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Ausgabe 196

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Magazin mit Berichten von der Politik bis zur Kultur: sechs Mal jährlich mit bis zu 145 Seiten Österreich. Bisher 13.449 pdf-Downloads der Ausgabe 196 auf http://oesterreichjournal.at/

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 196 / 07. 12. 2020 Österreich, Europa und die Welt 38 Foto: DFA | Dietmar Feichtinger Architectes Bäumen und einer großen, umlaufenden Terrasse für die Klassen im ersten Stock bildet die luftige, sonnige, kinder- und bewegungsfreundliche Mitte dieser Schule. Städtebau Der Mehrzwecksaal im Erdgeschoß liegt sehr prominent an der Straßenkurve im Südosten. Er ist als Raum für Spiel, Sport und Be wegung der Kinder, aber auch für Veranstaltungen geeignet. Er bildet das Gelenk zwischen der straßenseitig angrenzenden großen Kantine und dem Eingang im Westtrakt der Schule. Diese gesamte Raumfolge an der Straße ist mit einer polygonalen, transluzenten Fassade aus Glas und Streck - metall zusammengefaßt. Das verschafft den Kindern eine Präsenz im Stadtraum, ermöglicht natürliche Belichtung, Belüftung und signalisiert Offenheit. Umgeben einem breiten, rotgefärbten Trottoir, steigt der Saal zur Kurve hin bis zu einer Raumhöhe von vier Meter an: er folgt damit dem Geländeverlauf un schafft innen einen sehr hellen, großzügigen, multifunktionalen Raum zum Turnen, Ballspielen, Herumtollen und für Veranstaltungen. Sein leicht ansteigendes Dach ist als Sportplatz im Freien gestaltet. Die Dachneigung führt zu flachen Sitzstufen aus Holz, als Ballnetz und Absturzsicherung dient ein kaum sichtbares Edelstahlnetz, das auch ein Rankgitter für Pflanzen ist. Schon jetzt sind einige zu sehen, sie werden sich zu einem grünen Filter am Dach auswachsen. Eingang Im Westen bildet der Bogen dieses Da - ches ein Vordach aus, das den Weg zum Eingang beschirmt. Hier können die Kinder vor und nach der Schule bei jedem Wetter aufeinander warten oder sich unterhalten. Der abschließende Gymnastiksaal ist leicht vorgerückt – er betont so den Eingang und wäre auch extern zu nutzen. Auf diese halböffentliche Raumschicht an der Straße folgt der um - laufende Gang, der alle Klassen erschließt. Er ist als Puffer, Transit-, Aufenthaltszone und Pausenfläche den Unterrichtsräumen vorgelagert. Dieser Gang weitet sich hinter dem Entree zum Foyer, wo eine breite Treppe in den ersten und zweiten Stock führt. Sie separiert ganz selbstverständlich die größeren von den kleinen, die noch keine großen Stiegen hinaufgehen wollen. Sie laufen di - rekt in ihre Gruppen. Klassen Die Gruppen der zweieinhalb bis sechsjährigen befinden sich im Erdgeschoß. Sie sind alle mit raumhohen, öffenbaren Glasfassaden zum großzügigen Pausenhof orientiert, der hier als freundliche Kunstlandschaft mit sachten Hügeln aus Sportbelag, Bäumen und Spielbereichen gestaltet ist. Die Kinder können aus ihren Gruppen direkt ins Freie. Die Klassen im Obergeschoss folgen demselben Prinzip: Sie sind zu weitläufigen Terrassen hin orientiert, deren abgerundete Kan - ten der Kurve von Straße und Mehrzwekksaal Referenz erweisen und einen schönen Innenhof formen. Diese Terrassen sind aus Holz. Außerdem rahmen sie den darunterliegenden Freiraum der Kleinen auf eine bergende Weise ein – und beschatten die Randbereiche vor den Gruppen. So können die Kinder auch bei Regenwetter draußen spielen. Dieselbe Funktion erfüllt die gedeckte Terrasse im ersten Stock für die Volksschüler. Alle, die zu früh in der Schule sind, können dort bei jedem Wetter gemeinsam spielen oder sich unterhalten, bis der Unterricht beginnt. Die Luftqualität spielt für Wohlbefinden und Konzentrationsfähigkeit der Kinder eine große Rolle. Zwischen den Klassen unterbricht je ein raumhohes Holzpaneel Glasfassade. Dahinter befindet sich eine Heizung, die die Luft vorwärmt und durch die klassenseitigen Lamellen einbläst, wenn es zu kalt ist. Steigt der CO 2 -Gehalt in der Raumluft zu sehr an, wird Frischluft zugeführt. Dieses Holzelement gibt der Glasfassade einen Rhythmus und trägt zur warmen Atmosphäre des Hofes bei. Alle Trennwände und tragenden Stützen sind aus Sichtbeton, die Wände zum Gang als Multifunktionsmöbel aus Holz ausgeführt: Klassenseitig dienen sie als Regal, Kasten und Waschbecken, gangseitig als Garderobe. Im Eingangsbereich liegt Stabparkett am Bo - den, in allen anderen Räumen ein geschliffener Estrich. Die Kantine ist ein tiefer, offener Raum an der Straße, der von der dortigen Fassade und einem rundumverglasten Innenhof mit Oberlicht natürlich erhellt wird. 370 Mahlzei - ten werden dort täglich ausgegeben. Diese Schule ist robust, offen und hell. Architektur ist für den in Bruck an der Mur (Steiermark) geborenen Dietmar Feichtinger die Bühne für den Alltag, sie muß bespielt werden. Die - se Schule ist um einen Freiraum orientiert – und sie läßt genug Freiraum zu Aneignung und Entwicklung. Die SchülerInnen und Leh - renden sind sehr glücklich damit. Hier verbringt man gern einen Tag. n http://www.feichtingerarchitectes.com/ »Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at/

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 196 / 07. 12. 2020 Österreich, Europa und die Welt Weltpremiere 39 Erste Hybrid-Verkostung österreichischer Weine in Moskau Foto: ÖWM / Anjela Kotsoeva Unter Einhaltung aller Sicherheitsvorkehrungen verkosteten 160 Fachbesucher im Four Seasons Hotel 195 österreichische Weine. Am 23. November veranstaltete die Ös - terreich Wein Marketing GmbH (ÖWM) in Moskau die erste „hybride“ Weinverkostung der Welt. Während die BesucherInnen im Four Seasons Hotel knapp 200 österreichische Weine verkosteten, waren sie über ein Online-Tool live mit den Winzern in Österreich verbunden. Begeisterte Rückmeldungen bestätigen Österreichs Image als Pionier in der Weinwelt. Weine in Moskau, Winzer in Österreich Eine Weinprobe mit Winzerbeteiligung trotz strenger Corona-Restriktionen in Mos - kau? Um dies zu ermöglichen, entwickelte die ÖWM die erste „hybride“ Weinverkostung der Welt: Unter Einhaltung aller Si - cherheitsvorkehrungen verkosteten 160 Fach - besucherInnen im Four Seasons Hotel 195 österreichische Weine. Parallel konnten sie über ein Online-Tool mit den 32 Winzern der präsentierten Weine in Österreich live in Kontakt treten – via Chat oder Videotelefonat. Zudem waren über das Tool weiterführende Informationen und eigens produzierte Kurzvideos zu jedem Weingut und seinen Weinen verfügbar. Jede Besucherin, jeder Besucher saß an einem eigenen Tisch und konnte beim Servicepersonal Wein-Flights Foto: ÖWM / Anjela Kotsoeva Johannes Eigner, Österreichischer Botschafter in Rußland, und Dina Khvan vom österreichischen AußenwirtschaftsCenter Moskau in beliebiger Reihenfolge und eigenem Tem - po bestellen. Österreich als Vorreiter unter allen Weinländern „Seit März arbeiten wir mit Hochdruck an innovativen Verkostungsformaten, damit sich die internationalen Meinungsführer weiterhin ein Bild von unseren großartigen Weinen machen können“, erklärt ÖWM Ge - schäftsführer Chris Yorke. „Mit der Hybrid- »Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at/ Verkostung in Moskau konnten wir in Zu - sammenarbeit mit dem Außenwirtschafts- Center nun einen echten Meilenstein im in - ternationalen Weinmarketing setzen – das bestätigten auch die anwesenden Gäste!“ Roman Sosnovsky, Präsident der Mos - kauer Sommelier-Vereinigung, lobte die Veranstaltung: „Ru hig und bequem die ge - wünschten Weine probieren und dabei selbst entscheiden, wann man mit welchem Winzer Kontakt aufnimmt: Ich kann nur hoffen, daß es jetzt mehr solcher Veranstaltungen geben wird. 12 von 10 Punkten für die Organisation!“ Auch Dina Khvan vom Außenwirtschafts Center Moskau berichtet von begeisterten Rückmeldungen: „Die Besucher waren äusserst zufrieden und meinten, daß Österreich unter allen Weinländern ein Vorreiter und Musterbeispiel sei.“ Fortführung des Formats 2021 Aufgrund der überwältigenden positiven Erfahrungen und der anhaltenden unsicheren Lage in vielen Ländern wird die ÖWM das Konzept der hybriden Weinverkostungen 2021 nahtlos fortführen. Nächster Stopp: Lon don. n https://www.oesterreichwein.at/

Wir danken dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, dem Land Burgenland, Land Oberösterreich und PaN – Partner aller Nationen für die aktive Unterstützung unserer Arbeit für Österreich.