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Ausgabe 196

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Magazin mit Berichten von der Politik bis zur Kultur: sechs Mal jährlich mit bis zu 145 Seiten Österreich. Bisher 13.449 pdf-Downloads der Ausgabe 196 auf http://oesterreichjournal.at/

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 196 / 07. 12. 2020 Kultur 114 © Gerhard Richter 2020 / Foto: Stefan Altenburger Photography Zürich Gerhard Richter, Ruhrtalbrücke, 1969, Öl auf Leinwand, 120 x 150 cm; Privatsammlung, Courtesy Hauser & Wirth Collection Services Biografie Gerhard Richter Gerhard Richter wird am 9. Februar 1932 in Dresden (Deutschland) geboren. Sein Va - ter ist Mathematiklehrer, seine Mutter ge - lernte Buchhändlerin. 1936 kommt Richters jüngere Schwester Gisela zur Welt. Während der Kriegsjahre wohnt die Familie im ländlichen Reichenau, später in Waltersdorf in Sachsen. Bereits während seiner Zeit in der Handelsschule von Zittau nimmt Richter an Abendkursen in Malerei teil. Von 1951 bis 1956 absolviert er in der Wandmalereiklasse von Heinz Lohmar sein Studium an der Hochschule für bildende Künste Dresden. Im Jahr 1957 heiratet er Marianne (Ema) Eufinger. Nachdem das Ehepaar 1961 aus der DDR nach Düsseldorf geflohen ist, studiert Richter an der dortigen Staatlichen Kunstakademie. 1962 lernt er die Künstler Sigmar Polke, Konrad Lueg (Fischer) und Manfred Kuttner kennen, die neben Blinky Palermo zu seinen künstlerischen Weggefährten in den 1960er- Jahren werden. Ebenfalls im Jahr 1962 be - © Gerhard Richter 2020 / Museum Frieder Burda, Baden-Baden ginnt Richter seinen Werkkatalog mit dem Gemälde „Tisch“, das nach einer fotografischen Vorlage aus der Zeitschrift „Domus“ Gerhard Richter, Venedig, 1986, Öl auf Leinwand, 86 x 121 cm »Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at/ entstand. Während der 1960er-Jahre bewegt sich Richter in seiner Kunst in ganz unterschiedliche Richtungen. Es entstehen erste

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 196 / 07. 12. 2020 Kultur 115 © Gerhard Richter 2020 / Foto: Robert Bayer Gerhard Richter, Wolke, 1976, Öl auf Leinwand, 200 x 300 cm; Privatsammlung, als Dauerleihgabe in der Fondation Beyeler, Basel Farbtafelbilder und Glaskonstruktionen, außerdem experimentiert er für seine fotomalerischen Darstellungen mit Unschärfetechniken und nähert sich in seinen Stadtund Bergansichten aus der Vogelperspektive immer mehr der Abstraktion an. In dieser Zeit wendet sich Richter auch intensiver der Landschaftsmalerei zu. Er schafft eine Serie von Gemälden nach Fotografien aus dem Korsika-Urlaub in Reminiszenz an romantische Darstellungen. Schon damals zeichnet sich eine Tendenz ab, die für Richters gesamtes bisheriges Werk charakteristisch ist: ein ständiger Wechsel von relativ realistischer Darstellung und Abstraktion sowie die parallele Beschäftigung mit verschiedenen Techniken und Medien der Kunst. 1972 erhält der Künstler eine erstmalige (Einzel-)Präsentation auf der 36. Biennale von Venedig. Im gleichen Jahr veröffentlicht Richter seine als „Atlas“ bezeichnete Sammlung von Fotos, Collagen und Skizzen. Ab Mitte der 1970er-Jahre entstehen dann die er sten abstrakten Bilder, eine Werkgruppe, die der Künstler bis heute weiterführt. In re - gelmäßigen Abständen produziert er allerdings auch Landschaften, wie einen Zyklus von Seestücken nach einer Grönland-Reise oder Gebirgsansichten von Davos sowie ländliche Motive. Nach der Scheidung von Ema heiratet Richter 1982 die Bildhauerin Isa Genzken. Ein Jahr darauf zieht das Paar nach Köln. Mit te der 1980er-Jahre beginnt Richter Landschaftsgemälde und Fotografien mit der Rakel zu überarbeiten. Es entstehen auch stark abstrahierte Landschaften. Daneben schafft er bedeutende Werke wie den aufsehenerregenden Zyklus „15. Oktober 1977“ aus dem Jahr 1988, der den Tod der führenden Mitglieder der RAF thematisiert, seine Tochter Babette als junges Mädchen oder Sabine Moritz, die er 1995 heiraten wird, als „Lesende“ oder „Kleine Badende“. Auch in den 1990er- und beginnenden 2000er-Jahren findet Richter immer neue Formen für seine abstrakte Malerei und entwirft darüber hinaus farbige Spiegelkonstruktionen. Für das Reichstagsgebäude in Berlin produziert Richter im Jahr 1999 die monumentale Glasarbeit „Schwarz, Rot, Gold“. 2007 entwirft er außerdem ein ab - straktes Fenster aus 11.500 Glasquadraten für »Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at/ den Kölner Dom. In den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden befindet sich seit 2006 das Gerhard Richter Archiv. Umfangreiche Retrospektiven des Künstlers fanden beispielsweise in folgenden In - stitutionen statt: 1977 im Centre Pompidou in Paris, 1991 in der Tate Modern in London, 1993 in der Bundeskunsthalle in Bonn, 2002 im Museum of Modern Art, New York, Art Institute Chicago, San Francisco Museum of Modern Art und Hirshhorn Museum and Sculpture Garden in Washington sowie 2020 im Metropolitan Museum of Art in New York. Über 20 Jahre nach der Ausstellung im Sprengel Museum Hannover (1998), in der erstmals ausschließlich Gerhard Richters Landschaften gezeigt wurden, präsentiert das Bank Austria Kunstforum Wien nun die bis dato größte Retrospektive seiner Landschaftsbilder. Während in Hannover nur Öl - gemälde ausgestellt wurden, werden in Wien nun alle künstlerischen Medien berücksichtigt werden, in denen Landschaftsmotive er - scheinen. Gerhard Richter lebt und arbeitet bis heute in Köln. n https://www.kunstforumwien.at/ https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Richter

Wir danken dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, dem Land Burgenland, Land Oberösterreich und PaN – Partner aller Nationen für die aktive Unterstützung unserer Arbeit für Österreich.