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Ausgabe 189

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ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 189 / 31. 10. 2019 Partner aller Nationen-PaN 52 Foto: SE-WKO Die Teilnehmer der österreichischen Delegation mit Kollegen aus dem Department of Transport der VAE Abu Dhabi offenbar. Im Rahmen der Österreichisch-Vereinigten Arabischen Freundschaftsgesellschaft-PaN (ÖVAEG) lud die Präsidentin der Nationalversammlung anläßlich ihres Aufenthaltes in Wien im Jahr 2016 die Vertreter des ÖVAEG-Vorstandes zu einem Besuch in den VAE ein. Über Vermittlung der VAE-Botschaft in Wien wurde ein Termin gefunden und so konn te die gesamte Delegation dem ehrenwerten Gebäude der VAE Volksvertretung und seiner Präsidentin einen Besuch abstatten. H. E. Amal Al Qubaisi ließ die Delegationsteilnehmer die bereits er wähnte emiratische Gastfreundschaft in besonderer Weise spüren, indem sie allen Besuchern die Gelegenheit zum Dialog gab. Mit dem Generalsekretär der ÖVAEG wur den bereits in Blickrichtung EXPO 2020 über eine Österreichdelegation gesprochen und auch der Bericht über das erste gemeinsame Kulturen-übergreifende Konzert in Wien von Opernsängerin Fatima Alhashmi aus Abu Dhabi mit den Nachwuchskünstlerinnen Von „Prima la Musica“ im Salon Razumovsky interessierte die Präsidentin sehr (siehe unseren Beitrag auf der Seite 47). Nach der beinahe eineinhalb-Stunden- Audienz verließ die Österreichdelegation tief beeindruckt und schönen Erinnerungen das Parlament in Abu Dabi. Die Besuche der Road Transport Agancy der Straßen- und Verkehrsbehörde in Dubai sowie der hautnahe Besuch eines Übungs - platzes der renommiertesten Fahrschule in Dubai, dem Emirate Driving Institute, rundeten die Delegationsreise ab. Foto: SE-WKO Gastfreundschaft wird in den VAE ganz groß geschrieben Die mitgereiste Abordnung der Fahrschul - vertreter Österreichs mit Fachverbandsobmann Herbert Wiedermann an der Spitze war vom technischen Fortschritt vor Ort überrascht: Bei der Übungsplatzprüfung sind die Fahrzeuge mit Kameras und Sensoren ausgerüstet und der Kandidat ist alleine im Prüfungsfahrzeug. Der Prüfer überwacht nur auf einem Überwachungstower mittels Screens gleichzeitig fünf Prüfungsfahrten, was selbst den weltweit erfahrenen Fahrschulexperten Wiedermann und Kollegen in Erstaunen versetzte. Mit vielen neuen Erfahrungen im Ge - päck, sowohl über das tägliche Leben in den »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at VAE wie auch am Sektor der Verkehrswirtschaft und speziell der Fahrausbildung und Prüfung, trat die Delegation tief beeindruckt die Heimreise an. Träger des diesjährigen Weltstraßenkongresses, welcher unter dem Motto „Kulturen verbinden, WIRTSCHAFT gestalten“ stand, waren übrigens das Verkehrsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und der Weltstraßenverband (PIARC). Der nächste wird 2023 in Prag abgehalten werden. n https://wko.at/verkehr/ http://www.oevaeg.at/ http://www.dachverband-pan.org/ https://www.piarc.org/

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 189 / 31. 10. 2019 Österreich, Europa und die Welt Wir sind Brückenbauer, das ist schließlich christlich! 53 Kroatiens Außenminister Gordan Grlić Radman stattete Eisenstadts Bischof Ägidius J. Zsifkovics einen Freundschaftsbesuch ab Mit großer Entourage traf Kroatiens Außenminister Gordan Grlić Radman am 23. September zu einem Besuch bei Bi - schof Ägidius Zsifkovics ein. Mehr als zwei Stunden verbrachte Radman mit der ihn be - gleitenden achtköpfigen Delegation im Ei - senstädter Bischofshof, einen großen Teil da von im persönlichen Vier-Augen-Gespräch mit Zsifkovics. Kurz zuvor hatte das Kuratorium der internationalen Vereinigung der Burgenlandkroaten die letzten Entscheidungen für zwei bevorstehende wissenschaftliche und kulturelle Großereignisse von Hrvat S.A.M. auf Schiene gebracht – Bemühungen um ein Europa starker Minderheiten, für die Protektor Bischof Zsifkovics erneut größte Anerkennung Kroatiens und das Lob seines prominenten Besuchers ernten durfte. Klug – sympathisch – kroatisch Man kann Kroatiens Außenminister nicht kürzer und wohl auch nicht treffender be - schreiben als mit diesen drei Worten. Mit per - fektem deutschen Wortwitz parlierte Grlić Radman bei seinem Besuch im Bischofshof, wenn sein deutschsprachiges Gegenüber es erforderte. Im persönlichen Gespräch mit dem Gastgeber ließ er aber auch hinter die Fassade des gelernten Diplomaten blicken. Et wa, wenn der gebürtige Bosnier von der großen Herausforderung sprach, seinen di - plomatischen Posten in der Schweiz vor vielen Jahren aufzugeben und dem Rufe des da - maligen kroatischen Staatspräsidenten zu fol - gen, nach dem Jugoslawienkrieg den neuen Staat Kroatien aufzubauen. „Ich habe es nie bereut“, so Grlić Radman, „denn es war eine ehrenhafte und bedeutungsvolle Aufgabe.“ Zsifkovics: Minderheiten für Europas Vielfalt unverzichtbar Beim Thema Europa angekommen, er - läuterte Bischof Ägidius J. Zsifkovics, zu - gleich Europabischof in der Österreichischen Bischofskonferenz, Kroatiens Außenminister die eigentliche Motivation seines Engagements für eine starke Verbindung der Burgenlandkroaten untereinander sowie mit dem Stammland Kroatien: „Es geht um das Erken - Foto: Diözese Eisenstadt / Dominik Orieschnig Überraschung beim Eintreffen bei Bischof Ägidius J. Zsifkovics in Eisenstädter Bischofshof: Universitätsprofessorin Andreja Sršen, Organisatorin des Symposiums in Zagreb, stellte sich als Studienkollegin des kroatischen Außenministers Gordan Grlić Radman heraus. nen, daß Minderheiten ein unverzichtbarer Beitrag zu Europas Vielfalt und kulturellem Reichtum sind. Das kann unserem Kontinent in Zeiten wieder erstarkender Nationalismen helfen, seine eigene Identitätskrise, die eine Folge des Vergessens der christlich-humanistischen Wurzeln ist, zu überwinden“, so der Bischof. Und weiter: „Durch unser Tun wird den Grenzen in Europa der Stachel des Trennenden gezogen.“ »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at Enorme Wertschätzung für Zsifkovics Grlić Radman hielt nicht mit anerkennenden Worten zurück und sprach den internationalen Ruf des Bischofs an, der in Kroatien „als Vermittler und Brückenbauer geschätzt" wird. „Wir sind beide Brückenbauer“, so Grlić Radman, „das ist schließlich christlich. Ich weiß, was Sie für die Minderheiten Grosses tun! Ihre Rede in Vukovar ist legendär“, so Grlić Radman wörtlich, und: „Sie haben einen Freund in mir!“ Vergangenen November, exakt 27 Jahre nach dem „Massaker von Vukovar“ hatte der Eisenstädter Bischof als Gastprediger vor Kroatiens Staatsspitze mutige Worte der Versöhnung gefunden und einen medial vielbeachteten Appell an Kroatiens Gesellschaft gerichtet, „den Geist des Balkans auszuatmen und den Geist Europas einzuatmen“. Auftreten gegen jede Form der Feindschaft zwischen den Völkern Zsifkovics hatte betont, daß es „auch in Vukovar keinen anderen Weg als den der Versöhnung“ geben könne und bat die Menschen um „Vergebung, Versöhnung und friedliches Zusammenleben als direkten Auf - trag des Evangeliums Jesu Christi“. Dazu gehöre es auch, keine Pauschalverurteilungen des serbischen Volkes vorzunehmen und gegen jede Form der Feindschaft zwischen den Völkern aufzutreten. „Es gibt keine kollektive Schuld, weder auf der einen noch auf der anderen Seite“, so Zsifkovics damals in aller Deutlichkeit, „Schuld auf sich geladen haben einzelne Individuen“. Dies gelte auch für die Konflikte zwischen katholischer und orthodoxer Kirche am Balkan, wo nur die Bereitschaft zu Vergebung und Versöhnung der Gesellschaft eine gute und friedliche Zukunft ermöglichen würde.

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