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Ausgabe 191

Monatsmagazin mit Berichten von der Politik bis zur Kultur: sechs bis acht Mal jährlich mit bis zu 100 Seiten Österreich. 14.187 pdf-Downloads im April 2020 auf http://www.oesterreichjournal.at/

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 191 / 11. 03. 2020 Österreich, Europa und die Welt Jüdisches Museum Wien feiert international Erfolge 44 Das Jüdische Museum Wien, ein Museum der Wien Holding, kann für das Jahr 2019 nicht nur im Inland, sondern auch international eine erfreuliche Bilanz ziehen Insgesamt sahen im vergangenen Jahr 264.000 Menschen Ausstellungen des Jüdischen Museums Wien, rund 144.000 Personen an den zwei Standorten in Wien und rund 120.000 Personen im Ausland. Von Warschau über Amsterdam und Paris bis nach New York Zu den erfolgreichsten Auslandsausstellungen des Jüdischen Museums Wien zählten „Kabbalah“ im Joods Museum in Am - sterdam und „Helena Rubinstein. Die Schönheitserfinderin“ im Musée d´art et d´histoire du Judaïsme in Paris. Die Schau über die Geschichte der Kabbalah, die in Zu - sammenarbeit mit dem Joods Museum Am - sterdam entstand, besuchten 79.000 Personen. Die Lebensgeschichte der Helena Rubin - stein zog rund 37.000 BesucherInnen in Pa - ris an. Weiters waren die Ausstellung „VOID“ im Austrian Cultural Forum New York und „Von Generation zu Generation. Die neue Haggada von Arik Brauer“ im österreichischen Kulturforum in Warschau zu sehen. „Das Jüdische Museum Wien vermittelt mit seinen vielfältigen Ausstellungen nicht nur Wissen, sondern regt auch die Emotionen und den Verstand des Publikums gleichermaßen an. Das fasziniert nicht nur die Wie - nerinnen und Wiener, dieses Engagement weiß man auch im Ausland zu schätzen. Wir sind daher sehr stolz, daß die Ausstellungen des Museums auch international gut angenommen werden“, so Kurt Gollowitzer, Ge - schäftsführer der Wien Holding. „Es ist immer eine ganz besondere Ehre und Freude, unsere Ausstellungen an verschiedenen Orten weltweit präsentieren zu können. Besonders erfreulich ist, daß so die Wiener jüdische Geschichte auch im Ausland erfahrbar gemacht werden kann“, be - tont Danielle Spera, Direktorin des Jüdischen Museums Wien. Internationale Ausstellungen 2020 in New York, Lemberg und Krakau Auch 2020 und darüber hinaus wird das Jüdische Museum Wien mit seinen erfolgreichen Ausstellungen international vertreten Foto: Jüdisches Museum Wien / wulz.cc Die Ausstellung über die Ephrussis wird ab März 2021 in New York zu sehen sein. sein: Geplant sind Präsentationen in Europa und in den USA. Ab September 2020 wird die Ausstellung „Die drei mit dem Stift. Lily Renée, Bil Spira und Paul Peter Porges”, die von 8. Mai bis 17. November 2019 im Museum Judenplatz zu sehen war, in New York gezeigt. Die Ausstellung dreht sich um drei KünstlerInnen, die als jüdische Kinder in Wien aufwuchsen, ihre Heimat nach dem „Anschluß“ verlassen mußten und anderswo erfolgreich wurden. Sie haben Comics und Cartoons ge - zeichnet, illustriert und karikiert, was ihnen naheging. „Die drei mit dem Stift“ setzten als Überlebende ihre Stifte als Waffen ein und zeichneten mit unterschiedlichen Me - tho den gegen ihre Verfolger an. Die Ausstellung „Café As. Das Überleben des Simon Wiesenthal“, die von 29. Mai 2019 bis 12. Jänner 2020 in Wien gezeigt wur de, macht Ende 2020/Anfang 2021 in Lemberg und Krakau Station. Es ist die Ge - schichte einer Wiederentdeckung, nämlich der Architekturentwürfe von Simon Wiesenthal, die lange als verschollen galten. Das Konvolut umfaßt 80 Zeichnungen für ein nie umgesetztes Kaffeehaus, das Café As. Das Zeichnen dieser Entwürfe wurde für Simon Wiesenthal im Konzentrationslager Mauthau - sen zum Lebenselixier und sie sind Zeugnis des Überlebens im mörderischen System des Nationalsozialismus. »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at Verlängerte Ausstellung über Ephrussis ist demnächst auch in New York zu sehen Auch die Schau „Die Ephrussis. Eine Zeitreise“ die in Wien seit 6. November 2019 läuft und aufgrund des großes Erfolgs bis 13. April 2020 verlängert wurde, wird in - ternational präsentiert. Das Jewish Museum New York wird die Schau ab März 2021 in New York zeigen. Die Ausstellung zeichnet den Weg der Familie Ephrussi, ihre freiwilligen sowie unfreiwilligen Reisen zwischen Russland, Österreich, Frankreich, Großbritannien, Spanien, den USA, Mexiko, Japan und anderen Ländern nach. Anhand von ausgewählten Objekten, Dokumenten und Bildern wird der wirtschaftliche und gesellschaftliche Werdegang einer europäischjüdischen Familie dargestellt, deren Nachfahren heute durch Flucht und Vertreibung in der ganzen Welt verstreut leben. Aktuelle Ausstellungen in Wien zu Café Palmhof und Hedy Lamarr Derzeit zeigt das Jüdische Museum Wien am Standort Dorotheergasse die Ausstellung „Wir bitten zum Tanz. Der Wiener Cafetier Otto Pollak“. Im Museum Judenplatz ist „La dy Bluetooth. Hedy Lamarr” noch bis 10. Mai 2020 zu sehen. n http://www.jmw.at/ https://thejewishmuseum.org/

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 191 / 11. 03. 2020 Österreich, Europa und die Welt 25 Jahre EU-Mitgliedschaft Umfrage: 75 Prozent für EU-Verbleib, 8 Prozent für Austritt – Bilanz der Mitgliedschaft positiver als noch vor fünf Jahren Mit 1. Jänner 2020 ist Österreich seit 25 Jahren Mitglied der Europäischen Union. Die Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft ist aktuell hoch und die Zahl jener, die sich für einen Austritt aus der Union aussprechen, so niedrig wie nie zuvor. Wenn auch die Bilanz einzelner Integrationsschritte ambivalent ausfällt, ist die Europa-Stimmung jedenfalls freundlicher, als dies etwa noch vor fünf Jahren – zum 20jährigen Jubiläum – der Fall war“, analysiert Paul Schmidt, Generalsekretär der Österreichischen Ge– sellschaft für Europapolitik (ÖGfE), das Ergebnis einer aktuellen ÖGfE-Umfrage. Einstellung zur EU-Mitgliedschaft 75 % der ÖsterreicherInnen sprechen sich aktuell dafür aus, daß unser Land Mitglied der EU bleiben soll. 8 % plädieren für einen Austritt aus der Union. 17 % beziehen keine Stellung. Insgesamt 60 österreichweite ÖGfE-Be - fragungen seit Juni 1995 zeigen, daß die Be– fürworterInnen der EU-Mitgliedschaft stets in der Mehrheit waren. Im Durchschnitt lag ihre Zahl bei rund 70 %, die Zahl jener, die sich für den EU-Austritt aussprachen, bei 22 %. Die höchste Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft fand sich im Juni/Juli 2002 (80 %), der stärkste Wunsch nach einem Austritt im Juni/Juli 2008 (33 %). Der aktuelle Wert von 8 % deklarierter AustrittsbefürworterInnen ist der niedrigste seit Beginn der Zeitreihe. Während ihre Zahl seit Juli 2016 kontinuierlich (ausgehend von 23 %) zurückgeht, steigt parallel die Zahl je - ner, die nicht wissen, ob Österreich Mitglied bleiben oder wieder austreten soll bzw. keine Angabe machen. Seit Februar 2019 ist die Zahl der Unentschiedenen höher als jene der dezidierten AustrittsbefürworterInnen. „Seit der Brexit-Abstimmung ist die Zu - stimmung zur EU-Mitgliedschaft hierzulande gestiegen und hält sich auf hohem Ni - veau“, so Schmidt. „Geriet die EU in der Hochphase der Griechenland-Rettung oder 45 der Flucht- und Migrationsherausforderung immer mehr unter Druck, wird sie nunmehr europaweit – insbesondere angesichts eines in stabilen geopolitischen Umfelds – als si - cherer Anker wahrgenommen.“ Vor- und Nachteile der EU- Mitgliedschaft für einzelne Gruppen „Die Österreicherinnen und Österreicher verbinden mit der EU-Mitgliedschaft heute mehr Vorteile, als dies noch vor fünf Jahren der Fall war. Gerade jene Gruppen, die die Nachteile im Auge haben, sind kleiner ge - worden. Vor dem Hintergrund interner Wi - dersprüche und externer Bedrohungen sind die Herausforderungen für die Union massiv, trotzdem hat sie sich aus dem Krisenmodus herausgekämpft, was nicht zuletzt auch das Meinungsbild in der Bevölkerung beeinflußt.“ 54 % sagen, daß die EU-Mitgliedschaft für SchülerInnen, Lehrlinge und Studierende „eher mehr Vorteile“ gebracht hat. Im No - »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

Wir danken dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, dem Land Oberösterreich und PaN – Partner aller Nationen für die aktive Unterstützung unserer Arbeit für Österreich.