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Ausgabe 196

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Magazin mit Berichten von der Politik bis zur Kultur: sechs Mal jährlich mit bis zu 145 Seiten Österreich. Bisher 13.449 pdf-Downloads der Ausgabe 196 auf http://oesterreichjournal.at/

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 196 / 07. 12. 2020 Personalia Prof. Gottfried Kumpf zum 90er Der international renommierte Maler Prof. Gottfried Kumpf wurde in Annaberg- Lungötz geboren. Zum 90. Geburtstag hat ihm die Salzburger Gemeinde die Ehrenbürgerschaft verliehen. Der österreichische Maler, Graphiker und Bildhauer wurde am 29. November 1930 in der Salzburger Gemeinde Annaberg-Lungötz am Fuße des Dachsteins als Sohn des Landarztes Kerner geboren. Er war von Kind - heit an der Natur nahe und dieser verbunden. Die Arztfamilie übersiedelte mit Sohn Gottfried, der später unter dem Pseudonym „Kumpf“ weit über die Grenzen Ös terreichs in der Kunstszene höchste Anerkennung gefunden hat, nach Ebensee. Er studierte zunächst einige Jahre Medizin, wandte sich aber ab 1956 ganz der Malerei zu. Während der Studienzeit hatte er zahlreiche Reisen durch Europa und Nordamerika mit Fahrrad und Skizzenblock unternommen und wurde bereits in den Jahren 1964 bis 1969 zu ersten Ausstellungen in Europa und New York eingeladen. 1964 waren ihm in der Salzburger Residenzgalerie erste Einzelausstellungen gewidmet. Als sich der der Natur sehr verbundene Maler 1968 mit seiner Gattin in Breitenbrunn im Burgenland niederließ, hatte er eine Land schaft gefunden, die ihn sehr beeindruckte und beeinflussen sollte. 1970 wurde Kumpf vom Regisseur Bernhard Wicki (* 28. Oktober 1919 in St. Pölten, Niederösterreich; † 5. Januar 2000 in München) eingeladen, die Hauptrolle – einen Zigeuner – in seinem Spielfilm „Das falsche Gewicht“ zu übernehmen. Das Drehbuch stammte ebenfalls von einem Österreicher, nämlich Fritz Hochwälder (* 28. Mai 1911 in Wien, † 20. Oktober 1986 in Zürich). Kumpf malte später auch etliche Bilder zum Film. Auf fast jedem Bild von Gottfried Kumpf sitzt die bekannte Kumpf-Figur „Der Asoziale“ (siehe Bild), ab 1972 arbeitete Kumpf auch als Bildhauer: es entstand der erste Brun - nen aus Sandstein, und modellierte seine „Asozioalen“ zuerst in Ton und dann in Bronze – seine erste Bronzeskulptur. 1982 wurde ihm vom WWF (World Wide Fund for Nature) der „Award for Conservation Merit“ für den Einsatz zur Erhaltung des Bild oben: Prof. Gottfried Kumpf mit seinem Freund, dem „Asozialen 87“. Bild rechts: Der große Bronze-Elefant vor dem Naturhistorischen Museum in Wien Foto: Kristian Bissuti Foto: Ben Skála, Benfoto, CC BY-SA 3.0 httpscreativecommons.orglicensesby-sa3.0 »Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at/ 96

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 196 / 07. 12. 2020 Personalia 97 Naturschutzgebietes „Lange Lacke’“ verliehen. Durch das Ölbild „Löffler über der Langen Lacke“, das als Poster gedruckt und durch eine große Werbekampagne des WWF, ORF, verschiedener Zeitungen sowie dem Land Burgenland der Öffentlichkeit bekannt wurde, trug er dazu bei, daß der „Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel“ entstehen konnte. Heute gilt Kumpf als typisch burgenländischer Maler, den die pan nonische Weite mit ihren Schönheiten prägt, denn bereits seit 1968 lebt er dort, mittlerweile auch in Wien. Er malt Landschaften des Burgenlands, Städte wie Salzburg und München, aber auch kleine Dörfer und ihr Brauchtum. Seine Wer - ke befinden sich in unzähligen privaten und öffentlichen Sammlungen in aller Welt. Neben Ölbildern, Aquarellen, Druckgraphiken etc. hat Prof. Kumpf auch einige Bü - cher geschrieben, darunter ein Kochbuch der burgenländischen Küche. Auch Briefmar ken kreierte er für die Republik Österreich, wo - bei die bekanntesten für Olympische Sommer- und Winterspiele gedruckt wurden. Auch mit Architektur und Design verewigt sich Prof. Kumpf in Österreich. Dazu gehören die Autobahnstation Göttelsbrunn an der Ostautobahn A4, das Golf- und Thermenhotel Stegersbach oder der Vorplatz des Wasserkraftwerkes Wien-Bisamberg. Gemeinsam mit Thomas Brezina verfaßte er eine Reihe von Bilderbüchern. Außerdem hat er mehrere Briefmarken für die Österreichische Post und für die Postverwaltung der Vereinten Nationen entworfen. 2005 gestaltete er Bronzeplastiken der 12 Tierkreiszeichen, welche zuvor schon in einer Serie von Telefonwertkarten der österreichischen Post Verwendung fanden. Skulpturen aus Bronze wie Katzen, Frösche, Eulen und Tierkreiszeichen wurden von Prof. Kumpf in seinem weichen, individuellen Stil entworfen und sind sehr beliebt. Diese Skulpturen werden nur in der Bronzegießerei Venturi Arte in Bologna in Anwesen - heit des Künstlers gegossen. Anläßlich seines 75. Geburtstags wurde der Weg zu seinem Geburtshaus in Annaberg-Lungötz in „Prof.-Gottfried-Kumpf- Weg“ umbenannt. Die feier liche Einweihung am 11. Juni 2005 statt. Im Juni 2006 wurde in seiner Heimatgemeinde am Vorplatz der Hauptschule der von ihm gestiftete neue Kumpf-Brunnen mit einer Bronze-Eule enthüllt. „Wir sind sehr stolz, dieses Kunstwerk der Öffentlichkeit zu gänglich machen zu können“, so der da ma - lige Bürgermeister Josef Schwarzenbacher. Foto: Gemeinde Annaberg-Lungötz © Gottfried Kumpf © Gottfried Kumpf Die Enthüllung des Wegweisers „Prof.-Gottfried-Kumpf-Weg“ in Annaberg-Lungötz – Prof. Gottfried Kumpf (l.) mit dem damaligen Bürgermeister von Josef Schwarzenbacher Bubo der Uhu, 2017, Höhe: 20,5 cm Kater Sabu 1975, Höhe 22 cm »Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at/ Im November 2010 feierte Prof. Gottfried Kumpf seinen 80. Geburtstag. Zu diesem Anlaß wurde eine Delegation aus Annaberg nach Wien geschickt. Voran der Bürgermeister mit Gattin Regina, Bildungswerk- und Tourismusobfrau Maria Höll mit Mitarbeiterin sowie Mitarbeiter des Gemeindeamtes und die ehemaligen Schuldirektoren überbrachten dem Jubilar die Glückwünsche der AnnabergerInnen. Die Ehrenbürgerschaft 2020 gab der Bürgermeister von Annaberg-Lungötz, Martin Promok, bekannt, daß der Gemeinderat vor einiger Zeit beschlossen hatte, dem berühmten Sohn der Gemeinde die Ehrenbürgerschaft zu verleihen: „Wir freuen uns sehr, Gottfried Kumpf ehren zu können, er hat zwar hier nur kurz gelebt, aber er ist dem Ort immer verbunden geblieben.“ Wegen der Corona-bedingten Reisebeschränkungen kann eine Verleihung derzeit nicht vorgenommen werden, was man aber ehestmöglich nachgeholt werden wird – worauf man sich auch schon sehr freue, so der Bürgermeister am 29. November gegenüber ORF Salzburg: „Wir haben ihm daher eine Videobotschaft gesendet und mit dem heutigen Tag gilt die Ehrenbürgerschaft.“ n Das „Österreich Journal“ schließt sich gerne den vielen Glückwünschen zum 90. Ge burtstag an: Alles erdenklich Gute, Ge - sund heit und viel Schaffenskraft, sehr geehrter Herr Professor Kumpf! Quellen: http://www.kumpf.at/ https://www.annaberg-lungoetz.at/ https://austria-forum.org/ https://de.wikipedia.org/

Wir danken dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, dem Land Burgenland, Land Oberösterreich und PaN – Partner aller Nationen für die aktive Unterstützung unserer Arbeit für Österreich.