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Ausgabe 196

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Magazin mit Berichten von der Politik bis zur Kultur: sechs Mal jährlich mit bis zu 145 Seiten Österreich. Bisher 13.449 pdf-Downloads der Ausgabe 196 auf http://oesterreichjournal.at/

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 196 / 07. 12. 2020 Innenpolitik Terroranschlag in Wien Am 2. November erfolgte in der Wiener Innenstadt ein gemeiner Terroranschlag Am Abend des 2. November hat ein schwer bewaffneter 20jähriger Attentäter in der Wiener Innenstadt einen Terroranschlag verübt, bei dem vier Zivilisten ihr Le - ben verloren und 22 Menschen teils schwer verletzt wurden. Aus aller Welt versicherten Staats- und Regierungschefs Österreich ihres Mitgefühls, Frankreichs Präsident Emanuel Macron war sogar in Österreichs Botschaft in Paris gekommen, um zu kondolieren. 44 Rede von Bundespräsident Alexander Van der Bellen Liebe Österreicherinnen und Österreicher und alle Menschen, die in Österreich friedlich miteinander leben wollen. Wir haben eine dunkle, schreckliche Nacht hinter uns. Im Zentrum Wiens, inmitten unserer Republik, hat ein feiges terroristisches Attentat auf das Herz unserer Ge - sellschaft stattgefunden. Ein anscheinend islamistisch motiviertes Attentat, das in seiner Dimension und kalten Menschenverachtung das schlimmste unserer jüngeren Geschichte ist. Unser tiefes Mitgefühl gilt allen Verletzten, die in diesen Stunden um ihr Leben ringen. Unsere Tränen fließen für alle aus unserer Mitte, die ihr Leben verloren haben. Und für all ihre Lieben und Angehörigen und Freunde. Unser Dank gilt allen Polizistinnen und Polizisten, Soldatinnen und Soldaten, die für unsere Sicherheit ihr Leben einsetzen, und allen Rettungskräften, die in einer Zeit größter Belastung ihr Äußerstes geben. Unser Dank gilt auch der internationalen Gemeinschaft, die geschlossen und solidarisch in diesen schweren Stunden hinter Ös - terreich steht. Das ist gut zu wissen. Meine Damen und Herren! Das Attentat galt ganz offensichtlich allen, die das Leben in einer freien Gesellschaft schätzen und hochhalten. Es galt un– serer freien Gesellschaft selbst. Dem Leben in Gemeinschaft, in Toleranz, in Respekt füreinander. Dem Leben in einer liberaleren Demokratie. Ein Leben, das Terroristen offenbar abgrundtief hassen. Aber auf dem Boden, auf dem wir stehen, auf dem Boden unserer Foto: BKA / Dragan Tatic Rede von Bundeskanzler Sebastian Kurz Sehr geehrte Damen und Herren! Tief betroffen wende ich mich an Sie in dieser dunklen Stunde für unsere Republik. Unsere Republik Österreich und unsere Bevölkerung wurden gestern Ziel eines brutalen Terroranschlages. Vier wehrlose Zivilisten wurden aus nächster Nähe kaltblütig ermordet. Ein älterer Herr, eine ältere Dame, ein junger Passant und eine Kellnerin wurden ganz plötzlich und unerwartet aus dem Leben gerissen. Ein Exekutivbeamter, der sich dem Täter mutig in den Weg gestellt hat, wurde angeschossen und verwundet. Insgesamt wurden 14 weitere Menschen zum Teil schwer verletzt und einige von ihnen ringen nach wie vor um ihr Leben. Unser Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen der Opfer, allen Verwundev.r.: Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Sebastian Kurz, Vizekanzler Werner Kogler und Innenminister Karl Nehammer bei einer Schweigeminute zum Gedenken der Opfer des Anschlags in der Wiener Innenstadt Demokratie, auf dem Boden Europas, ist durch die Jahrhunderte zu hart um diese Freiheit und Toleranz gerungen worden, als daß wir nun klein beigeben werden. Wer das annimmt, der kennt uns schlecht! Der Haß wird in unserer Gesellschaft nicht auf fruchtbaren Boden fallen. Denn Ter ror will verunsichern und Streit säen. Wir werden uns von diesem Haß nicht anstecken lassen. Wir werden uns und unsere Werte schützen und verteidigen. Mit allem was Wien ist, was Österreich ist, woran wir glauben und wofür wir stehen, sagen wir hier und heute: Haß kann niemals so stark sein wie unsere Gemeinschaft in Freiheit, in Demokratie, in Toleranz und in Liebe. Es lebe die Freiheit! Es lebe unsere Republik Österreich! Es lebe unser gemeinsames, friedliches Europa! Sobotka: Wir lassen unsere Gesellschaft nicht spalten Zutiefst betroffen zeigt sich Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka: „Ein terroristischer Angriff ist ein Anschlag auf unsere Freiheit und ein Anschlag auf unsere Demokratie. Es macht uns zutiefst betroffen. Klar ist aber auch, Terrorismus hat zum Ziel, die Menschen in Furcht und Unruhe zu versetzen und letztlich die Gesellschaft zu spalten.“ Das werde jedoch nicht gelingen, wenn »Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at/ „wir zusammenstehen und der Gewalt nicht weichen“. Der Nationalratspräsident bedankte sich bei allen Einsatzkräften der Polizei, Rettung und des Bundesheeres. Sobotka betonte auch, „unsere Gedanken sind jetzt bei den Opfern, deren Angehörigen und Familien. Wir trauern mit Ihnen und stehen zu Ihnen“, sagte Sobotka an die Opfer gerichtet. Den Verletzten wünschte er baldige Genesung.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 196 / 07. 12. 2020 Innenpolitik 45 Foto: BKA / Dragan Tatic Die Spitzenvertreter der Republik Österreich bei der Kranzniederlegung zum Gedenken der Opfer in der Judengasse ten und natürlich auch allen Menschen, die durch dieses Attentat gestern schwere körperliche und seelische Wunden davongetragen haben. Sehr geehrte Damen und Herren! Oft sehen wir Österreich als eine Insel der Seligen, in der man Gewalt und Terror nur aus der Berichterstattung über das Ausland kennt. Aber die traurige Wahrheit ist, daß wir zwar das Glück haben, in einem grundsätzlich sehr sicheren Land zu leben, aber unsere Welt, die ist alles andere als si - cher. Es hat sich mittlerweile bestätigt, daß der gestrige Anschlag eindeutig ein islamistischer Terroranschlag war. Es war ein An - schlag aus Haß, aus Haß auf unsere Grundwerte, aus Haß auf unser Lebensmodell, aus Haß auf unsere Demokratie, in der alle Menschen an Rechten und Würde gleich sind. Die gestrige Nacht wird daher auf tragische Weise in unsere Geschichte eingehen als eine Nacht, in der einige unserer Mitmenschen einem brutalen Anschlag zum Op - fer fielen. Einem Anschlag, der in Wahrheit uns allen gegolten hat. Einem Anschlag auf unsere freie Gesellschaft. Aber klar ist: Wir werden uns von den Terroristen nicht einschüchtern lassen. Wir werden unsere Grund - werte, unser Lebensmodell und unsere De - mokratie mit aller Kraft verteidigen. Wir werden die Täter, die Hintermänner und de - ren Gleichgesinnte ausforschen, jagen und Foto: BKA / Dragan Tatic v.l.: Bundeskanzler Sebastian Kurz, Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka bei der Kranzniederlegung »Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at/ sie der gerechten Strafe zuführen. Und wir werden alle, die etwas mit dieser Schandtat zu tun haben, mit allen zu verfügenden Mitteln verfolgen. Gleichzeitig, sehr geehrte Damen und Herren, werden wir aber eines nicht tun: Wir werden nicht in deren Falle tappen. Wir müs - sen und werden dem Terrorismus mit allen Mitteln entgegentreten. Aber wir dürfen et - was Wesentliches nicht aus den Augen verlieren. Unser Feind – der islamistische Ex - tremismus – möchte nicht nur Tod und Leid verursachen, er möchte auch unsere Gesellschaft spalten. Und das werden wir nicht zulassen. Wir werden diesem Haß keinen Raum geben. Denn unser Feind, das sind niemals alle Angehörigen einer Religionsgemeinschaft. Unser Feind, das sind niemals alle Menschen, die aus einem bestimmten Land kommen. Nein, unser Feind, das sind

Wir danken dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, dem Land Oberösterreich und PaN – Partner aller Nationen für die aktive Unterstützung unserer Arbeit für Österreich.

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