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Ausgabe 198

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ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 198 / 19. 04. 2021 Österreich, Europa und die Welt Shoah Namensmauern Gedenkstätte 22 Historisches Zeichen des Gedenkens nimmt Gestalt an – Am 25. März wurde des erster Stein der Gedenkstätte im Wiener Ostarrichipark versetzt Foto: BKA / Andy Wenzel dunkelsten Kapitels unserer Geschichte eine besondere historische Verantwortung. Nur wer sich erinnert, wer sich mit der Geschichte auseinandersetzt, wer sensibilisiert ist für die Gräueltaten der Vergangenheit, kann die Zukunft positiv gestalten. Ich freue mich, daß wir mit dem ersten Gedenkstein der Na - mensmauern den sichtbaren Beginn der Errichtung der Gedenkstätte und damit ein wichtiges Zeichen der Erinnerung setzen.“ Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup- Hasler betonte: „Der Name ist unverbrüchlich mit dem menschlichen Leben verbunden. Die Shoa-Namensmauer erinnert an die Opfer des Na tionalsozialismus und verleiht durch die Nennung der Namen in Stein dem ethischen Imperativ ‚Niemals vergessen‘ Sinn. Die Gedenkstätte soll an das Grauen des Nationalsozialismus mahnen, an Zivilcourage appellieren und ein wichtiges Signal für Demokratie, Menschenrechte und Solidarität sein. Umso wichtiger in einer Zeit, in der auf Demonstrationen wieder antisemitiv.l.: Generalsekretärin des Natinalfonds Hannah Lessing, Bundeskanzler Sebastian Kurz, Bundesministerin Karoline Edtstadler, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Oskar Deutsch und Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka bei der Steinaufstellung Am 25. März wurde die erste mit Namen gravierte Steintafel der Namensmauern Gedenkstätte im Ostarrichipark versetzt. Die Gedenkstätte für die in der Shoah ermordeten jüdischen Kinder, Frauen und Männer aus Österreich nimmt mit dem Versetzen der ersten Steintafel als sichtbares Zeichen der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus nun Gestalt an. Das Gedenkjahr 2018 war für die Republik Österreich Anlass, um sich auch mit den dunkelsten Kapiteln der Geschichte intensiv auseinanderzusetzen. Die Shoah Namensmauern Gedenkstätte soll einen zentralen und ruhigen Ort bieten, wo des Schicksals der über 64.000 ermordeten Menschen gedacht und ihr Leben geehrt wer - den kann. Bundeskanzler Sebastian Kurz hielt fest: „Es ist unsere Pflicht dafür zu sorgen, daß aus einem ,Niemals Vergessen‘ ein ,Nie Wieder‘ wird. Mit dem Versetzen des ersten Steins der Shoah Namensmauern Gedenkstätte nimmt eines der wichtigsten Projekte unserer Gedenkkultur Gestalt an. Damit setzen wir ein immerwährendes Zeichen nicht nur für unsere, sondern auch für nachfolgende Generationen. Als Republik Österreich kommen wir so unserer historischen Verantwortung nach.“ Der Präsident des Nationalrats, Wolfgang Sobotka, sagte: „Das Vergessen des Bösen ist die Erlaubnis zu seiner Wiederholung. Die se Gedenkstätte ist unerläßlich. Männer, Frauen und Kinder – alle, denen man ihren Namen entzogen hat, indem man ihnen eine Nummer gab, finden eine Identität, einen Grabstein und eine Ewigkeit. Ihre in Stein ge - meißelten Namen sorgen dafür, daß sie niemals vergessen werden.“ Kanzleramtsministerin Karoline Edtstadler sagte: „Shoah Gedenkstätten und Mahnmale sind nicht nur wesentlicher Teil einer aktiven Erinnerungskultur, sondern sie tragen auch zur Auseinandersetzung mit und Sichtbarmachung der Geschichte und Reflexion bei. Österreich hat vor dem Hintergrund des »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 198 / 19. 04. 2021 Österreich, Europa und die Welt 23 Foto: Parlamentsdirektion / Johannes Zinner Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka vor der Namensmauer im Ostarrichipark »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at sche Un tertöne sicht- und hörbar werden. Nach dem Baustart der Gedenkstätte im Vorjahr erfolgt nun als nächster Schritt die Verankerung der ersten Mauer. Ich danke Kurt Yakov Tutter für seine Initiative, seine Vision und seine Ausdauer.“ Der Gouverneur der Österreichischen Nationalbank, Robert Holzmann, sagte: „Über 60.000 Namen werden hier, in Granit eingraviert, für die Öffentlichkeit sichtbar ge - macht. Die heutige Situierung stellt im wahrsten Sinne des Wortes einen Meilenstein dar – für die Gedenkstätte per se, vor allem aber für das gerade jetzt so wichtige Nicht- Vergessen. Ich möchte Ihnen, sehr geehrter Herr Tutter, im Namen der Oesterreichischen Nationalbank unseren aufrichtigen Dank für Ihren unermüdlichen Einsatz im Sinne der Erinnerung aussprechen.“ IKG-Präsident Oskar Deutsch sagte: „Wie wir mit Geschichte umgehen, definiert unsere Gesellschaft heute und in der Zu - kunft. Es geht dabei nicht um die Frage der Schuld, sondern der Verantwortung. Eine Verantwortung, die Österreich spät, aber doch wahrzunehmen begonnen hat. Hinter jedem der 65.000 Namen, die hier verewigt sein werden, steht ein Mensch. Mit der Namensmauer werden sie alle als Individuen sichtbar, auch für spätere Generationen.“ Der Geschäftsführer der Bundesimmobiliengesellschaft, Wolfgang Gleissner, sagte: „Auch wenn die Errichtung der Shoah Na - mensmauern Gedenkstätte eines unserer kleinsten Bauprojekte ist, ist es ein be son - ders bedeutendes. Mit der Beauftragung der baulichen Umsetzung verhelfen wir der Vi - sion von Kurt Yakov Tutter zur Realität und tragen zu der wichtigen Aufgabe bei, das Ge - denken an die ermordeten Kinder, Frauen und Männer für zukünftige Generationen zu bewahren.“ Walther Lichem, Vorstand des Vereins zur Errichtung der Namensmauern Gedenkstätte, sagte: „Diese Gedenkstätte soll den Österreicherinnen und Österreichern die Möglichkeit geben, unser Gestern mit dem Heute und dem Morgen zu verbinden. Zeitphasen unserer Geschichte sind nicht ge - trennt voneinander wahrzunehmen und können nicht getrennt voneinander verstanden werden. Aus der Geschichte, auch aus dem Horror der Shoah, müssen wir lernen und aus diesem Lernprozeß die Antworten auf die Herausforderungen der Gegenwart er - kennen und damit auch die Kernelemente einer friedlichen, menschenwürdigen Zu - kunft erkennen. Diese Gedenkstätte soll uns auch das ‚In uns-Hereinnehmen‘ der Identitäten von Anderheit möglich machen und uns damit für Solidarität, Integration und Gemeinschaftlichkeit befähigen. In einer Vielfach-Identitätsgesellschaft ist diese Entwicklung von grundlegender Bedeutung. Wir gedenken der Opfer des Nationalsozialismus als Brücke in eine uns alle einschliessende gemeinsame Zukunft.“ Hannah Lessing, Generalsekretärin des Nationalfonds der Republik Österreich für Op fer des Nationalsozialismus sagte: „Seit mehr als 20 Jahren unterstützt und begleitet der Nationalfonds Kurt Yakov Tutter und sein Ringen um die Shoah Namensmauern. Die Familien der Ermordeten finden hier einen Platz, an dem sie ihrer Lieben gedenken können. Und Österreich erhält einen würdigen Erinnerungsort, der die Namen der Opfer im Gedächtnis der Menschen bewahrt.“ Der verantwortliche Architekt Wolfgang Wehofer erklärte: „Für uns Architekten ist das Projekt der Shoah-Namensmauern Ge - denkstätte von Beginn an ein sehr interessantes Bauvorhaben und wird es bis zur Fertigstellung bleiben. Eine Herausforderung war die Natursteinlieferung der 170 Natur - steintafeln und die Berücksichtigung der beiden vorhandenen unterirdischen Garagen auf dem Grundstück.“ n https://www.bundeskanzleramt.gv.at/ https://www.nationalfonds.org/ https://www.ikg-wien.at/

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