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Ausgabe 193

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Monatsmagazin mit Berichten von der Politik bis zur Kultur: sechs bis acht Mal jährlich mit bis zu 100 Seiten Österreich. 14.981 pdf-Downloads im Juli 2020 auf http://oesterreichjournal.at/

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 193 / 31. 07. 2020 Österreich, Europa und die Welt 24 nung der Teilnehmenden mit Gideon Eck - haus. „Seine Erinnerungen an die nationalsozialistische Verfolgung, an die Flucht ins damalige Palästina und an seinen weiteren Lebensweg in Israel hat er trotz ihrer Schwere und Traurigkeit stets mit viel Offenheit und Mut vorgetragen. Eckhaus betonte dar - über hinaus auch immer wieder die pädagogische, politische und persönliche Bedeutung der Fortbildungen in Israel und der Zu - sammenkunft von österreichischen Lehrkräften und „Israeli Austrians“, so Faßmann weiter, der 2018 auch selbst den Klub der Altösterreicherinnen und Altösterreich in Jerusalem besucht hatte. Im Jahr 2018 kam Gideon Eckhaus mit rund 70 weiteren Überlebende der Shoa in ihre alte Heimat Österreich. Bei diesem Be - such hatten auch Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, mit Gideon Eckhaus über sei ne Erfahrungen und Erinnerungen an Ös - terreich zu sprechen. „Ich bin dankbar für die Begegnungen mit Gideon Eckhaus und danke ihn für seinen unermüdlichen Einsatz im Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus“, so der Minister abschließend. IRG-Präsident Oskar Deutsch Gideon Eckhaus war langjähriger Präsident des Zentralkomitees der Juden aus Ös - terreich in Israel und in dieser Funktion ein wichtiger Partner einerseits für die jeweilige Bundesregierung aber auch für die Is raeli ti - Gideon Eckhaus sche Kultusgemeinde Wien im Besonderen. Mit unermüdlichem Engagement hat sich Gideon Eckhaus für die Anliegen der Shoah- Überlebenden eingesetzt und einen wesentlichen Beitrag zu einer kontinuierli chen Verbesserung der österreichisch-israelischen Beziehungen geleistet. IRG-Präsident Oskar Deutsch erinnerte an die letzte Begegnung mit Gideon Eckhaus in Wien vor etwas mehr als einem Jahr im Wiener Stadttempel in der Seitenstettengasse: „Gideon Eckhaus war in der Gruppe der letzten Menschen, die diese Synagoge vor der Verwüstung in der Pogromnacht auf den 10. November 1938 von innen gesehen hatten. Seine Erzählungen waren sowohl be - drückend als auch Mut machend. Schließlich hat er sich in Israel eine neue Existenz aufgebaut und als Angehöriger der Gründergeneration mitgeholfen, den Weg zu einem demokratischen und freien Land im Nahen Osten zu bereiten. Seine Leidenschaft für ös - terreichische Kultur, für den Wiener Schmäh hat er niemals verloren und war stets ein verläßlicher Partner der jüdischen Gemeinden in Österreich. Gideon wird immer einen Platz in unseren Herzen haben. In Gedanken sind wir bei seiner Familie.“ Generalsekretärin Hannah Lessing „Gideon Eckhaus, der große Kämpfer für die Anliegen der Überlebenden des Holocaust, war mir mit seiner unermüdlichen Kraft immer ein Vorbild. Österreich verliert mit ihm einen wortgewaltigen Zeitzeugen und Mahner, die Schrecken des Nationalsozialismus nicht zu vergessen. Das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, das ihm 2013 verliehen wur - de, war nur ein kleiner Ausdruck des Dankes.“ n https://www.nationalfonds.org/ http://www.erinnern.at/ https://www.neue-heimat-israel.at/ https://de.wikipedia.org/wiki/Gideon_Eckhaus Fotos: Parlamentsdirektion / Bildagentur Zolles KG / Jacqueline Godany Überreichung des Großen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich an Gideon Eckhaus – Schauspielerin Topsy Küppers singt nach ihrer Laudatio ein Lied für Gideon Eckhaus (r.). »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 193 / 31. 07. 2020 Österreich, Europa und die Welt Wolfgang Wolte † Trauer um verstorbenen Botschafter – Schallenberg und Edtstadler: »Mit Wolfgang Wolte haben wir einen Wegbereiter des österreichischen EU-Beitritts verloren« 25 Brüssel in den Beitrittsjahren hat er den Weg Österreichs in die damalige EG tatkräftig un - terstützt und dort Pionierarbeit geleistet. Unser Mitgefühl gehört seiner Familien und seinen Angehörigen“, sprach Bundespräsident Alexander Van der Bellen seine Anteilnahme aus. Foto: ÖGfE Botschafter i. R. Wolfgang Wolte (26. Juni 1931 – 24. Juni 2020) Am 24. Juni verstarb der langjährige österreichische Botschafter Wolfgang Wol te kurz vor seinem 89. Geburtstag. In seinen über 40 Jahren als Diplomat im Dienste der Republik Österreich durchschritt Wol - te zahlreiche Stationen im In- und Ausland. Nach seinem Dienstantritt im Jahr 1955 führte ihn seine diplomatische Karriere zu - nächst an die Österreichische Vertretung in New York. Es folgten Posten unter anderem an den Botschaften in Kanada, Schweden und Deutschland. Von 1980 bis 1986 war Wolte Österreichischer Botschafter in China und von 1987 bis 1993 Österreichischer Botschafter bei der Europäischen Gemeinschaft. In der Zentrale des Außenministeriums war er nach seiner Rückkehr aus Brüssel Sektionsleiter und bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1996 stellvertretender Generalsekretär. Bundespräsident Alexander Van der Bellen „Mit Wolfgang Wolte verliert Österreich einen begeisterten Boschafter des europäischen Gedankens. Er hat sich mit vollem Elan für die europäische Integration und das Friedensprojekt Europa eingesetzt. Als di - plomatischer Vertreter unseres Landes in Außenminister Alexander Schallenberg „Botschafter Wolfgang Wolte war nicht nur ein großer österreichischer Diplomat, son dern vor allem Wegbereiter des österreichischen EU-Beitritts“, so Außenminister Alexander Schallenberg. „In tiefer Trauer müssen wir uns nun von einem Menschen verabschieden, der wie kaum ein anderer Österreicher unsere Europapolitik geprägt und den Geist der europäischen Zusammenarbeit gestärkt hat. Für Ge - nerationen von Diplomatinnen und Diplomaten und auch für mich persönlich war und ist er ein inspirierendes Vorbild dafür, wie die Idee des europäischen Friedensprojekts mit Leben erfüllt werden kann. Unsere tief empfundene Anteilnahme gilt seiner Familie und allen, die ihm nahegestanden sind“, so Schallenberg weiter. Botschafter Wolte ging vor allem durch seinen unermüdlichen Einsatz als glühender Verfechter des EU-Beitritts Österreichs in die Geschichte der österreichischen Diplomatie ein. In den entscheidenden Jahren vor dem Beitritt Österreichs war er als Botschafter in Brüssel maßgeblich daran beteiligt, die Beitrittsverhandlungen zu einem erfolgreichen Abschluß zu bringen. Europaministerin Karoline Edtstadler „Wolfgang Wolte trug Zeit seines Lebens Europa im Herzen. Als erster Botschafter Österreichs bei der Europäischen Gemeinschaft hatte er stets ein klares Ziel vor Au - gen: Österreich soll Teil der Europäischen Union werden. Von 1987 bis 1993 hat er entscheidend daran mitgewirkt, daß dieses Ziel nur zwei Jahre später Realität wurde. Sein Platz in der Geschichte des österreichischen EU-Beitritts ist ihm sicher und seine Begeisterung für das europäische Projekt soll uns allen als Inspiration dienen. Mein aufrichtiges Mitgefühl gilt in diesen schweren Stunden seiner Familie und seinen Freunden“, so »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

Wir danken dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, dem Land Burgenland, Land Oberösterreich und PaN – Partner aller Nationen für die aktive Unterstützung unserer Arbeit für Österreich.