Aufrufe
vor 4 Monaten

Ausgabe 183

Das "Österreich Journal" zum Durchblättern - die gewohnten vier verschiedenen pdf-Varianten zum Download finden Sie hier: http://www.oesterreichjournal.at/Ausgaben/index_183.htm

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 183 / 01. 04. 2019 »Burgenland Journal« 62 Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Landesrätin Daniela Winkler und Landesrat Christian Illedits mit GemeindepolitikerInnen aus dem Bezirk Mattersburg Fotos: Bgld. Landesmedienservice Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Landtagspräsidentin Verena Dunst mit GemeindemandatarInnen aus dem Bezirk Jennersdorf bereits um die 25 Prozent der Jobs prekäre Arbeitsplätze sind, von denen die Menschen nicht leben können“. Natürlich sei das Land gefordert, im Landesdienst und in der Holding den Beweis anzutreten, daß ein Mindestlohn von 1700 Euro machbar sei. Zu hinterfragen sei auch eine auf Ertragsmaximierung fixierte Landwirtschaft. Auch bei der Versiegelung des Bodens sei ein Um - denken notwendig, so Doskozil, der dabei auch einen verbesserten Schutz vor den Folgen von Naturkatastrophen, wie z. B. Überschwemmungen, denkt. Das Land werde partnerschaftlich mit den Gemeinden umgehen, und seinen Teil leisten, stellt Doskozil klar. „Wir erbitten auch, daß die Gemeinden diesen Weg mittragen, aber auch kritisch hinterfragen. Man kann Veränderungen nur dann anstoßen, wenn man davon überzeugt ist, daß dieses Land den https://www.burgenland.at richtigen Weg geht, den alle mitgehen.“ Die BürgermeisterInnen sehe er als wichtige Mul - tiplikatoren. In diese Kerbe schlägt auch Landtagspräsidentin Verena Dunst, die gemeinsam mit Doskozil zum Dialog geladen hatte: „Dialog ist der Grundstein unserer Demokratie.“ Die Einladung sei auch ein Ausdruck dafür, wie sehr man die Gemeinden schätze. Das Land wolle Partner der Gemeinden sein. n

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 183 / 01. 04. 2019 »Burgenland Journal« Solides Fundament für die Pflege Um für künftige Herausforderungen im Pflegebereich gerüstet zu sein, erarbeiteten ExpertInnen des Landes in den vergangenen Monaten gemeinsam mit externen Fachleuten ein umfassendes Zukunftskonzept für Pflege. Nun liegt der Plan vor und wurde am 25. März von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Soziallandesrat Christian Illedits vorgestellt. Der „Zukunftsplan Pflege“ prognostiziert den Bedarf an Pflegebetten, Tagesbetreuungsplätzen und alternativen Wohnformen bis 2030 und beinhaltet 21 konkrete Vorschläge und Empfehlungen zur weiteren Entwicklung im Bereich der Betreuung und Pflege. Die wichtigsten Eckpunkte des „Zukunftsplans Pflege“: Die Pflege daheim hat oberste Priorität; um die Qualität der Pflege im Land weiter zu verbessern, setzt der Plan auf die Gemeinnützigkeit und pflegende Angehörige sollen entlastet werden. So sieht der Plan ein Modell zur finanziellen Absicherung für pflegende Angehörige der Pflegestufen 5, 4 und 3 vor. Darüber hinaus werden stationäre- und teilstationäre Pflegeeinrichtungen ebenso ausgebaut wie alternative Wohnformen und mobile Pflegeangebote. Die im Plan angeführten Empfehlungen sollen in den nächsten Monaten Schritt für Schritt umgesetzt werden, sieht Doskozil dar - in einen klaren Arbeitsauftrag: „Die ältere Be völkerung hat sich verdient, daß ihre Be - dürfnisse in entsprechend würdiger Form ab - gedeckt werden, sie darf nicht zum Bittsteller werden. Jeder soll die Unterstützung bekommen, die er braucht.“ Das Pflegekonzept ruht auf zwei Grundpfeilern: der Gemeinnützigkeit der Pflege und der Entlastung und Absicherung von pflegenden Personen. Gemeinnützigkeit der Pflege Grundsätzlich wird die Pflege nur mehr auf gemeinnütziger Basis erfolgen. Das gelte für jeden Anbieter, „wer auch immer im Burgenland in diesem Segment tätig ist. Pflege ist für mich eine besondere Form der Da - seinsvorsorge. Eine Gewinnabsicht hat aus meiner Sicht in diesem Bereich keine Be - rechtigung. Ich will nicht, daß man mit einer Notsituation von Menschen Gewinn macht. Gewinnorientierung erzeugt Druck auf die Qualität, die Leidtragenden sind die zu Pflegenden und die öffentliche Hand bleibt auf Neues Pflegekonzept fürs Burgenland präsentiert Foto: Bgld. Landesmedienservice Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Soziallandesrat Christian Illedits (l.) stellten die Eckpunkte des Zukunftsplans „Pflege im Burgenland“ vor. Im Bild mit WHRin Sonja Windisch, Leiterin der Abteilung Soziales und Gesundheit im Amt der Burgenländischen Landesregierung den Kosten sitzen“, so Doskozil. Die gesetzliche Basis dafür wolle man nun rasch schaffen und falle in die Kompetenz des Landes. Um dem Vertrauensgrundsatz Rechnung zu tragen, werde es eine Übergangsfrist von vier Jahren geben. Innerhalb dieser Frist müssen alle Anbieter, die weiter im Burgenland tätig sind, auf Gemeinnützigkeit umstellen. https://www.burgenland.at 63 Entlastung pflegender Angehöriger Ein wichtiger Teil des Pflegekonzepts ist es, pflegende Angehörige bei der Finanzierung des Lebensunterhaltes inklusive Versicherung noch besser zu unterstützen und ab - zusichern. Dazu wurde ein Modell zur finanziellen Absicherung für pflegende Angehörige für die Pflegestufen 3, 4, und 5 ausgearbeitet. Zur Abwicklung dieses Modells wird ein gemeinnütziger Rechtsträger, die Burgenländische Pflege und Service GmbH, ge - gründet, wo Personen, die Angehörige pflegen, angestellt werden. Eine Anstellung wird zu 1700 Euro netto auf Basis einer Vollzeitbeschäftigung erfolgen, wobei ab Pflegestufe 3 und je nach Pflegestufe unterschiedliche Beschäftigungsmodelle zur Verfügung stehen werden (Pflegestufe 3 – 20 Stunden, Pflegestufe 4 – 30 Stunden, Pflegestufe 5 – 40 Stunden). Die pflegebedürftigen Personen werden für eine Betreuung durch den Angehörigen im Rahmen des Anstellungsmodells einen Teil des Pflegegelds (80 Prozent des Pflegegelds bei Pflegegeldstufe 4 und 5 sowie 90 Prozent bei Pflegegeldstufe 3) und einen Teil der Pension (Betrag über dem Net to-Ausgleichzulagenrichtsatz) zu bezahlen haben. Der Restbetrag bis zur Deckung der Brutto-Gehaltskosten wird vom Land Burgenland übernommen. Gleichzeitig wird den betreuenden Angehörigen eine Ausbildung im Bereich der Pflege, eine Heimhelferausbildung, angeboten werden, um eine qualitativ hochwertige Betreuung sicherzustellen und auch einen Berufseinstieg im Pflegebereich nach Ende der Pflegetätigkeit zu ermöglichen. Umgesetzt wird die Regelung ab 1. Ok - tober 2019. Bis dahin werde man die dazu notwendige Gesellschaft gründen und Gesetze beschließen, so Doskozil. Pflegt sich eine Pensionistenpaar gegenseitig und liegt das Familieneinkommen un - ter 1700 Euro netto, ist auch hier eine Förderung vorgesehen. Illedits: Pflege daheim hat oberste Priorität „44 Altenwohn- und Pflegeheime mit 2.226 stationären Plätzen gab es Ende 2018 im Burgenland. Bis zum Jahr 2021 sieht der Zukunftsplan im gesamten Burgenland bis zu 305 neue Pflegebetten vor, bis zum Jahr

Österreich Journal

Ausgabe 181
Ausgabe 182
Ausgabe 183
Ausgabe_184
Ausgabe 185
Ausgabe 186
Ausgabe 187

Österreich Journal

Ausgabe 171
Ausgabe 172
Ausgabe 173
Ausgabe 174
Ausgabe 175
Ausgabe 176
Ausgabe 177
Ausgabe 178
Ausgabe 179
Ausgabe 180

Österreich Journal

Ausgabe 161
Ausgabe 162
Ausgabe 163
Ausgabe 164
Ausgabe 165
Ausgabe 166
Ausgabe 167
Ausgabe 168
Ausgabe 169
Ausgabe 170
Arik Brauer