ÖSTERREICH JOURNAL NR. 194 / 17. 09. 2020 Österreich, Europa und die Welt / Burgenland »Unsere Amerikaner« Ein Hauch von Hollywood in der Ausstellung »Unsere Amerikaner« im Jubiläumsjahr 2021 40 Foto: Landesmedienservice Burgenland Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (r.) nahm das Gemälde offiziell mit Gert Polster (l.) in Empfang. Die Vorbereitungen für die Ausstellung des Burgenländischen Landesmuseums „Unsere Amerikaner“ im Jubiläumsjahr 2021 sind im vollem Gange. Für die Ausstellung hat die Landesgalerie nun ein Gemälde des gebürtigen Riedlingsdorfers Gustav Rehberger angekauft, der im Jahr 1923 in die USA emigriert ist. Dabei handelt es sich um das Ölgemälde „One-Eyed Jacks“ aus dem Jahre 1961, das von einer Galerie in Hollywood angekauft wurde. „Das Gemälde wurde ausgewählt, weil es Vorlage für ein Werbeplakat für den gleichnamigen Film mit Marlon Brando war – dieser Fall dokumentiert, daß es ein in den 20er- Jahren emigrierter Burgenländer sogar ,bis nach Hollywood‘ geschafft hat. Das zeigt, wie vielschichtig die Geschichte der burgenländischen US-Auswanderung war“, betont Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, der das Bild am 14. September offiziell in Empfang nahm. Das Rehberger-Bild soll ein High light bei der Ausstellung des Landesmuseums im Jubiläumsjahr bilden, die sich zur Gänze den Schicksalen von in die USA emigrierten BurgenländerInnen widmen wird Gustav Rehberger wurde am 20. Oktober 1910 in Riedlingsdorf geboren. Seine ersten Kindheitsjahre verbrachte er auf dem Bauernhof der Großeltern in Riedlingsdorf „mit einer Fülle von Tieren und Vögeln und all den anderen Wundern der Natur“, wie er sich später erinnert. Er war das jüngste von drei Kindern und sein Talent fürs Zeichnen und Malen zeigte sich sehr früh. Gustav Rehbergers Eltern wanderten zunächst ohne die drei Kinder nach Amerika aus, diese wuchsen bei den Großeltern mütterlicherseits auf. Erst nach mehr als sieben Jahren gab es ein Wie - dersehen in Riedlingsdorf. Bei der zweiten Reise der Eltern nach Amerika waren alle drei Kinder am Schiff der SS München und die Einreise erfolgte am Abend des 2. Juli 1923 in Ellis Island. Als Gustav Rehberger im Alter von 13 Jahren aus dem Schiff ausstieg, sprach er kein Wort Englisch, nur Deutsch und Ungarisch. Die Familie lebte in Chicago und mit 14 Jahren begann Rehberger mit einem dreijährigen Stipendium am Art Institute of Chicago zu studieren. Zunächst arbeitete er als Grafikdesigner und Illustrator. 1943 zog Rehberger nach New York City und fertigte Illustrationen für die großen amerikanischen Zeitungen und Magazine wie Chicago Daily Tribune, New York Times und Esquire. Ab 1969 konzentrierte er sich nur mehr auf die »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at künstlerische Arbeit und unterrichtete bis 1993 Anatomie und Komposition an der Art Students League in New York. Gustav Rehberger starb am 22. Juli 1995 in New York City. Objekte für Ausstellung »Unsere Amerikaner« gesucht Das Landesmuseum Burgenland widmet sich 2021 anläßlich 100 Jahre Burgenland in einer Ausstellung den burgenländischen Aus - wanderern nach Amerika. Anhand von Ob - jekten und den dazugehörigen Lebensgeschichten wird die größte Auswanderungsbewegung aus dem Burgenland beleuchtet. Auch die Bevölkerung ist aufgerufen, geeignete Ausstellungsobjekte und dazugehörige Geschichten von Schicksalen, Karrieren, Be - gebenheiten und Perspektiven beizusteuern. Eine Einsendung ist bis zum 30. November 2020 möglich. Die Beiträge werden nach Aus wahl in die Ausstellung, die am 25. Fe - bruar 2021 eröffnet wird, eingebaut. Dazu soll zunächst ein Foto des Objekts/der Ob - jekte mit der damit verbundenen Geschichte per Email gesendet werden – erst dann wird eine Auswahl getroffen. n post.a7-landesmuseum@bgld.gv.at https://www.burgenland.at/
ÖSTERREICH JOURNAL NR. 194 / 17. 09. 2020 Österreich, Europa und die Welt / Kärnten Carinthija 2020: Feldkirchen sagt »Ja« 41 Ausstellung als Zeitreise: würdiges Gedenken, ehrenvoller Rückblick, positiver Ausblick, Gemeinsames in den Vordergrund rücken Foto: Landespressedienst / Oskar Höher Eröffnung der Mobilen Ausstellung in Feldkirchen (v.l.) LA Herwig Seiser, Bgm. Martin Treffner, Vzbgm. Siegfried Huber, LH Peter Kaiser, Vzbg. Karl Lang, Martin Stermitz (KLM), Igor Pucker (Leiter Kulturabteilung), Wilhelm Wadl (Landesarchiv) und Caroline Steiner (LMK) Eine Ausstellung bewegt sich und so macht die mobile Ausstellung zum 100jährigen Jubiläum der Volksabstimmung nach dem Start in Völkermarkt und nach der Station auf der Kaiser-Franz-Josephs-Höhe in Feldkirchen Halt. Bis 31. August erhielten BesucherInnen Einblicke in die historischen Hintergründe der Volksabstimmung 1920, in die Gegenwart des Landes und Ausblicke in die zukünftige Entwicklung Kärntens. Am 15. August eröffnete Landeshauptmann Peter Kaiser mit Feldkirchens Bürgermeister Martin Treffer die Ausstellung im Amthof in Feldkirchen. „Trotz der Einschränkungen durch Corona werden wir den 10. Oktober 1920 und seine historische Be - deutung für das Land Kärnten würdigen und darstellen und den Menschen zugänglich ma - chen“, betonte Kaiser. So sei mit der mobilen Ausstellung eine Zeitreise entstanden, verbunden mit Perspektive für die Zukunft, aufbauend auf einer 100jährigen Geschichte. „Die Voraussetzungen damals, 1920, waren von Umbrüchen gekennzeichnet. Aus einer Monarchie wurde eine Demokratie, das Weltreich Österreich war nur noch ein Überbleibsel seiner selbst und die Menschen wa - ren vom Krieg gezeichnet. Auf Grund dieser Rahmenbedingungen müssen wir die Volksabstimmung entsprechend würdigen“, er - klärte Kaiser. Die Aufgabe heute bestehe darin, aufzuzeigen, wie sich Kärnten in den letzten 100 Jahren entwickelt hat. „Das Land war gebeutelt von einem fürchterlichen NS-Regime, war leidgeprüft nach dem Zweiten Weltkrieg, hatte Kraft für den Wiederaufbau und konnte sich auf diesem Fundament positiv entwickeln“, so Kaiser. Unter dem Dach Eu - ropa seien wir alle laut Kaiser gefordert, das Land weiter zu entwickeln, nicht nur ökonomisch, sondern vor allem auch in nachbarschaftlichen Beziehungen. „Jede und jeder von uns kann dazu beitragen, daß wir in einem Land mit Perspektiven leben, daß es sich lohnt, hier zu leben. Und wie das ganze Jubiläumsjahr unter dem Motto „Gemeinsam“, steht, sollte dieses Motto auch für alle von uns gelten“, forderte Kaiser auf. Herzstück ist 40 Meter lange Plattform Die mobile Ausstellung ist mit ihrer 40 Meter langen Plattform das Herzstück der Jubiläumsaktivitäten zu 100 Jahre Kärntner Volksabstimmung, die bis ins Jahr 2021 hineinreichen werden und alle unter dem Titel »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at CARINTHIJA 2020 stattfinden. Höhepunkt werden die Feierlichkeiten des Landes Kärnten rund um den 10. Oktober 2020 sein. „Corona hat vieles durcheinandergebracht, aber wir haben neue Formate finden können und selbst 88 der 89 eingereichten Projekte, 36 davon von unseren zweisprachigen Vereinen und Schulen, sowie rund 300 Veranstaltungen können unter den bekannten Coronabedingungen stattfinden“, berichtet der Leiter der Kulturabteilung des Landes, Igor Pucker. Historiker Wilhelm Wadl berichtete, daß auch der Bezirk Feldkirchen von den Ge - schehnissen rund um die Volksabstimmung betroffen war. So kam die erste Kompanie, die in Klagenfurt eingesetzt worden ist, um die jugoslawischen Truppen abzuwehren, aus dem Gurktal. „Die ursprünglichen Gebietsansprüche der jugoslawischen Armee betrafen auch den Bezirk Feldkirchen. Große Teile sollten ebenfalls zu Jugoslawien fallen. Erst nach Verhandlungen konnten die Grenze der Ansprüche des jugoslawischen Militärs weiter in den Süden Kärntens verlegt wer den“, erläuterte Wadl den Be zug der Volksabstimmung zu Feldkirchen. n https://www.ktn.gv.at/ https://carinthija2020.ktn.gv.at/
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Foto: Leopold Museum, Wien / Ouriel
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