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Ausgabe 189

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ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 189 / 31. 10. 2019 Kultur Otto Prutscher Allgestalter der Wiener Moderne – von 20. November 2019 bis 17. Mai 2020 in der MAK-Schausammlung Gegenwartskunst 108 © Archivio Famiglia Otto Prutscher, Mailand © Archivio Famiglia Otto Prutscher, Mailand Otto Prutscher, Innenraum der Apotheke „Zum goldenen Adler“, 1911 Portraitfoto Otto Prutscher, 1930–1948 nach seinem Tod und über 20 Jahre nach der letzten großen 70Jahre Ausstellung in Wien beleuchtet das MAK das Werk von Otto Prutscher (1880–1949) neu. Die Ausstellung „Otto Prutscher. Allgestalter der Wiener Moderne“ verdeutlicht die mannigfachen Rollen, die Prutscher als Architekt und Designer, Ausstellungsgestalter, Lehrer und Mitglied aller wichtigen Reformkunstbewegungen – von der Secession bis zur Wiener Werkstätte und dem Werkbund – für die Entwicklung der Wiener Moderne spielte. Ausgewählte Bei - spiele aus seinem komplexen Œuvre dokumentieren seine jahrzehntelange einflußreiche Rolle als Entwerfer und Berater für die bedeutendsten Kunstgewerbefirmen seiner Zeit. Trotz seiner Schaffenskraft und Vielseitigkeit wurde das Werk des großen Kunstgewerblers und Architekten bis dato nicht entsprechend gewürdigt. Prutschers Vermächtnis umfaßt u. a. über 50 Bauwerke (Villen, Wohnhäuser, Portale), rund 50 Ausstellungen, die er künstlerisch und organisatorisch gestaltete oder mitgestaltete, ca. 170 Einrichtungen, über 300 Entwürfe von Einrichtungen sowie über 200 Einzelmöbel und Gar - nituren. Eine großzügige Schenkung von 139 Entwürfen, Objekten in Silber, Glas und Keramik sowie Möbeln durch die Sammlerin Hermi Schedlmayer nimmt das MAK zum Anlaß für diese Personale. Der Wiener Jugendstil war die Wiege, in der Otto Prutscher heranwuchs und sich entwickelte. Zehn Jahre jünger als Josef Hoff- »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

© Archivio Famiglia Otto Prutscher, Mailand ÖSTERREICH JOURNAL NR. 189 / 31. 10. 2019 Kultur 109 Nach der Aufnahme an der Wiener Kunstgewerbeschule 1897 belegte Prutscher einen Kurs für ornamentales Zeichnen bei Willibald Schulmeister und studierte später zwei Semester in Josef Hoffmanns Fachschule für Architektur. Anschließend belegte er zwei Semester bei Franz Matsch in der Klasse für Zeichnen und Malen. Der Unterricht beim secessionistischen Architekten Hoffmann und beim vormodernen Maler Matsch hinterließ Spuren: Prutschers Entwürfe und ausgeführte Werke weisen einerseits eine hohe zeichnerische Qualität auf, andererseits orientieren sie sich an den jeweils aktuellen Tendenzen der Architektur. Von 1903 bis 1907 war Prutscher Assistent an der k. k. graphischen Lehr- und Versuchsanstalt, ab 1908 Lehrer am k. k. Lehrmittel Bureau in Wien. Ab 1907 wurde er für die Wiener Werkstätte aktiv. Sein Lehrer Jo - sef Hoffmann schlug ihn 1909 erfolgreich als Professor an der k. k. Kunstgewerbeschule vor: Dort leitete er bis zu seiner Zwangspensionierung aufgrund der jüdischen Herkunft seiner Ehefrau im Jahr 1939 den offenen Entwurfszeichensaal für Gewerbetreibende. Seine Entwürfe wurden von mehr als 200 Unternehmen umgesetzt, allen voran von der Wiener Werkstätte und wichtigen Herstellerbetrieben wie Backhausen, Klinkosch, Au - garten, Meyr’s Neffe, Schappel, Melzer & Neuhardt oder den Deutschen Werkstätten in Dresden. Für Thonet, Loetz Witwe und Wienerberger war er künstlerischer Berater. Die Ausstellung Die Ausstellung bietet mit rund 200 Entwürfen aus dem Otto-Prutscher-Nachlaß im Bild oben: Otto Prutscher, Interieur des Café Ronacher, Schottenring, Wien I., Wien, 1913 Bild rechts: Otto Prutscher, Innenansicht für das Café-Restaurant Hotel Imperial, Wien I. (gemeinsam mit Anton Schuwerk und August Röben), 1937; Karton, Transparentpapier, Aquarellfarbe, Tusche, Buntstift, Bleistift mann und Adolf Loos, zählte Prutscher zur ersten Generation der SchülerInnen an der Wiener Kunstgewerbeschule, die von der Re form des Unterrichts im Sinne der Re - formkunst unter der Direktion Felician von Myrbachs und von jungen Professoren wie Josef Hoffmann und Koloman Moser profitierten. Materialbeherrschung eignete sich Prutscher in der Kunsttischlerei seines Va - ters Johann Prutscher sowie im Zuge einer Maurerlehre und einer Zimmermannspraxis an, die er in den vorlesungsfreien Sommermonaten absolvierte. © Archivio Famiglia Otto Prutscher, Mailand »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

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