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Ausgabe 197

Magazin mit Berichten von der Politik bis zur Kultur: sechs Mal jährlich mit bis zu 145 Seiten Österreich. Downloads in vier verschiedenen pdf-Varianten auf http://oesterreichjournal.at/

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 197 / 12. 02. 2021 »Burgenland Journal« Klimaschutz, Biowende und mehr Service für Gemeinden 68 Landesrätin Eisenkopf: »Wir konnten trotz der Coronapandemie vieles, was geplant war, umsetzen, und sind bei der Biowende auf gutem Weg« Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf zog am 1. Februar bei einem Pressegespräch Bilanz ihres ersten Jahres in dieser Funktion und präsentierte die Arbeitsschwerpunkte für 2021. Es sei angesichts der weltweit bislang größten Gesundheitskrise ein höchst herausforderndes Jahr gewesen, die Coronapandemie habe Sofortmaßnahmen in vielen Bereichen notwendig gemacht. „Wir konnten trotzdem vieles, was geplant war, um - setzen“, erklärte Eisenkopf. Sonderförderung für Alleinerziehende auch 2021 Hohen Zuspruch habe im Vorjahr die Sonderförderung für Alleinerziehende erhalten. Diese seien angesichts der Corona-Krise mit außergewöhnlichen Belastungen konfrontiert gewesen. „Wir haben im Juni die ursprünglich mit 100 Euro pro Kind veranschlagte Alleinerziehenden-Förderung auf 200 Euro verdoppelt und das maximale Haus - haltsnettoeinkommen bei einem Elternteil auf 1700 Euro monatlich angehoben“, berichtete Eisenkopf. In Summe seien statt der budgetierten 35.000 Euro 65.000 Euro an 217 FörderwerberInnen ausbezahlt worden. „Das ent - spricht einer Unterstützung für insgesamt 325 Kinder.“ Durchschnittlich seien die Alleinerziehenden-Haushalte mit 298 Euro unterstützt worden. „Die Förderaktion wird 2021 fortgeführt“, kündigt die Frauenreferentin an. 45.000 Euro stehen dafür zur Verfügung. 16 Unternehmensgründungen von Frauen unterstützt Unterstützung hat es im Vorjahr auch für Unternehmensgründungen im Rahmen des von Land und ESF geförderten Projektes „Gründen als Chance für Frauen“ gegeben. 16 Frauen haben damit den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. Für heuer ist bereits der fünfte Durchgang des Projektes geplant. Foto: Landesmedienservice Burgenland Landeshauptmannstellvertreterin Astrid Eisenkopf präsentierte bei einem Pressegespräch ihre Bilanz für 2020 und die Schwerpunkte für 2021 Frauenhaus langfristig abgesichert Corona und die Lockdowns hätten viele Frauen an ihre Belastungsgrenzen gebracht und vielfach zu häuslicher Gewalt geführt – was zu einem Run auf die Frauenberatungsstellen und das Frauenhaus zur Folge hatte. Be reits während des ersten Lockdowns sei vom Land eine Sonderförderung von 10.000 Euro für Hygiene- und Schutzmaßnahmen zur Verfügung gestellt worden. Einen wichtigen Schritt zur langfristigen Absicherung des Frauenhauses habe man mit dessen Eingliederung in den psychosozialen Dienst des Landes gesetzt. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 540.000 Euro. 110 Mio. Euro Corona- Hilfspaket für Gemeinden Von der Coronakrise stark betroffen wa - ren und sind auch die Gemeinde- und Länderhaushalte. Bereits im April 2020 war deshalb ein 110 Mio. Euro-Gemeinde-Hilfspaket beschlossen worden. Mit Maßnahmen wie der Erhöhung des Kassenkredits, Darlehen für die laufende Verwaltung sowie Stundungen und Bedarfszuweisungen sei es gelungen, die Liquidität und Zahlungsfähigkeit der Gemeinden sicherzustellen. https://www.burgenland.at Eigenes Gemeindeservicereferat Um die Gemeinden bei den immer komplexeren Aufgaben auch fachlich zu unterstützen, kündigt Eisenkopf für 2021 die Schaffung eines Gemeindeservicereferats an. „Damit entsteht erstmalig ein eigenes Referat in der Landesregierung, das bei An - liegen und Fragen direkt und rasch helfen kann“. Neu installiert wurde auch eine Da - tenschutzbeauftragte für die Gemeinden, die die Kommunen auf mögliche Verletzungen der DSGVO überprüft und Maßnahmen zu deren Behebung empfiehlt. Klimaschutz: Land geht mit gutem Beispiel voran Im Vorjahr sei die Burgenländische Klimaund Energiestrategie präsentiert worden. „Von den 75 darin festgelegten Maßnahmen sind rund zwei Drittel bereits umgesetzt oder in Angriff genommen“, sagt Eisenkopf. Auf der Grundlage der 2020 beschlossenen Dienst wagenrichtlinie soll es etwa beim Land bei Neuanschaffungen nur mehr Fahrzeuge mit alternativem Antrieb geben. »Raus aus Fossil« und mehr E-Autos als Ziel Auch der Ausbau der Photovoltaik-Anlagen auf Dächern von Landes- und landesna-

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 197 / 12. 02. 2021 hen Betrieben wurde vorangetrieben: Rund 1,4 MW werden mittlerweile so erzeugt. Für 2021 sind im eigenen Wirkungsbereich des Landes insgesamt weitere 900 KW-Peak ge - plant. Und aus dem Burgenländischen Ökoenergiefonds werden ein E-Mobilitätspaket und die Erweiterung des „Raus aus Öl“-Bonus zu „Raus aus Fossil“ gefördert. Die Verdopplung der E-Auto-Ankaufsförderung von 1000 auf maximal 2000 Euro soll den E- Auto-Anteil deutlich erhöhen. Neu ist, daß nun auch gebrauchte E-Autos und erstmals auch private Lade-Wallboxen gefördert werden. Das Burgenland soll Bio-Vorzeigeland werden „Wir konnten innerhalb eines Jahres die Bioflächen im Burgenland um über 9 auf 37 Prozent erhöhen. Damit haben wir österreichweit die höchste Steigerungsrate“, sieht Eisenkopf auch die Biowende auf gutem Weg. Seit Beginn der Coronakrise sei die Nachfrage nach Bioprodukten um 20 Prozent ge stiegen. „Das zeigt: Die Menschen wol len biologische Lebensmittel. Die Biowende hat da - her oberste Priorität in den kommenden Jahren“. Heimische Landwirte erhalten für den Umstieg auf biologische Wirtschaft eine För derung bis zu 15.000 Euro. „Der Zustrom war enorm, insgesamt wurden 180 Anträge eingereicht, sodaß wir die Mittel mehrmals aufgestockt haben.“ Um das ambitionierte Ziel des Bioflächenanteils von 50 Prozent bis 2027 zu erreichen, bedürfe es allerdings noch großer Anstrengungen und vieler Aufklärung. Ab dem Halbjahr 2021 wird das Land deshalb die Bio-Beratung in Ergänzung zu jener der Landwirtschaftskammer auch selbst durchführen. Bio-Vermarktungsgesellschaft wird aufgebaut Für 2021 kündigt Eisenkopf den Aufbau einer eigenen Bio-Vermarktungsgesellschaft an. „Damit wollen wir neue Marktchancen für die heimischen Landwirte schaffen und die nachhaltige Versorgung der Bevölkerung mit biologischen und regionalen Lebensmitteln sichern“. Durch den Wegfall von Zwischenhändlern könnten so hochwertige Bio-Produkte zu fairen Preisen angeboten werden. In einem ersten Schritt sollen Kindergärten, Schu len und Spitäler beliefert werden, in weiterer Folge auch mehrere 24-Stunden- Shops für den Endverbraucher entstehen. Noch im ersten Halbjahr soll der der erste 24-Stunden-Shop öffnen. n Foto: Bgld. Landesmedienservice »Burgenland Journal« Special Olympics Österreich im Juni 2022 Sportlandesrat Heinrich Dorner (r.) und Jürgen Winter, Präsident Special Olympics Österreich Das Burgenland wird im Juni 2022 erstmals Austragungsort der Nationalen do, Leichtathletik, Gewichtheben, Radsport, leyball, Boccia, Bowling, Fußball, Golf, Ju - Som merspiele von Special Olympics Österreich sein. Das gaben Sportlandesrat Heinrich Dorner und Jürgen Winter, Präsident Special Olympics Österreich, am 20. Jänner in einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt, in de ren Rahmen der Vertrag unterzeichnet wur - de. Die Spiele finden im Zweijahresrhythmus abwechselnd im Sommer und Winter statt, 2022 zum insgesamt achten Mal. „Das ist eine große Ehre für unser Land. Gerade das Burgenland ist in höchstem Maße dafür geeignet, diese Veranstaltung abzuhalten. Denn unser Bundesland ist über die Grenzen hinweg dafür bekannt, daß der soziale Zu - sammenhalt an oberster Stelle steht. Unser Ziel ist daher in erster Linie, mit dieser Veranstaltung die ‚Special Olympics‘-Bewegung in unserem Bundesland nachhaltig zu stärken. Menschen mit intellektueller Beeinträch - tigung müssen ihren Platz in der Mitte unserer Gesellschaft haben. Und mit diesem wun - derbaren Event wird das Burgenland einen großen Beitrag dazu leisten“, betonte Dorner. Das genaue Datum der Veranstaltung soll in den nächsten Wochen fixiert werden. Die Bewerbe werden in Oberwart und Pinkafeld über die Bühne gehen, in Bad Tatz - mannsdorf voraussichtlich Golf und Reiten. Die Segelbewerbe werden am Neusiedlersee stattfinden. Insgesamt 300 SiegerInnen-Ehrungen wird es geben, Eröffnungs- und Ab - schlußfeier sollen in Oberwart stattfinden. 2.000 SportlerInnen und 600 TrainerInnen aus dem In- und Ausland werden erwartet. Am Reiten/Voltigieren, Schwimmen, Tanzsport, Segeln, Stocksport, und Tischtennis. Auch rund 800 freiwillige HelferInnen werden da - bei sein. Dorner erwartet sich durch die Sommerspiele wertvolle touristische Wertschöpfung für das Burgenland. Dafür sorgen alleine schon die teilnehmenden Delegationen und Betreuer mit rund 11.000 Nächtigungen im Burgenland. Darüber hinaus sind zahlreiche BesucherInnen, Fans und Familienmitglieder zu Gast. Das Land unterstützt die Spiele mit 750.000 Euro. „Wir werden mit dieser Veranstaltung ein starkes Zeichen setzen für jene Menschen, die trotz ihrer Beeinträchtigung außergewöhnliche sportliche Leistungen erbringen, und wir wollen für sie ein Gast - geberland sein, das immer in Erinnerung bleiben wird“, verspricht Dorner. Lobend äußerte sich Special Olympics- Österreich-Präsident Winter schon im Vorfeld: „Wir sind im Burgenland mit offenen Ar men aufgenommen worden. Besonders ge - freut hat uns das uneingeschränkte Bekenntnis der Politik zur Inklusion. Und nicht zu - letzt finden hier eine hervorragende sportliche Infrastruktur vor.“ Die Special Olympics gehen auf eine Idee der Schwester von Präsident John F. Ken - nedy, Eunice Kennedy-Shriver, die 1968 die heute weltweit größte Veranstaltung für Be - hindertensport ins Leben rief. Auf Initiative von Arnold Schwarzenegger wurden sie ab 1993 auch in Österreich, erstmals außerhalb Programm stehen Wettkämpfe unter anderem der U.S.A., abgehalten. n in den Sportarten Basketball, Beachvol- https://specialolympics.at/ https://www.burgenland.at 69

Wir danken dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, dem Land Burgenland, Land Oberösterreich und PaN – Partner aller Nationen für die aktive Unterstützung unserer Arbeit für Österreich.