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Ausgabe 185

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ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 185 / 05. 06. 2019 Österreich, Europa und die Welt 35 Personen aus vier Ländern Der Jewish Welcome Service Vienna hatte eine Gruppe JüdInnen der 2. Generation mit Wiener Wurzeln aus den USA, Israel, Großbritannien und Peru eingeladen. 38 Fotos: PID / W. Schaub-Walzer Die Gruppe – vom 5. bis 12. Mai vom Jewish Welcome Service (JWS) nach Wien eingeladen – war im Rathaus zu einer Wie ner Jause eingeladen und wurde dort von Gemeinderat und Landtagsabgeordneten Pe - ter Florianschütz und Hannah M. Lessing, Generalsekretärin des Nationalfonds der Re - publik Österreich, sowie Sigrid Ob lak, Ge - schäftsführerin der Wien Holding, herzlichst begrüßt. „Mit diesen Einladungen zeigt die Stadt Wien, wie wichtig ihr die öf fentliche Wahrnehmung und die Anerkennung des Leides der Holocaust-Überlebenden und ihrer Familien ist, so Susanne Traun eck, Generalsekretärin des Jewish Welcome Service. Ein Highlight des Programms war am 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom NS-Regime, der Besuch des „Fests der Freude“ am Heldenplatz (siehe Bericht ab der Seite 15). Bei einer ausführlichen Sightseeing Tour, die auch über das Jüdische Leben einst und jetzt informierte, lernten die Gäste das Wien von heute kennen. Schwerpunkt aber war die fa - miliäre Spurensuche, unter anderem im Ar - chiv der Jüdischen Gemeinde. Der Besuch der Stätten der Kindheit und Jugend der Eltern und der Großeltern sowie der Gräber von Vorfahren auf dem Jüdischen Friedhof Währing wie am Zentralfriedhof waren weitere wichtige Programmpunkte. Es war für die meisten der erste Wien-Be - such und dementsprechend war diese Woche für viele auch eine emotionale Achterbahn. Einig waren sich alle, daß Wien eine wunderschöne Stadt ist. Gemeinderat und Landtagsabgeordneter Peter Florianschütz und Nationalfonds-Generalsekretärin Hannah M. Lessing bei der Begrüßung der Gäste im Wiener Rathaus Der Jewish Welcome Service 1980 wurde die Organisation auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Leopold Gratz und des Stadtrates Heinz Nittel ge - meinsam mit dem 2007 verstorbenen Leon Zelman gegründet. Präsident ist der jeweilige Bürgermeister der Stadt Wien. Weitere Auf gaben neben dem Besuchsprogramm sind die Unterstützung von Gedenk -und Er - innerungsinitiativen sowie Information und Service für jüdische Wien-BesucherInnen. Dar über hinaus organisiert der JWS auch Ein - ladungen für die jüngere Generation. Finanziert wird die Tätigkeit des JWS von der Stadt Wien, mit Unterstützung der Republik Ös - terreich. https://jewish-welcome.at/ Wien Holding GmbH Die Wien Holding unterstützt seit 2018 den Jewish Welcome Service Vienna. Zum Konzern mit rund 75 Unternehmen in den vier Geschäftsfeldern Kultur, Immobilien, Logistik und Medien gehört auch das Jüdische Museum Wien. Das Museum versteht sich als ein Ort der Begegnung und der Verständigung, der sich mit jüdischer Geschichte, Religion und Kultur, mit Gedenken und Erinnern, mit Wien und der Welt, vom Mittelalter bis zur Gegenwart, auseinandersetzt. n https://www.wienholding.at/ http://www.jmw.at/ »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 185 / 05. 06. 2019 Österreich, Europa und die Welt »Zeituhr 1938« gewinnt Europäischen Kulturerbepreis 39 Die 24stündige Multimedia-Dokumentation, an der auch die Österreichische Akademie der Wissenschaften beteiligt war, erinnerte im Gedenkjahr 2018 an den »Anschluß«. Foto: Kurier / Gilbert Novy / Lost in the Garden Am 11. und 12. März 1938 hat sich das Deutsche Reich Österreich einverleibt. Hitlers Truppen wurden unter Freudenstürmen in Linz und am Wiener Heldenplatz will - kommen geheißen. Exakt 80 Jahre nach dem „Anschluß“ hat die „Zeituhr 1938“, ein Multimediaprojekt mit Beteiligung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), im März 2018 diese dunklen Tage der nationalsozialistischen Machtübernahme nachgezeichnet – unter anderem mit einem Liveticker, der di - rekt auf die Fassade des Bundeskanzleramts am Wiener Ballhausplatz projiziert wurde. Das digitale Projekt, konzipiert und um - gesetzt vom Filmemacher Frederick Baker und wissenschaftlich geleitet von Heidemarie Uhl sowie weiteren ÖAW-HistorikerInnen, wurde nun am 21. Mai mit einem „Eu- ropa Nostra Award“ der Europäischen Kommission ausgezeichnet. Der 2002 ins Leben gerufene Preis ist eine der renommiertesten Auszeichnungen auf dem Gebiet des europäischen Kulturerbes. Die „Zeituhr 1938“ er - hält den Preis in der Kategorie „Bildung, Ausbildung und Bewußtseinsbildung“. Gefahren für Demokratien aufgezeigt Am 80. Jahrestag des „Anschlusses“ im März 2018 hat das Projekt nicht nur vor Ort am Wiener Ballhausplatz mit Filmen, Fotos und Tonaufnahmen, sondern auch über Internet, Radio, Fernsehen und Mobiltelefone Tau - sende Menschen erreicht. Auch analoge Me - dien wie Postkarten wurden eingesetzt und Vorträge gehalten. Bis heute und auch weiterhin ist die Zeituhr auf der Website des Haus der Geschichte Österreich in Form einer digitalen Ausstellung abrufbar, in der die Ereignisse minutiös nachgezeichnet werden. „Dieser neuartige Zugang ermöglicht ein nuancierteres Verständnis persönlicher Verantwortung, um Demokratie und allgemeine Werte der Gesellschaft zu sichern“, begründete die international besetzte Jury ihre Entscheidung, die Zeituhr zu prämieren. „Es for - muliert die Gefahren von organisierter Propaganda, die in Verbindung mit willfährigen Medien demokratische Werte untergraben kann, und unzutreffende kulturelle und soziale Tendenzen fördern kann.“ Den insgesamt 25 PreisträgerInnen des „Europa Nostra Awards“ aus 16 Ländern werden die Auszeichnungen bei einem Festakt am 29. Oktober 2019 in Paris verliehen, der gemeinsam von EU-Kommissar Tibor Na vracsics und Maestro Plácido Domingo ausgerichtet wird und unter der Schirmherrschaft des französischen Präsidenten Emmanuel Macron steht. Förderung des Projekts Gefördert wurde das Projekt „Zeituhr 1938“ vom Beirat für das Gedenk- und Er in - nerungsjahr 2018/Bundeskanzleramt der Re - publik Österreich, vom Nationalfonds der Re - publik Österreich für Opfer des National so - zialismus, vom Zukunftsfonds der Republik Österreich, von der Stadt Wien, dem Haus der Geschichte Österreich sowie von der Ös - terreichischen Akademie der Wissenschaften. Idee, Konzept und Regie: Frederick Baker, Filmbäckerei Wissenschaftliche Leitung: Heidemarie Uhl, Österr. Akademie der Wissenschaften Wissenschaftliche Mitarbeit: Pauli Aro, Univ. Wien; Eva Gressel, Filmbäckerei; Michaela Raggam-Blesch, Univ. Wien Graphikdesign: Raimund Schumacher, Lost in the Garden Database Programming: Thomas Prieler & Wolfram Huber, web-tech.at Smart Sticker: Christoph Kovacs & Gernot Habel, Sensotix Poster, Flyer, Ansichtskarte: Erdgeschoss GmbH Projektion: Gerald Herlbauer, 4youreye Produktion: Sandra Fasolt, Filmbäckerei n http://zeituhr1938.hdgoe.at/#WI1950 http://www.europeanheritageawards.eu/ https://www.oeaw.ac.at/ »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

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