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Ausgabe 183

Das "Österreich Journal" zum Durchblättern - die gewohnten vier verschiedenen pdf-Varianten zum Download finden Sie hier: http://www.oesterreichjournal.at/Ausgaben/index_183.htm

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 183 / 01. 04. 2019 Religion und Kirche Startschuß zur Innenrenovierung des Grazer Doms 92 Zwischen Ostern und November werden die Gottesdienste ins Mausoleum verlegt. Geschätzte Gesamtkosten der Renovierungsarbeiten: 6 Millionen Euro. Am 23. April, also am Dienstag nach Ostern, beginnt die nächste Phase der Renovierung des Grazer Doms. Unter Aufsicht des Bundesdenkmalamtes werden da - bei Fresken, Gemälde, Seitenaltäre, Grabdenkmäler, Kanzel und Bänke renoviert. Im darauffolgenden Abschnitt im Jahr 2020 wer - den dann das Presbyterium und die Orgel re - stauriert. Im Zuge der Sanierungen wird auch ein neues LED-Beleuchtungskonzept um ge - setzt. Im Jubiläumsjahr 2018 wurden bereits die nötigen Außenarbeiten abgeschlossen. Am 26. März lud der Hausherr, Dompropst Heinrich Schnuderl, zusammen mit Martin Schaller, dem Vorsitzenden des Kuratoriums Grazer Dom, dem Unternehmer Hans Roth und Peter Grabner von der Bauabteilung der Diözese Graz-Seckau zur Pressekonferenz in den Grazer Dom ein, um ein Bild der geplanten Maßnahmen zu zeichnen. Neue Chancen für die Domgemeinde Schnuderl stellte die genauen Eckdaten des „Umzugs“ der Pfarrgemeinde während der Renovierungsarbeiten dar: Der Dom wird während der Arbeiten bis Ende November geschlossen sein. Die Hauptmessen werden während dieser Zeit im Mausoleum (Katharinenkirche), Frühmessen, Vorabend- Vespern und Taufen in der Domherrenkapelle gefeiert werden. Die Grazer Fronleichnamsfeier übersiedelt in die Herz-Jesu-Kirche, die Priesterweihe werde am 23. Juni in Seckau gefeiert. Man hoffe, daß die Übergangsphase die Domgemeinde „vielleicht so - gar noch mehr zusammenführt“, so der Dom - propst und Bischofsvikar: „Der Platz vor dem Mausoleum könnte so etwas wie ein ‚Kirchplatz‘ werden, der die GottesdienstbesucherInnen auch nach der Liturgie zum Zusammen-Stehen einlädt.“ Foto: Sonntagsblatt / Gerd Neuhold Im Grazer Dom (v.l.): Dompropst Bischofsvikar Heinrich Schnuderl, Spender Hans Roth und Martin Schaller, Vorsitzender des Domkuratoriums Großzügige Spenden Kuratoriumsvorsitzender Martin Schaller bedankte sich für die bereits erhaltenen oder zugesagten Subventionen von Bundeskanzleramt, Land Steiermark, Stadt Graz und Diözese Graz-Seckau sowie die großzügigen Spenden aus der Wirtschaft und viele Einzelspenden und rief weiter zur Unterstützung auf. 6 Millionen Euro seien insgesamt für die Umsetzung der anstehenden Arbeiten veranschlagt. Einer der Spender ist Unternehmer Hans Roth, dessen Familie die Renovierung des Altarbildes am Sakramentenaltar, der „Verkündigung an Maria“ von Giovanni Pietro de Pomis finanziert. Bei der Pressekonferenz be - tonte Roth seine Nähe zur Domkirche und sei - nen Wunsch, daß die Menschen in der Kirche Trost und Zuversicht finden. „Ich kann die Welt nicht verändern“, so Roth, „aber ich kann Zeichen setzen. »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at Planung bis 2022 Peter Grabner von der Bauabteilung der Diözese schilderte Details der geplanten Re - novierungsarbeiten der 1174 erstmals urkund - lich erwähnten und 1438 völlig neu gebauten Pfarrkirche, die dem Heiligen Ägydius ge - weiht ist und seit 1786 als Kathedralkirche (Bi schofssitz) der Diözese Graz-Seckau dient. Für den ersten Abschnitt werde im Langhaus ein Plateau auf zwei Ebenen er - richtet und das Presbyterium durch einen Staubvorhang geschützt, für die Renovierungsarbeiten im Presbyterium, während den für 2020 geplanten Arbeiten im Presbyterium, wird eine Wand das frisch renovierte Kirchenschiff schützen. Neben umfangreichen Reinigungs, Sicherungs-, Instandhaltungs- und Erneuerungsarbeiten an Fresken, Altären und Holzinventar steht für 2022 auch die Orgelrenovierung an. Ebenfalls in - stalliert wird ein Mediensystem, mittels dessen eine Bildübertragung aus dem Altarraum in den hinteren Teil des Domes erfolgen kann. Während der Bauarbeiten wird es Baustellenbesichtigungen im kleinen Rahmen (z.B. bei der Langen Nacht der Kirchen) ge - ben, auch eine Beteiligung an den Reinigungsarbeiten für eifrige Domfreunde ist an - gedacht. Spenden Spendenkonto Bundesdenkmalamt IBAN: AT07 0100 0000 0503 1050 BIC: BUNDATWW Als Verwendungszweck bitte unbedingt „A20“ eintragen! Ihre Spende ist steuerlich absetzbar, wenn Sie bei Ihrer Überweisung Ihren Vor- und Zu - namen (Schreibweise gemäß Meldezettel) sowie das Geburtsdatum angeben. n https://www.katholische-kirche-steiermark.at/

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 183 / 01. 04. 2019 Wissenschaft & Technik Forschung zu uralter DNA Ein internationales Forschungsteam um den Anthropologen Ron Pinhasi von der Universität Wien hat die bisher umfassendste Untersuchung uralter DNA von Bewohnern der Iberischen Halbinsel durchgeführt. Die bisher umfassendste Untersuchung ur alter DNA von BewohnerInnen der iberischen Halbinsel bietet neue Einblicke in die Populationen, die diese Region in den vergangenen 8.000 Jahren bevölkerten. Am erstaunlichsten ist wohl die Entdeckung, daß die regionalen Y-Chromosomen während der Bronzezeit nahezu vollständig ersetzt wurden. Die Analysen der ForscherInnen weisen darauf hin, daß ab dem Jahr 2.500 v. Chr. und während der folgenden nahezu 500 Jah - re turbulente gesellschaftliche Ereignisse da - zu führten, daß sich das männliche iberische Erbgut veränderte. Die Ergebnisse sind ak - tuell im Fachjournal „Science“ erscheinen. „In der Erforschung uralter DNA ist das einer der klarsten Beweise für ein Ungleichgewicht bei den Geschlechtern im prähistorischen Zeitalter“, so Iñigo Olalde, Postdoctoral an der Harvard Medical School und Erst - autor der Studie. Im Rahmen der Untersuchungen analysierte die Forschungsgruppe Genome von 403 historischen BewohnerInnen der Iberischen Halbinsel, die ungefähr zwischen 6.000 v. Chr. und 1.600 n. Chr. lebten, von 975 historischen Menschen von ausserhalb der Iberischen Halbinsel und von circa 2.900 heute lebenden Menschen. Nahezu ein Drittel der Genome stammte von Skeletten, die nicht älter als 2.000 Jahre v. Chr. waren, was die Anzahl der öffentlich verfügbaren Genome aus diesem relativ jungen Zeitraum um das 25-fache steigert. Foto: Luis Benítez de Lugo Enrich und José Luis Fuentes Sánchez/Oppida 93 Väterliches Erbgut Die Forschungsgruppe fand heraus, daß die BewohnerInnen der Iberischen Halbinsel diese schon im Jahr 2.500 v. Chr. mit Menschen teilten, die aus Mitteleuropa zugewandert waren und frisches Erbgut aus der russischen Steppe mitbrachten. Die beiden Gruppen hatten sich innerhalb weniger hundert Jah re stark durchmischt. So fand man beispielsweise in der bronzezeitlichen Grabungsstätte Castillejo de Bonete in Spanien ein Grab, in dem ein Mann und eine Frau Seite an Seite begraben waren. Dabei zeigte sich, daß die Frau ausschließlich einheimisches Erbgut aufwies, während der Mann nicht lange zurückliegend Vorfahren aus Mitteleuropa hatte. Ein Mann und eine Frau, Seite an Seite bestattet in einer bronzezeitlichen Stätte in Castillejo de Bonete in Spanien, hatten unterschiedliche genetische Abstammung Zu ihrer großen Überraschung stellten die ForscherInnen fest, daß in der Bronzezeit (2.200-900 v. Chr.) pontisch-kaspische Steppengruppen nach Iberien gezogen sind und die genetische Struktur der lokalen Bevölkerung maßgeblich beeinflußt haben. Diese Aus wirkungen haben ihre Spuren in der ge - netischen Struktur zukünftiger Generationen hinterlassen, einschließlich derjenigen der modernen Iberer. Dabei hat sich herausgestellt, daß diese Auswirkungen Männer we - sentlich stärker betraf als Frauen und dabei das männliche Erbgut fast vollständig ersetzt wurde“, erklärt Pinhasi und ergänzt: „Unsere Studie ermöglicht einen Perspektivwechsel und lädt dazu ein, archäologische Funde aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.“ Die Analyse weiterer Proben aus diesem Zeitalter könnte detaillierte Informationen zur genetischen Veränderung liefern oder zeigen, daß sich das Y-Chromosom in bestimmten iberischen Populationen oder Regionen weniger stark verändert hat als in anderen. Wie das Team feststellte, entwickelte sich das männliche Erbgut im Laufe der Jahrhunderte weiter. Noch heute läßt sich die väterliche Abstammung der meisten heute lebenden ibe - rischen Männer auf die Zuwanderer der Bron - zezeit zurückführen. n https://www.univie.ac.at/ »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

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