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ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 188 / 05. 09. 2019 Kultur 94 © Albertina, Wien Albrecht Dürer, Maria mit den vielen Tieren, um 1503, Feder in Schwarzbraun, Aquarell »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 188 / 05. 09. 2019 Kultur 95 © Klassik Stiftung Weimar Albrecht Dürer, Selbstbildnis als Akt, um 1499 Fähigkeiten des Meisters unter Beweis stellten. Nicht Vor-Studien sind sie, sondern autonome Bilder, Virtuosenstücke, die das stupende Können des Meisters und die geistige Tiefe seiner Naturauffassung de mon - strieren. Katalog-Vorwort von Albertina-Direktor Prof. Klaus Albrecht Schröder Seit fünf Jahrhunderten gilt Albrecht Dürer ungebrochen als einer der größten Künstler seiner Zeit und weit darüber hinaus. Bis heute ist er der Inbegriff der Renaissance nördlich der Alpen, die er stolz und sich seiner eigenen epochalen Position sehr bewußt als die „Wiedererwachsung der Kunst“ feiert. Sein Ruhm liegt in einem OEuvre be - gründet, das an Qualität und Quantität seinesgleichen sucht: an die 100 Gemälde, die zu den Ikonen der Kunstgeschichte zählen, 300 der delikatesten Druckgrafiken seiner Zeit und eine Hinterlassenschaft an Zeichnun - gen, die fast die 1000er- Marke erreicht. Darüber hinaus war Dürer auch schriftstellerisch tätig: Chronikfragmente, Briefe und das be - rühmte Tagebuch der niederländischen Reise geben intimen Einblick in seine Herkunft, Fa - milie und die ganz eigene Lebenswelt; kunst - theoretische Aufzeichnungen sollten in vier geplante Bücher münden, von denen noch in Dürers Todesjahr 1528 mit der „Proportionslehre“ das dritte und bis heute berühmteste erscheinen konnte; auch Gedichte und selbst philosophische Denkübungen brachte er zu Papier, wie etwa diejenige, ob der Messerschmied an einem mit seinem Produkt ausgeführten Mord nicht eine Teilschuld trage – ein interessanter und von Dürer im Übrigen verworfener Gedanke, denn er selbst sieht sich ja als das eigentliche Werkzeug seiner Kunst an und die dafür benutzten Utensilien lediglich als Mittel zum Zweck. Damit steht Dürer auch am Anfang des universal gebildeten und denkenden Künstlers, für den Kunst nicht nur von Können, sondern auch von Kennen und Wissen, nämlich der theoretischen Grundlagen seines Faches, kommt. Daß gerade sein zeichnerisches Werk in derartiger Opulenz auf uns gekommen ist und mit dem fulminanten Auftakt des Selbstbildnisses als Dreizehnjähriger bis zu letzten Gedankenskizzen ein lückenloses Bild seiner künstlerischen Genese und auch seiner Reflexion über die Kunst bietet, ist seiner beispiellosen Sorge um den eigenen Werkstattfundus zu verdanken: Auch darin ist Al - brecht Dürer eine Ausnahmeerscheinung. Die etwa 140 Zeichnungen der Albertina sind ein solches seit dem 16. Jahrhundert geschlossen gebliebenes Konvolut, sodaß Dürer in gewisser Weise als der erste Kurator unserer Dürersammlung gelten darf: Er selbst nämlich dürfte schon in seiner Nürnberger Werkstatt die vielen Bildnisse der Familie, die herausragendsten Tier- und Pflanzenstudien wie etwa den zum Wappentier der Albertina »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

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