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Ausgabe 195

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Magazin mit Berichten von der Politik bis zur Kultur: sechs Mal jährlich mit bis zu 145 Seiten Österreich. 15.487 pdf-Downloads im November 2020 auf http://oesterreichjournal.at/

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 195 / 29. 10. 2020 Österreich, Europa und die Welt Das Virus stellt Finanzen und Märkte auf den Kopf 40 Hochrangige Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft diskutierten beim 16. Salzburg Europe Summit über Corona und Wirtschaft. Hilfen können nur vorübergehend sein! Eine hochkarätige Runde aus Ökonomen, Politikern und Unternehmern diskutierte unter fachkundiger Moderation von Monika Graf („Salzburger Nachrichten“) im Rahmen des 16. Salzburg Europe Summits von 27. bis 29. September die Auswirkungen der Co - rona-Pandemie auf Finanzen und Wirtschaft. „Regionen, deren Volkswirtschaft zum Beispiel stark vom Tourismus abhängig ist, werden stärker betroffen sein als andere“, befürchtet der für Budget zuständige EU- Kommissar Johannes Hahn in seiner Keynote. Er hielt aber fest, daß mit dem 1,8 Billionen Euro umfassenden mehrjährigen Finanzrahmen und dem mit 750 Mrd. Euro ausgestatteten Instrument „Next Generation EU“ zukunftsweisende Schritte gesetzt wurden, um den Herausforderungen zu begegnen. Monika Köppl-Turyna vom liberalen Think Tank Agenda Austria mahnte, daß je länger man Hilfen ausbezahle, desto mehr wir Gefahr laufen, Insolvenzen in die Zu - kunft zu verschieben. Sie betonte, daß zu - kunftsfähige Bereiche wie Bildung leider oft vernachlässigt werden. „Wenn es Hilfen gibt, dann müssen sie temporär sein. Das ist zweifelsfrei richtig“, bekräftigte Wilhelm Molterer. Der ehemalige Vizekanzler und Finanzminister von Ös - terreich sowie Vizepräsident der Europäischen Investititonsbank, amtiert als Direktor des Europäischen Fonds für Strategische Investments. Unternehmer Paul Rübig, der als längstdienener EU-Abgeordneter mehrmals Verhandler für das EU-Budget war, verwies auf die Wichtigkeit des EU-Binnenmarktes. Er forderte baldige Regeln, damit die BürgerInnen und Unternehmen den Binnenmarkt bald wieder voll nützen können. Der Ökonom Gabriel Felbermayr, Präsident des Kiel Institute for the World Economy (IfW), erklärte, daß es sei richtig gewesen sei, schnell und kräftig zu reagieren, um den Wirtschaftseinbruch abzudämmen. Er stellte den Umgang mit Branchen wie dem Tourismus zur Debatte und fragte, ob dieser nicht schon überdimensioniert sei. Foto: IRE / Franz Neumayr Foto: IRE / Franz Neumayr Foto: IRE / Franz Neumayr Monika Köppl-Turyna vom Think Tank Agenda Austria Andreas Klauser, Vorstandsvorsitzender des Konzerns Palfinger Unternehmer Paul Rübig, längstdienender EU-Abgeordneter Österreichs »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at Foto: IRE / Franz Neumayr Foto: IRE / Franz Neumayr Foto: IRE / Franz Neumayr EU-Budget-Kommissar Johannes Hahn bei seiner Keynote Wilhelm Molterer, Vizepräsident der Europäischen Investititonsbank Ökonom Gabriel Felbermayr, Präsident des IfW

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 195 / 29. 10. 2020 Österreich, Europa und die Welt 41 Foto: IRE / Franz Neumayr Foto: IRE / Franz Neumayr Magnus Brunner, Staatssekretär im BM für Verkehr, Innovation und Technologie Michael Strugl, stellvertretenden Vorstandsvorsitzende des Verbund Michaela Kaniber, Bayerische Staatsministerin für Landwirtschaft Foto: IRE / Franz Neumayr Foto: IRE / Franz Neumayr Foto: IRE / Franz Neumayr Foto: IRE / Franz Neumayr Foto: IRE / Franz Neumayr Peter Giffinger, CEO von Saint-Gobain Austria Michael Staudinger, Direktor der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik Andreas Klauser, der Vorstandsvorsitzende des Konzerns Palfinger, erklärte, daß sein Unternehmen schon früh auf die Situation in China reagiert habe. Für 2021 erwarte er eine deutliche Verlangsamung. Aber, merkte er an, Deutschland sei sehr positiv und die USA stark angetrieben vom Konsum, der die Investitionen angekurbelt habe. In den USA habe der Aufschwung schon begonnen, auch unterstützt durch die bevorstehenden Wahlen. Helga Kromp-Kolb, Universitätsprofessorin an der BOKU Wien Killt Corona den Green Deal? Nein! Unter Moderation von Rainer Nowak, Chef redakteur der „Presse“, diskutierten ExpertInnen das Thema Green Deal und Klimaschutz während und nach der Corona- Pandemie. Einig war sich die Runde darin, daß der Europäische Green Deal jedenfalls bestehen bleiben wird. „If you ask if Corona will kill the Green Deal, then I can say: Absolutely no!“ („Wenn Sie fragen, ob Corona den Green Deal zu - nichte machen wird, dann kann ich sagen: Auf gar keinen Fall!“, Anmerkung). Damit leitete die EU-Kommissarin für Energie, die Estin Kadri Simson, ihr Eröffnungsstatement ein. In seiner Keynote Rede erklärte Staatssekretär Magnus Brunner, daß kluge Investitionen auf beides einzahlen: Sowohl auf die Stärkung des Standorts als auch auf den Klimaschutz. „Europa habe Vorbildfunktion“, betonte die Bayerische Staatsministerin für Landwirtschaft Michaela Kaniber. Sie erklärte, daß Bayern bis 2030 bei 30 Prozent Öko- Landbau sein wolle. Dafür braucht es aber auch die KonsumentInnen, mahnte sie ein. Foto: IRE / Franz Neumayr Harald Stindl, Geschäftsführer von Gas Connect Austria Kadri Simson, EU-Energie-Kommissarin Peter Giffinger ist CEO von Saint-Gobain Rigips Austria und Präsident von respAct – einer Initiative von Unternehmen, die sich zum European Green Deal bekennen. Giffinger stellte die Frage ob es ausreicht, ständig neue Ziele zu formulieren? Oder ob man nicht lieber Anreize setzen solle, daß die bisherigen Ziele erreicht werden würden. Die bekannte Klimatologin und Universitätsprofessorin an der BOKU Wien, Helga Kromp-Kolb, war weniger optimistisch. Für »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

Wir danken dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, dem Land Burgenland, Land Oberösterreich und PaN – Partner aller Nationen für die aktive Unterstützung unserer Arbeit für Österreich.