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Ausgabe 198

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ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 198 / 19. 04. 2021 »Burgenland Journal« Eisenstadt investiert 500.000 Euro in Innenstadt-Paket 64 Bürgermeister Thomas Steiner fordert von Bund und Land einen »Marschall-Plan« für Innenstädte Onlineshopping, strukturelle Veränderungen und nicht zuletzt Corona haben vor allem die Stadtkerne immer mehr unter Druck gebracht. Handels- und Gastronomiebetriebe kämpfen ums Überleben. Die Politik muß jetzt reagieren, um den Kollaps der Stadtkerne nach der Pandemie zu verhindern. Bürger - meister Thomas Steiner fordert deswegen einen „Marshall-Plan“ für die Innenstädte und präsentiert das 500.000 Euro-Innenstadt-Paket für Eisenstadt. „Die Innenstadt ist gleichsam die Seele einer Stadt. Deshalb müs sen wir alles tun, um sie zu stärken, die Aufenthaltsqualität weiter zu stärken, die Nachteile gegenüber Einkaufszentren auszugleichen und die Besucherfrequenz zu steigern“, erklärt Steiner. Ganz besonders die großen Einkaufszentren an den Stadträndern und immer stärker der Internethandel setzen den innerstädtischen Handel immens unter Druck. Mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie ist nun ein dritter, vielleicht noch zerstörerischer, Fak tor hinzugekommen. Die Coronakrise dynamisiert die Veränderungsprozesse und verschärft die Gefahr, daß einzelne Städte ausbluten. Viele Unternehmen sind durch Um satzausfälle schwer belastet. Ebenso wie ArbeitnehmerInnen, die ihren Job verloren haben oder sich in Kurzarbeit befinden. „Alle politischen Ebenen sind extrem gefordert, Betroffenen in dieser Phase Unterstützung in unterschiedlichster Form zu geben. Wir müssen jetzt die notwendigen Maßnahmen setzen, um die Wirtschaft nachhaltig wie der anzukurbeln“, so Steiner. Konkret appelliert er an den Bund und an das Land, Kommunen finanziell bei der Bewältigung dieses Problems zu unterstützen. Dazu schlägt er die Schaffung eines Innenstadt-Fonds vor. Steiner weiter: „Eisenstadt wird seines dazu beitragen und ein Innenstadt-Paket von rund 500.000 Euro jährlich schnüren.“ Sieben Punkte für die Stärkung der Innenstadt m Die Aufenthaltsqualität wird weiter ge - stei gert. Foto: Magistrat der Landeshauptstadt Freistadt Eisenstadt v.l.: Vizebügermeister Istvan Deli, Bürgermeister Thomas Steiner und Gemeinderätin Waltraud Bachmaier auf der Fußgängerzone Eisenstadt m Die Erreichbarkeit der Innenstadt soll verbessert werden. m Schaffung eines Stadt- und Standortmarketings, das sich neben anderen Aufgaben auch ganz besonders um die Innenstadt kümmert. m Leerstandsvermittlung m Attraktive Veranstaltungskonzepte, die im vorigen Jahr auf Grund Corona umgesetzt wurden, werden ausgebaut. m Eisenstadt wird auf die Einhebung der Schanigartengebühr auch 2021 verzichten m Einführung eines Innenstadt-Bonus für Gründer in der Innenstadt. https://www.burgenland.at Steiner: Monatlicher Bonus für UnternehmensgründerInnen der Innenstadt Steiner erklärt den Innenstadt-Bonus: „Un ternehmensgründerInnen, die sich in der Innenstadt ansiedeln, bekommen in den er - sten drei Geschäftsjahren einen monatlichen Bonus. Damit wollen wir ihnen, in den ohnehin schwierigen Anfangsjahren, einen Teil ihrer finanziellen Sorgen abnehmen. Unternehmer, die so mutig sind, sich in diesen schweren Zeiten in der Innenstadt anzusiedeln, sollen einen Bonus erhalten mit dem sie einen Teil ihrer Fixkosten oder ihre Werbekampagne finanzieren können.“ Es gibt eine Basisförderung von 500 im ersten, 300 im zweiten und 200 Euro im dritten Jahr. Die se Förderung wird für Dienstleistungsoder Handelsbetriebe, die es in der Innenstadt noch nicht oder in unzureichender Zahl gibt, im ersten Jahr verdoppelt. Als Beispiel nennt Steiner hier etwa Fleischer oder Kinderspielzeuggeschäfte. Diese würden 1000 Euro monatlich im Gründungsjahr erhalten. „Wir wollen damit auch den Branchenmix verbessern und Handels- oder Gewerbebetriebe, die wir dringend brauchen, in die Stadt bringen“, so Steiner, der weiter erklärt: „Die - se Förderung bringt allen Unternehmern der Stadt etwas. Jedes Geschäft, das zusätzlich in die Stadt kommt, bringt mehr Angebot und damit mehr Frequenz für alle in die Innenstadt. Der Weg der Innenstadt kann nur ein ge meinsamer sein.“ Der genaue Kriterienkatalog wird in den nächsten Wochen mit Ex - pertInnen und UnternehmerInnen erarbeitet. Die Förderung soll auch für jene möglich sein, die sich im Corona-Jahr 2020 in der Innenstadt angesiedelt haben. Geplanter Start

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 198 / 19. 04. 2021 »Burgenland Journal« 65 soll im zweiten Halbjahr sein. Der Fördertopf wird vorerst im ersten Jahr mit 100.000 Euro dotiert. Istvan Deli: Qualität und Attraktivität der Innenstadt stärken „Der Branchenmix und das Geschäftsangebot ist das eine, es braucht aber auch noch andere Dinge für eine lebendige Innenstadt. Sie muß ansprechend gestaltet und leicht erreichbar sein“, so Vizebürgermeister Istvan Deli. Er erklärt weiter: „Bäume mit Sitzgelegenheiten, ein ansprechender In- und Outdoorspielplatz – wir arbeiten stetig daran, daß sich die Menschen in der Innenstadt wohlfühlen.“ Dazu hat die Stadt in Sachen Nahmobilität viel vor. Deli erklärt: „Radfahr- Offensive, Zu-Fußgeh-Offensive und eine laufende Evaluierung und Attraktivierung des Stadtbusses tragen dazu bei, daß Eisenstadt eine Stadt der kurzen Wege ist.“ Zudem wird die Stadt ein neues Stadt- und Standortmarketing einführen. Deli dazu: „Das neue Tourismusgesetz zentralisiert die Tourismusverbände. Regionalisierte Kampagnen sind dadurch nicht möglich. Also wird die Stadt hier eigene Wege gehen. Wir werden mit einem neuen Stadt- und Standortmarketing die Innenstadt und das gesamte Stadtgebiet touristisch noch besser vermarkten.“ Die Stadt wird hier rund 150.000 Euro jährlich investieren. Waltraud Bachmaier: Ohne Angebot kommen die Menschen nicht in die Innenstadt „Um vor allem auch die Gastronomie in der Innenstadt bestmöglich zu unterstützen, werden wir unsere covid-freundlichen kleinen Sommerevents auch 2021 fortführen. Mit „Music in the City“ und zuletzt auch „Matinee in the City“ sind wir Vorreiter“, so Waltraud Bachmaier, Obfrau des Ausschusses für Kultur und Tourismus. Die Idee: Wö chent - lich spielen Bands oder Blasmusikkapellen auf Rechnung der Stadt in der Nähe der Schanigärten auf. Bachmaier erklärt die Hin - tergründe: „Es ist uns wichtig, den Eisenstädtern selbst, aber auch unseren Gästen, trotz Corona ein entsprechendes Programm zu bieten. Ohne Angebot kommen die Menschen nicht in die Innenstadt. 2020 taten das bei den kleinen Events insgesamt etwa 4.000 Menschen. Die Gastronomen, aber auch die Handelsgeschäfte sind auch weiter eingeladen, diese Events für sich zu nutzen – etwa mit eigenen Zusatzangeboten, veränderten Öffnungszeiten oder Specials.“ Die Gäste können die Musik in einem der Schanigärten in der historischen Innenstadt oder auf den Liegestühlen auf sich wirken lassen. Man kann im Lokal sein Bier trinken oder einfach auf einem der Eisenstadt-Liegestühle die Seele baumeln lassen. Wie schon im Vorjahr wird auch heuer den Gastronomen die Schanigartengebühr erlassen. n Der Gut(e)schein, um regional zu sein! Foto: Magistrat der Landeshauptstadt Freistadt Eisenstadt v.r.: Bürgermeister Thomas Steiner in der Eisenstädter Fußgängerzone mit den UnternehmerInnen Franz Pospischill, Katja Harnisch und Monika Karner https://www.burgenland.at Ostösterreich muß angesichts der angespannten Situation in den Spitälern und der hohen Infektionszahlen im Lockdown bleiben. „Das ist leider derzeit alternativlos. Aber wir denken an die Zukunft und an die Zeit der Wiedereröffnung. Auch dieses Mal wollen wir unseren UnternehmerInnen unter die Arme greifen und nach den zwei Wirtschaftspaketen mit einem eigenen Gutscheinsystem die Menschen animieren, in der Stadt einzukaufen“, so Bürgermeister Thomas Steiner. Der Gut(e)schein wird nach dem Lockdown in elf Verkaufsstellen angeboten und kann dann in mindestens 125 Ei - senstädter Betrieben eingelöst werden. Steiner erklärt: „Die beiden Gutscheinaktionen im Vorjahr sind von den UnternehmerInnen und den EisenstädterInnen sehr gut angenommen worden. Was fehlte, war die Möglichkeit, diese auch zu kaufen und zu verschenken. Mit den neuen Eisenstädter Scheinen wollen wir Kaufkraft binden und die Leu - te noch mehr zum Shoppen in der Stadt zu motivieren.“ Im Juni und im Dezember erhielten jede Eisenstädterin und jeder Eisenstädter einen 10 Euro-Gutschein für die heimischen Be - triebe. Damit verknüpfte Steiner damals wie heute einen Appell: „Warten Sie mit dem Kauf von Dingen, die sie nicht dringend brauchen, bis nach dem Lockdown. Kaufen Sie regional und nicht online. Helfen Sie den Angestellten in der Stadt und nicht den Aktionären der Online-Konzerne. Wir werden alle Kraft brauchen, um der Wirtschaft dann auch wieder anzukurbeln.“ Der Eisenstädter Schein ist als 10, 25 und 50 Euro-Gutschein erhältlich und wird nach dem Lockdown im Rathaus, im Tourismusbüro in der Fußgängerzone und mehreren Ge schäften oder Lokalen verkauft. Die Gutscheine haben selbstverständlich fortlaufende Nummern und sind durch einen speziellen Lack auch fälschungssicher. Die Intensivbewerbung erfolgt mit Lockdown-Ende. Alle UnternehmerInnen der Stadt wurden vor kurzem über diese Neuerung informiert und eingeladen, die Gutscheine anzunehmen. Steiner rechnet rund mit 300 Betrieben, also etwa dieselbe Anzahl von UnternehmerInnen, wie bei den Unterstützungspaketen 2020. Da hatte die Landeshauptstadt mehrere Maßnahmen im Gesamtwert von fast einer halben Million Euro geschnürt. n https://www.eisenstadt.gv.at/

Wir danken dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, dem Land Burgenland, Land Oberösterreich und PaN – Partner aller Nationen für die aktive Unterstützung unserer Arbeit für Österreich.