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Ausgabe 195

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Magazin mit Berichten von der Politik bis zur Kultur: sechs Mal jährlich mit bis zu 145 Seiten Österreich. 15.487 pdf-Downloads im November 2020 auf http://oesterreichjournal.at/

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 195 / 29. 10. 2020 Österreich, Europa und die Welt 10 wirtschaft, Regionen und Tourismus, Elisabeth Köstinger, die slowenische Ministerin für Auslandsslowenen, Helena Jaklitsch, die Landtagspräsidenten Jakob Strauß und Josef Lobnig, die Kärntner Regierungsmitglieder LHStv.in Beate Prettner, LHStv.in Gaby Schaunig, LR Daniel Fellner, LR.in Sara Schaar und LR Sebastian Schuschnig, die österreichische Botschafterin in Slowenien, Elisabeth Ellison-Kramer, die slowenische Botschafterin in Österreich, Ksenija Škrilec, und der slowenische Generalkonsul Anton Novak anwesend. Ebenfalls anwesend wa - ren zahlreiche Vertreter der Heimatverbände und Slowenen organisationen, vom Österreichischen Bun des heer, der Polizei und den Einsatzorganisationen. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von der Militärmusik Kärnten unter der Leitung von Dietmar Pranter, Mešani Pevski Zbor J.P. Gallus unter der Leitung von Mario Podrečnik, vom Kammerchor Klagenfurt Wörthersee unter der Leitung von Günter Wallner und von den Young Roses. Corona-bedingte Änderungen des Fests Weil das geplante „Fest der Täler“ wegen Covid-19 abgesagt werden mußte, präsentierten sich die Täler in filmischen Beiträgen in ihrer Vielfalt. Eingegangen wurde auch auf die Erfolgsgeschichte der Konsensgruppe und Bachmannpreisträgerin Maja Haderlap las Gedichte auf Deutsch und Slowenisch. Österreichweit via ORF 2 und im Live stream auf den Kommunikationskanälen des Landes konnte die Bevölkerung den Festakt mitverfolgen. Auf Grund der Coronapandemie konnte das Land dieses für Kärntens Einheit so be - deutende Jubiläum nicht im großen Rahmen feiern. Mittels mehrerer kleiner Gedenkfeiern und Kranzniederlegungen in den Ge - meinden und in Klagenfurt sowie der Übertragungen des Landespressedienstes über In - ternet und dem ORF schaffte das Land Kärnten Rahmenbedingungen, die es allem Kärnt - nerInnen möglich machten, an den Feiern, den Würdigungen und dem Gedenken teilzuhaben. Foto: Foto: LPD / Jannach Die Glassäule „Grenzenlos – Brezmejno“ Installation von Tomas Hoke enthüllt Eine gemeinsame Enthüllung einer In - stallation von Tomas Hoke im Amtsgebäude der Kärntner Landesregierung stellte den Ab - schluß der dreitägigen Landesfeiern dar. Lan - deshauptmann Peter Kaiser konnte im Beisein von Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Staatspräsident Borut Pahor so - wie Tomas Hoke die drei Meter hohe Glassäule „Grenzenlos – Brezmejno“ in Szene setzen. „Wir wollen das Gemeinsame auf allen Ebenen in den Mittelpunkt rücken und haben diese Platz zwischen den beiden Gedenktafeln zur Volksabstimmung bewußt ausgesucht. Hier geben wir Raum für die Ereignis - se vor 100 Jahren, die Gegenwart und die Zukunft, die nur gemeinsam und grenzenlos in den Köpfen sowie auf den Landkarten, zu gestalten ist“, betonte Kaiser. Im Sinne des Künstlers Thomas Hoke falle dem Betrachter das Grenzenlose und Gemeinsam immer im Zusammenspiel ins Auge. Kaiser verwies in diesem Zusammenhang auch auf die kurz zuvor getätigte Forderung von Schriftsteller Janko Ferk, der ein „wie - dergutmachendes Kunstwerk für das Un - recht, das den Slowenen zuteilgeworden ist“ forderte. Kaiser sieht die Forderung mit der eben erfolgten Enthüllung als erfüllt. Denn die Installation in der Landesregierung sei das klare politische Bekenntnis zum unverrückbaren zukünftigen „gemeinsamen und grenzenlosen“ Weg. Preisträger Hoke betonte, daß viel Potential im Thema Umgang mit Sprachen liege. „Es ist ein Thema, daß man mit allen Sinnen behandeln muß.“ Hoke habe mit seinem Entwurf einen Lichtraum geschaffen, der im Inneren einer gläsernen Säule dynamisch einen scheinbar grenzenlosen Raum suggerieren soll. Im Jubiläumsjahr der Kärntner Volksabstimmung CARINTHIja2020 wurde von der Kärntner Landesregierung ein offener künstlerischer Wettbewerb ausgeschrieben. Von der Jury wurde aus 26 Einreichungen das Foto: Foto: LPD / Jannach Enthüllung des Denkmals von Thomas Hoke durch die Präsidenten Alexander Van der Bellen (r.), Borut Pahor (l.) und Landeshautpmann Peter Kaiser »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 195 / 29. 10. 2020 Österreich, Europa und die Welt 11 Pro jekt „Grenzenlos – Brezmejno“ von Hoke ausgewählt. Der hat eine über drei Meter hohe Glassäule entworfen, die auf die Bewegung der Vorbeigehenden reagiert und in Leuchtschrift die Worte „Grenzenlos“ und „Brezmejno“ aufscheinen läßt. Installiert wurde die Säule im ersten Obergeschoß des Regierungsgebäudes zwischen den beiden Volksabstimmungs-Gedenktafeln. Die linke Gedenktafel wurde 1990 angebracht und gilt dem Landesverweser von 1918 bis 1921 so - wie späteren Landeshauptmann Arthur Le - misch (1865-1953). Die rechte Gedenktafel wurde 1995 als Dank an US-Präsident Woodrow Wilson (Selbstbestimmungsrecht der Völker) sowie die mit der Kärntner Fra - ge befaßt gewesenen Experten Prof. A.C. Coolidge und Maj. Gen. Sherman Miles an - gebracht. Kaiser konnte im Laufe des Nachmittags den beiden Staatsoberhäuptern Van der Bellen und Pahor in einem kurzen Besuch auch die Mobile Ausstellung, die derzeit am Neuen Platz in Klagenfurt Einblicke in die Ge - schichte des Landes gewährt, zeigen. Zum Ab schluß ihres gemeinsamen Tages in Kärnten besuchten Kaiser, Van der Bellen und Pahor den Kindergarten und das Schülerheim von Hermagoras in Klagenfurt. Gedenkfeiern am 9. Oktober in Maria Saal beim Herzogstuhl und Friedhof Annabichl Die erste große Feier, nach Kranzniederlegungen in den Gemeinden und der Feier der Stadt Klagenfurt beim Lindwurm, am 8. Oktober fand tags darauf, am 9. Oktober, in Maria Saal beim Herzogstuhl, auf historischem Boden, bei strahlendem Wetter, aber unter strengen Coronaauflagen statt. Landeshauptmann Peter Kaiser wies in seiner Ansprache darauf hin, daß das 100jährige Jubiläum der Kärntner Volksabstimmung ein Zeitpunkt sei, zurückzublicken, ohne zu verherrlichen, aber auch, um genau festzustellen, was es war, daß vor 100 Jahren die Menschen erstmals ihr Selbstbestimmungsrecht nutzen konnten. „Die Menschen konnten erstmals selbst entscheiden, zu welchem Staat, zu welchem System, sie gehören wollen. Der Kärntner Abwehrkampf war eine wesentliche Positionierung, daß Kärnten den SHS-Truppen nicht wehrlos gegenübersteht. Ein unübersehbares Zeichen von Mut und Entschlossenheit“, so Kaiser. Es sei daher auch eine Pflicht, an diesem Ort der Ge - schichte an die Gefallenen zu denken. „Vor allem die Geschlossenheit der Kärnt ner Politik war damals ein wesentlicher Foto: LPD Kärnten / Fritz Foto: LPD Kärnten / Bauer Maria Saal – Herzogstuhl: LH Peter Kaiser (r.) und LR Martin Gruber bei der Gedenkfeier mit Kranzniederlegung im Rahmen von CARINTHIja 2020 – 100 Jahre Kärntner Volksabstimmung mit Angehörigen des Bundesheers Faktor. Gemeinsam aufzutreten als Land Kärnten gegenüber der neuen Republik und bei den Friedensverhandlungen in St. Germain. Nur so war es möglich, die Kärntner Anliegen geltend zu machen“, betonte Kaiser. Er erinnerte, daß es sehr viele slowenischsprachige Kärntner waren, die damals für ein einheitliches Kärnten, für den Verbleib bei Österreich, gestimmt haben. „Es wa - ren soziale, wirtschaftliche, nachbarschaftliche aber auch emotionale Gründe, die ausschlaggebend für die Zustimmung und den Verbleib Kärntens bei der Republik waren. Eber grundlegend für alles war die Gemeinsamkeit“, sagte Kaiser. So könne auch die »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at Zukunft nur in der Gemeinsamkeit liegen. „Diese Prämisse entstand jedoch erst im Laufe der Jahre und gipfelte schließlich in der Ortstafellösung. „Vertrauen bilden, die Gemeinsamkeit in den Mittelpunkt rücken, unterschiedliche Meinungen diskutieren dürfen – das ist unsere gemeinsame Aufgabe weiterhin“, hielt Kaiser fest. Im Zuge der Gedenkfeiern am Friedhof Annabichl in Klagenfurt wurde auch das vom Schwarzen Kreuz sanierte Landesehrenmal eingeweiht. Nachdem jugoslawische Truppen von 11. November bis Ende November 1918 Teile Kärntens besetzt hatten, be schloß die vorläufige Kärntner Landesversammlung am 5. Dezember 1918 den militärischen Soldatenfriedhof Annabichl (v.l.): LR Sebastian Schuschnig, LHStv.in Gaby Schaunig und LR Martin Gruber bei der Gedenkfeier und Einweihung des sanierten Landesehrenmals mit Kranzniederlegung

Wir danken dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, dem Land Burgenland, Land Oberösterreich und PaN – Partner aller Nationen für die aktive Unterstützung unserer Arbeit für Österreich.