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Ausgabe 199

Magazin mit Berichten von der Politik bis zur Kultur: sechs Mal jährlich mit bis zu 145 Seiten Österreich. Downloads in vier verschiedenen pdf-Varianten auf http://oesterreichjournal.at/

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 199 / 22. 06. 2021 Österreich, Europa und die Welt LIVE-TALK mit den AuslandsoberösterreichernInnen 56 Die gebürtige Puchenauerin Doris Berger, leitende Kuratorin des neuen OSCAR- Museums in Los Angeles, und der Teamchef der israelischen Fußball-Nationalmannschaft, Willi Ruttensteiner aus Wolfern, plauderten als LIVE-GÄSTE mit Landeshauptmann Thomas Stelzer und Moderator Florian Danner. Foto: Land OÖ / Max Mayrhofer v.l.: Doris Berger, leitende Kuratorin des neuen OSCAR-Museums in Los Angeles Moderator Florian Danner und, LH Thomas Stelzer Guten Morgen und Mahlzeit nach Amerika, schönen Nachmittag und guten keit, mich in OÖ impfen zu lassen? Wie geht fessor für Sprachwissenschaften an der Bri- der Heimat machen? Gibt es eine Möglich- Stefan Dollinger verlost. Dollinger ist Pro- Abend nach Europa und Afrika, gute Nacht nach Asien und Australien“, so hieß Landeshauptmann Thomas Stelzer seine Landsleute im Ausland beim 1. Online LIVE-TALK des Netzwerkes von OÖ International willkommen. „In Zeiten von Covid-19 ist ein persönlicher Kontakt mit unseren Landsleuten im Ausland kaum möglich. Daher wollte ich mich über diese digitale Plattform austauschen, persönliche Anliegen entgegennehmen und aktuelle Fragen beantworten. Der direkte Kontakt zu unseren Mitgliedern ist mir sehr wichtig. Denn sie repräsentieren un - ser Bundesland in der Ferne und sind unsere Botschafterinnen und Botschafter Oberösterreichs“, so der Landeshauptmann. Grund zum informellen Austausch gab es genug. Die Landsleute hatten vielen brennende Fragen, die Großteils beantwortet es dem Wirtschaftsstandort OÖ aufgrund der Pandemie? Gibt es eine organisatorische Un - terstützung, wenn ich wieder in der Heimat Fuß fassen möchte? Wie können meine Kinder, die im Ausland geboren wurden, eine enge Verbindung zu OÖ aufbauen? Gibt es Austauschmöglichkeiten? Was macht OÖ im Bereich Digitalisierung? Zwei Landsleute aus den Bereichen Kultur und Sport wurden beim LIVE-TALK vor den Vorhang geholt: Doris Berger, leitende Kuratorin des Academy Museum of Motion Pictures (Oscar Museum) in Los Angeles, das Ende September diesen Jahres offiziell eröffnet wird – und Willi Rutensteiner, Sportdirektor und Teamchef der israelischen Fußball-Nationalmannschaft, der auch über die aktuelle angespannte Lage vor Ort be - richtete. Zum Ausklang wurden noch zwei Exemplare tish Columbia University in Vancouver/ Kanada. Über 800 Landsleute aus rund 100 Ländern auf allen Kontinenten der Welt sind Mitglied von OÖ International. Die Palette reicht von EntwicklungshelfernInnen und Di - plomatenInnen über SportlerInnen und Kulturschaffenden bis hin zu Lehrenden und Stu - dierenden oder bekannten Wirtschaftsgrössen. Selbstverständlich wird oftmals auch der großen Liebe wegen ins Ausland gegangen und dort eine Familie gegründet. Wer im Ausland lebt, fühlt sich oftmals noch viel enger mit seiner Heimat verbunden. „Über unser Netzwerk OÖ International bleiben wir mit unseren Landsleuten im Ausland bestens vernetzt, auch in Krisenzeiten. Dieser Zusammenhalt ist mir wichtig. Denn: Einmal Oberösterreicher – immer Oberösterreicher“, so der Landeshauptmann abschlies- werden konnten, so zum Beispiel: „Wie sieht des neu erschienenen Buches „Östersend. n die aktuelle Covid-19-Situation in Oberöster - reich aus? Können wir im Sommer Urlaub in reichisches Deutsch oder Deutsch in Österreich?“ des gebürtigen Attnang-Puchheimers https://www.land-oberoesterreich.gv.at/ https://www.ooe-international.at/talk »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 199 / 22. 06. 2021 Österreich, Europa und die Welt Gmundner Keramik:»Grüngeflammtes« wird Kulturerbe 57 Die österreichische UNESCO-Kommission hat drei neue »Elemente« in die nationale Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen, darunter eines aus Oberösterreich: das »Traditionelle Handwerk in Gmunden: das Flammen von Keramik« Insgesamt finden sich derzeit auf der nationalen, österreichischen Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO 136 Traditionen, 30 davon kommen aus Oberösterreich oder stehen in unmittelbarem Zusammenhang zum Land. „Jede Tradition und jedes Brauchtum, das in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes Eingang findet, muß über mehrere Generationen hinweg bis in die Gegenwart gelebt werden. Das unterstreicht, wie le bendig Traditionen in Oberösterreich ge pflegt werden und wie sehr sie auch in der Gegenwart unseren Alltag prägen. Die Be wahrung unserer Heimat, unserer Traditionen und Wurzeln ist ein zentraler Auftrag in Oberösterreich“, betonte Landeshauptmann Thomas Stelzer. Foto: 2021 Gmundner Keramik Handels GmbH Die grüne Bänderung in Verbindung mit dem weißen Glasurgrund bildet das typische „Grüngeflammte“, das auf Geschirr und Dekorgegenstände angebracht wird. Keramik-Land Oberösterreich Fast jedem Österreicher ist das „Grüngeflammte“ der Gmundner Keramik ein Be - griff. Daß die Technik bereits im 17. Jahrhundert in Gmunden nachweisbar ist und bis heute als gelebte Tradition immer noch ausgeführt wird, ist weniger bekannt, aber einzigartig. Zur großen Blüte des Gmundner Keramik-Handwerks hatte sich im Laufe des 17. Jahrhunderts die typische Dekortechnik mit dem bekannten Grün nach eigener Re - zeptur bereits etabliert. Ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde in Gmunden die typische Musterung mit Bänderung in Grün auf weißem Glasurgrund vorwiegend für Gebrauchskeramik als Schmuck verwendet. Diese sehr spezifische Auszier etablierte sich unter der Bezeichnung „Grüngeflammtes Geschirr“. Daß dabei vorwiegend mündliche Überlieferung in der Unterweisung der Technik notwendig ist, erklärt sich aus der Technik heraus. „Daß dieses alte Handwerk heute noch gepflegt wird, ist ein großes Verdienst der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gmundner Keramik, denen ich dafür sehr herzlich danke“, so der Landeshauptmann, der auch der MF-Gruppe Anif, die das Traditionsunternehmen und seine Produktpallette zeitgemäß weiterentwickelt, für ihr großes En gagement dankt. Hinter der schlichten Inventarnummer K 133 verbirgt sich in den Sammlungen des Landesmuseums ein bedeutender Kulturschatz. Handelt es sich doch bei der Godenschale mit weißer Zinnglasur und grüngeflammtem Dekor um die weltweit älteste erhaltene Schale in dieser Technik. Die Dekkelschale ist mit zwei plastisch ausgeformten Engelsköpfen als Handhaben ausgestattet und hat einen Durchmesser von lediglich 16 Zentimeter. Hergestellt wurde sie in Gmunden im 2. Viertel des 17. Jahrhunderts. Die berühmte Godenschale wurde 1907 bei Umbauarbeiten in Schwanenstadt gefunden und ging als Schwanenstädter Fund in die Geschichte ein. Der Erwerb durch das Landesmuseum wurde durch Spenden von oberösterreichischen Firmen und Privatpersonen möglich. Letztere, darunter auch die Förderer des Oö. Landesmuseums, tragen auch heu te noch sehr wesentlich zur Sammlungserweiterung bei. So konnte zuletzt ein großer Teil der von der Wiener Werkstätte gestalteten Ladeneinrichtung der Schleiss Keramik Gmunden erworben werden. Ausstellung zur Gmundner Keramik im Schloßmuseum Linz Im November 2021 wird die OÖ. Landes- Kultur GmbH in einer Ausstellung die Ge - schichte der Gmundner Keramik von Grüngeflammt bis zu den farbenfrohen Fayencen würdigen. Erzählt wird auch die Entwick - lung von einstmals vielen Werkstätten bis zu einer der wenigen, heute noch bestehenden. In begleitenden Workshops – eine Kooperation mit dem Unternehmen Gmundner Keramik – können unterschiedliche Techniken erlernt und vertieft werden. Ein Teil des Vermittlungsprogramms werden Kurse zur Ar - beit mit 3D-Keramikdruckern sein. Parallel zur Ausstellung erscheint eine Publikation zur Geschichte der Gmundner Keramik. Gründung der Academy of Ceramics Gmunden Anläßlich der Erhebung der Gmundner Flammtechnik zum immateriellen Kulturerbe wird im Laufe dieses Jahres die Academy of Ceramics Gmunden (AoCG) gegründet. „Wir wollen dazu beitragen, dieses großartige, traditionelle Handwerk in die Zukunft zu führen. Dazu ist es nötig, KünstlerInnen, HandwerkerInnen und all jene zu fördern, die sich diesem Metier verschrieben haben“, freut sich Alfred Weidinger, Direktor der OÖ Landes-Kultur GmbH, schon heute auf die in 2022 beginnenden Projekte. n https://www.land-oberoesterreich.gv.at/ https://www.gmundner.at/ »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

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