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Ausgabe 196

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Magazin mit Berichten von der Politik bis zur Kultur: sechs Mal jährlich mit bis zu 145 Seiten Österreich. Bisher 13.449 pdf-Downloads der Ausgabe 196 auf http://oesterreichjournal.at/

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 196 / 07. 12. 2020 Die aktuelle Entwicklung einer wachsenden und alternden Bevölkerung Österreichs wird sich auch in Zukunft fortsetzen, wie aus der von Statistik Austria veröffentlichten Bevölkerungsprognose hervorgeht. Demnach wird die Bevölkerungszahl Österreichs von 8,88 Mio. (2019) bis 2040 um 6 % auf 9,45 Mio. wachsen, bis 2080 schließlich um 12 % auf 9,93. Mio. „Österreich wächst. Bereits im Jahr 2022 wird die Bevölkerungszahl die Neun-Millionen-Grenze überschreiten und 2080 werden fast zehn Millionen Menschen in Österreich leben. Österreich wird aber auch immer äl - ter. Das ist an sich eine gute Nachricht, allerdings setzt dies umlagefinanzierte Sicherungssysteme, wie Pensionen oder Gesundheit, unter Finanzierungsdruck. Während 1950 auf eine Person im Pensionsalter noch sechs Personen im erwerbsfähigen Alter ka - men, so sind es heute nur noch drei Personen und 2040 werden es nur noch zwei sein“, sagt Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas. Chronik Bevölkerungsprognose 2020 Ab 2021 mehr ältere Menschen als Kinder und Jugendliche Wanderungsgewinne übertreffen prognostizierte Geburtendefizite Der erwartete Bevölkerungszuwachs ist ausschließlich auf Wanderungsgewinne von jährlich rund 30.000 Personen zurückzuführen. Damit wird ein langjähriger Trend fortgeschrieben: Seit der Jahrhundertwende ist die Einwohnerzahl Österreichs vor allem durch Wanderungsüberschüsse gestiegen. Zur Volkszählung 2001 zählte Österreich erstmals knapp über 8 Mio. Einwohnerinnen und Einwohner, im Jahresdurchschnitt 2010 waren es 8,36 Mio. Bis 2019 ergab sich eine weitere Zunahme um 6 % auf 8,88 Mio. Von dem Zuwachs seit der Jahrhundertwende entfielen nur knapp 5 % auf Geburtenüberschüsse, der überwiegende Teil waren Wanderungsgewinne. Zwar dürfte in den kommenden Jahren die Zahl der Sterbefälle über die Zahl der Geburten steigen, die Geburtenbilanz wird somit negativ. Auch stehen die starken Geburtsjahrgänge des Babybooms der 1950er- und 1960er-Jahre an der Schwelle zum Pensionsalter. Dennoch wird die Be - 82 völkerungszahl nach den vorliegenden Be - rechnungen im Jahr 2022 die Neun-Millionen-Grenze überschreiten. Auch für die Zeit danach ist ein weiterer Anstieg wahrscheinlich, da die prognostizierten Wanderungsgewinne die Verluste aus der Geburtenbilanz übertreffen werden. Stärkstes Bevölkerungswachstum im Pensionsalter Die Bevölkerung der Generation 65+ wird weiterhin zahlen- und anteilsmäßig stark an Gewicht gewinnen. Ab dem Jahr 2021 werden österreichweit mehr Personen im Alter von 65 und mehr Jahren leben als unter 20jährige. Dafür sind neben stagnierenden Ge burtenzahlen und einer voraussichtlich wei terhin steigenden Lebenserwartung insbesondere die starken Geburtsjahrgänge der 1950er- und 1960er-Jahre verantwortlich, die sukzessive ins Pensionsalter aufrücken. 2040 dürfte die Bevölkerung ab 65 um 48 % (bzw. mehr als 800.000 Personen) größer sein als 2019. Zugleich erhöht sich ihr Anteil Tabelle 1: Bevölkerungsprognose Österreichs nach Alter und Geburtsland (Hauptvariante) Quelle: Statistik Austria, Bevölkerungsprognose 2020, Hauptvariante »Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at/

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 196 / 07. 12. 2020 Chronik 83 Tabelle 2: Bevölkerungsprognose Österreichs nach Bundesländern (Hauptvariante) Quelle: Statistik Austria, Bevölkerungsprognose 2020, Hauptvariante an der Bevölkerung von derzeit 18,9 % auf 26,4 % (2040). Die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter von 20 bis unter 65 Jah - ren wird bis 2021 noch geringfügig über dem Niveau von 2019 liegen, danach bis 2040 jedoch um knapp 300.000 Personen (-5 %) unter den derzeitigen Wert sinken (s. Tabelle 1). Nach 2040 bleibt die Zahl der Erwerbsfähigen der Prognose zufolge weitgehend konstant. Die Zahl der unter 20jährigen wird zwar noch leicht ansteigen, ihr An teil an der Gesamtbevölkerung sinkt jedoch mittelfristig von 19,3 % (2019) auf 18,8 % (2040). Anteil der im Ausland Geborenen steigt langfristig von 20 % auf 27 % Die Zahl der im Ausland geborenen Be - völkerung Österreichs wird unter der Annahme fortgesetzter internationaler Zuwanderung künftig weiterhin zunehmen. 2019 lebten im Bundesgebiet 1,75 Mio. Menschen, die nicht in Österreich zur Welt kamen, das entspricht 20 % der Gesamtbevölkerung (siehe Tabelle 1). Bis zum Jahr 2040 steigt ihre Zahl der Prognose zufolge auf 2,23 Mio. (+28 %), bis 2080 schließlich auf 2,67 Mio. (+53 % gegenüber dem Basisjahr 2019). Der Anteil der nicht in Österreich geborenen Personen nimmt somit laut Prognose bis 2040 auf 24 % und bis 2080 auf 27 % zu (s. Tabelle 1). Der Osten wächst am stärksten Das für Österreich prognostizierte Bevölkerungswachstum um 12 % bis 2080 wird sich regional sehr unterschiedlich verteilen. Überdurchschnittlich starke Zuwächse sind in Wien zu erwarten. Auf die Bundeshauptstadt entfällt knapp 40 % der internationalen Zuwanderung nach Österreich. Wien wird laut Prognose im Jahr 2028 – wie zuletzt am Beginn des 20. Jahrhunderts – die Zwei- Millionen-Marke überschreiten. In Kärnten ist hingegen – wie schon zwischen 2010 und 2013 sowie im Jahr 2018 – mit leichten Be - völkerungsverlusten zu rechnen, wodurch die Einwohnerzahl ab 2021 hinter Salzburg zurückfällt. Salzburg steigt dadurch zum be - völkerungsmäßig sechstgrößten Bundesland auf. Neben Wien wird auch für Niederösterreich ein überdurchschnittliches Bevölkerungswachstum prognostiziert, während der Trend in Salzburg und in der Steiermark un - ter dem Bundesschnitt liegt. Die erwartete Be - völkerungsentwicklung im Burgenland sowie in Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg entspricht weitgehend dem prognostizierten Durchschnitt für Österreich (s. Ta belle 2). Informationen zur Methodik, Definitionen Zur Berechnung der Prognose wird der nach Alter, Geschlecht und Geburtsland differenzierte Bevölkerungsstand zum 1.1.2020 in die Zukunft fortgeschrieben. Pro Kalenderjahr altern die Bevölkerungsbestände um ein Jahr. Die neuen Geburtsjahrgänge eines Prognosejahres werden mittels altersspezifischer Fertilitätsraten (Lebendgeburten nach Alter der Mutter) berechnet. Die Sterbefälle ergeben sich aus altersund geschlechtsspezifischen Sterbewahrscheinlichkeiten, die mit den Bevölkerungsständen multipliziert werden. Während sich die internationale Ab wanderung analog zu den Sterbefällen aus Raten errechnet, wird die Zuwanderung in Absolutzahlen vorgegeben (ebenfalls jeweils nach Alter und Geschlecht). Langfristig wird mit jährlich 145.000 Zuwandernden gerechnet. Bei etwa 115.000 Wegziehenden ergibt dies jährliche Wanderungsgewinne von rund 30.000 Personen. Die Binnenwanderungen zwischen den neun Bundesländern Österreichs werden mittels alters-, geschlechts- und richtungsspezifischer Abwanderungsraten modelliert. Bei der Interpretation der Ergebnisse nach dem Merkmal „im Inland/Ausland geboren“ ist zu beachten, daß es sich hierbei nicht um eine Prognose der Bevölkerung Ös - terreichs nach der Staatsangehörigkeit („Aus- länderprognose“) handelt. n http://www.statistik.at/ »Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at/

Wir danken dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, dem Land Oberösterreich und PaN – Partner aller Nationen für die aktive Unterstützung unserer Arbeit für Österreich.

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