ÖSTERREICH JOURNAL NR. 200 / 15. 10. 2021 Wissenschaft & Technik Archäologische Entdeckung mit internationaler Bedeutung Auf der Bahnstrecke Pottendorfer Linie wurde ein rund dreitausend Jahre alter, einzigartiger Goldschatz entdeckt 116 Foto: ÖBB / Frey v.l.: Security-Mitarbeiter, Franz Bauer, Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur AG, Carmen Jeitler-Cincelli, Abgeordnete zum Nationalrat, Wolfgang Kocevar, Bürgermeister von Ebreichsdorf, Christoph Bazil, Präsident des Bundesdenkmalamts und ein weiterer Security-Mitarbeiter Der zweigleisige Ausbau der rund 50 Ki - lometer langen Pottendorfer Linie zwischen Wien Meidling und Wiener Neustadt stellt eine wichtige Maßnahme der Österreichischen Bundesnbahnen ÖBB zur Kapazitätserweiterung auf der Südstrecke dar. Er schafft die Voraussetzungen für ein besseres Angebot sowohl im Fernverkehr, als auch im Nahverkehr für tausende PendlerInnen südlich von Wien. Bis Ende 2023 ist die durchgehende Zweigleisigkeit hergestellt. Die Bautätigkeiten führen in Ebreichsdorf aber nicht nur in die Zukunft, sondern auch weit in die Vergangenheit. Während der Arbeiten ist man auf umfangreiche archäologische Funde gestoßen, die man in eine Zeit um ca. 1.000 vor Christi Geburt datiert. Siedlung aus der Bronzezeit Im Zuge des zweigleisigen Ausbaus der konnte eine urgeschichtliche Siedlung in bei - Foto: ÖBB / Frey nahe ihrer gesamten Ausdehnung freigelegt werden. Diese Ausgrabungen ermöglichen es, Ein Blick auf die Großbaustelle Pottendorfer Linie »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at ein außergewöhnlich umfassendes Bild einer urnenfelderzeitlichen Siedlung (1.300 bis
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 200 / 15. 10. 2021 Wissenschaft & Technik 117 800 v. Chr., späte Bronzezeit) zu erlangen. Diese für die damalige Zeit große Siedlung gehört auch zu den größten in Österreich bisher freigelegten. Christoph Bazil, Präsident des Bundesdenkmalamts: „Ein 3.000 Jahre altes Dorf bekommt die archäologische Forschung so gut wie nie zur Gänze zu fassen. Die großartigen Ergebnisse in Ebreichsdorf sind Resultat des professionellen Zusammenspiels von Planung, ÖBB, ArchäologInnen und Bundes - denkmalamt. Bewahrung des kulturellen Er - bes und Innovation sind keine Gegensätze.“ Foto: ÖBB / Frey Foto: ÖBB / Frey Goldschale Goldschlinge Entdeckung mit internationaler Bedeutung Grabungen durch den archäologischen Dienstleister Novetus GmbH laufen seit dem Jahr 2019, dabei wurden 70.000 Quadratmeter Fläche untersucht und 5.000 Fundnummern vergeben. Die Funde – darunter sind Reste von Wohn-, Arbeits- und Speicherbauten – geben Einblicke auf die Lebensbedingungen und die Wohnverhältnisse der Menschen damals. Bazil: „Spektakulär war der Fund eines vor 3.000 Jahren verborgenen Schatzes. Das Bundesdenkmalamt hat die reich verzierte Goldschale, die Goldspiralen und Reste eines golddurchwirkten Textils aufgrund ihrer europaweiten Bedeutung sofort unter Schutz gestellt. Mit diesem Goldschatz geht die archäologische Grabung in Ebreichsdorf in die Geschichte ein. Die Großbaustelle wurde zu einem Hotspot der internationalen Forschung, in die auch Bundesmittel für den Denkmalschutz fließen.“ Für die ÖBB nimmt das Thema Archäologie einen hohen Stellenwert ein. Archäologische Erkundungen von Projektgebieten sind erforderlich, um Zeugnisse der Vergangenheit zu bewahren. Das sieht man als Teil unseres Auftrages, nachhaltig zu bauen. Ge - plant ist, die Funde nach Abschluß der wissenschaftlichen Arbeiten im Naturhistorischen Museum der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Franz Bauer, Vorstandsdirektor der ÖBB- Infrastruktur AG: „Neues zu bauen und Altes zu bewahren ist eine unserer Prämissen bei der Umsetzung von Bauprojekten. Im Rahmen eines solchen Großprojekts sind archäologische Grabungsarbeiten auch als Teil der Umweltverträglichkeitsprüfung vorgeschrieben. Als ÖBB gehen wir diesbezüglich selbstverständlich mit größter Sorgfalt vor und freuen uns, wenn durch dieses Projekt für die Zukunft nicht nur die Kapazität auf den Schienen zwischen Wien und Wr. Neustadt gesteigert wird, sondern auch die Erforschung der Vergangenheit und der Lebensbedingungen der Menschen vor mehr als 3.000 Jahren ermöglicht wird.“ Carmen Jeitler-Cincelli, Abgeordnete zum Nationalrat: „Der Ausbau der Schiene ist wichtig, um noch mehr Menschen zum Zug zu bringen und um einen schnellen Transport von Wirtschaftsgütern zu ermöglichen, damit die umweltfreundliche Bahn eine konkurrenzfähige Alternative zu den anderen Verkehrsmitteln wird. Projekte wie dieses haben neben dem Klimaschutz in vielerlei Hinsicht Benefits – und wenn dabei auch noch ein Beitrag zur wissenschaftli - chen Aufarbeitung der Vergangenheit einer Stadt geleistet werden kann, dann kann man hier nur zu einem gelungenen Gesamtprojekt gratulieren.“ Wolfgang Kocevar, Bürgermeister von Ebreichsdorf: „Daß der Ausbau der Pottendorfer Linie eine Reihe an Verbesserungen für Ebreichsdorf bringt, haben wir gewußt. Daß die Arbeiten hier aber derart bemerkenswerte Entdeckungen ans Tageslicht fördern, war nicht zu erwarten, freut uns als Stadt gemeinde aber umso mehr. Wir sind natürlich sehr daran interessiert, zu erfahren, wie jene Menschen, die dieses Gebiet vor tausenden Jahren besiedelt haben, gelebt haben.” https://infrastruktur.oebb.at/suedstrecke »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at
Ausg. Nr. 200 • 15. Oktober 2021
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