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Ausgabe 196

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Magazin mit Berichten von der Politik bis zur Kultur: sechs Mal jährlich mit bis zu 145 Seiten Österreich. Bisher 13.449 pdf-Downloads der Ausgabe 196 auf http://oesterreichjournal.at/

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 196 / 07. 12. 2020 Österreich, Europa und die Welt Weiterer Erfolg für Salzburg als Forschungsstandort Boehringer Ingelheim kooperiert mit Universität Salzburg bei Vesikelforschung Lieferservices boomen in Zeiten der Co - vid-19-Pandemie. Sie können aber nicht nur Pizza ausliefern, sondern – wenn sie klein genug sind – auch Medikamente an die richtige Stelle im Körper bringen. Das nennt man dann Vesikel. Die Salzburger Universität kooperiert in der Vesikelforschung ab sofort mit dem Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim und hat damit einen dicken Fisch an Land gezogen. „In der Wissenschafts- und Innovationsstrategie für Salzburg sehen wir die Life Sciences als eine von Salzburgs Stärken, die wir weiterentwickeln und sichtbar machen. Die Vesikelforschung ist eine Chance, internationale Exzellenz zu erreichen. Die neue Kooperation unterstreicht, daß unsere Investitionen, unter anderem das EV-TT Zen- In der Vesikelforschung kooperiert die Universität Salzburg mit dem Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim und dem Schweizer Startup EvoBiotiX. trum, wirken“, zeigte sich Landeshauptmann Wilfried Haslauer erfreut. Internationale Partner stärken Forschungsstandort Die Vesikelforschung wird unter anderem über das EV-TT des Landes gefördert. EV- TT steht für Extracellular Vesicles – Theralytic Technologies, das sind neue Technologien für den therapeutischen Einsatz von extrazellulären Vesikeln (EV). Die Universität Salzburg kooperiert mit dem Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim und dem Schweizer Startup EvoBiotiX. Dabei geht es um die Weiterentwicklung von natürlichen Molekülen als Transportstoffe für Medikamente. Mini-Transporteure überwinden Barrieren im Körper Biologisch inspirierte Wirkstoffe sind Medikamente, die von der Natur optimiert und daher höchst effektiv sind. Da der menschliche Körper ihre Zusammensetzung kennt, werden sie vom Immunsystem toleriert und haben ein geringeres Risiko für Ne - benwirkungen. Sie allerdings durch den Körper an die Stelle zu schleusen, an der sie gebraucht werden, ist eine Herausforderung. Dafür könnten künftig als Transporteure so - genannte Vesikel, das sind kleinste Zellteilchen, genutzt werden. Sie sind Boten, die normalerweise mit verschiedenen Aufgaben Foto: LMZ / Otto Wieser im Körper unterwegs sind und körpereigene Barrieren wie Zellmembranen überwinden können. »Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at/ 26 Forscherin leitet Projekt „Vesikel sind Transporteure, die die Na - tur dafür geschaffen hat, Zellen präzise in anderen Geweben anzusteuern und dabei kör pereigene Barrieren zu überwinden. Das wollen wir hier nutzen”, erklärt Nicole Meisner-Kober, international anerkannte Ex - pertin in der Forschung zu extrazellulären Vesikeln und Professorin für chemische Biologie und biologische Wirkstoffe an der Paris Lodron Universität Salzburg (PLUS). Sie ist außerdem Projektleiterin in dem vom Land Salzburg geförderten EV-TT Zentrums. Das Zentrum hat sich in Partnerschaft zwischen der PLUS und der Paracelsus Me - dizinischen Universität der Erforschung eines therapeutischen Einsatzes von Vesikeln verschrieben. Im Rahmen der Vereinbarung wird Boehringer Ingelheim Arzneimittelkandidaten und Fachwissen in verschiedenen therapeutischen Bereichen zur Verfügung stellen, während EvoBiotiX sein einzigartiges Know-how in der Isolierung und Entwicklung natürlich gewonnener Biologika einbringen wird. Biomakromoleküle, wie rekombinante Proteine, DNAs oder kleine störende RNAs, bieten ein großes Potential, um intrazelluläre molekulare Angriffspunkte zu adressieren, die bisher mit herkömmlichen Ansätzen nicht angegangen werden können. Allerdings schränken ihre inhärenten mo - lekularen Eigenschaften Biomakromoleküle oft daran ein, die Zellmembran zu durchqueren. Dies ist eine der wichtigsten Herausforderungen für die Entwicklung neuer Therapien für Patienten mit derzeit schwer zu be - handelnden Krankheiten, da sich viele relevante Angriffspunkte für Medikamente im Inneren der Zellen befinden: „Die Medikamente der Zukunft werden zunehmend von natürlich vorkommenden biologischen Ma - kromolekülen wie Proteinen, Antikörpern oder RNA inspiriert. Dies sind die Moleküle, die am vielversprechendsten, aber am schwie - rigsten auf effiziente, nebenwirkungsfreie und patientenfreundliche Weise zu liefern sind. EVs sind Nanotransporter, die die Na - tur auf elegante Weise entwickelt hat, um genau solche großen Moleküle wie Proteine oder RNAs in Zellen und über biologische Barrieren hinweg zu den Stellen in unserem Körper zu transportieren, wo sie benötigt werden. Unser Ziel ist es daher, die Erfindungen der Natur zu nutzen, um eine Drug- Delivery-Plattform der nächsten Ge neration zu schaffen“ , erklärt Meis ner-Kober. https://www.salzburg.gv.at/ https://www.uni-salzburg.at/ https://www.boehringer-ingelheim.de/ https://evobiotix.com/ n

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 196 / 07. 12. 2020 Österreich, Europa und die Welt Polnische Botschafterin besucht Land Steiermark 27 Steirische Landesspitze empfängt Botschafterin Jolanta Róża Kozłowska in Graz Anläßlich des Steiermark-Besuchs der polnischen Botschafterin Jolanta Róża Kozłowska lud sie Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer zu einem Arbeitstreffen in die Grazer Burg. „Die Zusammenarbeit mit Polen ist sehr konstruktiv – nicht umsonst hat die Steiermark mit keinem anderen Staat so viele Partnerschaftsabkommen wie mit pol - nischen Regionen. Die Polen schätzen uns vor allem als Tourismus- und Innovationsland. Deshalb waren auch die Mobilität der Zukunft, Forschung und Entwicklung, Digitalisierung und neue Technologien die zentralen Themen des heutigen Treffens“, so Schützenhöfer. Nach dem Arbeitstreffen kam es auch zu einem Treffen mit LH-Stv. Anton Lang. „Die Eindämmung des Corona-Virus ist derzeit das gemeinsame Ziel aller europäischen Län - der. Mit der polnischen Botschafterin habe ich heute über die Corona-Situation, aber auch über aktuelle politische Themen und die wichtigen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Polen und der Steiermark gesprochen. Gerade in dieser herausfordernden Zeit dürfen wir nicht auf den Austausch über Län - dergrenzen hinweg vergessen“, sagte Lang. Steiermark und Polen verbindet eine langjährige gute Partnerschaft nicht nur in Wirtschaft und Tourismus, sondern auch im Kulturbereich. Deshalb nutzte die Botschafterin auch die Gelegenheit, um sich mit Kulturlandesrat Christopher Drexler auszutauschen. Drexler: „Die Steiermark profitiert enorm von ihren internationalen Beziehungen und Kooperationen. Mit Polen pflegen wir seit Jahren einen regen kulturellen Austausch. Beispielsweise mit dem Artist-in-Re sidence- Programm, bei dem internationale Künstlerinnen und Künstler in der Steiermark tätig werden können, um sich in der steirischen Szene zu vernetzen und sich einer breiten Öffentlichkeit präsentieren zu können. Umso größer ist meine Freude, daß wir diese Synergien nutzen und in der morgigen Regierungssitzung das Artist-in-Residence- Programm für das Jahr 2021 einbringen, bei dem wir im kommenden Jahr unter anderem auch wieder vier polnische Künstlerinnen und Foto: Land Steiermark / Jesse Streibl Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer begrüßte die polnische Botschafterin Jolanta Róża Kozłowska zu einem Arbeitsgespräch in der Grazer Burg Intendantin Laufenberg geht nach Berlin Am 6. November wurde bekanntgegeben, daß die Intendantin des Schauspielhaus Graz, Iris Laufenberg, mit der Spielzeit 2023/ 2024 die Leitung des Deutschen Theaters Berlin übernehmen wird. Kulturlandesrat Christopher Drexler gratulierte ihr herzlich zu dieser sensationellen Berufung: „Ich möch - te Iris Laufenberg schon jetzt einen großen Dank für ihr Wirken als Intendantin am Schau - spielhaus Graz aussprechen. Sie hat es in den vergangenen fünf Jahren exzellent geführt und wird das, davon bin ich überzeugt, auch bis zu ihrem Wechsel nach Berlin unverändert tun. Iris Laufenberg – und mit ihr das Schauspielhaus Graz – genießen große Anerkennung im deutschen Sprachraum, die in zahlreichen Auszeichnungen und nun in dieser sensationellen Berufung an das Deutsche Theater Berlin gipfelt. So schade ich es fin - de, daß sie das Schauspielhaus Graz verlassen wird, so dankbar bin ich für ihr beeindruckendes Wirken als Intendantin und »Österreich Journal« – https://kiosk.oesterreichjournal.at/ Foto: Land Steiermark / Michaela Lorber Künstler bei uns in der Steiermark begrüßen können. Diese enge Vernetzung mit der Republik Polen wollen wir sowohl in der Kul - turpolitik als auch in vielen anderen Bereichen nicht nur beibehalten und pflegen, sondern auch weiter ausbauen und intensivieren.“ n https://www.kommunikation.steiermark.at/ Kulturlandesrat Christopher Drexler möch te Iris Laufenberg auf das Herzlichste zu den Erfolgen in Graz und zu diesem großartigen neuen Engagement gratulieren. Ihr Wechsel an das Deutsche Theater Berlin und große Sprünge von Ensemblemitgliedern zu internationalen Engagements in den vergangenen Jahren unterstreichen, daß die Steiermark ein großartiger Boden für Kunst, Kultur und natürlich insbesondere für das Theater ist.“ n

Wir danken dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, dem Land Oberösterreich und PaN – Partner aller Nationen für die aktive Unterstützung unserer Arbeit für Österreich.

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