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Ausgabe 201

Magazin mit Berichten von der Politik bis zur Kultur: ab 2022 vier Mal jährlich mit bis zu 165 Seiten Österreich.

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 201 / 20. 12. 2021 Religion und Kirche Klimaschutz und Schöpfungsbewahrung sind Gebot der Stunde Evangelische Kirchen starten zum Advent ins Jahr der Schöpfung – Gottesdienst zum Auftakt des Aktionsjahres Screenshot: epd / Dasek Bischof Chalupka: „Die Zukunft nicht der Allmachtsphantasie des Menschen überlassen.“ Mit dem ersten Adventsonntag, dem Beginn des Kirchenjahres, sind die Evangelischen Kirchen in das „Jahr der Schöpfung“ gestartet. Das kommende Jahr steht ganz im Zeichen der Schöpfungsverantwortung und des Klimaschutzes. Bei einem Gottesdienst am Vorabend des ersten Adventsonntags in der Wiener Lutherkirche, der aufgrund der Pandemie als Online-Gottesdienst via YouTube übertragen wurde, er - folgte der Auftakt zum Schwerpunktjahr, das dezentral mit vielfältigen Veranstaltungen und Initiativen begangen wird. „Klimaschutz und Schöpfungsbewahrung sind das Gebot der Stunde, wenn es dar um geht, nach dem Guten für die Nächsten zu streben: für die Kinder und die Enkelkinder, für die NachbarInnen, für die Menschen weltweit, die – wie wir alle – von den schlimmen Folgen der Klimakrise betroffen sind“, sagte der evangelisch-lutherische Bischof Michael Chalupka in seiner Predigt. Die Kirchen seien „nicht erst jetzt aufgewacht“, sondern sie setzten sich seit mehr als dreißig Jahren für die Bewahrung der Schöpfung und die Klimagerechtigkeit ein, er in - nerte der Bischof. Aber jetzt sei es Zeit, „in den eigenen Strukturen und Institutionen auf - zuzeigen und vorzuleben, daß es möglich ist, klimaneutral zu leben, sowohl beim Woh nen, in der Ernährung und auch der Mobilität, daß Verzicht auf unbegrenzten Ressourcenverbrauch auch einen Gewinn an Lebensqualität bedeuten kann“. Deshalb, kündigte Chalupka an, arbeiten die Kirchen in diesem Jahr besonders an einem umfassenden Klimaschutzkonzept für alle Ebenen der Kirche. Der Bischof wies im Gottesdienst auch auf die globale Dimension der Klimakata - strophe hin. Die Menschen im globalen Sü - den litten besonders unter den Folgen des Klimawandels, „sie haben am wenigsten zur Klimakatastrophe beigetragen und sind die ersten, die unter ihr leiden“. „Mit der Schöpfung Gott zu loben, mit der Schöpfung zu seufzen und der Erlösung zu harren, in der Hoffnung zu bleiben und sich nicht der Verzweiflung zu ergeben und mit eigenen Händen zu tun, was möglich ist, aber die Rettung der Welt in Gottes Händen zu wissen, das ist es, was wir Christinnen und Christen beizutragen haben zur weltweiten Bewegung, die die Zukunft nicht der Allmachtsphantasie »Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at 132 des Menschen überlassen will, sondern um die Verletzlichkeit des Menschen und der Schöpfung weiß“, schloß der Bischof. Am Gottesdienst beteiligten sich auch die ehrenamtlichen Umweltbeauftragten der

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 201 / 20. 12. 2021 Religion und Kirche 133 Screenshot: epd / Dasek Nahmen per Videokonferenz am Gottesdienst teil. V.l. 1. Reihe: Anke Bockreis, Harald Tremmel, Anna Zollitsch, Francesca Christ; 2. Reihe: Johannes Tintner-Olifiers, Milena Moser, Daniel Berthold, Magdalena Ambrosch; 3. Reihe: Astrid Tendis-Knely, Elisabeth Pausz Screenshot: epd / Dasek Evangelischen Kirche. „Natur- und Umweltschutz auf gesetzlicher Ebene zu verankern ist zu wenig“, erklärte Werner Schwarz. Es gel te, die Schöpfung in Ehrfurcht in ihrer Gesamtheit zu betrachten und für die Be - wahrung der Vielfalt und Schönheit einzutreten, „das ist meine Motivation“, so der Um - weltbeauftragte in Salzburg und Tirol. Der niederösterreichischen Umweltbeauftragten Inge Janda ist der Erhalt der Biodiversität ebenso wichtig der Einsatz von um weltschonenden Materialien im Bauwesen. Die Katastrophen der Zeit hätten „deutlich gezeigt, daß Atomkraft und fossile Energien nicht die Zukunft sind“. Janda ist überzeugt, „steter Tropfen höhlt den Stein“, jede kleine Maßnahme, die konsequent umgesetzt werde, trage zur Verbesserung bei. Janda: „Es ist höchste Zeit, daß wir an die Zukunft denken und alles für eine Trendwende mobilisieren, damit unsere Kinder noch eine in - takte Erde vorfinden. Denn die Klimakata - strophe kennt keinen Lockdown.“ In dem Gottesdienst wurde auch um den Segen für die SchöpfungsbotschafterInnen gebetet, die Bischof Chalupka erstmals vorstellte. Aufgrund der Pandemie waren sie per Video zugeschaltet. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen und entstammen, so Chalupka, der „Enkel- ebenso wie der Großelterngeneration“. Bereits seit längerer Zeit setzen sich die BotschafterInnen für den Klimaschutz ein, nun werden sie die Idee und das Anliegen Mit dem ersten Adventsonntag, dem Beginn des Kirchenjahres, sind die Evangelischen Kirchen in das „Jahr der Schöpfung“ gestartet. des Schöpfungsjahres in ihrem jeweiligen Bereich vertreten und verbreiten. Die BotschafterInnen des Jahres der Schöpfung sind der burgenländische Bio- Weinbauer Harald Tremmel, Altbischof Herwig Sturm und AHS-Lehrerin Astrid Tendis- Knely (Kärnten), Sozialarbeiterin Anna Zollitsch (Niederösterreich), Unternehmer Ul - rich Böheim (Oberösterreich), Lehrerin Francesca Christ (Salzburg), Gemüsebäuerin und Studentin Magdalena Ambrosch (Steiermark), Bauingenieurin Anke Bockreis (Ti - rol) und Umweltwissenschaftler Johannes Tintner-Olifiers (Wien) sowie die Schülerin Milena Moser vom Evangelischen Realgymnasium Donaustadt und Daniel Berthold, der an dieser Schule sein „Freiwilliges Soziales Jahr“ absolviert. Botschafterin in der Evangelisch-methodistischen Kirche ist die Wiener Studentin Magdalena Gnigler. An der Gestaltung des Gottesdienstes wirkten Pfarrerin Eva Harasta, theologische Referentin des Bischofs, Kirchenrätin An drea Sölkner, der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld und der methodistische Superintendent Stefan Schröckenfuchs sowie per Videoschaltung die Umweltbeauftragten Inge Janda, Andrea Kampelmühler, Reinhold Lazar und Werner Schwarz mit. An der Orgel und im Sologesang war Jörg Espen - kott, Kantor der Lutherkirche, zu hören. n https://evang.at/ Zum Jahr der Schöpfung gibt es auch den neuen YouTube-Adventkalender der Evangelischen Kirche, der am ersten Adventsonntag sein erstes Türchen geöffnet hat: https://evang.at/youtube »Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at

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