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Ausgabe 198

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ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 198 / 19. 04. 2021 Österreich, Europa und die Welt 6 Die Zukunft liegt in der Kooperation Wehmütig erinnerte der Bundespräsident an den Frauentag im Vorjahr, der noch physisch mit zahlreichen Teilnehmerinnen in der Präsidentschaftskanzlei begangen wurde. Man habe Bekannte begrüßt und Kontakte knüpfen können. Dennoch freue er sich über die zahlreichen ZuseherInnen, „ja es sind auch Männer dabei“. Unter anderem begrüßte Bundespräsident Van der Bellen Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, Bundeskanzlerin a.D. Brigitte Bierlein, Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer und NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger sowie die Frauensprecherinnen der Parlamentsparteien, zahlreiche Landesrätinnen und Bürger - meisterinnen. Doris Schmidauer erinnerte ebenfalls an die „stimmungsvollen Bilder aus dem vergan - genen Jahr“ und daran daß „besonders Frauen“ die Auswirkungen der Coronakrise am eigenen Leib verspürt hätten. Oftmals seien Frauen von den Mehrfachbelastungen durch Beruf, Home Office, Distance Learning und der Pflege von Angehörigen betroffen gewesen. Nach wie vor sei die „Kluft zwi - schen Frau en und Männern“ in Wirtschaft und Bildung groß. Und auch während der Krise seien die zu Wort gekommenen Experten großteils Männer gewesen, so Doris Schmidauer. Frauen hielten das Land am Laufen, erklärt werde es aber nach wie vor überwiegend von Männern. Daher brauche es Zusammenhalt. Autorin und Journalistin Ingrid Brodnig Drei Expertinnen lieferten Impulse Yvonne Magwas, aus Berlin per Video zugeschaltete Vorsitzende der Gruppe der Frauen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion berichtete über die Bestrebungen in Deutschland, mehr Frauen in Aufsichtsräte und Vorstände zu bekommen. Er freulich sei, daß allein die Diskussion dazu ge führt habe, daß Unternehmen vermehrt Frau en für Führungspositionen suchten. Frei lich sei die Quote „nur ein Instrument“, ebenso wichtig sei etwa die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder „der Anspruch auf Mutterschutz auch für Vorstandsfrauen“. Überhaupt müsse Familienverantwortung trotz oder mit Führungsposition möglich sein. Ingrid Brodnig, Autorin und Journalistin, wies auf den Umstand hin, daß auch in digitalen Zeiten, „tradierte Geschlechterrollen eine Rolle“ spielten. Als Beispiel führte sie Sprachassistenzsysteme an, von denen nicht nur viele einen weiblichen Namen tragen und eine weibliche Stimme haben, sondern auch Fotos: Peter Lechner / HBF Kultur- und Geschlechterforscherin Beatrice Frasl klassische Geschlechterstereotypen erfüllten. Auch gebe es Untersuchungen, wonach Spracherkennungssoftware Frauenstimmen schlechter verstehen. Das liege unter anderem daran, daß diese mit Audioaufnahmen von Männerstimmen trainiert wurden. „Häufig werden Produkte für Männer als Normalfall ausgerichtet“, so Ingrid Brodnig. Technik müsse aber stärker auf feministische Aspekte ausgerichtet werden. Daher stelle sich die Frage, „was kann man tun, das Netz fe ministischer zu gestalten?“. Beatrice Frasl, Kultur- und Geschlechterfor - scherin, postulierte, daß psychische Ge - »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at sundheit auch ein feministisches Thema sei. Denn kassenfinanzierte Psychotherapie sei kontingentiert, gleichzeitig litten Frauen „doppelt so häufig an Depressionen wie Männer“, was nicht zuletzt darauf zurückzuführen sei, daß sozioökonomische Umstände wie Armutsbetroffenheit und -gefährdung, soziale Ausgrenzung, atypische Beschäftigungsverhältnisse, von denen Frauen häufiger betroffen seien, Risikofaktoren für derartige Erkrankungen sind. Die Coronakrise ha - be das noch einmal verstärkt. Daher forderte Beatrice Frasl die Politik auf, den „Zugang zu Psychotherapie signifikant“ zu verbessern. n

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 198 / 19. 04. 2021 Österreich, Europa und die Welt Besuch aus Israel Offizieller Besuch des Präsidenten des Staates Israel, Reuven Rivlin, bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen. 7 Foto: Peter Lechner / HBF Bundespräsident Alexander Van der Bellen sieht die Sorgen Israels bezüglich des Iran als „ernst zu nehmend“ an. Das sag - te er am 17. März anläßlich eines Besuchs des israelischen Präsidenten Reuven Rivlin in Wien. „Wir teilen die Sorge um die Si - cher heit Israels und wir teilen das Ziel, die Entwicklung und den Erwerb von nuklearen Waffen durch den Iran auszuschließen“, so Alexander Van der Bellen. Der Bundespräsident plädierte gleichzeitig für einen „Weg zurück an den Verhandlungstisch“. Er verwies in diesem Zusam men hang dar auf, daß im Gegensatz zu Österreich Israel dem Wiener Iran-Atomabkommen von 2015 skeptisch gegenübersteht. Seit dem Rückzug der USA aus dem Abkommen 2018 unter Präsident Donald Trump fährt der Iran seine damals eingegangenen Verpflichtungen immer stärker zurück. Bundespräsident Alexander Van der Bellen empfing den Präsidenten des Staates Israel, Reuven Rivlin, mit militärischen Ehren im Inneren Burghof in Wien Foto: Peter Lechner / HBF Bundespräsident Alexander Van der Bellen und sein Amtskollege Reuven Rivlin beim Vier- Augen-Gespräch in den Amtsräumen in der Wiener Hofburg »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

Wir danken dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, dem Land Burgenland, Land Oberösterreich und PaN – Partner aller Nationen für die aktive Unterstützung unserer Arbeit für Österreich.