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Ausgabe 189

Das "Österreich Journal" zum Durchblättern - die gewohnten vier verschiedenen pdf-Varianten zum Download finden Sie hier: http://www.oesterreichjournal.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 189 / 31. 10. 2019 Wirtschaft Murkraftwerk Graz Größtes Klimaschutz-Investment des Landes offiziell in Betrieb genommen – Energie Steiermark setzt mit 80 Millionen-Projekt ihre Offensive bei Ausbau Erneuerbarer Energie-Erzeugung fort – CO2-freier Strom für 45.000 Menschen 84 Foto: Energie Steiermark Murkraftwerk Graz: Das größte Klimaschutz-Investment des Landes wurde offiziell in Betrieb genommen. Im Jahr 1921 gab es bereits die ersten Überlegungen, 2009 den tatsächlichen Start der Planungs- und Einreichungsarbeiten. Vier Jahre lang wurde das Projekt von insgesamt über 50 GutachterInnen des Landes und des Bundes auf „Herz und Nieren“ geprüft. Am 9. Oktober, 33 Monate nach dem Baustart, ging eines der wichtigsten steirischen Erzeugungs-Projekte im Bereich Er– neuerbare Energie offiziell in Betrieb. Das Murkraftwerk Graz mit einer Leistung von 17,7 Megawatt speist jährlich 82 Millionen Kilowattstunden grünen Strom ins Netz ein, deckt damit den Bedarf von mehr als 45.000 Menschen in der steirischen Landeshauptstadt bzw. den Verbrauch von über 20.000 E-Autos und verhindert so den Schadstoffausstoß von über 60.000 Tonnen CO 2 . Partner der Energie Steiermark beim Wasserkraftwerk Graz sind die VERBUND Hydro Power und die Energie Graz (mit einer Beteiligung von je 12,5 Prozent). Auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz fokussiert Das Projekt zählt zu den größten Investitionen in der Geschichte der Energie Steiermark, die sich in ihrer Strategie auf das The - ma Nachhaltigkeit und Energieeffizienz fo - kussiert hat. Unter anderem konzentriert man sich auf die Bereiche Wasserkraft, Windkraft und Photovoltaik, also rohstoffunabhängige Energiequellen. „Die Klimaziele von Paris sind unsere Leitlinie. Wir wollen unabhängig unsere Energieversorgung nachhaltiger gestalten. Das Wasserkraftwerk Graz ist ein wesentlicher Beitrag zur Weiterentwicklung unseres Konzerns in Sachen Erneuerbare Energie und hat energiewirtschaftlich wie ökologisch eine hervorragende Performance“, so Vorstandssprecher Christian Purrer und Vorstandsdirektor Martin Graf. Meßbarer Beitrag zur Klimawende „Dieses 80-Millionen-Euro-Investment ist ein konkreter und meßbarer Beitrag zur Klimawende und trägt darüber hinaus zur Versorgungssicherheit bei. Der sparsame und effiziente Umgang mit Strom hat absoluten Vorrang, aber jede Kilowattstunde, die unsere KundInnen tatsächlich brauchen, die muß zukünftig CO 2 frei sein. Gleichzeitig ist es ein kräftiger Wirtschafts-Impuls für die Steiermark. Von einer neuen Bundesregierung erhoffen wir uns Rückenwind und Unterstützung für die rasche Umsetzung weiterer nachhaltiger Erzeugungsprojekte, wir sind jedenfalls investitionsbereit und startklar“. »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at Das Resultat der erfolgten, europaweiten Ausschreibungen spricht für die Exzellenz steirischer Unternehmen: Mehr als 90 Prozent aller Aufträge gingen bei dem Bau an regionale Unternehmen, sie haben in Summe rund 1800 steirische Arbeitsplätze gesichert und tragen zur regionalen Wertschöpfung in der Steiermark bei. 99 ökologische Ausgleichsmaßnahmen Das Kraftwerk setzt in Sachen Ökologie europaweit höchste Standards: 99 ökologische Ausgleichsmaßnahmen wurden und werden für Pflanzen, Tiere und Menschen umgesetzt, ein externes Expertenteam hat die Einhaltung der strikten Vorgaben der Umweltverträglichkeits-Bescheide im Detail überwacht. Der Lebensraum entlang der Mur wird durch zahlreiche Angebote für Wassersportler und Erholungssuchende sowie Öko-Zo - nen für die kommenden Generationen aufgewertet. Insgesamt werden nach Abschluß der Aufforstungen rund 50 Prozent mehr Büsche und Bäume an den Ufern der Mur stehen als vor dem Baustart. Eine Fläche von rund sieben Hektar wird in den kommenden Monaten gemäß den Vorgaben der Umweltbehörden neu bepflanzt.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 189 / 31. 10. 2019 Wirtschaft 85 Foto: Energie Steiermark v.l.: Aufsichtsratsvorsitzender Josef Mülner, Vorstandssprecher Christian Purrer, Bürger - meister Siegfried Nagl, Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, Landeshauptmann- Stv. Michael Schickhofer und Vorstandsdirektor Martin Graf Das Dialogangebot während der Bauphase wurde übrigens von der Bevölkerung po - sitiv aufgenommen: Auf der Baustelle konnten über 5000 interessierte BesucherInnen bei Führungen begrüßt werden. Landeshauptmann Schützenhöfer Für Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer ist das Murkraftwerk ein Symbol für steirische Innovationskraft: „Die Steiermark ist das Innovationsland Nummer 1 und leistet damit einen globalen Beitrag zum Klimaschutz. Wir können stolz sein auf unsere Unternehmen und Forschungseinrichtungen, denn sie machen es möglich, daß dieses Kraftwerk mit steirischer Technologie saubere Energie erzeugt. Das Murkraftwerk ist für Graz und die Steiermark von großem Wert, denn es hat nicht nur während dem Bau für tausende Arbeitsplätze gesorgt, sondern es versorgt nun 20.000 Haushalte mit grünem Strom.“ Landeshauptmann-Stv. Schick hofer Landeshauptmann-Stv. Michael Schick - hofer sagte: „Wir müssen heute handeln, um unseren Kindern morgen und übermorgen ein gutes Klima zu sichern. Daher will ich, daß wir die erneuerbaren Energien in der Steiermark, die Kraft aus Sonne, Wasser und Wind, weiter ausbauen und gleichzeitig un - sere natürlichen Ressourcen schützen. Ausserdem sollen in Graz-Puntigam mehr als 10.000 neue Bäume gepflanzt werden, damit es in der Steiermark mehr grüne Energie für uns alle und be sonders in Graz saubere Luft zum Atmen gibt“, so Schickhofer, der allen Beteiligten für den Ausbau der Erneuerbaren Energie in der Steiermark dankte. Bürgermeister Nagl Bei der offiziellen Inbetriebnahme betonte der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl seine „große, persönliche Freude über die Fertigstellung dieses größten Klimaschutz- Projektes in der Landeshauptstadt, das Graz nachhaltig und positiv verändert“. Gleichzeitig zeigte er sich „vom Aktionismus und un sachlichen Querschüssen vieler Personen und auch einiger Parteien während der Um setzung mehr als verwundert. Schon jetzt produziert der Flughafen Wien mit seinen vier Photovoltaik-Anlagen rund 2 Mio. Kilowattstunden pro Jahr. Künftig wird die hauseigene Jahresstromproduktion nahezu verdoppelt und auf mehr als 3 Mio. Kilowattstunden steigen. Außerdem werden 2020 zusätzlich 2.500 Solarmodule auf den Dächern der Park häuser 3 und 8 an - gebracht. Damit vergrößern sich die Solarflächen am Wiener Airport um die Hälfte auf rund 16.000m². Das entspricht in etwa einer Größe von drei Fußballfeldern. Vom Ausbau der Solarenergie verspricht sich der Flughafen Wien eine jährliche Reduktion der CO 2 - Emissionen von rund 1.800 Tonnen. „Minus 70 % an CO 2 -Ausstoß und minus 40 % an Energieverbrauch haben wir seit 2011 schon erreicht. Das ist gut, aber noch nicht genug. Denn unser Ziel ist klar, wir »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at Hier haben einige offensichtlich überhaupt nicht verstanden, daß wir in Sachen Öko- Energie jetzt rasch und konkret etwas tun müssen, weil es sonst zu spät ist. Dies gilt auch für den parallel errichteten Speicherkanal, für den die Bauarbeiten noch im Gange sind.“ Die Verbund-Geschäftsführer Die Geschäftsführer der Verbund Hydro Power GmbH, Karl Heinz Gruber und Mi - chael Amerer, betonen die Bedeutung des neuen Kraftwerkes für die Zusammenarbeit der Projektpartner: Das Murkraftwerk Graz stellt einen weiteren Meilenstein in der seit mehr als zehn Jahren dauernden Zusammenarbeit zwischen Verbund und Energie Steiermark beim Ausbau der Wasserkraft in der Steiermark dar. Nach der erfolgreichen Realisierung dieses Vorhabens wird nun Verbund die Betriebsführung dieses Leuchtturm - projektes im Sinne einer nachhaltigen und klimaneutralen Stromversorgung übernehmen. Energie Graz-Geschäftsführer „Mit der Beteiligung am Murkraftwerk Graz-Puntigam unterstreicht die Energie Graz ihr Commitment für Investitionen in regionale, erneuerbare Energie! Wir freuen uns, damit unseren Grazer Kundinnen und Kun den sauberen, CO 2 -freien Strom aus unmittelbarer Nähe liefern zu können“, so die Geschäftsführer der Energie Graz, Boris Papousek und Werner Ressi abschließend. n https://www.e-steiermark.com/ Vienna Airport-Solarstromoffensive 2020 wollen noch vor 2030 einer der ersten CO 2 - neutralen großen Airports werden. Eine große Rolle spielt dabei die eigene Stromproduktion und deswegen erweitern wir unsere Photovoltaik-Anlagen von vier auf sieben Stück im nächsten Jahr“, erklärte Flughafen Wien AG-Vorstand Dr. Günther Ofner beim heutigen Pressegespräch. Auf die Kraft der Sonne setzt der Flughafen Wien schon seit einigen Jahren: Im Jahr 2016 gingen zunächst zwei Photovoltaik- An lagen auf den Dächern des Hangars 7 und der alten Winterdiensthalle mit einer Ge - samtfläche von 7.700m² in Betrieb. Der aus al len Photovoltaik-Anlagen produzierte Gleichstrom wird durch Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt und via Trafostation in das Flughafen-Netz eingespeist. n https://www.viennaairport.com/

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