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Ausgabe 183

Das "Österreich Journal" zum Durchblättern - die gewohnten vier verschiedenen pdf-Varianten zum Download finden Sie hier: http://www.oesterreichjournal.at/Ausgaben/index_183.htm

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 183 / 01. 04. 2019 Österreich, Europa und die Welt 38 GmbH aus Graz und die Oroboros Instruments GmbH aus Innsbruck. Auch in Pha - se 1 konnten zuletzt mehrere Unternehmen aus Österreich überzeugen und in einem hoch kompetitiven Verfahren jeweils 50.000 Euro an europäischen Fördermitteln einwerben. Die sechs erfolgreichen KMU aus Österreich erhalten die gesamt 300.000 Euro, um eine Business Feasibility Studie durchführen zu können. Basierend auf diesem Business Plan kann die Markteinführung schneller und effizienter in Angriff genommen werden. Ins - gesamt gab es in dieser Runde 29 Einreichungen aus Österreich. Die sechs Zusagen entsprechen einer Erfolgsquote von 20 Prozent, die deutlich über dem EU-Schnitt von rund 9 Prozent liegt. Die erfolgreichen KMU im Überblick: m Lumitech Produktions und Entwicklung GmbH (Burgenland) m SYN TRAC GmbH (Oberösterreich) m Thrive for Email GmbH (Oberösterreich) m Usersnap GmbH (Oberösterreich) m SAIL LABS Technology GmbH (Wien) m The Moonvision GmbH (Wien) die nationalen thematischen Förderformate wie z.B. „IKT der Zukunft“ zurück. „Unsere Programme sind ein Sprungbrett für die erfolgreiche europäische Teilnahme“, so der Minister. Durch nationalen Kompetenzaufbau konnten sich österreichische Einrichtungen wie die TU Wien oder das Know Center (Graz) an einer europäischen Plattform mit 80 internationalen Partnern zum Thema Artificial Intelligence beteiligen. Zuletzt erfolgreich waren heimische Forscher auch bei den neuen europäischen Forschungs-Flaggschiffen: In drei der sechs für die für Preparatory- Phase ausgewählten FET Flagships sind ös - terreichische Einrichtungen (TU Wien, ICA- RUS, Österreichische Nationalbibliothek, IMBA) an Bord. Ziel ist es, Lösungen für große globale Herausforderungen mit exzellenten europäischen Forschungskonsortien zu erarbeiten. FFG bietet umfassenden Informations- und Beratungsangebot „Österreichs Forscherinnen und Forscher sind im europäischen Wettbewerb sehr er - folgreich und wir unterstützen sie dabei ge - zielt“, so Henrietta Egerth und Klaus Pseiner, die beiden Geschäftsführer der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG. Die FFG stellt als Nationale Kontaktstelle (National Contact Point, NCP) ein umfassendes Beratungs- und Informationsangebot zur Verfügung und FFG bietet u.a. Proposal Checks, Interviewtrainings und Webinare zu den jeweiligen Ausschreibungen an. Seit Start von „Horizon 2020“ wurden von der FFG mehr als 2.800 Projekte be - raten und mehr als 1.000 Proposal-Checks durchgeführt – mit Erfolg, wie das FFG-Mo - nitoring der Beratungseffektivität zeigt: Von der FFG beratene Projekte sind überdurchschnittlich erfolgreich. Das Informations- und Beratungsangebot wird vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und For schung/BMBWF, vom Bundesministerium für Di gitalisierung und Wirtschaftsstandort/BMDW, vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie/BMVIT und weiteren und der Wirtschaftskammer Österreich finanziert. n https://www.ffg.at/europa/h2020 https://ec.europa.eu/programmes/horizon2020/en Das KMU-Instrument ist Teil des Pilotprojekts des Europäischen Innovationsrats (European Innovation Council, EIC), der im nächsten EU-Forschungsrahmenprogramm „Horizon Europe“ vorgesehen ist. Es richtet sich an Kleine und Mittlere Unternehmen mit radikalen neuen Ideen, die gezielt gefördert werden, ihre Produkte und Dienstleistungen mit disruptivem Potential auf den Markt zu bringen. „Europas Unternehmen brauchen die besten Voraussetzungen – diese wollen wir mit maßgeschneiderter Unterstützung bieten und den innovativsten Unternehmen Europas wesentliche Wachstumssprünge ermöglichen. Vor allem in den EIC setzen wir grosse Hoffnungen“, so Ministerin Schramböck. Weiters verweist sie auf das geplante Programm „Digital Europe“, das mit rund 9,2 Milliarden Euro (2021 – 2027) dotiert werden soll. „Damit wird es im mehrjährigen EU-Finanzrahmen erstmals einen eigenen Schwerpunkt für Digitalisierung geben, den wir auch in Österreich bestmöglich nutzen wollen“, betonte die Ministerin. BM Hofer: Heimische Programme sind Sprungbrett für erfolgreiche europäische Teilnahme Infrastruktur- und Technologieminister Norbert Hofer führt das sehr gute Abschneiden in Programmen wie den Informationsund Kommunikationstechnologien auch auf 75,4 Mio. Euro für Projekte in Entwicklungsländern Die Oesterreichische Entwicklungsbank AG (OeEB) hat ihren erfolgreichen Weg 2018 fortgesetzt: Im Auftrag des Bun - desministeriums für Finanzen stellte sie Fi - nanzierungen in Höhe von 275,4 Mio. Euro für private Investitionen in Entwicklungsländern bereit. Das Gesamtportfolio erreichte mit Jahresende 1,19 Mrd. Euro. „Es sind vor allem private Unternehmen, die in Entwicklungs- und Schwellenländern nachhaltiges Wachstum und wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen“, betonen die Vorstände der OeEB, Sabine Gaber und Michael Wancata. In Bangladesch etwa stellt die OeEB ge - meinsam mit internationalen Partnern einen Kredit für die Errichtung einer neuen Zukkerraffinerie zur Verfügung. „Zucker im Land zu raffinieren anstatt fertigen Kristallzucker zu importieren, fördert die Wertschöpfung im Land, wodurch lokales Einkommen und Steuereinnahmen generiert werden. Ebenso kann in der neuen Anlage erstmals auch Flüs - sig- und Invertzucker, etwa für die Ge tränkeund Lebensmittelindustrie, hergestellt werden“, erklärt Gaber. Durch den Einsatz neuester Technologien werden Treibhausgasemissionen, Abfall und Wasserverbrauch wesentlich reduziert. „Da- mit soll die neue Raffinerie im gesamten Sek - tor neue Standards im Hinblick auf Effizienz, Produktivität und Umweltstandards setzen“, so Wancata. „Besonders erfreulich ist auch, daß durch die Errichtung der neuen Anlage mehr als 700 direkte und bis zu 1.000 indirekte Arbeitsplätze in einem der ärmsten Ländern der Welt geschaffen werden“, ergänzt Gaber. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschaftete die OeEB einen Jahresüberschuß von 6,8 Mio. Euro (2017: 6,7 Mio. Euro), das Betriebsergebnis lag bei 9,9 Mio. Euro (2017: 8,9 Mio. Euro). Das Gesamtportfolio an Krediten und Beteiligungen belief sich mit Jahresende auf 1,19 Mrd. Euro bei einem Neugeschäft von rund 275,4 Mio. Euro. Darüber hinaus stellte die OeEB rund 0,5 Mio. Euro aus eigenen Mitteln für projektbegleitende Maßnahmen zur Verstärkung der entwicklungspolitischen Effekte ihrer Finanzierungen bereit. n https://www.oe-eb.at/ »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 183 / 01. 04. 2019 Österreich, Europa und die Welt Einigung bei Darfur-Konferenz Rebellen verpflichten sich im Österreichischen Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (ASPR) in Stadtschlainung zum Schutz der Zivilbevölkerung. 39 Foto: ASPR / Franz Weber sitzend (v.l.): Gebreil Ibrahim Mohamed Fediel, Vorsitzender JEM und Minni Arko Minnawi, Vorsitzender SLM/A/MM; stehend ASPR- Direktorin Gudrun Kramer, rechts HKI-Direktor Wilfried Graf, 3.v.r. Bernadette Knauder, Universität Graz, und Mitglieder beider Delegationen Zwei wichtige Rebellengruppen des Darfur-Konfliktes – Justice and Equality Mo vement (JEM) und Sudan Liberation Army/Minni Minnawi (SLA/MM) – vereinbaren am Friedensinstitut Schlaining Schritte zur Verbesserung der Situation der Bin - nenvertriebenen und zur Minenräumung in der ostafrikanischen Krisenregion. Begleitet durch das Österreichische Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (ASPR), das Menschenrechtszentrum der Universität Graz (UNI-ETC) und das Herbert C Kelman Institut (HKI) verhandelten seit 25. März zwei einflußreiche Rebellengruppen aus Darfur in Stadtschlaining. Und die hochrangigen De - legationen einigten sich am 28. März auf ein Abschlußdokument, das Maßnahmen zur Ver besserung der Situation der Binnenvertriebenen in der Krisenregion vorsieht. Auss erdem einigte man sich auf konkrete Schritte zur Beseitigung von Minen und anderen explosiven Kampfmittelrückständen. 300.000 Tote und 2,7 Millionen Binnenvertriebe – das ist die traurige Bilanz des Konflikts, der seit 2003 im Westen des Su - dans zwischen Rebellengruppen und der su - danesischen Regierung wütet. Kinder, die beim Spielen mit Patronen verstümmelt werden oder auf Minen treten stehen in Darfur, eine Region so groß wie Frankreich, auf der »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at traurigen Tagesordnung. Verhandlungsversu - che zwischen den Konfliktparteien sind bisher gescheitert. Und doch gibt die Initiative in Schlaining Hoffnung. Die Verhandlungen sind Teil einer Dialogserie, die bereits 2012 vom ASPR be - gonnen wurde und sich dem Schutz vulne - rabler Gruppen, speziell Kindern, in der Krisenregion widmet. Die Gespräche bieten die Möglichkeit, das Vertrauen zwischen den Par - teien zu stärken, ein Bewußtsein hinsichtlich der Langzeiteffekte des Konfliktes auf die Zivilbevölkerung zu schaffen und gemeinsam Handlungsoptionen zu entwickeln. Die Verhandlungen wurden von Vorträgen begleitet, um den Rebellengruppen den internationalen Rechtsrahmen und Umsetzungsmaßnahmen zum Schutz der Zivil - bevöl kerung und zu den Auswirkungen von Kampfmittelrückständen näherzubringen. Norbert Darabos, erst seit kurzem Präsident des ASPR (siehe auch Seite 70), be - grüßte die Delegationen, und berichtete von seiner Zeit als Verteidigungsminister: „Ich habe mich 2008 dafür eingesetzt, daß sich Ös - terreich an der EU-Mission im Tschad beteiligt, welche das Mandat hatte, Flüchtlinge, auch aus Darfur, zu schützen und humanitäre Hilfe zu leisten. Obwohl die Öffentlichkeit dem Einsatz kritisch gegenüberstand, wollten wir einen Beitrag zum Schutz von Zivilisten, vor allem Kindern, leisten. Es freut mich sehr, daß ich nun an diesem Engagement im Rahmen der zivilen Konfliktbearbeitung in neuer Form wieder anknüpfen kann.“ Das Darfur-Projekt wird im Rahmen der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit von der Austrian Development Agency ge fördert und sieht mehrere Dialogrunden und Workshops mit den Rebellengruppen vor. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Länder in Afrika, Asien, in Südost- und Osteuropa sowie die Karibik bei ihrer nachhaltigen sozialen, wirtschaftlichen und demokratischen Entwick - lung. In Österreich trägt sie durch Öffentlichkeitsarbeit und die Förderung entwick - lungspolitischer Kommunikation und Bildung zu mehr Verständnis für globale Zu - sammenhänge und Entwicklungszusammenarbeit bei. Das Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA) plant die Strategien, die Austrian Development Agency (ADA), die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, setzt die se mit öffentlichen Einrichtungen, zivil - gesell schaft lichen Organisationen und Un - ternehmen um. n https://www.aspr.peacecastle.eu/

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Arik Brauer