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Ausgabe 193

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Monatsmagazin mit Berichten von der Politik bis zur Kultur: sechs bis acht Mal jährlich mit bis zu 100 Seiten Österreich. 14.981 pdf-Downloads im Juli 2020 auf http://oesterreichjournal.at/

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 193 / 31. 07. 2020 Österreich, Europa und die Welt Aus dem Außenministerium Außenminister besucht neue Laboreinrichtung der IAEA Am 5. Juni besuchte Außenminister Alexander Schallenberg gemeinsam mit dem Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) Rafael Mariano Grossi deren neue Laboreinrichtung im niederösterreichischen Seibersdorf. Das neu eröffnete Labor, benannt nach dem ehemaligen IAEA-Generaldirektor Yukiya Amano, soll die Mitgliedsstaaten der Organisation bei der Bekämpfung und Vorbeugung von Zoonosekrankheiten wie Covid-19 sowie bei der Bewältigung weltweiter Herausforderun gen wie Klimawandel und Lebensmittelsicherheit unterstützen. Weitere prominente Gä ste waren der japanische Botschafter Takeshi Hikihara und der deutsche Botschafter Gerhard Küntzle sowie der südafrikanische Botschafter Rapulane Molekane, die bei den Ko- Vorsitzenden einer Gruppe von Mitgliedsstaaten, die das große IAEO-Modernisierungsprojekt unterstützten, unter dem die Yukiya Amano Laboratories gebaut wurden. „Der Umfang der wissenschaftlichen Forschung in diesen hochmodernen Laboratorien ist beeindruckend“, so Schallenberg. Die „Yukiya Amano Laboratories“ werden drei der fünf Laboratorien beherbergen, die von der IAEO und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) gemeinsam betrieben werden: das Tierproduktions- und Gesundheitslabor, das Lebensmittel- und Umweltschutzlabor sowie das Labor für Boden- und Wassermanagement und Pflanzenernährung. Das neue Gebäude wird die Fläche der drei La - bors verdoppeln. Die zweckgebundene In - frastruktur beinhaltet modernste Geräte wie Massenspektrometer und Gensequenzierungsplattformen der nächsten Generation und wird die Fähigkeit der IAEO zur ge - meinsamen Forschung und zur Bereitstellung von Ausbildungsmöglichkeiten für Wis - senschaftlerInnen in ihren Mitgliedsstaaten verbessern. Die IAEA leistet derzeit etwa 120 Ländern Soforthilfe bei der Verwendung nuklear-basierter Covid-19-Schnelltests. „Die Pandemie hat die Bedrohung durch zoonotische Krankheiten für die menschliche Gesundheit in den Mittelpunkt gerückt. Covid-19 unterstreicht die Bedeutung der IAEA-Laboratorien zur Unterstützung unserer Mitgliedsstaaten“, so IAEA-Generaldirektor Grossi. Foto: BMEIA / Gruber Foto: IAEA / Dean Calma Außenminister Alexander Schallenberg (l.) und der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), Rafael Mariano Grossi, bei der Eröffnung in Seibersdorf Der japanische Botschafter Takeshi Hikihara (l.) und Außenminister Alexander Schallenberg „Die Gewährleistung eines optimalen Umfelds für alle internationalen Organisationen und ihre Mitarbeiter in Österreich bleibt eines der Ziele der Bundesregierung. Österreich bleibt auch in Zukunft ein verläßlicher Partner der IAEA“, betonte Schallenberg und fügte hinzu: „Die Gewährleistung eines optimalen Umfelds für alle internationalen Or - ganisationen und ihre Mitarbeiter in Österreich bleibt eines der Ziele der Regierung.“ Botschafter Takeshi Hikihara las im Na - men von Frau Yukika Amano, der Witwe des »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at 14 verstorbenen Generaldirektors, eine Botschaft vor, in der sie der IAEO und ihren Mitgliedstaaten dafür dankte, daß sie ihren verstorbenen Ehemann geehrt hatten, indem sie die Laboratorien seinem Gedächtnis widmeten. Die dreistöckige Einrichtung bietet mehr als 1500 m² Laborfläche und wurde mit Hil - fe mehrerer österreichischer Unternehmen zu einem Preis von 19,2 Mio. Euro entworfen und gebaut. Mehrere IAEO-Mitgliedsstaaten, Einzelpersonen und institutioneller Partner finanzierten das Projekt. Insgesamt

Foto: BMEIA / Gruber ÖSTERREICH JOURNAL NR. 193 / 31. 07. 2020 Österreich, Europa und die Welt 15 ha ben 42 IAEO-Mitgliedsstaaten im Rahmen der ReNuAL-Initiative über 39 Mio. Euro an außerbudgetären Mitteln für die Renovierung aller ihrer Laboratorien für nukleare Anwendungen in Seibersdorf bereitgestellt. Die Yukiya Amano Laboratories in Seibersdorf, etwa 40 km von der Stadt Wien entfernt, werden die Kapazität der IAEO ver - bessern, Länder bei der Bewältigung wachsender Bedrohungen zu unterstützen. Dazu gehören zwischen Tieren und Menschen übertragbare Krankheiten (Zoonosen) wie Covid-19, Aviäre Influenza, Ebola und Zi ka. Das Tierproduktions- und Gesundheitslabor im Zentrum der IAEO-Pandemie-Reaktion koordiniert auch ein globales Netzwerk von Veterinärlaboratorien namens VETLAB, das den Ländern hilft, die Gesundheit von Nutztieren zu schützen, die zum Lebensun terhalt von rund 70 Prozent der armen Landbevölkerung der Welt beitragen. Die beiden anderen Laboratorien führen unter anderem angewandte Forschung und Schulungen zum Einsatz nuklearer Techniken durch, um die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten und Lebensmittelbetrug zu verhindern, das Bo - den- und Wassermanagement zu verbessern und die Pflanzenproduktivität zu steigern. Yukiya Amano war von Dezember 2009 bis zu seinem Tod im Juli 2019 Generaldirektor der IAEO. Im vergangenen September verabschiedete die IAEO-Generalkonferenz einstimmig einen Beschluß, die neue IAEO- Einrichtung nach ihm zu benennen. Der IAEO Standort in Seibersdorf wurde 1962 mit weniger als 40 MitarbeiterInnen eröffnet und hat sich seitdem mit zuneh - mender Nachfrage nach seinen vielfältigen Dienstleistungen erheblich vergrößert. Die acht Laboratorien für nukleare Anwendungen am Standort beschäftigen mittlerweile mehr als 200 MitarbeiterInnen und bilden je - des Jahr über 250 WissenschaftlerInnen aus der ganzen Welt aus. Der Standort beherbergt auch zwei IAEO Sicherheitslabors, die wesentliche nukleare Verifizierungsarbeiten durchführen. n https://www.iaea.org/ Schallenberg empfängt Amtskollegen aus vier Nachbarstaaten Außenminister Alexander Schallenberg (Bildmitte) empfing seine Amtskollegen aus Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Slowenien im Außenministerium in Wien (v.l.): Ivan Korčok (Slowakei), Tomáš Petříček (Tschechien), Péter Szijjártó (Ungarn) und Anže Logar (Slowenien). Drei Monate nach den ersten Einschränkungen im Grenzverkehr und der Verlagerung diplomatischer Gespräche in den di - gitalen Raum fand am 16. Juni erstmals wieder ein multilaterales Treffen auf Ministerebene im Außenministerium in Wien statt. Schwerpunkt des Zusammentreffens mit den Außenministern aus Tschechien – Tomáš Petříček, Ungarn – Péter Szijjártó, der Slowakei – Ivan Korčok und Slowenien – Anže Logar, war der Erfahrungsaustausch der in - tensiven nachbarschaftlichen Zusammenarbeit während der Covid19-Pandemie sowie die Perspektiven der außenpolitischen Ko - ope ration. Der slowakische Außenminister Korčok betonte den ständigen Erfahrungsaustausch der Außenminister per Videokonferenzen und Telefonaten als Erfolgsrezept: „Unsere fünf Staaten haben die gesundheitlichen Aspekte dieser Krise sehr gut überstanden, denn der Schutz unserer Bürger hatte immer Vorrang.“ Die nachbarschaftliche Kooperation in Krisenzeiten nannte auch der slowenische Aussenminister Logar als eine der positiven Er - fahrungen während der Covid19-Pandemie: „Trotz geschlossener Grenzen hat unsere Zusammenarbeit zu jedem Zeitpunkt funktioniert.“ „Die Krise hat uns gelehrt, wie wichtig unsere Nachbarschaft wirklich ist“, so Aussenminister Schallenberg. „Dies hat sich etwa in gemeinsamen Rückholungen und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit beim grenzüberschreitenden Warenverkehr bewiesen.“ Auch der tschechische Außenminister Petříček zeigte sich erfreut über die nachbarschaftliche Kooperation, die von Krisenausbruch an bestand: „Durch unsere Zusam - menarbeit bei zahlreichen Repatriierungsflügen gelang es uns, Bürgerinnen und Bürger aus den entferntesten Orten der Welt zurück - zubringen.“ »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at In der gemeinsamen Pressekonferenz im Außenmnisterium in Wien be kräftigten die fünf Aussenminister, daß sich die Bedeutung dieser hervorragenden nachbarschaftlichen Beziehungen während der letzten Monate nicht nur bei gemeinsamen Rückholaktionen, sondern auch bei der Erarbeitung von Lösungen bei Herausforderungen im Hinblick auf den Grenzverkehr für Pendler oder für Beschäftigte im Gesundheitsbereich gezeigt hat. „Es liegen herausfordernde Zeiten hinter uns, die aber von einem hervorragenden Dia - log geprägt waren. Diese Dynamik wollen wir aufrechterhalten, um unsere regionale Zusammenarbeit weiter zu vertiefen“, so Schallenberg. „Die Herausforderungen während dieser Krise haben unsere Kooperation durch ein hohes Maß an Solidarität noch weiter verstärkt“, bestätigte auch der ungarische Aussenminister Szijjártó abschließend. n

Wir danken dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, dem Land Burgenland, Land Oberösterreich und PaN – Partner aller Nationen für die aktive Unterstützung unserer Arbeit für Österreich.