich der Innenminister auch in Zukunft eine Hotline für Opfer von Cyberattacken vorstellen. Mit - telfristig laufe es darauf hinaus, daß jeder Staat so etwas haben werde, betonte Nehammer. Derzeit gibt es beim Bundeskriminalamt eine Meldestelle für Cyberkriminalität, die man schriftlich erreichen kann. ben ihnen die Namen genommen und sie zu einer Nummer anonymisiert, bevor sie sie er mordet haben. Eine ganz perfide Form der Vernichtung. Die Gedenkstätte Yad Vashem hat eine besondere Bedeutung für mich, sie gibt den Opfern wieder ein Stück ihrer Identität zurück“, sagte Nehammer. Er sähe dies auch als seinen Auftrag als Innenminister und erinnerte an die Rolle vieler Österreicher als Täter. „Diesem Umstand tragen wir derzeit Rechnung durch ein Forschungsprojekt, das sich mit der österreichischen Polizei im Nationalsozialismus auseinandersetzt.“ Nehammer überreichte in der Botschaft in Tel Aviv feierlich die österreichische Staatsbürgerschaftsurkunde an fünf Nachkommen von Opfern des NS-Regimes. „Wir werden nie vergessen und alles tun, damit sich die Geschichte nicht wiederholt. Österreich ist sich seiner Verantwortung bewußt“, sagte Nehammer bei dem Festakt. Cybercrime: Was kann Österreich von Israel lernen? Beim Besuch der Cyberdefence-Behörde INCD wurde eine Vereinbarung getroffen, nach der Österreich und Israel enger zusam - menarbeiten wollen. Besonders bei der Ab - wehr von Cyberattacken soll diese Kooperation vertieft werden.„Wir legen als österreichische Bundesregierung einen klaren Schwerpunkt auf die digitale Krisen- und Yad Vashem: Im Gedenken den Opfern ihre Identität zurückgeben Gemeinsam mit der österreichischen Botschafterin in Israel, Hannah Liko, und der Direktorin des Mauthausen Memorial, Barbara Glück, legte Nehammer im Namen der Republik Österreich an der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem einen Kranz nieder. „Die Nationalsozialisten haben Millionen von Menschen vernichtet. Sie ha - Booster sind der Schlüssel zum Erfolg Im Rahmen seiner Israel-Reise rief der Innenminister dazu auf, sich die dritte Impfung zu holen: „Israel ist das beste Beispiel. Das Land war in einer ähnlichen Situation wie Österreich jetzt und ein Schlüssel zum Erfolg im Kampf gegen die Pandemie war die Booster Impfung. Israel zeigt, daß es wirkt.“ n https://www.bmi.gv.at/ »Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 201 / 20. 12. 2021 Österreich, Europa und die Welt COP 26 in Glasgow Österreich leitet internationale Forschungskooperation für klimafitte Industrie Die energieintensiven Industrien Stahl, Zement und Chemie benötigen für ihre Produktion extrem hohe Temperaturen und große Mengen an Energie. Sie sind für gut ein Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Das Potential zur CO 2 -Vermeidung ist entsprechend groß – es liegt global bei rund 60 Gigatonnen bis 2050. Um dieses Potential heben zu können, müssen rasch neue Technologien und Innovationen entwickelt, skaliert und eingesetzt werden, denn der nächste Modernisierungszyklus steht in diesen Branchen bereits um 2030 an. Die Mission Innovation-Mitglieder, angeführt von Österreich und Australien, ent - wickeln eine Mission, um auf diese Herausforderung zu reagieren. Partnerorganisationen wie UNIDO und LeadIT unterstützen diese Initiative. Die MI-Partnerschaft zielt darauf ab, bis 2030 neue Investitionen für die Entwicklung von Schlüsseltechnologien zu mobilisieren, um eine zuverlässige, kostengünstige und emissionsfreie Produktion von Stahl, Ze - ment und Chemikalien zu ermöglichen. Die Forschungen der nächsten zehn Jahre sind entscheidend, um innovative industrielle Pro - zesse und Technologien weiter zu entwikkeln, die eine radikale Senkung der weltweiten CO 2 -Emissionen ermöglichen – so wie im Klimaübereinkommen von Paris vorgesehen. Der rasche Einsatz der Technologien ist Gebot der Stunde. Klimaschutzministerin Leonore Gewessler gab am 9. November im Rahmen der Weltklimakonferenz in Glasgow diese internationale Kooperation bekannt. Die operative Leitung in Österreich verantwortet der Klima- und Energiefonds. „Eine klimafitte Industrie ist ein wesentlicher Pfeiler im Kampf gegen die Klimakrise. Als Industrienation und mit langjähriger Erfahrung im Bereich klimafreundliche In - novationsförderung übernehmen wir Verantwortung und möchten einen wesentlichen Beitrag leisten“, sagt Gewessler. „Durch die Zusammenarbeit von privaten und öffentli - chen Partnern können zukunftsfähige Lösungen entwickelt werden. Ich freue mich, die ,Net-Zero Industries Mission‘ ankündigen zu können und auf die Zusammenarbeit mit un - seren internationalen Partnern. Diese internationale Kooperation ist auch ein toller Foto: BMK / Cajetan Perwein Klimaschutzministerin Leonore Gewessler wirtschaftlicher Anschub für eine zukunftsfähige und grüne Industriebranche.“ „Der Einsatz und die rasche Entwicklung neuer emissionsarmer Technologien ist von entscheidender Bedeutung, um ,Net-Zero‘ für alle Länder realisieren zu können. Deshalb arbeiten wir mit Mission Innovation zusammen, um Investitionen und praktische Maßnahmen in Forschung, Entwicklung und Demonstration voranzutreiben. Wir sind stolz darauf, daß wir die ,Net-Zero Industries Mission‘ gemeinsam mit Österreich leiten werden“, sagt Angus Taylor, australischer Mi nister für Industrie, Energie und Emissionsreduktion. Vorreiterrolle Österreichs Bereits in den 1950er-Jahren hat von Ös - terreich aus ein neues ressourcenschonendes Verfahren zur Stahlerzeugung seinen Siegeszug um die Welt angetreten: das Linz-Donawitz-Verfahren (LD-Verfahren). Heute werden weltweit 60 bis 70 Prozent des Stahls auf Basis des LD-Verfahrens erzeugt. 70 Jah - re später ist eine neue Technologierevolution gefordert, die die vollständige Dekarbonisierung energieintensiver Industrien ermöglichen. Klima- und Energiefonds-Geschäftsführerin Theresia Vogel: „Durch unsere langjährigen Kooperationen mit der Industrie wissen wir, daß grüne Innovationen, die rasch am Markt Fuß fassen, ein entscheidender He - bel für den Klimaschutz sind und Betrieben Wettbewerbsvorteile am globalen Markt »Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at 45 sichern. Für eine vollständige Dekarbonisierung dieser energieintensiven Branchen sind disruptive Innovationen notwendig, sozusagen ein Linz-Donawitz-Verfahren des 21. Jahrhunderts.“ Der Start der 10jährigen Mission ist für das erste Halbjahr 2022 geplant. Österreich steuert der „Net-Zero Industries Mission“ Expertise bei und wird von den Ergebnissen profitieren: Klimaneutralität der heimischen Industrie und Exportchan - cen für den Anlagenbau sichern und schaffen Arbeitsplätze. Das leistet einen wichtigen Beitrag zu Wohlstand am Standort Österreich. Mission Innovation Die 2015 gegründete Mission Innovation (MI) ist ein globale Initiative von 22 Ländern und der Europäischen Kommission, mit dem Ziel, Innovationen im Bereich Energietechnologien zu beschleunigen. Österreich ist seit dem Jahr 2018 Mitglied und durch das Klimaschutzministerium (BMK) vertreten. MI-Länder teilen die hohen Entwick - lungsrisiken, die nicht von einem einzelnen Land getragen werden können. Jede Mission nimmt sich einer großen ungelösten Herausforderung im Bereich der sauberen Energie an. Sie werden ergebnisorientiert durch eine Allianz aus Ländern, Unternehmen und Forschungseinreichungen umgesetzt und für die Dauer von zehn Jahren konzipiert. n https://www.bmk.gv.at/ https://www.klimafonds.gv.at/ http://mission-innovation.net/

Wir danken dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, dem Land Oberösterreich und PaN – Partner aller Nationen für die aktive Unterstützung unserer Arbeit für Österreich.