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Ausgabe 183

Das "Österreich Journal" zum Durchblättern - die gewohnten vier verschiedenen pdf-Varianten zum Download finden Sie hier: http://www.oesterreichjournal.at/Ausgaben/index_183.htm

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 183 / 01. 04. 2019 Österreich, Europa und die Welt Generalversammlung der Österr. Freunde von Yad Vashem 22 Foto: Österreichische Freunde von Yad Vashem Im Wiener Rathaus (v.l.): Yad Vashems Europadirektor Arik RavOn, Naomi und Prof. Arik Brauer, Bürgermeister Michael Ludwig, Bildungsminister Univ.-Prof. Heinz Faßmann, Innenstaatssekretärin Karoline Edtstadler und Israels Botschafterin in Ös terreich, Talya Lador-Fresher Am 25. März fand im Festsaal des Wiener Rathauses die jährliche Ge neral - versammlung der Österreichischen Freunde von Yad Vashem statt. Festredner war der bekannte Maler und vielseitige Künstler Prof. Arik Brauer. Als Überlebender der NS- Zeit teilte er mit den 700 Gästen seine Einschätzung über den Antisemitismus in Österreich. Namhafte VertreterInnen aus Österreichs Politik, Wirtschaft, Kunst und Medien sowie die BotschafterInnen von elf Ländern fanden sich im Festsaal des Rathauses ein. Darüber hinaus nahmen auch 300 SchülerInnen an der Generalversammlung teil. Als Gastgeber begrüßte Wiens Bürgermeister Michael Ludwig die Festgäste. Er zitierte den kürzlich verstorbenen Prof. Rudi Gelbard: „Was mich am meisten empört, ist, daß es heute noch Menschen gibt, die den Na tionalsozialismus verharmlosen!“ Der Bürgermeister sicherte dem Freundeskreis, Yad Vashem und der jüdischen Gemeinde in Wien seine Unterstützung zu. Der Vorsitzende des Freundeskreises, Gün ther Schuster, drückte seine Zuversicht für die Visionen des Vereines aus. Er sehe, wie viele SchülerInnen, LehrerInnen, PolitikerInnen sich diesem Thema widmen. Ge - schichte betreffe jeden Menschen, denn ohne Geschichte könne niemand existieren. Für sein großes Engagement ehrte der Vorstand den Hotelier Gustav Adler mit dem „Award of Excellence“. Yad Vashems Europadirektor Arik RavOn wandte sich direkt an die SchülerInnen. Welt weit genieße mehr als die Hälfte der Jugendlichen nicht die Privilegien von Frieden, Reise- und Meinungsfreiheit. RavOn appellierte an die Teenager, sich nicht einschüchtern zu lassen und Farbe zu bekennen: „Wir verlassen uns auf Euch!“ Israels Botschafterin in Ös terreich, Talya Lador-Fresher, strich nicht nur die Rolle Yad Vashems als Gedenkstätte heraus, sondern auch die Aufgabe der lückenlosen Erforschung des Holocaust. Ein Brief ihrer Mutter aus der Verfolgungszeit wurde selbstverständlich an Yad Vashem übergeben, um dem Puzzle einen weiteren Teil hinzuzufügen. Bildungsminister Univ.Prof. Heinz Faßmann bezeichnete den direkten Kontakt mit ZeitzeugInnen als sehr wichtig für die Er - innerungsarbeit – dies werde aber nicht mehr lange möglich sein. Als Bildungsminister le - ge er größten Wert auf eine Erziehung zu Toleranz, Respekt und Demokratie. Innenstaatssekretärin Karoline Edtstadler sprach in Vertretung von Bundeskanzler Se - bastian Kurz. Sie bezeichnete es als festes politisches Ziel, alle SchülerInnen während ihrer Schullaufbahn in die Gedenkstätte des ehem. KZ Mauthausen zu bringen – mit gründlicher Vor- und Nachbereitung. Zeitzeugen zuzuhören sei eine historische Chance, der man sich bewußt sein sollte. »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at Festredner Prof. Arik Brauer begann mit dem Statement, daß Österreich nicht antisemitisch sei – im Gegensatz zu dem religiösen und rassistischen Antisemitismus, den er in seiner Kindheit erleiden mußte. Heute sei der Antisemitismus eher pathologisch: Wenn jemand etwas hasse, was gar nicht mehr vorhanden sei – schließlich gebe es in Österreich kaum noch Juden. Auch den Antijudaismus arabischer Zuwanderer nehme er nicht persönlich, denn er gründe sich auf ein Problem, das nicht gelöst worden sei. Was er jedoch sehr persönlich nehme, sei der neue Antizionismus in Europa. Fußend auf Nichtwissen nähre er sich durch das Gegenüberstellen von Statements, die aus dem Zusam - menhang gerissen wurden. Zumindest die ge - bildeten Antizionisten müßten wissen, daß ihre Haltung nichts anderes bedeute als: Ich bin dagegen, daß der Staat Israel überhaupt existiert. Arik Brauer lobte hingegen die christlichen Kirchen, die nach der Shoa ihre Haltung zu den Juden gründlich geändert hät - ten. Die Generalversammlung wurde von Arik Brauers Tochter Timna und Elias Meiri künstlerisch brillant und sehr einfühlsam um - rahmt. n http://austria.yad-vashem.net/ Lesen Sie auch unseren Bericht über einen Empfang der Österreichischen Freunde von Yad Vashem bei Bundeskanzker Sebastian Kurz auf der Seite 16.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 183 / 01. 04. 2019 Österreich, Europa und die Welt Jugendliche motiviert, an EU-Wahlen teilzunehmen 23 ÖGfE-Jugendumfrage: 55 Prozent wollen »sicher« ihre Stimme abgeben – Fehlende Information als Hauptmotiv für Nichtteilnahme Jugendliche in Österreich sind durchaus bereit, an den Europawahlen teilzunehmen. Der Einfluß des Europäischen Parlaments wird von ihnen mehrheitlich als hoch eingeschätzt. Vor allem der Mangel an Information könnte sich jedoch dämpfend auf die tatsächliche Beteiligung auswirken. Will man die hohe Wahlabsicht von Jugendlichen auch ins Ziel bringen, muß die Europa-De - batte hierzulange weiter an Intensität zulegen“, analysiert Paul Schmidt, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Eu - ropapolitik (ÖGfE), ausgewählte Ergebnisse aus der noch bis Mai laufenden ÖGfE-Ju - gendumfrage, bei der im Zeitraum September 2018 bis Ende Jänner 2019 insgesamt 1434 SchülerInnen befragt wurden. 55 % der befragten SchülerInnen ga ben an, aus heutiger Sicht „sicher“ an den Wahlen zum Europäischen Parlament teilzunehmen, 30 % „eher schon“. Die Zahl jener, die die EU-Wahlen lieber ausblenden, ist dagegen gering: So antworteten 11 %, daß sie „eher nicht“ ihre Stimme abgeben würden und 4 % „sicher nicht“. Die Zahl jener, die ihre Absicht bekunden, „sicher“ an den EU- Wahlen teilzunehmen, ist in der Gruppe der 16- bis 18jährigen mit 58 % am höchsten, während sie bei den noch 15jährigen (zum Zeitpunkt der Wahl jedoch bereits wahlberechtigten) 51 % und bei den Jugendlichen ab 19 Jahre 47 % beträgt. SchülerInnen an BHS (65 % „sicher“) und AHS (64 %) be - kunden ihre Wahlbereitschaft häufiger als Befragte an Berufsschulen (49 %). Als wichtigste Gründe, an den Europa- Wahlen teilzunehmen, nennen die befragten Jugendlichen, „weil ich von meinem demokratischen Recht, zu wählen, immer Ge - brauch machen möchte“ (insgesamt 93 % „sehr wichtiger bzw. wichtiger Grund“) und „weil ich möchte, daß Österreich in der EU gut vertreten ist“ (90 %). Als dritthäufigstes Motiv für die Wahlteilnahme wird genannt, daß „das Europäische Parlament eine wichtige Institution ist“ (82 %), gefolgt von der Aussage, „weil ich grundsätzlich der EU po - sitiv gegenüberstehe“ (71 %) und „weil ich jene Partei stärken will, die ich auch sonst wähle“ (68 %). Fehlende Information ist das mit Abstand meist genannte Motiv, nicht an den EU-Wah - len teilzunehmen (72 % „sehr wichtiger“/ „wichtiger“ Grund). Etwa jeweils die Hälfte (49 %) nennt als Grund für die Nicht-Teilnahme „weil meine Stimme ohnehin nichts ändert“ und „weil ich diese Wahl nicht für wichtig halte“. Weniger häufig angeführt wird hingegen die Aussage „weil Österreich in der EU ohnehin nichts zu sagen hat“ (39 %). Eine gänzliche Ablehnung der EU nennen 22 % der deklarierten NichtwählerInnen als Motiv, von ihrer Stimmabgabe abzusehen. »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

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