Aufrufe
vor 4 Monaten

Ausgabe 183

Das "Österreich Journal" zum Durchblättern - die gewohnten vier verschiedenen pdf-Varianten zum Download finden Sie hier: http://www.oesterreichjournal.at/Ausgaben/index_183.htm

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 183 / 01. 04. 2019 Österreich, Europa und die Welt 6 der Bellen die heimischen Jugendlichen. Die AktivIstinnen waren eine Woche zuvor in der Wiener Hofburg zu einem Gespräch eingeladen gewesen. Der Bundespräsident über - gab diesen Brief vor seiner Rede der Präsidentin der 73. UN-Generalver ammlung, Ma - ria Fernanda Espinos Garces. Österreich hat 2018 das heißeste Jahr seit Beginn der Meßgeschichte verzeichnet, in - formierte Alexander Van der Bellen die an - wesenden Staats- und Regierungschef sowie Delegierten beim Klimaschutz-Treffen „Climate and Sustainable Development for All“ im UNO-Hauptquartier. Diesen Temperaturrekord habe es gegeben, währenddessen „Po larkappen und Gletscher schmelzen, Meeresspiegel steigen“. Wer sich dagegen ausspreche, daß diese grundlegenden Änderungen durch Menschen verursacht werden, ignoriere die Wissenschaft, konstatierte der Bundespräsident. Die bisherigen Bemühungen reichten nicht aus, um die Erderwärmung unter 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. „Wir alle müssen mehr tun. Wir alle hätten schon mehr machen müssen.“ Alexander Van der Bellen erinnerte an die „FridaysForFuture“-Bewegung, bei der be - reits Millionen junge Menschen für mehr Klimaschutz demonstriert haben. Die Klima - krise könne nicht durch eine Politik gelöst werden, die Einzelne auffordert, zu handeln, gaben die österreichischen Jugendlichen dem Bundespräsidenten mit auf den Weg. Vielmehr müsse die Politik Rahmenbedingungen schaffen, daß eine „nachhaltige Veränderung möglich ist“. Es liege an den politischen Verantwortlichen, „die nächsten Schritte zu unternehmen“, richtete Alexander Van der Bellen die Botschaft der Jugendlichen aus. „Sie versuchen zu reparieren, was wir zerstört haben“, betonte der Bundespräsident. „Unseren Planeten. Jetzt müssen notwendige Veränderungen stattfinden.“ Inklusive des österreichischen Staatsoberhaupts haben bereits 19 europäische Staatsund Regierungschefs eine von ihm gestartete Initiative für mehr Klimaambition unterzeichnet. Dieser Schwung müsse beibehalten werden, weshalb Alexander Van der Bellen seine Kampagne global ausweiten möchte. „Ich hoffe aufrichtig, daß viele von Ihnen mitmachen werden“, richtete der Bundespräsident seine Worte an die anwesenden Entscheidungsträger. „Laßt uns damit weitermachen, Jung und Alt, für die zukünftigen Ge - nerationen, für den einen Planeten, den wir haben.“ n http://www.bundespraesident.at Quellen: APA/Tipping Point Talks/prk Fotos: HBF / Peter Lechner Ös terreichische Jugendlichen übergabe dem Bundespräsidenten ein Schreiben, das an die Entscheidungsträger der UNO-Generalversammlung gerichtet war … … und das er in New York vor seiner Rede der Präsidentin der 73. UN-Generalver ammlung, Ma ria Fernanda Espinos Garces, übergeben hat. Inklusive des österreichischen Staatsoberhaupts haben bereits 19 europäische Staats- und Regierungschefs eine von ihm gestartete Initiative für mehr Klimaambition unterzeichnet. »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 183 / 01. 04. 2019 Österreich, Europa und die Welt Aus dem Parlament Eine Auswahl an Terminen von Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, Veranstaltungen und internationalen Besuchen 7 Foto: Parlamentsdirektion / Thomas Jantzen Bildmitte von links: Nationalratspräsidentin Anneliese Kitzmüller, Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, Lothar Höbelt, Institut für Geschichte, Universität Wien, Gerhard Zeihsel, Sudetendeutsche Landsmannschaft in Österreich (SLÖ), Norbert Kapeller, Generalsekretär des Verbands der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich (VLÖ) Für ein Europa freier Völker und Volksgruppen Ein Appell zur Versöhnung, zu einer ehrlichen Geschichtsbetrachtung ohne Ressentiments und einer gemeinsamen Zukunft in einem friedlichen, demokratischen Europa, in dem das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben geschützt wird, zog sich am 2. März wie ein roter Faden durch alle Reden im Rah - men der Veranstaltung „Für ein Europa freier Völker und Volksgruppen“ im Parlaments- Ausweichquartier in der Hofburg. Eingeladen hatten dazu Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und Dritte Präsidentin Annelie - se Kitzmüller gemeinsam mit dem Verband der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich. „Es ist ein besonderes Kennzeichen eines demokratischen Staates, wie dieser mit seinen Minderheiten umgeht“, betonte Sobotka. Aufgabe der Politik sei es, das zu berück - sichtigen und ein selbstbestimmtes Leben auf der Basis der Rechtsstaatlichkeit zu gewährleisten. „Das Recht auf Selbstbestimmung der Völker gilt es, auch weiterhin zu schützen. Ein gemeinsames Europa ist ein Schutz für alle“, so Kitzmüller. Die Veranstaltung erinnerte an die 54 Su - detendeutschen, die am 4. März 1919 friedlich für die Eingliederung ihrer Heimatgebie - te in Böhmen, Mähren und Österreich-Schlesien in die neu gegründete Republik Deutsch - österreich unter Berufung auf das von Präsident Woodrow Wilson proklamierte Selbstbestimmungsrecht der Völker demonstriert hatten und durch die einschreitende tschechische Miliz getötet wurden. Über 100 Men - schen wurden verwundet. Den Festvortrag hielt der Historiker Lothar Höbelt. Einleitende Worte kamen vom Generalsekretär des Ver bands der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich, Norbert Ka peller, sowie vom Bundesobmann der Su - detendeutschen Landsmannschaft in Österreich, Gerhard Zeihsel. Das Totengedenken an die Opfer hielt Domdekan Prälat Karl Rühringer. Für die musikalische Umrahmung sorgte „Harmonia Classica“. Unter den rund 250 Gästen befanden sich der ehemalige Na - tionalratspräsident Andreas Khol sowie Vertreter der Botschaft der Tschechischen Republik und PolitikerInnen aller Parteien. Sobotka: Es geht um ein selbstbestimmtes Leben auf Basis der Rechtsstaatlichkeit Der Nationalratspräsident appellierte einmal mehr, gemeinsam in die Vergangenheit zu blicken, um für die Zu kunft Konsequenzen zu ziehen. In diesem Sinne hob er die Be - deutung des Gemeinsamen Österreichisch- Tschechischen Geschichts buchs von 20 Hi - storikerInnen hervor, dessen Aufgabe es ist, die gemeinsame und trennende Geschichte der beiden Länder und ihrer Gesellschaften darzustellen. Sobotka rief einmal mehr zu einem ehrlichen und ernst gemeinten Ge - schichtsbewusstsein auf: „Jeder muß sich seiner Geschich te stellen, sonst stellt ihn die Ge schichte.“ Viele hätten 1918 auf die Worte des amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson über das Selbstbestimmungsrecht der Völker vertraut, in der Realität hätten die Menschen Hunger, Leid, Flucht und Vertreibung erlitten. Übertroffen habe dies dann der Zweite Weltkrieg und seine Folgen. Als Konsequenz dieser Katstrophen gelte es nun, den Schutz und die Förderung der Rechte von Minderheiten auf multilateraler Ebene zu verankern, wie dies etwa durch das Rahmenübereinkommen des Europarats zum Schutz nationaler Minderheiten geschehen sei. Es ist seit Juli 1998 in Österreich in Kraft. „Unsere heu - tige Aufgabe ist es, den unterschiedlichen Sprachgruppen und Ethnien ein selbstbestimmtes Leben zu gewährleisten“, unterstrich Sobotka, der in diesem Zusammenhang auf den in Österreich geltenden Minderheitenschutz durch die Anerkennung der sechs autochthonen Volksgruppen der Slowenen, Kroaten, Ungarn, Slowaken, Tschechen und Roma verwies. Er sehe es aber auch als eine wichtige Aufgabe der Außen- »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

Österreich Journal

Ausgabe 181
Ausgabe 182
Ausgabe 183
Ausgabe_184
Ausgabe 185
Ausgabe 186
Ausgabe 187

Österreich Journal

Ausgabe 171
Ausgabe 172
Ausgabe 173
Ausgabe 174
Ausgabe 175
Ausgabe 176
Ausgabe 177
Ausgabe 178
Ausgabe 179
Ausgabe 180

Österreich Journal

Ausgabe 161
Ausgabe 162
Ausgabe 163
Ausgabe 164
Ausgabe 165
Ausgabe 166
Ausgabe 167
Ausgabe 168
Ausgabe 169
Ausgabe 170
Arik Brauer