Aufrufe
vor 5 Monaten

Ausgabe 183

Das "Österreich Journal" zum Durchblättern - die gewohnten vier verschiedenen pdf-Varianten zum Download finden Sie hier: http://www.oesterreichjournal.at/Ausgaben/index_183.htm

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 183 / 01. 04. 2019 Kultur 100 sem Zusammenhang erschließt sich das Konzept der Wiener Werkstätte, die im Jahr 1903 von Josef Hoffmann, Koloman Moser und Fritz Waerndorfer gegründet wurde“, erklärt der Direktor. In der Präsentation veranschaulichen Ge - mälde von Giovanni Segantini oder Ferdinand Hodler sowie Skulpturen von Max Klinger oder Franz von Stuck den intensiven Austausch der Wiener Avantgarde mit internationalen KünstlerInnen. Werke von Emil Orlik, Carl Moll, Broncia Koller-Pinell, Wilhelm List, Josef Maria Auchentaller, Erich Mallina oder Alexander Rothaug führen die stilistische Vielfalt in der Wiener Secession vor Augen, die von postimpressionistischen über symbolistische bis hin zu japonistischen Tendenzen reicht. Tanz, Psychologie, Mode, Fotografie Neben den Neuerungen in der bildenden Kunst werden revolutionäre Aspekte aus an - deren künstlerischen und kulturellen Feldern beleuchtet, wie die Befreiung des Tanzes aus der Tradition des klassischen Balletts hin zu einer autonomen Kunstform durch das Wirken von Künstlerinnen wie den Schwestern Wiesenthal, Gertrud Bodenwieser, oder Rosalia Chladek. Auch Sigmund Freuds bahnbrechende Schriften und vor allem sein 1899 publiziertes Werk Die Traumdeutung werden hinsichtlich ihrer weitreichenden Kon sequenzen thematisiert. Die Wiener Kleiderkunst, die mit dem Reformkleid die Zwänge des Korsetts überwand, wird an - hand von Kreationen der Mode-Pionierin Emilie Flöge veranschaulicht. Das zu dieser Zeit noch verhältnismäßig junge Medium Fotografie ist durch Arbeiten von Dora Kallmus, Moriz Nähr und Heinrich Kühn repräsentiert. Gustav Klimt Gustav Klimts künstlerische Entwicklung von einem Vertreter der Kunst des Historismus hin zum Gründungsmitglied der Se - cession wird in der Präsentation anhand von Hauptwerken aus den Beständen des Mu - seums sowie durch herausragende Dauerleihgaben aus Privatsammlungen nachvollziehbar. Zahlreiche Landschaftsbilder, die singuläre, den menschlichen Lebenszyklus thematisierende Allegorie Tod und Leben so wie der Eklat rund um die Fakultätsbilder stehen im Fokus. Darüber hinaus wird Klimts enge Freundschaft mit Emilie Flöge thematisiert, die als stilbildende Modeschöpferin eine wichtige Figur der kreativen Szene war. Foto: Leopold Museum, Wien / Manfred Thumberger Foto: Leopold Museum, Wien / Manfred Thumberger Josef Hoffmann (1870–1956), Brosche aus dem Nachlaß von Emilie Flöge, 1911, Silber, Malachit, 4,2 × 4,2 cm, Privatbesitz Gustav Klimt (1862–1918), Litzlbergkeller, 1915/16, Öl auf Leinwand, 110 × 110 cm, Privatsammlung »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

Foto: Leopold Museum, Wien / Manfred Thumberger Foto: Leopold Museum, Wien / Manfred Thumberger ÖSTERREICH JOURNAL NR. 183 / 01. 04. 2019 Kultur Bild oben: Broncia Koller-Pinell (1863–1934), Sitzende (Marietta), 1907, Öl auf Leinwand, 107,5 × 148,5 cm, Sammlung Eisenberger, Wien Bild unten: Josef Hoffmann (1870–1956), Ausführung: Wiener Werkstätte, Bücherschrank aus dem Lesezimmer des Sanatorium Purkersdorf, 1904/05, Eichenholz, schwarz gebeizt, die Poren weiß eingerieben; Holz, weiß gestrichen, Bleiverglasung, Packtong, 171,5 × 144,3 × 39 cm, Ernst Ploil, Wien 101 Kunstgewerbeschule und Wiener Werkstätte Oberste Prämisse der Wiener Werkstätte war die Förderung eines neuen Lebensstils durch die Durchdringung aller Lebensbereiche mit Kunst. Das von Josef Hoffmann entworfene Sanatorium Westend in Purkersdorf, das Palais Stoclet in Brüssel oder das ebenfalls von ihm geplante und von der Wiener Werkstätte ausgestattete Cabaret Fledermaus in Wien stellen hinsichtlich der Komplexität ihrer Gestaltung die herausragendsten Gesamtkunstwerke dar, was Architekturmodelle und Möbel veranschaulichen. Di - verse Schöpfungen von KünstlerInnen der Kunstgewerbeschule und der Wiener Werkstätte, wie Schmuck, Gläser, Keramiken, Ta - felgeschirr, Textilien, Buch- und Plakatgestaltungen, Tunkpapiere, Spielkarten oder Le derprodukte belgegen, auf welch hohem Niveau Entwurf und Handwerk in Verbindung gebracht wurden. Wien als Architekturmetropole – Otto Wagner, Josef Hoffmann, Adolf Loos In der dritten Etage wird Wien als Architekturmetropole präsentiert: Architekt, Theoretiker und Stadtplaner Otto Wagner sowie Essayist und Architekt Adolf Loos stehen im Fokus, von Koloman Moser – dem im 4. Stock ein Saal gewidmet ist – sind Möbelensembles zu sehen. Schließlich wird einer der bedeutendsten musealen Ankäufe der vergangenen Jahre präsentiert: das von Architekt und Designer Josef Hoffmann im Sinne des Gesamtkunstwerks gestaltete Zimmer für die Tochter des Industriellen Max Biach aus dem Jahr 1902. Österreichischer Expressionismus Richard Gerstl, Egon Schiele, Oskar Kokoschka – Arnold Schönberg In den darauffolgenden Ausstellungsräumen stehen die Ausformungen des spezifisch österreichischen Expressionismus, der sich durch einen schwelenden Symbolismus und die Befragung des Individuums auszeichnet, im Fokus. Richard Gerstl, Oskar Kokoschka, Egon Schiele, Anton Faistauer, Max Oppenheimer, Anton Kolig, Albin Egger-Lienz, Albert Paris Gütersloh und Herbert Boeckl zählen zu den wichtigsten Vertretern. Die bei - den künftig Oskar Kokoschka gewidmeten Säle werden nach der großen Retrospektive eingerichtet, die vom 6. April bis zum 8. Juli 2019 im Leopold Museum zu sehen sein wird. Aktuell ist dort Arnold Schönberg eine von Theres Muxeneder vom Arnold Schönberg Center kuratierte Werkschau gewidmet. »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

Österreich Journal

Ausgabe 181
Ausgabe 182
Ausgabe 183
Ausgabe_184
Ausgabe 185
Ausgabe 186
Ausgabe 187
Ausgabe 188

Österreich Journal

Ausgabe 171
Ausgabe 172
Ausgabe 173
Ausgabe 174
Ausgabe 175
Ausgabe 176
Ausgabe 177
Ausgabe 178
Ausgabe 179
Ausgabe 180

Österreich Journal

Ausgabe 161
Ausgabe 162
Ausgabe 163
Ausgabe 164
Ausgabe 165
Ausgabe 166
Ausgabe 167
Ausgabe 168
Ausgabe 169
Ausgabe 170
Arik Brauer