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Ausgabe 189

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ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 189 / 31. 10. 2019 Österreich, Europa und die Welt 32 Tourismusstandort Wien – Kennzahlen-Vergleich Alle Unterkünfte 2018 Hotels & Pensionen 2018 Abschied von reinen Nächtigungszielen „Das Leitziel unserer Strategie lautet: Visitor Economy soll Mehrwert schaffen. Für die Unternehmen des Ökosystems – wir sprechen hier von ‚business added value‘ – wie für die Stadt und ihre BewohnerInnen, also ‚city added value‘“, erklärt Tourismusdirektor Norbert Kettner. Im Marketing gilt es nach wie vor Publikum anzusprechen, das sich für Wiens Premium-Angebote interessiert und sich mit seinem Verhalten gut in die Stadt einfügt. Ein quantitatives Nächtigungs - ziel gibt es im Vergleich zu früheren Strategien nicht mehr, wenngleich der Erfolg Wiens von einer stabilen Nachfrage(entwicklung) abhängig ist. In drei Handlungsfeldern („Pla - ce Making & Place Marketing“, „Meeting Destination Vienna“ sowie „Smart Solutions“) will der WienTourismus zusammen mit der Stadt Wien und allen PartnerInnen im Ökosystem der Visitor Economy konkrete Schritte zur Zielerreichung setzen. Wohlstand und Prosperität sind nicht gegeben, wir müssen hart dafür arbeiten – mit kla - rem Bewußtsein für die anstehenden Herausforderungen und einer gemeinsamen Richtung aller AkteurInnen im Ökosystem der Vi - sitor Economy“, erklärt Peter Hanke, Stadt - rat für Finanzen, Wirtschaft, Digitalisierung und Internationales sowie Präsident des WienTourismus. „Nicht nur der Denkansatz der Visitor Economy, auch die Einbindung der Tourismusgesinnung der WienerInnen sowie zahlreicher Stakeholder in den Strategieprozeß stellen einen völlig neuen Managementansatz dar, der auch international seinesgleichen sucht“, so Hanke. Neben Stakeholdern aus der Tourismusbranche und der Tagungsindustrie waren unter anderem auch Bezirksverantwortliche, Stadt- und Immobilienentwick - ler, Handel, Mobilitätsanbieter oder Universitäten als Vertreter des Visitor Economy Ökosystems in die Erstellung der Strategie mit eingebunden. Zusätzlich sorgte ein internationaler ExpertInnenbeirat für den Blick über den Tellerrand. „Wiens Visitor Economy Strategie 2025 wurde in einem 12 Monate langen Stakeholder-Prozeß unter Federführung des WienTourismus erarbeitet. In ins gesamt 21 Strategiefindungsformaten ha - ben wir ein ganzheitliches, stimmiges Bild davon entwickelt, wie sich die Destination Wien in den kommenden Jahren entwickeln soll – dafür danke ich allen Beteiligten herzlich“, so Hanke. Sechs Ziel-Indikatoren zur Erfolgsmessung Strategische Ziele verlangen Meßbarkeit und Benchmarks – eine Sensorik für Balance zu entwickeln ist Voraussetzung, um faktenbasiert agieren und Fortschritte sichtbar ma - chen zu können. Bei der ganzheitlichen Analyse von Daten zur Entwicklung der Destination setzt Wien bereits heute international Standards. Die Erreichung der Ziele der Vi - sitor Economy Strategie 2025 läßt sich an - hand von sechs Ziel-Indikatoren (Key Performance Indicators – KPI) ablesen, die Um - satz- und Wertschöpfungseffekte ebenso abbilden wie die Zufriedenheit von BewohnerInnen und Gästen sowie ökologische Entwicklungen: 1. Direkte und indirekte Wertschöpfungseffekte des Tourismus in Wien sollen bis 2025 von rund 4 Mrd. Euro (2018) um 50 % auf 6 Mrd. Euro steigen. (Datenquelle: TSA Tourismus-Satellitenkonto – Statistik Austria/WIFO) 2. Der Netto-Nächtigungsumsatz der Wiener Beherbergungsbetriebe als Kernbranche der Visitor Economy soll bis 2025 von knapp 900 Mio. Euro (2018) um zwei Drittel auf 1,5 Mrd. Euro steigen. (Datenquelle: MA 23 Dezernat Statistik/MA 6/ Berechnungen des WienTourismus) 3. Die Erlebnisqualität der Gäste bleibt hoch: Aktuell würden 9 von 10 BesucherInnen Wien als Destination weiterempfehlen. Dieser hohe Anteil soll gehalten werden. (Datenquelle: Gästebefragung (Freizeitgäste) im Rahmen von T-MONA (Touris- mus-Monitor Austria) 4. Gleichzeitig sind 9 von 10 WienerInnen davon überzeugt, daß Tourismus gut für Wien ist. Diese beachtliche Tourismusgesinnung der Bevölkerung ist zentraler Benchmark und soll trotz quantitativer Zunahme der BesucherInnen gehalten »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 189 / 31. 10. 2019 Österreich, Europa und die Welt 33 werden. (Datenquelle: Jährliche repräsentative Befragung von rd. 3.600 WienerInnen seitens WienTourismus, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut Manova) 5. Die Zahl der mit dem Österreichischen Umweltzeichen als nachhaltig zertifizierten Wiener Betriebe der Tourismus- und Freizeitwirtschaft verdoppelt sich von 112 (2018) auf 224 Betriebe. (Datenquelle: Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus) 6. Anreise mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln speziell aus Nahmärkten: Bis 2025 soll sich das Verhältnis von Personen, die mit dem Auto (derzeit 26 %) bzw. mit der Bahn (21 %) anreisen, um - kehren. (Datenquelle: Gästebefragung (Freizeitgäste) im Rahmen von T-MONA (Tourismus-Monitor Austria) Neue Rolle für den WienTourismus: Vernetzer, Kurator und auch mal »Spielverderber« „Die Rolle von Tourismusverbänden hat sich global stark verändert“, erklärt Kettner. „Wir sind keine reine Destinationsmarketing- Agentur mehr: Wir erfüllen eine Vernetzungsund Kuratorenrolle, um die Destination zu - sammen mit allen Playern der Stadt qualitätsvoll weiterzuentwickeln und Impulse zu setzen. Destinationsmanagement zählt zusätz - lich zur gezielten Ansprache des Reisepublikums zu unserer Kernkompetenz.“ „Somit müssen wir auch dort die Rolle des ‚Spielverderbers‘ einnehmen, wo Partikularinteressen dem Gemeinwohl entgegenstehen. Wien ist dafür bekannt, Innovation und Unternehmertum zu forcieren. Wo Entwicklungen ökonomischer, ökologischer oder sozialer Nachhaltigkeit massiv widersprechen, braucht es aber auch klare Regeln und Intervention. Hier wird sich der WienTouris - mus konstruktiv in die Gestaltung der Rahmenbedingungen einbringen, denn unsere Stadt ist ein kostbares Gut, mit dem man sorgsam umgehen muß“, betont Kettner. Regionenkonzept für dezentrale Stadtteile Die Sichtbarmachung neuer, spannender Ziele innerhalb der Destination soll zusätzliche Anziehungspunkte schaffen und die po - sitiven Effekte der Visitor Economy besser in der Stadt streuen. „Über 50 % der Wien- Gäste waren zuvor schon in der Stadt, ein Viertel kommt jedes Jahr – eine Chance, neue Erlebnisräume außerhalb der Tourismuskernzone sichtbar zu machen und Wertschöpfung besser auf die Grätzel der Stadt zu verteilen. Der WienTourismus wird ein Marketingkonzept für zentrale und dezentrale Stadtteile entwickeln, in das kreative Im - pulse, öffentliche und private Initiativen einfließen und das dort Frequenz schaffen soll, wo Menschen und Unternehmen zusätzlich profitieren wollen“, so Kettner. Zukunftsprojekte mit Hotspot-Potential: Eventhalle, Busbahnhof, Donauufer Besondere Bedeutung kommt neuen ur - banen Hotspots wie Eventhalle und Busterminal oder den Uferbereichen von Donau und Donaukanal zu. Bestrebungen der Hotellerie, als Quartierstreffpunkt zu fungieren, soll ebenso Rechnung getragen werden. Wien als Filmstandort soll auch bisher wenig bekannte Facetten der Stadt in Szene setzen und dabei internationale Produktionen von Film über TV bis hin zu Streamingplattformen stärker anziehen. Meetings als Muskel für Standortentwicklung Wiens Meeting-Industrie ist Vorzeigesegment der Visitor Economy. Bereits heute sorgt sie für jede achte Nächtigung in der Stadt, KongressteilnehmerInnen geben mit rund 540 Euro pro Tag sogar doppelt so viel in der Destination aus wie der Durchschnitt aller Wien-BesucherInnen. Tagungen sollen künftig noch mehr zum Hebel für die internationale Sichtbarkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Wien werden. In enger Abstimmung mit der in finaler Vorbereitungsphase befindli chen Standortstrategie „Wien 2030 – Wirtschaft und Innovation“ sollen strategische Fokussierung und eine tiefgehende Analyse bestehender Potentiale im Tagungssegment zu - sätzliche Entwicklungsmöglichkeiten schaf - fen. Neue Marke »Meeting Destination Vienna« „Mit der neu akzentuierten Marke ‚Meeting Destination Vienna‘ positionieren wir Wien ab sofort noch prägnanter als Destination für Kongresse und Firmenveranstaltungen auf dem Weltmarkt“, so Kettner. Aus dem Anspruch eines kontinuierlichen Qualitätsupgrades kommt dem Austria Center Vienna und dem Standort Messe Wien prominente Bedeutung zu. Services zur Unterstützung internationaler Firmenveranstalter und Verbände etwa bei der Bewältigung von Auflagen oder Schnittstellen zu lokalen Ak - teurInnen aus Wirtschaft und Wissenschaft sollen Wiens Vorreiterrolle in der weltweiten Meeting-Industrie weiter ausbauen. Keine Kooperation mit Massentourismus „Massentourismus organisiert sich von selbst. Jeder Gast, der Wien besucht, ist uns lieb und teuer – doch Angebote, die ungebremsten Massentourismus mit sich bringen und der Tourismusverträglichkeit entgegenstehen, wird Wien auch in Zukunft weder fördern noch vermarkten“, erklärt Kettner. „Unsere Marketingaktivitäten werden wir künftig noch fokussierter an jenen Kernzielgruppen ausrichten, die dem Premium-An - spruch unserer Visitor Economy Strategie entsprechen – beispielsweise die Meeting- Industrie, Luxusreisende oder die LGBT- Zielgruppe. Kunst und Kultur werden dabei mittel- und unmittelbar zentrales Leitmotiv unserer Marketingaktivitäten bleiben. Ge - lernte Formate stehen umso stärker auf dem Prüfstand“, kündigt Kettner an, künftig etwa auf die Teilnahme an der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin zu verzichten. Qualität im öffentlichen Raum verteidigen Öffentlicher Raum soll qualitätsvollen Platz für Aufenthalt, Bewegung und Begegnung bieten. „Das Gemeinwohl muß Vorrang vor Individualverkehr, Vereinnahmung durch überbordenden Straßenverkauf oder ‚Verramschung‘ durch ‚Standl‘ aller Art ha - ben“, zitiert Kettner aus der aktuellen Befragung der Tourismusgesinnung der Wiener Bevölkerung: 58 % der WienerInnen sprachen sich für die Regulierung von überbordendem Straßenverkauf aus, 54 % für die Regulierung von Souvenirständen. „Die No - velle des Gebrauchsabgabengesetzes, die neue Regeln für jene als Mozart verkleideten Verkäufer in Wiens Stadtzentrum bringt, war ein Beschluß, der voll und ganz dem Gedanken der Visitor Economy Strategie entspricht. Für die vorausschauende Umsetzung bedanke ich mich bei den zuständigen AkteurInnen der Stadt sehr herzlich“, erklärt Kettner. Wien als Night Jet Hub positionieren Wiens Visitor Economy steht auch für sorgsamen Umgang mit natürlichen Res - sour cen und smarte Lösungen, um Lebensqualität für die jetzige und alle kommenden Generationen zu erhalten. Unter dem Titel „Rail Service Development“ soll u.a. durch Kooperation mit der Bahn der Anteil jener Reisenden, die per Zug nach Wien kommen, »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

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