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Ausgabe 196

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Magazin mit Berichten von der Politik bis zur Kultur: sechs Mal jährlich mit bis zu 145 Seiten Österreich. Bisher 13.449 pdf-Downloads der Ausgabe 196 auf http://oesterreichjournal.at/

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 196 / 07. 12. 2020 Kultur Francisco Carolinum Neu Der neue Ort für Fotografie und Medienkunst in Linz startete am 15. Oktober mit der Roger Ballen-Retrospektive »THE PLACE OF MY MIND« – zu sehen bis 14. Februar 2021 116 Foto: OÖ Landes-Kultur GmbH Geschichten erzählen und mit aktuellen Themen Menschen begeistern – das sind die Ziele der im März dieses Jahres neu gegründeten OÖ Landes-Kultur GmbH und ihres Direktors Alfred Weidinger. Die Idee, am Standort Museumstraße ein Haus für Fo - tografie und Medienkunst zu etablieren, geht auf eine Umfrage unter 7.000 Kulturinteressierten zurück. Diese ergab, daß sich ein Großteil der Befragten ganz besonders für Fotografie begeistert. Deshalb wurden in den letzten Wochen und Monaten zahlreiche bauliche Veränderungen am 125 Jahre alten, historistischen Architekturjuwel des deutschen Architekten Bruno Schmitz in der Museumstraße vorgenommen: In einem ersten Schritt wurden nachträgliche Eingriffe wie Wände und Einbauten entfernt, Sichtachsen geöffnet, Fenster freigelegt. Heute präsentieren sich Foyer, Treppenhaus und Ausstellungsräume wieder in ihrem Das neue Haus für Fotografie und Medienkunst am am Standort Museumstraße in Linz Foto: OÖ Landes-Kultur GmbH ursprünglichen Glanz und ihrer Großzügigkeit. Durch die Neugestaltung des Gartens »Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at/ wurde zudem die Sichtbarkeit des imposanten Baus im öffentlichen Raum verbessert. In einem ersten Schritt wurden nachträgliche Eingriffe wie Wände und Einbauten entfernt, Sichtachsen geöffnet, Fenster freigelegt.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 196 / 07. 12. 2020 Kultur 117 Weitere Renovierungs- und Adaptierungsarbeiten, insbesondere der Räume im Erdgeschoß, sind für die nächsten Jahre geplant. Die Neupositionierung des nun wieder nach seinem Erbauer „Francisco Carolinum“ benannten Museums als modernes Haus für Fotografie und Medienkunst wird sukzessive erfolgen. Im Wochentakt werden nunmehr drei Fotoausstellungen eröffnet und parallel gezeigt werden. Das hat durchaus program - matischen Charakter: Unterschiedliche Zu - gänge öffnen das Francisco Carolinum Linz für unterschiedliche Interessen und Altersgruppen, machen es zu einem Haus vieler An- und Verknüpfungspunkte. Dieses Prinzip wird auch die Zukunft des Francisco Carolinum Linz bestimmen – kleinere, länger laufende, auf gegenwärtige Zeitgeschehen bezugnehmende Sonderausstellungen. © Roger Ballen © Marguerite Rossouw Roger Ballen, Smoked Out, 2020 Roger and the Inner Voices, 2015 Roger Ballen-Retrospektive Soziale Außenseiter, Tiere und rätselhafte Objekte bevölkern die schaurig-schönen Fo - tografien von Roger Ballen. Mit seinen fotografischen Inszenierungen, die eine surrealdüstere, unheimliche Atmosphäre erzeugen, taucht Roger Ballen tief in die Abgründe der menschlichen Psyche. Roger Ballen, geboren 1950 in New York, zählt zu den in - ternatio nal bedeutendsten und einflußreichsten Fotokünstlern der Gegenwart. Er lebt und arbeitet seit über 40 Jahren in Johannesburg, Südafrika, und nimmt mit seinem eben - so faszinierenden wie verstörenden Werk eine singuläre, zwischen Dokumentation und Fik - tion angesiedelte Position in der zeitgenössischen Fotografie ein. Die OÖ Landes-Kultur GmbH präsentiert im Francisco Carolinum Linz die erste um - fassende Museumspersonale des renommierten Fotokünstlers in Österreich. Gezeigt werden Arbeiten aus allen wichtigen Serien und Schaffensphasen des Künstlers: vom fotojournalistisch geprägten Frühwerk ab den späten 1960er-Jahren, über sein vielschichtiges filmisches Œuvre, bis hin zu aktuellen Farbfotografien im Kontext installativer Werkkonzepte. International bekannt wurde Roger Ballen mit irritierenden fotodokumentarischen Ar beiten, die unterprivilegierte Weiße und ihre prekären Lebensumstände während der Apartheid zeigen. Mit seinem schonungslosen Blick für das Banale und Groteske porträtierte Roger Ballen in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren Bewohner und Architekturen karger ländlicher Gemeinden in Südafrika, ganz ohne sozialkritische oder voyeuristische Attitüde. Während er weiterhin Außenseiter und gesellschaftliche Grenzgänger ins Zentrum seiner Bilder rückte, ar - beitete Roger Ballen in späteren Serien zu - nehmend inszenierend und psychologisierend. In formalästhetisch bestechenden Bildfindungen behandelt er Themen wie Kontrollverlust, Chaos, Verrücktheit, Entfremdung, die Beziehung des Menschen zur Tierwelt, die Grausamkeit von Leben und Tod, und immer wieder die Erfahrung von An - dersartigkeit. Roger Ballen selbst beschreibt seine Werke als existentielle Psychodramen, die das Unterbewußtsein berühren und die Schattenseiten der Conditio humana heraufbeschwören. Seine eindringlichen, radikalen Fotografien, die lange im Gedächtnis bleiben, werden zu einer Entdeckungsreise in die eigene Psyche. Roger Ballens Werk ist komplex und doppeldeutig, von universeller Aus - sagekraft und archetypischem Charakter, aber auch voller Ironie, Witz und tiefgründigem Humor. Social Media und Vermittlungsangebot Die in der Ausstellung gezeigten Filme Ballens sind auf dem Vimeo Kanal der OÖ Landes-Kultur GmbH zu sehen. https://vimeo.com/ooelkg Ab November beantworten „Mediators on de mand“ (KulturvermittlerInnen) Fragen der BesucherInnen zur Ausstellung direkt und unmittelbar. Als kontaktlose Vermittlung wird das bereits von den mo bilen Schauräumen beliebte Kulturvermittlungsprogramm mit Hologramm zum Einsatz kommen. n https://www.ooelkg.at/ »Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at/

Wir danken dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, dem Land Burgenland, Land Oberösterreich und PaN – Partner aller Nationen für die aktive Unterstützung unserer Arbeit für Österreich.