Aufrufe
vor 10 Monaten

Ausgabe 196

  • Text
  • Wien
  • Menschen
  • November
  • Europa
  • Welt
  • Wiener
  • Millionen
  • Burgenland
  • Gemeinsam
  • Zukunft
Magazin mit Berichten von der Politik bis zur Kultur: sechs Mal jährlich mit bis zu 145 Seiten Österreich. Bisher 13.449 pdf-Downloads der Ausgabe 196 auf http://oesterreichjournal.at/

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 196 / 07. 12. 2020 »Burgenland Journal« Burgenland übergibt jüdisches Zentralarchiv an IKG Wien 64 LH Doskozil: Auftakt für verstärkte Zusammenarbeit auf wissenschaftlichem und kulturellem Gebiet Foto: Landesmedienservice Burgenland LH Hans Peter Doskozil und IKG-Präsident Oskar Deutsch bei der Vertragsunterzeichnung zur Übergabe des Jüdischen Zentralarchivs an die Israelitische Kultusgemeinde Wien Mit einer gemeinsamen Vertragsunterzeichnung von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG Wien), wurde am 10. November die Übergabe bzw. Rückgabe des Jüdischen Zen - tralarchivs an die IKG Wien besiegelt. Eines der größten Archive jüdischer Geschichte in Österreich geht damit vom Land an die offizielle Vertretung der jüdischen Gemeinde bzw. Religionsgemeinschaft über. „Das Burgenland bekennt sich zu seiner historischen Verantwortung für das jüdische Erbe und die reichhaltige jüdische Tradition. Wir legen das Zentralarchiv in die Hände der IKG, weil die jüdische Gemeinde das Recht auf ihre eigene Geschichte hat“, betonte Doskozil. Dies würde auch durch die Revitalisierung der Synagoge von Kobersdorf, die Sanierung der Synagoge in Schlaining, das gemeinsame Engagement im Österreichischen Jüdischen Museum in Eisenstadt oder auch durch das Projekt „Erinnerungszeichen“, in dessen Rahmen jüdische Friedhöfe im Land ge - pflegt werden, sichtbar. Doskozil stellte auch klar, daß „das Judentum und die jüdische Kultur wichtiger Bestandteil der österreichischen Identität sind und man allen Tendenzen, die diese Tatsache in Frage stellen und den Antisemitismus schüren, eine klare Absage erteilen muß“. Das Jüdische Zentralarchiv wurde ab dem Jahr 1930 aus den leihweise übergebenen Be - ständen der ehemaligen Kultusgemeinden des Burgenlandes, von Vereinen und Privatpersonen durch den Archivalienpfleger des Bundeskanzleramtes Karl Halaunbrenner in enger Zusammenarbeit mit dem Landeskonservator des Bundesdenkmalamtes Archivalienpfleger Sándor Wolf und mit Unterstützung des Amtes der Burgenländischen Landesregierung als Archivbehörde errichtet. Allgemein beinhaltet das Schriftgut Bestände der ehemaligen Jüdischen Kultusgemeinden des Burgenlandes. Im Wesentlichen um - faßt der Bestand amtliche Korrespondenz, Un terlagen zur jeweiligen Grundherrschaft und Kultusgemeinde, Gemeindevorstandsakten sowie Vorstandsprotokolle, Verordnungen des (Ober)Stuhlrichters, Amtsbescheide, Geburts-, Trauungs- und Verlassenschaftsakten und Kultusangelegenheiten. „Aufgrund der Genese des Jüdischen Zen - tralarchivs kommen das Land und die Israelitische Kultusgemeinde Wien überein, daß die Bestände des Zentralarchivs physisch in vollem Umfang vom Burgenländischen Landesarchiv an das Archiv der Israelitische Kul - tusgemeinde Wien übergeben werden. Die IKG Wien wird fortan die Verwahrung und Bereitstellung der Sammlung wahrnehmen“, so der Landeshauptmann. IKG-Präsident Oskar Deutsch erklärte: „Wir werden die bisherige archivarische Ar - beit des Landesarchivs Burgenland weiterführen. Alle Archivalien werden in deutscher, ungarischer, hebräischer/jiddisch und fallwei se auch lateinischer und kroatischer Sprache archivwissenschaftlich erschlossen und durch Findbehelfe im Archiv und online zugänglich gemacht.“ Im Zuge eines gemeinsamen Projekts wird der gesamte Aktenbestand des Jüdischen Zentralarchivs digitalisiert und online zur https://www.burgenland.at Ver fügung gestellt. „Dieses Projekt ist ein Quantensprung für die wissenschaftliche Aus einandersetzung mit der jüdischen Ge - schichte und Kultur – vor allem auch im Be - reich der jüdischen Alltagskultur“, betonte Doskozil weiter. Das Archiv der Israelitischen Kultusgemeinde Wien ist das größte erhaltene Archiv einer jüdischen Gemeinde. Es verfügt über umfangreiche Quellen zur Aufarbeitung der Shoah sowie für die Geschichte und Entwikklung der Jüdischen Gemeinde in Wien und ihrer Mitglieder bis ins 17. Jahrhundert. Die Archivbestände umspannen bis zu vier Jahrhunderte. Sie dokumentieren die Organisation der Kultusgemeinde und ihrer wohltätigen Einrichtungen sowie ihre religiöse, kulturelle und bildungspolitische Bedeutung. Eines der wichtigsten Ziele beim Wiederaufbau des Archivs ist die Rückholung aller so - wohl von den Nationalsozialisten beschlagnahmten als auch von der IKG Wien in der Nachkriegszeit leihweise übergebenen Ar - chivalien. n https://www.ikg-wien.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 196 / 07. 12. 2020 »Burgenland Journal« Vertiefte Partnerschaft LH Doskozil/Dir. Inzinger: Neues Kapitel der langjährigen Zusammenarbeit von Land Burgenland und Krankenhaus der Barmherzigen Brüder zur bestmöglichen Gesundheitsversorgung Foto: Landesmedienservice Burgenland Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (r.) und Direktor Adolf Inzinger, Gesamtleiter der Österreichischen Ordensprovinz der Barmherzigen Brüder, präsentierten die Einigung über die vertiefte Partnerschaft von Land Burgenland und Krankenhaus der Barmherzigen Brüder. Die langjährige Partnerschaft zwischen dem Land Burgenland und dem Eisenstädter Krankenhaus der Barmherzigen Brüder wird vertieft und auf eine völlig neue Ba - sis gestellt. Diese gerade am derzeitigen Hö - hepunkt der Coronavirus-Pandemie wichtige Einigung wurde am 17. November von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Direktor Adolf Inzinger, Gesamtleiter der Österreichischen Ordensprovinz der Barmherzigen Brüder, präsentiert. „Wir haben uns nach intensiven und äußerst konstruktiven Gesprächen darauf geeinigt, einen Schlußstrich unter alle Differenzen der Vergangenheit zu ziehen und ein völlig neues Kapitel unserer Zusammenarbeit aufzuschlagen. Das ist ein klares Signal an die MitarbeiterInnen, an die PatientInnen und an die Öffentlichkeit. Unsere Konzentration und gemeinsame Kraftanstrengung gilt dem Kampf gegen die Pandemie. Wir vertiefen unsere Partnerschaft und planen auch gemeinsam für die Zukunft, um die bestmögliche Gesundheitsversorgung zu garantieren“, so Doskozil und Inzinger uni sono. Die aktuelle Entwicklung der Covid19- Infektionen – Österreich war zu diesem Zeitpunkt international das Land mit den höchsten Zuwachsraten – stellt die Spitäler vor enorme Herausforderungen. An allen fünf Standorten im Burgenland arbeiten die MitarbeiterInnen unter großem Druck. „Dafür ein herzliches Dankeschön und gleichzeitig der Appell an die Bevölkerung, alle Maßnah - men einzuhalten, speziell die Besuchsverbote in den Spitälern zu respektieren, so schwer das auch im Einzelfall sein mag. Gleichzeitig wollen wir – das Land und die Führung der Barmherzigen Brüder – die gesundheitspolitische Entwicklung des Burgenlandes po - sitiv voranzutreiben, Ideen gemeinsam entwickeln und dementsprechend umsetzen, die dem Land und den Menschen zu Gute kommen. Denn die letzten Monate haben ge - zeigt, wie wichtig verläßliche Partnerschaften im Gesundheitswesen sind“, so Doskozil. Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt ist als größtes und mit 260 Jahren ältestes Spital des Burgenlandes ein wichtiger Partner in der Gesundheitsversorgung des Landes. Dazu Inzinger: „Die Basis für dieses völlig neue Kapitel der Zusam - menarbeit bildet eine Grundsatzerklärung. Ziel dieser Grundsatzerklärung zwischen dem Land und den Barmherzigen Brüdern ist es, gegenseitiges Vertrauen wiederaufzubauen und die Zusammenarbeit auf einer neuen Ebene zu vertiefen.“ So werden die Barmherzigen Brüder den Spitalsbetrieb in eine GmbH einbringen und das Krankenhaus dann als GmbH führen. Die Barmherzigen Brüder werden Alleingesellschafter dieser GmbH sein, das Land wird einen Aufsichtsrat besetzen. Dieser Betrieb als GmbH soll maximale Transparenz ge gen - über dem Land garantieren. Teil der GmbH werden auch die Parkgarage und jener Teil der Apotheke sein, der nicht öffentlich ist (künftige Führung als Anstaltsapotheke). Der bestehende Kooperationsvertrag wird den neuen Gegebenheiten angepaßt. Weiters soll das Lohnschema der Barmherzigen Brüder dem Schema der Landeskrankenhäuser angeglichen werden. Dieses Lohnschema wird insbesondere die Umsetzung des „Lohnschemas Neu“ inklusive Mindestlohn im Kollektivvertrag der Barmherzigen Brüder und die Umsetzung der bereits für die KRAGES-Spitäler fixierten Corona-Zulagen https://www.burgenland.at 65 im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt beinhalten. Im anhängigen Zivilverfahren beim Landesgericht in Eisenstadt wird die Klage von den Barmherzigen Brüdern zurückgezogen. Das Land Burgenland verpflichtet sich, die noch offenen Verbindlichkeiten gegenüber den Barmherzigen Brüdern zu begleichen. Nach Eingang dieser Zahlungen des Landes werden die Barmherzigen Brüder – um auch in Zukunft die bestmögliche Versorgung si - cherzustellen – weiter in die Qualität des Spitals investieren. Konkret geplant sind der Neubau des Labors und die Sanierung der OP-Landschaft. Darüber hinaus investieren die Barmherzigen Brüder auch die auf die Krankenhaus- Belieferung entfallenden Ge win ne der Apotheke erstmalig für das Jahr 2020 bis zur Einbringung in die GmbH in den Standort Krankenhaus Eisenstadt. n Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Eisenstadt Johannes von Gott-Platz 1 7000 Eisenstadt Telefon: 0043 2682 601-0 Fax: 0043 2682 601-1099 https://www.barmherzige-brueder.at/site/eisenstadt/

Wir danken dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, dem Land Burgenland, Land Oberösterreich und PaN – Partner aller Nationen für die aktive Unterstützung unserer Arbeit für Österreich.