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Ausgabe 189

Das "Österreich Journal" zum Durchblättern - die gewohnten vier verschiedenen pdf-Varianten zum Download finden Sie hier: http://www.oesterreichjournal.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 189 / 31. 10. 2019 Österreich, Europa und die Welt 36 Architektonische Lösung wird weiter ausgearbeitet In einer Reihe von Workshops mit querkraft architekten wird das Projektteam die architektonische Lösung weiter ausarbeiten. Die Komplexität der Umsetzung des Konzepts wird auch bestimmen, wann die Holocaust Gedenkstätte Babyn Yar seine Türen für die ersten BesucherInnen öffnet. Es wurden 165 Anträge aus 36 Ländern eingereicht. Zu den Bewerbern zählten re - nommierte Architekturbüros wie Eisenman Architects, Diller Scofidio + Renfro (USA) und Zaha Hadid Architects (Großbritannien). Das Büro Eisenman Architects entwarf z.B. auch das Denkmal für die ermordeten Juden in Berlin. Im Rahmen des Präqualifikationsverfahrens wurden 10 Büros ausgewählt. Der Architekturwettbewerb für die Holocaust Gedenkstätte Babyn Yar begann am 19. Dezember 2018. Es wurde vom deutschen Architekturbüro [phase eins]. organisiert, das auch den Wettbewerb für das „National Memorial to the Heavenly Hundred Heroes and Revolution of Dignity Museum“ in Kyjiw durchgeführt hat. Der Wettbewerb wurde in zwei Phasen durchgeführt. Das Verfahren basierte auf den UNESCO-Standards für Architekturwettbewerbe und den Regeln der Union Internationale des Architectes (UIA). Die Jury bewertete die Projekte anonym und nach vorher festgelegten Kriterien. Eine lange Rampe führt zur Kernausstellung, die sich 20 Meter unter dem Boden befindet. Holocaust Gedenkstätte Babyn Yar (BYHMC) Die Holocaust Gedenkstätte Babyn Yar (BYHMC) ist eine gemeinnützige Organisation mit dem Ziel, der Opfer der Tragödie von Babyn Yar gebührend zu gedenken, in - dem sie in Kyjiw ein innovatives Zentrum des Gedenkens errichtet, das die Bewahrung und Erforschung der Erinnerung an den Ho - locaust fördert. Das Zentrum wird sich di - rekt neben dem Ort der tragischen Ereignisse in der Schlucht von Babyn Yar in den Jahren 1941-1943 befinden. Es soll daran erinnern, daß die Nazis hier in den zwei Jahren der Besetzung Kyjiws 70.000 bis 100.000 Menschen hingerichtet haben. Allein am 29. und 30. September 1941 wurden in Babyn Yar 33.771 Jüdinnen und Juden ermordet. Es ist damit eines der größten Einzelmassaker im Zweiten Weltkrieg. n http://babynyar.org/en/ http://www.querkraft.at/ https://www.kieranfraser.com/ https://de.wikipedia.org/wiki/Babyn_Jar für alle: rendering expressiv, © querkraft architekten / Kieran Fraser Landscape Design Kernausstellung: Unaufhörliches Eintauchen der Gesellschaft in die Dunkelheit der Gewalt Nach der Kernausstellung finden sich die BesucherInnen in einem leuchtenden Raum wieder. »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 189 / 31. 10. 2019 Wissenschaft & Technik Archäologıe verbındet Tunesıen und Österreıch 37 ForscherInnen des Österreichischen Archäologischen Instituts der Österreichischen Akademie der Wissenschaften starten ein neues Projekt in Tunesien. Im Landesinneren von Tunesien am Rand eines Gebirges inmitten fruchtbarer landwirtschaftlicher Nutzflächen und Olivenhaine arbeitet ein Team von ArchäologInnen, einem Vermesser und einer Architektin des Österreichischen Archäologischen Instituts (ÖAI) in den Ruinen der antiken Stadt Ab - thugnos. Begleitet werden sie von tunesischen Kollegen der Denkmalschutzbehörde L‘Institut National Du Patrimoine de Tunisie. An der Oberfläche zeichnen sich die gut erhaltenen Reste des römischen Stadtzentrums ab. Es handelt sich um einen großen Platz (Forum) aus dem 2. Jh. n. Chr., der un - ter anderem von einem Tempel und einer Markt- und Gerichtshalle (Basilika) umgeben ist. Stadtbild, Funktion und Bedeutung von Abthugnos Doch wie fügt sich der zentrale Platz in das übrige Stadtbild von Abthugnos ein? Welche Funktionen erfüllte die Stadt? Wie fand die Versorgung statt? Wer waren ihre Einwohner und in welcher Beziehung standen sie zur nahen Großstadt Karthago? All das sind Fragen, auf die das interdisziplinäre Team in den nächsten drei Jahren Antworten finden möchte. Für die Erstellung der notwendigen Datengrundlagen, wie Stadtplan und Grundrisse der Gebäude, bedient man sich modernster Dokumentationsmethoden. In diesem Frühjahr wurde dazu das komplette Stadtzentrum mithilfe eines 3D-Laserscanners erstmals seit seiner Freilegung dokumentiert. Weitere Untersuchungen, wie eine Drohnenbefliegung, werden folgen. Bis 2020 wird das Team detaillierte Untersuchungen an der Bausubstanz der Monumente durchführen, die unterschiedli - chen Bauphasen identifizieren und umfassende Pläne und 3D-Rekonstruktionen er - stel len. Durch die Analyse der bisher entdekkten Funde und Befunde und Vergleiche mit anderen Städten im ländlichen Raum aus dieser Zeit wird es möglich sein, mehr über die Ausdehnung und die Funktionen der an - tiken Stadtanlage sowie ihre Bedeutung in der Region herauszufinden. Unterstützt wird Fotos: ÖAW-ÖAI / G. Styhler-Aydın Forum von Abthugnos – Blick nach Nordwesten auf den Tempel Forum von Abthugnos – Blick nach Südosten auf die Markt- und Gerichtshalle (Basilika) das ÖAI-Team bei seinen Arbeiten vor Ort durch die österreichische Botschaft in Tunesien. Kleinstadt im Grenzland In der Antike verlief in der Nähe von Ab - thugnos die Grenze zwischen der 146 v. Chr. »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at neu eingerichteten römischen Provinz Af rica und dem Königreich Numidien. Unter Kaiser Hadrian wurde Abthugnos municipium (Landstadt) und verfügte damit über Stadtrechte. Später war es auch Bischofssitz. n https://www.oeaw.ac.at/oeai/ https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6mische_Provinz

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