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Ausgabe 189

Das "Österreich Journal" zum Durchblättern - die gewohnten vier verschiedenen pdf-Varianten zum Download finden Sie hier: http://www.oesterreichjournal.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 189 / 31. 10. 2019 Österreich, Europa und die Welt 54 Hrvat S.A.M.: Mit voller Schubkraft in die nächste Runde Mit einem musikalischen Feuerwerk war vor knapp einem Jahr der Startschuß für die „Internationale Vereinigung der Burgenlandkroaten – Hrvat S.A.M.“ auf Schloß Esterházy erfolgt. Zur Gründung des internationalen Projekts hatte der rund 150köpfige, ebenfalls von Bischof Zsifkovics ins Leben gerufene Chor „Pax et Bonum“ mit burgenlandkroatischen SängerInnen aus Österreich, Ungarn und der Slowakei ein vielumjubeltes Konzert im Haydn-Saal des Schlosses gegeben. Am 13. Oktober gab der Chor ein Benefizkonzert in Zagrebs größtem Konzertsaal Va - troslav Lisinski, dessen Reinerlös Hilfsprojekten für Kinder in Vukovar zugute kam. Tags zuvor, am 12. Oktober, fand – ebenfalls in Zagreb – ein internationales wissenschaftliches Symposium zum Thema „Europa und die Erinnerungskultur“ statt. Namhafte Re - ferenten aus Österreich, Kroatien, Bo snien und Herzegowina, dem Vatikan, Un garn und Foto: Diözese Eisenstadt / Dominik Orieschnig Worte größter Anerkennung für Bischof Zsifkovics durch den kroatischen Außenminister der Slowakei haben sich dem The ma Erinnerung und Minderheiten aus verschiedensten Perspektiven wissenschaftlich angenähert. Bei de Aktivitäten standen unter dem besonderen Ehrenschutz der kroatischen Regierung. n https://www.martinus.at/ https://de.wikipedia.org/wiki/Kroatien Am 28. September, dem Tag des Goldenen Bischofsjubiläums von Johann We - ber, gab es eine besondere Überraschung: Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl über - reichte ihm im Rahmen eines Festgottesdienstes eine handgeschriebene Grußbotschaft von Papst Franziskus. Darin dankt der Papst „dem ehrwürdigen Bruder Johann Weber“ für seinen langjährigen Dienst in der Diözese Graz-Seckau und seinen Einsatz in der Österreichischen Bischofskonferenz. „Dafür […] erteile ich auf die Fürsprache der allerseligsten Jungfrau Maria von Herzen den Apostolischen Segen“, so Papst Franziskus. Auch Webers Nachfolger Bischof Egon Ka pellari, richtete eine Grußbotschaft an seinen Vorgänger. „Als jüngerer Altbischof dan - ke ich Dir als dem älteren Altbischof herzlich für die reiche bisherige Ernte Deines Le - bens als Mitmensch, Christ, Priester und Bischof“, so Kapellari. Bischof Weber habe an all seinen Stationen – als Priester in der Pfarr-, Jugend- und Arbeiterseelsorge, als Pfarrer von Graz-St.Andrä, als Diözesanbischof und als Vorsitzender der Österreichischen Bi schofs konferenz – „Maßstäbe ge - setzt und ihnen entsprechend gelebt, die auch heute inspirieren können und gelten sollten.“ Als „Gottesmann für das Volk“ bezeichnet der Salzburger Erzbischof Franz Lackner Gratulation von Papst Franziskus zum Goldenen Bischofsjubiläum von Johann Weber Foto: Sonntagsblatt / Ivo Velchev v.l.: Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl, Bischof Johann Weber und Bischof Maximilian Aichern Bischof Weber. Weber hat ihn zum Priester geweiht und als Mitkonsekreator bei seiner Bischofsweihe gewirkt. Lackner: „Das An liegen, bei den Menschen zu sein, ist mir bis heute Vorbild. Ein herzliches Vergelt’s Gott!“ Der Innsbrucker Diözesanbischof, Hermann Glettler, wurde 1991 von Bischof Jo - hann Weber zum Priester geweiht. „Johann »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at Weber war einer meiner Vorgänger in der Pfarre Graz – St. Andrä. Noch nach mehr als 30 Jahren war dort etwas von seinem innovativen Geist als Pfarrseelsorger spürbar“, so Glettler, und weiter: „Er hat mein Verständnis von Kirche damit nachhaltig geprägt, auch die Grundidee vom Bischofsamt, das mir vor zwei Jahren übertragen wurde.“ n https://www.katholische-kirche-steiermark.at/

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 189 / 31. 10. 2019 Innenpolitik Zum Nationalfeiertag 2019 Alexander Van der Bellen: »Red' ma uns des aus« Die Rede des Bundespräsidenten im Wortlaut 55 Foto: HBF / Peter Lechner Bundespräsident Alexander Van der Bellen Guten Abend, meine Damen und Herren! Wo auch immer Sie sich heute in unserem schönen Land befinden, ich hoffe, Sie konnten einen schönen Nationalfeiertag verbringen. Der 26. Oktober ist eine gute Gelegenheit für uns alle, für uns alle, die wir das Glück haben, in Österreich zu leben, einmal kurz inne zu halten und daran zu denken, was uns als Österreich eigentlich ausmacht. Und was uns wichtig ist. Eine unserer gemeinsamen Grundlagen hat sich im letzten Jahr besonders in Erinnerung gerufen: Die österreichische Bundesver - fassung. Ich glaube, sie ist es wert, an einem Tag wie diesem einmal gewürdigt zu werden. Ihr Grundstein wurde in den frühen Jahren unserer Republik gelegt. Von Menschen, die recht unterschiedlicher politischer Auffassung wa ren. Da waren einerseits die Sozialdemokraten Karl Renner und Otto Bauer sowie andererseits die Christlich-Sozialen Mi chael Mayr und Ignaz Seipel. Und natürlich Hans Kelsen, der sehr bald zu einem der weltweit angesehensten Juristen werden sollte. Sie ha ben sich an einen Tisch gesetzt, in einer Zeit, die wirtschaftlich dramatisch schwieriger war als heute. In der es tiefe Grä ben zwischen den politischen Lagern gab. Sie haben trotz allem eine gemeinsame Grundlage für unsere Demokratie und unsere Republik geschaffen. Ein Regelwerk für unser Zusammenleben, das gerade in Zeiten unvorhersehbarer Ereignisse Sicherheit und Orientierung bietet. Und das bis heute tragfähig ist. Und wie! Wir haben es alle erlebt. Ein Gleiches gelang den Verhandlern 1929 als es um die Kompetenzen des Bun - despräsidenten ging. Sehen Sie, für mich repräsentiert die Entstehung der österreichischen Bundesverfassung etwas, was das „Österreichische“ im be sten Sinne des Wortes ausmacht: Nämlich, daß es zum Wohl aller ist, wenn man miteinander redet. Wenn wir uns einer unserer ös - terreichischen Grundtugenden be sinnen, uns an einen Tisch setzen und sagen: Red‘ ma uns des aus. Selbst wenn wir noch so unterschiedli - cher Meinung sein mögen: Wenn es uns ge - lingt, dem anderen vorurteilsfrei zuzuhören, uns vielleicht auch in ihn oder sie hineinzuversetzen und zu akzeptieren, daß die Welt nicht nur aus Schwarz oder Weiß besteht, dann können wir zu einer neuen Lösung kommen, die besser für alle ist. Weil es eine gemeinsame Lösung ist. Und sehr oft ist diese gemeinsame Lö - sung, wie im Fall unserer Bundesverfassung, auch eine elegante. Das Gemeinsame vor das Trennende stellen. Ich habe es schon oft ge - sagt und ich werde nicht müde werden, es weiter zu betonen: Wir brauchen das. Wir brauchen das Aufeinander-Zugehen. Wir brauchen das Verbinden vermeintlicher Gegensätze. Auf diese Suche nach dem Ge - meinsamen, wird es auch bei den derzeit laufenden Gesprächen zur Bildung einer Regierung an kommen. Für vieles, was vor uns liegt, brauchen wir nicht nur das Gemeinsame in Österreich, son - dern das Gemeinsame in Europa und der ganzen Welt. Denken wir zum Beispiel an den Klimaschutz. Meine Damen und Herren, verzichten wir öfter einmal auf das „Entweder / Oder“ und ersetzen wir es durch ein „Und“. Sie werden sehen, es geht: Wirtschaft und Klimaschutz. Freiheit und Verantwortung. Menschenrechte und Menschenpflich - ten. Persönliches Fortkommen und eine Chance für Menschen, die unsere Unterstützung brauchen. Wir lieben die Tradition und sind aufgeschlossen für das Neue. Wir sind Österreicher und Europäer. Im Gemeinsamen liegt oft die bessere Lö sung. Dazu gehört auch der unschätzbare Beitrag, den Sie alle in unserem Land jeden Tag leisten. Die Frauen und Männer, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Unternehmerinnen und Unternehmer, die Bäuerinnen und Bauern, die Pensionistinnen und Pensionisten, die Menschen, die sich noch in Ausbildung befinden, die Bürgerinnen und Bürger, die derzeit ohne Arbeit sind, die Kinder, Jugendlichen sowie ihre Eltern und Großeltern, all die ehrenamtlich und unentgeltlich Tätigen, die Steuerzahlerinnen und Steuerzah - ler. Und alle Menschen, die heute am Feiertag arbeiten müssen. Ich möchte mich ausdrücklich bei Ihnen allen bedanken. Im Na - men der Republik. Im Namen von uns allen. Meine Damen und Herren, ein Tag wie dieser ist eine gute Gelegenheit für uns alle, die wir das Glück haben, in Österreich zu leben, einmal kurz inne zu halten und daran zu denken, was für ein großartiges Land wir geschaffen haben – gemeinsam. Darauf können wir alle gemeinsam auch ein bißchen stolz sein. Einen schönen Abend noch Ihnen allen. Und den ganz Jungen: Gute Nacht. n https://www.bundespraesident.at/ »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

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